
Die letzte Nacht haben wir schon ein wenig besser geschlafen. Vielleicht hätten wir sogar noch länger geschlafen, wenn wir nicht durch die Seitenstrahlruder beim Anlegen geweckt worden wären. Egal, so hatten wir jedenfalls genug Zeit uns fertig zu machen und zum Frühstück zu gehen.
Auch hier gab es eine große Auswahl und so dauerte es seine Zeit bis wir das Markt-Restaurant wieder verlassen haben. Schnell wurden die letzten Sachen gepackt (Handtücher, Badeschuhe, Sonnencreme, Corona-Masken, Pässe und natürlich die Kamera) und schon konnte es los gehen.
Treffpunkt für alle Ausflüge war im relativ klein gehaltenen Hafengelände, sodass es hier ein wenig chaotischer zuging. Nachdem aber alle Teilnehmer den passenden Betreuer gefunden hatten, liefen wir noch ein Stück zu den kleinen Transportern. Unsere Gruppe bestand aus 14 Teilnehmern. Das war auf jeden Fall sehr angenehm!
Zunächst fuhren wir etwa eine halbe Stunde immer an der Küste entlang zu den Green Grotto Caves. Während der Fahrt erfuhren wir (allerdings auf Englisch) von einer Einheimischen ein wenig über Land und Leute. Das wichtigste waren aber ein paar einheimische Sprachrituale. „Ya man“ bedeutet so viel wie „Ja, ok, natürlich“ und wird von jedem Jamaikaner in fast jedem Satz verwendet. Genauso wichtig sind aber auch „Respect“ und „No Problem“. Probleme scheinen die Jamaikaner keine zu kennen. Sie sind absolut entspannt, finden immer eine Lösung und lassen sich vor allem auf keinen Fall stressen. Von diesem besonderen Flair konnten wir auf unserem Bubble Ausflug leider nur wenig spüren, weil der Kontakt zu Einheimischen aufs Nötigste begrenzt war. Absolut schade!

Jedenfalls erreichten wir die Caves und waren absolut alleine vor Ort. Sehr schön! Nachdem jeder ein Haarnetz und einen Sicherheitshelm bekommen hat, ging die Führung los.
Die Höhlen haben ihren Namen von den grünen Algen, die sich an den Wänden absetzen. Hierdurch unterscheiden sich diese Höhlen von denen im Landesinneren. Es gibt zwei große Höhlen, die innenliegende hat sogar einen kristallklaren See. Die ersten Bewohner dieser Höhle waren Arawak-Indianer. Später als Jamaika britische Kolonie war, nutzten die Spanier sie aber auch als Zufluchtsort. Zwischen den Weltkriegen wurden die Höhlen dann von Schmugglern genutzt, um Zigarren zu verstecken. Danach nutzte die jamaikanische Regierung den Höhleneingang um Rum in großen Fässern zu lagern. Die einzigen Bewohner, die wir heute angetroffen haben, waren Fledermäuse. Hier leben 9 der 21 auf Jamaika lebenden Fledermausarten.

Viele dürften die Höhlen aber aus dem Fernsehen kennen. Hier wurden Szenen für James Bond- Live and Let Die gedreht.

Die Wegführung durch die Höhle ist inzwischen sehr gut für Touristen ausgebaut. Dennoch macht es wirklich Sinn, den Sicherheitshelm zu tragen, denn immer wieder ragen Vorsprünge hervor und es ist logischerweise relativ dunkel. Zu der zweiten Höhle gelangt man über etwas abenteuerliche Treppen. Unten am See angekommen, hat der Guide für komplette Dunkelheit gesorgt. Das war schon faszinierend im Dunkeln zu stehen und darüber nachzudenken, wie die Leute früher genau in dieser Dunkelheit die Wege gefunden haben und die steilen Hänge OHNE Treppen bezwungen haben. Licht und Rauch hätte die Sklaven und Geflohenen schließlich verraten.
Anschließend ging es über einen mini Regenwald wieder zurück zum Eingang.

Nach einem fruchtigen Erfrischungsgetränk (in der Höhle war es mit Corona-Maske war nach einer Weile doch sehr unangenehm) bestiegen wir wieder unseren Transporter und steuerten das eigentliche Highlight des Ausflugs an: Die Dunns River Falls. Die Fahrt ging wieder Richtung Hafen und dauerte etwas mehr als 20 Minuten.

