Morgens hörten wir schon die Autos noch bevor der Wecker klingelte. Vorsichtig schauten wir mal, wie es auf dem Dachfenster aussieht, aber von Schnee war keine Spur. Also drehten wir uns noch einmal um, versuchten die vorbeifahrenden Autos zu ignorieren und „warteten“ auf das Weckerklingeln.
Um 8:30 Uhr war es dann soweit und wir schauten recht fix auch mal aus dem Seitenfenster. Alles grau und Regen. Sowas blödes! Wahrscheinlich hätten wir einfach mutiger sein müssen und weiter oben auf dem abgelegeneren Parkplatz nächtigen sollen. Andererseits waren wir aber auch ein wenig erleichtert, denn ganz so viel Zeit haben wir ja nicht mehr und wenn uns der Schnee ausgebremst hätte, wäre es spannend geworden…
Nach dem Frühstück entschieden wir, trotzdem noch mal bis zum Tunnel den Berg hinauf zu fahren um zu sehen, wie es dort aussieht. Mit ca. 10 Minuten ist es ja auch nicht weit.

Oben angekommen lag zwar noch eine weiße Schicht, aber da es zu warm geworden ist, muss der Schnee bald in Regen übergegangen sein und so war es einfach nur dicker, nasser Matschschnee… Das kennen wir von zu Hause zur genüge. Richtiger Schnee ist einfach etwas anderes. Oben am Tunnel war jetzt auch eine Baustelle, damit wäre es dort noch lauter gewesen. Aber auch bei dickerem Schnee hätten sie die Straße geräumt… Wir sollten den Einheimischen wohl einfach mehr zutrauen :-D.

Nach ein paar Schneematsch-Fotos ging es dann wieder zurück zur E6. Unser anvisiertes Ziel, die Nordlandsporten, waren nun vom Tunnel aus gerade mal ein gutes halbes Stündchen entfernt. Ohne den Abstecher hier hoch wären wir wahrscheinlich sogar vor der Öffnung des Souvenirshops dort gewesen.
Dort angekommen war auch nur noch ein kläglicher Schneerest zu sehen, sodass kein richtiges Winter im Norden Gefühl aufkommen wollte. Schade, laut Facebook sah es hier vor wenigen Tagen nämlich ziemlich weiß aus.

Immerhin war im Souvenirshop nichts los und wir konnten in Ruhe stöbern. Mir gefielen die Jacken sehr gut und ich probierte mehrere an. Genau jetzt musste natürlich erneut der Reisebus der Asiaten aufkreuzen. Grr. Nicht nur das es wieder laut und hektisch wurde, nein, sie ließen auch gleich die Eingangstür aufstehen. Während ich von einer Jacke zur nächsten hüpfte blies nun ein nasskalter Wind herein. Vielen Dank. Die passende Jacke gab es dann leider auch nicht. Die schönen Farben hatten alle die falsche Größe, sodass wir unverrichteter Dinge wieder vor die Tür gingen.
Eigentlich wollten wir hier noch das Klo entleeren, aber dort war jetzt Schlange stehen angesagt. Gut, dass das Klo noch nicht randvoll ist, so können wir noch auf einen späteren Parkplatz warten. Blöd nur, dass die Asiaten anschließend wieder einmal vor dem Nordlandsporten-Bogen telefonieren mussten und wir daher noch länger im kalten Regen warten mussten, bis wir endlich ein paar menschenleere Fotos machen konnten.
Anschließend hieß es daher: Nichts wie weg! Hoffentlich bleiben die Asiaten in Norwegen und verfolgen uns nicht weiter nach Schweden. Über den Aufkleber am Bus konnten wir leider keine genaueren Infos herausbekommen…
Wenn ich mir mal etwas in den Kopf gesetzt habe, ärgert es mich sehr, wenn ich es nicht bekomme. Wahrscheinlich hätte ich auf die Idee mit der Jacke schon am Polarkreiscenter kommen sollen… Immerhin hatte ich auf der weiteren Fahrt gen Süden noch Zeit zum Suchen und so entdeckte ich ein größeres Einkaufszentrum in Steinkjer. Ok, nehmen wir das als nächstes Ziel. Mit ca. 2 Stunden auch eine ideale Pausenzeit…

