Früh aufstehen war angesagt! Bereits um 6:30 Uhr trafen wir uns für den geplanten Ausflug „Chichen Itza und Cenoten Baden“ in der Bar auf Deck 11. Eigentlich hätten wir heute auch individuell von Bord gedurft. Wir haben uns aber aus mehreren Gründen dagegen entschieden: Fährfahrt aufs Festland, lange Busfahrt und insgesamt ein langer Ausflug. Das Risiko das hier mal etwas schief geht und man das Schiff verpasst (Abfahrt schon um 19:30), ist deutlich höher als auf kleineren Inseln. Im Nachhinein fragen wir uns allerdings, wie man es auf eigene Faust hätte machen sollen. Die ersten Fähren waren nämlich exklusiv für Schiffsausflüger gechartert. Individuell also keine Chance aufs Festland zu kommen.
Nachdem die letzten Teilnehmer zur Sicherheit noch mal auf der Kabine angerufen worden sind gab es für alle die Information wirklich keinerlei Essen von Bord mitzunehmen.
Noch in tiefer Dunkelheit standen dann aber alle Ausflugsgruppen vor dem Schiff in einer langen Schlange. Ein paar Zollbeamte ließen ihre Hunde an sämtlichen Taschen und Rucksäcken schnüffeln. Offenbar haben sich alle brav daran gehalten kein Essen mitzunehmen und so konnten wir das nächste Schiff besteigen.

Die Plätze an Deck waren bereits alle belegt und so suchten wir uns freie Plätze im Bauch des Schiffes. Hier war es durch die Klimaanlage mächtig kalt und wir deckten uns mit unseren Handtüchern zu.
Die Überfahrt aufs Festland zur Playa del Carmen dauerte ca. 45 Minuten. Es war mächtig schaukelig und als die AIDA Mitarbeiter mit Großpackungen Reisetabletten rumgingen, wurde uns doch etwas mulmig. Uns hat das Ganze zum Glück wenig ausgemacht. Dort angekommen mussten wir uns wieder zu unseren Ausflugs-Begleitern sortieren. Erneut ein kleiner Kampf, ehe es in Kleingruppen durch die Hafenstraße ging. Dort parkten zwischen den ganzen Hotels etliche Reisebusse. Da die Motoren alle liefen, werden auch die Urlauber hier heute zeitig wach geworden sein.
Unser Bus stand relativ weit hinten. Wir freuten uns darüber aber, denn die Chance sich noch einmal die Beine zu vertreten kam gelegen. Die folgende Busfahrt dauert schließlich auch noch mal 2,5 bis 3 Stunden. Wir bekamen einen Standard-Reisebus für ca. 50 Personen. Unsere Gruppe bestand allerdings aus gerade einmal 18 Personen, sodass für alle genug Platz war. Ein weiteres kleines Highlight, zu unserer Gruppe gehörte auch der Gastkünstler Peter Lohmann, ein deutscher Comedian. Am Pooldeck mussten wir über manche seiner Sprüche und Aktionen schon herrlich lachen.
Während der doch recht langen Fahrt erzählte uns unser Guide Antonio einiges über Mexiko und Chichen Itza. Zu unserer Überraschung sprach er sehr gut deutsch, was es für Marie deutlich einfacher machte 😉 Außerdem bekamen wir kleine Snack-Beutel, praktisch, wo wir ja wirklich nichts Essbares mitnehmen durften.
Chichen Itza ist eine der bedeutendsten Ruinenstätte der Maya Kultur mit einer stolzen Größe von 1547 Hektar. Man vermutet, dass sich die ersten Mayas bereits im Jahre 500 hier ansiedelten. Spätestens 1400 muss Chichen Itza aber wieder verlassen worden sein. Warum ist unbekannt. Seit 2007 gehört es nun zu den neuen 7 Weltwundern.
Endlich waren wir in Chichen Itza angekommen. Die letzten Meter zum Parkplatz waren die Straßen schon rammelvoll und es dauerte ein Weilchen, ehe auch wir eingeparkt hatten. Die Menschenmassen vor dem Eingang schreckten uns ein wenig ab.
Während wir eine kleine Pause bekamen, holte Antonio unsere Eintrittskarten. Danach mussten auch wir in das Gedränge. Wir waren viel zu geflasht, als dass wir ein Foto hätten machen können. Im Nachhinein ärgern wir uns sehr darüber. Jedenfalls standen vor, hinter und neben uns immer wieder Menschen, die noch lernen müssen, einen Mundschutz zu tragen. Auch wir fanden es nicht angenehm bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit, aber es galt sich schließlich zu schützen. Zum ersten Mal kamen Zweifel auf, ob wir diese Kreuzfahrt coronafrei überstehen werden…
Es half aber nichts, schließlich kommen wir hier so schnell nicht wieder hin und so drängten wir uns durch zum Einlass. Kurze Taschenkontrolle (keine Drohnen, GoPro nur gegen Aufpreis, kein Stativ…), nebenbei läuft auf einem riesen Monitor ein Temperaturcheck der vorbeilaufenden Leute. Bloß zieht keiner die Menschen mit hohen Temperaturen raus bzw. ist es so voll, dass keiner mehr einen Überblick hat, welcher Wert zu welcher Person gehört.
Endlich hatten wir es geschafft. Hinter dem Einlass wurde es sofort entspannter. Wir warteten, bis alle aus unserer Gruppe durch die Kontrolle waren und machten uns als erstes auf den Weg zur großen Pyramide.