Hier erwartete uns dann ein gut gefüllter Parkplatz. Wir zogen uns am und im Auto schnell um und machten uns auf den Weg zum Eingang. Dort wurden wir von dem nächsten Guide in Empfang genommen. Endlich durften wir die Masken mal über einen längeren Zeitraum absetzen. Wir bildeten einen Kreis und dachten noch, es würde eine Einweisung erfolgen. Manchmal lohnt es sich eben doch, sich vorher mit seinen Ausflugszielen zu beschäftigen. Wir gingen nämlich davon aus, dass jeder die Wasserfälle individuell erklettern kann und wir uns mit der Kamera dabei ein wenig abwechseln. Diese Illusion wurde uns aber schnell genommen und nun standen wir ohne wasserdichte Hülle mit einem Smartphone in der Hand weit weg vom Bulli. Hoffen wir mal das es gut geht. Jedenfalls mussten wir uns alle anfassen (nach 2 Corona Jahren jemand komplett Fremdes anzufassen war echt ungewohnt) und schon rannte unser Guide mit uns als Schlange los zum Strand. Nachdem sich alle im Auslauf der Wasserfälle ein wenig (unfreiwillig) nass gemacht hatten (das Wasser ist recht kalt aber bei den Temperaturen dann wenigstens erfrischend) ging es die erste kleine Kaskade hoch. Die Dunns River Falls stürzen sich in mehreren Kaskaden fast 200 Meter in die Tiefe und diese 200 Meter wollten wir nun erklimmen.

Ein cooles Erlebnis dem reißenden Wasser so entgegen zu kämpfen. Stück für Stück ging es für uns (noch immer als Schlange an den Händen) hoch. Zwischendurch gibt es ein paar Notausstiege, falls man sich verschätzt hat oder mit den rutschigen Steinen einfach nicht zurecht kommt.

Für uns war Aufgeben keine Option aber den 2. Notausstieg nutzten wir dann, unser Smartphone an andere Teilnehmer aus unserem Bus abzugeben. Inzwischen waren die Wasserfelder zwischen den Kaskaden mehrmals höher als die Taschen von Andrés Badehose und die Hände brauchten wir oft, um uns an schwierigen Passagen gegenseitig (als komplette Schlange) zu sichern. Zum Glück hat es das Smartphones überlebt! Leider gibt es daher nicht ganz so viele spektakuläre Bilder aber es zählt ja eigentlich auch das Erlebnis selbst. Die GoPro hat bei der letzten Kreuzfahrt in die Karibik das zeitliche gesegnet und wir haben ganz vergessen, für Ersatz zu sorgen.

Unser Guide gab sich große Mühe allen an den schwierigen Passagen zu helfen und lockerte das Gekraxel hier und da mit lustigen Stunts, die wir dann selber nachmachen sollten, auf. Manchmal hat er für die Stunts auch einfach nachgeholfen, indem er uns in das nächste Wasserbecken schubste. Absolut lustig und für uns völlig ok. Allerdings erschließt sich mir daraus überhaupt nicht mehr, weshalb wir hier nur einen Bubble-Ausflug machen durften. Wer weiß wie viele Gruppen die Guides pro Tag begleiten…

Der Rückweg vom Ausstieg verläuft dann zwangsmäßig durch einen kleinen Souvenir-Markt. Hier waren die Verkäufer teils schon sehr aufdringlich und wir kamen ihnen gezwungenermaßen ohne Maske viel zu nah. Endlich am Parkplatz angekommen, hatten wir wieder Ruhe und zogen uns erst einmal trockene Sachen über. Anschließend ging es dann leider ohne weitere Stops direkt zum Hafen.
Im Hafengelände gibt es auch noch eine kleine Anzahl von Souvenir-Ständen an denen wir noch in Ruhe vorbei bummeln durften, ehe wir wieder zurück aufs Schiff gingen.
Das Mittagessen auf dem Schiff haben wir gerade noch erreicht und nach so viel körperlicher Anstrengung langten wir gut zu. Den Rest des nachmittags verbrachten wir dann auf dem Pooldeck mit Abkühlen und in der Sonne bzw. im Schatten liegen. Wobei wir um 16 Uhr zum Ablegen natürlich eine Pause einlegten und uns zum Winken an die Reling stellten. Das erste Ablegen im Hellen, trotzdem fehlt hier ein wenig der Gänsehaut-Moment und das Interesse eines Großteils der Gäste.

Direkt im Anschluß wurde es dann auf dem Pooldeck wieder mächtig laut. Die Offiziere luden zum „Offiziers Shaken“ ein. Einfach übersetzt, es gibt verschiedene Cocktails frei Haus. Für uns, mit großem Getränkepaket, war das jetzt nichts Besonderes…
Nachdem die Sonne dann wieder untergehen wollte, ging es für uns auf die Kabine. Erstmal alles auspacken, die Wasserschuhe von den vielen Steinen befreien und Duschen. Schließlich gibt es ja gleich endlich Abendessen 😀
Nach dem Abendessen schauten wir uns die AIDA Prime Time mit Annett an, wurden aber auch von diesem Konzept nicht so richtig überzeugt und nutzten die Chance an die Bar zu gehen. Anschließend konnte „Wer Wird Millionär“ gespielt werden, aber auch hier war der Reiz bei uns heute nicht geweckt worden. Wir machten es uns lieber am Pooldeck gemütlich, ehe das Bett rief.