Die Zeit verging und wir fuhren zwar über die landschaftlich schöne, aber aktuell von Baustellen sehr geprägte E6. Nicht mehr lange und man wird hier bestimmt auch Maut verlangen… Da es pausenlos weiterregnete, hatten wir auch keine Lust, zwischendurch weitere Fotopausen einzulegen.
Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir dann das Amfi-Einkaufszentrum in Steinkjer. Auf dem großen Parkplatz gab es freudigerweise auch Parkplätze speziell für längere Fahrzeuge, von denen wir einen gerne in Anspruch nahmen. Auf dem Weg zum Haupteingang fanden sich dann immer wieder Hinweisschilder auf Parkgebühren und wir wurden beim Einfahren per Kamera gescannt. Aber wie läuft die Bezahlung? Leider gab es zum ersten Mal auch keine englische Übersetzung. Mit einem Geistesblitz öffneten wir die Easypark-App und konnten uns nach Startschwierigkeiten auf dem Parkplatz anmelden. Ok, wir haben 2 Stunden frei, dass sollte reichen.
Das großzügige Einkaufszentrum bot viele verschiedene Läden mit Klamotten, Deko, Büchern und Spielen. Dazu gab es etliche Essensanbieter und viele Norweger verbrachten hier scheinbar gerade ihre Mittagspause. Für uns interessant, denn einige hatten schon dicke Winterklamotten an, während andere noch in Trägertops waren. Verrückt!
Als wir einen Intersport entdeckten, schauten wir hinein. Auch hier gab es keine wirklichen Skihosen. Dafür wurde ich aber bei der Jacke fündig. Einziger Wehmutstropfen, sie war tatsächlich teurer als am Polarkreiscenter und hat nicht die schöne Norwegen-Flagge am Arm. (Inzwischen habe ich sie schon mehrfach getragen und bin absolut überwältigt, wie warm eine sehr dünne Jacke halten kann. Absolut kein Fehlkauf!) Glücklich und zufrieden schlenderten wir noch durch weitere Läden und entdeckten ein schönes Polarlicht-Puzzle von Ravensburger. Uff, die wollen hier allen Ernstes 40 Euro haben. Bei Amazon habe ich es für unter 30 entdeckt… Das wird dann ggf. zu Hause bestellt ;-).
Zurück bei Juckel wurde noch eine Kleinigkeit gesnackt, ehe wir uns wieder auf den Weg zur E6 machten. Dieser folgten wir noch eine gute halbe Stunde, ehe wir erneut auf die 72 gen Schweden abbogen. Den Weg kennen wir ja schon, sodass sich der nordische Kreis hier für uns wieder schließt.
Anders als vor knapp 2 Wochen haben wir nun aber Temperaturen von fast 10 Grad plus, sodass auch im höheren Gebirge nicht einmal mehr Reste des Schnees zu finden sind. Echt schade, wo wir doch deshalb den Weg hierher genommen haben. Immerhin hätte ich ohne den Umweg die Jacke nicht in Steinkjer kaufen können, also immer schön positiv sehen :-D.
Auch das Wetter insgesamt ist anders, zuletzt hatten wir hier herrlichen Sonnenschein, während es heute einfach durchregnet. So sparen wir uns die vielen Fotopausen und sind schon relativ bald wieder von den typisch schwedischen Wald-Landstraßen gelangweilt. Der Abstecher nach Norwegen war definitiv die richtige Entscheidung!
Heute wurde sogar an der Grenze kontrolliert. Allerdings kontrollierten die Norweger nur, wer zu ihnen fuhr und da wir Norwegen nun schweren Herzens hinter uns lassen, konnten wir kontrollfrei fahren. Zu befürchten hätten wir aber nichts, es hätte einfach nur unnötig Zeit gekostet…
Unterwegs schaute ich schon einmal nach potenziellen Schlafplätzen. Heute Nacht möchten wir es dann doch wieder ruhiger und idyllischer haben! So ganz einfach war es dann aber doch nicht, denn oft haben die Plätze einen Wiesenuntergrund, den wir bei dem Wetter ungern befahren würden.
Im Winterort Åre werde ich aber fündig. Von Steinkjer aus noch ungefähr 2 Stunden Fahrtzeit, das sollte passen. Diesen erreichten wir dann auch am späten Nachmittag. Oben auf einem Berg, unmittelbar bei den Skiliften. Da noch keine Saison ist (ohne Schnee halt schwierig), war hier auch absolut nichts los und wir verkrümmelten uns ins hinterste Eck. Dort war der Boden halbwegs eben…
Den Abend verbrachten wir dann mit Kochen, Duschen und Lesen. Natürlich checkten wir zwischendurch auch mal den Himmel, aber heute gab es nicht mal auf den Webcams Polarlichter zu sehen. Wenn ich ehrlich bin, eine Erleichterung, denn so konnte es endlich mal wieder ein ruhiger und gemütlicher Abend werden :-D.