Die Kukulkán Pyramide ist nämlich das Highlight in Chichen Itza und ein wahres architektonisches Meisterwerk: Aus jeder Himmelsrichtung führt je eine Treppe mit jeweils 91 Stufen empor. Zählt man die oberste Plattform der Pyramide dazu, ergibt das mit 365 genau die Anzahl Tage des Jahres, welche von den Astronomen der Maya schon genau berechnet werden konnte. Auf der obersten Plattform befindet sich zudem ein Maya Tempel.
An 2 Tagen im Jahr (21.3. und 23.9.), wenn Tag und Nacht exakt gleich lang sind kommt es an der Pyramide bei Sonneneinstrahlung zu einer besonderen Schattenbildung. Auf den Treppenstufen wird ein helles Band projiziert, welches sich ganz unten mit einem steinernen Schlangenkopf mit offenem Mund vereint. Dadurch bekommt man den Eindruck, als würde eine Schlange die Stufen der Pyramide heruntergleiten. Man munkelt, dass es eine besondere Energiequelle der Maya wäre. Durch dieses besondere Phänomen strömen an diesen 2 Tagen mehrere 1000 Besucher nach Chichen Itza.
Auch wenn heute „ein ganz normaler Tag“ war, war es relativ voll. Aber zugegeben, vor dieser riesigen Pyramide zu stehen, hatte wirklich etwas mystisches. Betreten darf man sie seit 2006 leider nicht mehr. Damals war eine amerikanische Touristen gestürzt und verstorben. Wir machten (wie alle anderen Gruppen auch) ein kleines Experiment an der Pyramide: Stellt man sich vor eine der 4 Treppen und klatscht in die Hände, hört man ein sehr deutliches Echo. Dieses soll sich so anhören wie der Ruf eines Quetzals. (Ein Vogel der nur im Hochland Mittelamerikas verbreitet und den Mayas heilig ist, weil er als Botschafter der Götter gesehen wurde).

Nach etlichen Erinnerungsfotos ging es für uns als nächstes zum Ballspielplatz „Juego de Pelota“
Schon die Mayas wussten das Sport wichtig ist und hatten für sich das Tlachtli Ballspiel erfunden. Dieser Ballspielplatz ist einer der größten überhaupt. Mauern grenzen den Platz ab und dienen zeitgleich als Tribünen für Zuschauer. Ziel des Spiels war es offenbar, einen Kautschuk-Ball, der die Sonne symbolisieren sollte, durch einen Steinring zu schießen. Allerdings durften nur Knie, Ellenbogen, Schultern und Hüften genutzt werden.

Vom Ballspielplatz ging es dann für uns weiter zum Tempel der Jaguare. Dieser steht nämlich direkt neben dem Ballspielplatz. Dieser Tempel soll der Beeindruckendste und Auffälligste sein. Vor allem an der Fassade lassen sich viele verschiedene Dekore (Jaguare und Schlangen) entdecken.

Weiter ging es nun zum Tzompantli-Schädelgerüst: Diese Plattform ist mit einem Relief mit Schädel-Darstellungen überzogen. Früher stand hier ein Holzgerüst, an dem geopferte Schädel aufgereiht worden waren.

Unser letztes Ziel war etwas abseits gelegen, im alten Teil der Stadt, das Observatorium „El Caracol“ und die „Iglesia„.
Von der Kuppel sollen Priester kommende religiöse Termine verkündet haben. Die Fenster im oberen Teil der Kuppel waren auf verschiedene Punkte am Firmament ausgerichtet. Im Inneren ist eine Wendeltreppe, die dem Gebäude den Namen „Schneckenturm“ verliehen hat.

Hier stehen wir vor der „Iglesia„, also der Kirche der Mayas.
Nebenan steht dann noch das „Las Monyas“ Gebäude. Hierbei handelt es sich vermutlich um einen Palast der Maya-Könige.

Aus Zeitgründen schafften wir es leider nicht mehr zum „Templo de los Guerreros“ und zur Halle der 1000 Säulen. Stattdessen suchten wir unseren Weg quer durch die Andenken- und Souvenir-Meile zurück zum Eingang. So richtig hat uns hier aber nichts gefallen. Selbst die Pyramiden-Magnete waren entweder viel zu groß oder quietsch bunt. Wir schafften es also tatsächlich ohne weitere Ausgaben wieder zurück zum Bus.
Jetzt ging es zum 2. Teil des heutigen Ausflugs: Einem Bad in der Xcajum Cenote. Cenoten sind Kalksteinlöcher, die entstanden, weil Höhlendecken eingestürzt sind. Später füllten sie sich noch mit Süßwasser. Viele der Cenoten bilden den Einstieg in die Grotten- und Höhlenwelt. Daher waren sie für die Mayas heilige Orte, denn sie sind davon ausgegangen, dass die Götter in den Höhlen sitzen und Cenoten daher den Eingang zur Unterwelt ermöglichen. Früher wurden viele Opfergaben in die Cenoten geworfen um die Götter gnädig zu stimmen.

Wir hatten keine Angst vor der Unterwelt und konnten es kaum erwarten uns abzukühlen.
Am Eingang der Anlage gibt es kleine Umkleide-Möglichkeiten. Diese waren allerdings so gemütlich, dass wir uns lieber in selbstgebauten Handtuch-Kabinen im Freien umzogen. Immerhin konnte man für kleines Geld Schließfächer mieten. Mit Schwimmwesten bewaffnet (diese sind hier Pflicht) ging es dann zunächst zur Dusche und dann einige Treppenstufen runter, durch eine Höhle, bis zum See der Cenote. Hier war es schon deutlich kühler und das Wasser in der Cenote war mächtig frisch. Hinein gelangt man ganz bequem über Pool-Leitern.
Nun schwammen wir (sofern man das mit Schwimmwesten überhaupt kann) durch die Cenote. Im Wasser entdeckten wir kleine Fische und an den Felswänden sogar eine größere Echse.

Nach dem erfrischenden Bad ging es nun leider schon wieder raus aus dem kühlen Nass. Schnell zogen wir uns erneut in Handtuchkabinen um und wollten noch die wenige verbleibende Zeit für das inbegriffene Mittagessen nutzen. Ungünstig, dass AIDA auch die Ausflüge OHNE Cenoten-Baden zu genau diesem Restaurant leitet. Zu diesen gesellten sich noch einige Einheimische bzw. Nicht-AIDA-Urlauber und schon war das Restaurant so voll, dass die Eingangstür glatt mal geschlossen blieb. Super. Mit etwas Wartezeit ließen sie nach und nach wenige Menschen rein. Wir standen aber soweit hinten, das hätte zeitlich niemals gepasst. Ein anderer Mitreisender und seine Familie standen direkt hinter uns. Einer von denen ist dann mal zum „Türsteher“ gegangen und zack, durften wir vor. Perfekt und vielen Dank.
Überall standen lange Tischreihen für bis zu 10 Personen. Wir quetschten uns irgendwo zwischen und schauten am Buffett vorbei. Hühnchen mit Reis geht ja eigentlich immer. Zumal wir durch die letzten Tage ja schon regelmäßige und große Mahlzeiten gewöhnt waren…Aber irgendwie schmeckte das Ganze mal so gar nicht und wir griffen lieber mal auf unser Snack-Packet vom Bus zurück. Auch die Inklusiv Getränke, die es in 3 uns unbekannten Geschmackssorten gab, ignorierten wir. Später hörten wir, wie sich andere Reiseteilnehmer über die Hygiene im Restaurant beschwerten. Offenbar wurde nicht gespült, sondern maximal kurz unter Wasser gehalten. Vielleicht haben wir ja doch richtig gehandelt 🙂

Nun ging es auch leider schon wieder zurück mit dem Bus nach Playa del Carmen. Da wir die Strecke schon kannten, nutzten wir die Chance für ein Nickerchen. Alles war entspannt und verlief ruhig. Nur die letzten Kilometer hatten wir ein wenig Stau. In einer größeren Gruppe schlenderten wir nun gemeinsam durch den Hafen, vorbei an lecker duftenden Restaurants und dem Hard Rock Cafe, ehe wir wieder am Fähranleger standen.

Bis alle Gäste auf dem Schiff waren dauerte es etwas und dann folgte eine erneut schaukelige Rückfahrt. Wieder am Schiff war es schon dunkel. Auch hier dauerte es nun etwas, bis alle durch die „Sicherheitskontrolle“ des Schiffes kamen. Der 1. Offizier persönlich verteilte schon mal Desinfektionsmittel in die Hände, damit es zügiger ging. Beim Anstehen bekamen wir ein Gespräch der anderen Offiziere mit. Sie schienen nervös zu sein, weil wir am nächsten Tag wohl erstmals in Costa Maya anlegen würden. So ganz haben wir das nicht verstanden, war aber egal.

Endlich auf dem Schiff ging es nur noch schnell unter die Dusche und dann direkt zum Abendessen. Nur mit den paar Snacks unterwegs kann man schließlich nicht satt werden.