Gestern Abend erreichte uns noch ein etwas unschöner Kabinenbrief: Anpassung des Routenverlaufs
„…die Bundesregierung hat u.a. Tortola und die restlichen Britischen Jungferninseln kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklärt.“ Häh? Jetzt verstehen wir gar nichts mehr! Die Inseln waren schon Virusvariantengebiet während der letzten Reise. Ein auf Facebook veröffentlichter Kabinenbrief von AIDA sagte ganz klar, dass keine Quarantäne zu erwarten wäre, wenn der Aufenthalt unter 24 Stunden liegt. Warum jetzt plötzlich nicht mehr hinfahren? Zumal, wenn man die Medien verfolgt, alle Virusvariantengebiete zum 02.01.22 aufgehoben werden sollen. Unser geplantes Anlaufen wäre doch erst am 04.01.22. Der alternative Routenverlauf sah nun so aus: „Wir werden unseren Aufenthalt in Philipsburg St. Maarten verlängern und bereits am 04.01.22 um 19.00 Uhr festmachen.“ Na, wie eine attraktive Alternative klingt das für uns nun nicht gerade, aber wir schluckten die Nachricht und gingen trotzdem schlafen. Unser vorgebuchter AIDA Ausflug auf Tortola hatte sich somit auch erledigt.
Heute sollten wir bereits um 07:00 Uhr im Hafen von Costa Maya festmachen. Wir hatten folgenden Ausflug über https://meine-landausfluege.de/costa-maya-kreuzfahrt-ausfluege/ gebucht und wollten die Maya Stätte Chacchoben und die 7 Farben Lagune besuchen. Da wir heute eine relativ kurze Liegezeit (bis 14:30 Uhr) hatten, wäre unser Ausflug um 08:00 Uhr relativ zeitig gestartet.
Als der Wecker klingelte hatten wir gleich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Wir schaukelten (wie die ganze Nacht) noch relativ viel und auch die Motorengeräusche klangen irgendwie „gequält“. Ein Blick am Fernseher auf die Kameras an Deck zeigte lediglich Dunkelheit. Stimmt, Sonnenaufgang ist ja erst um 07:24 Uhr. Wir zogen uns an und gingen hoch an Deck.
Dort wurde das eigenartige Gefühl bestätigt. Der Hafen ist noch relativ weit weg. Immer wieder hörten wir, wie der Motor gequält wurde aber irgendwie bewegten wir uns nicht wirklich zum Hafen. Dabei erinnerten wir uns an die Nervosität der Offiziere am gestrigen Abend… Ohoh. Zwei andere Kreuzfahrtschiffe kämpften sich auch mehr schlecht als recht auf den Hafen zu.

Wir nutzten die Zeit also erst einmal fürs Frühstück. Aus den Restaurant Fenstern schauend, entfernte sich der Hafen aber eher und so ging es anschließend erneut an Deck. Relativ bald folgte eine Kapitänsdurchsage. Lars Rensch erklärte, dass Costa Maya bei starken Winden eine sehr große Strömung vorweist. Unsere alte Lady ist eher ein VW und kann dem nicht standhalten. Die Allure of the Seas, ein riesengroßes Kreuzfahrtschiff, gehört eher in die Porsche-Klasse und schaffte es (aber auch nicht so einfach) an die Pier. Das zweite Kreuzfahrtschiff war mindestens genauso klein wie wir und schaffte es offenbar auch nicht. Zudem erklärte der Kapitän, dass wir nicht den besten Platz im Hafen reservieren konnten und es dadurch zusätzlich schwerer würde. Der Plan: Ein wenig abwarten und hoffen, dass sich der Wind legt.
So dümpelten wir bis ca. 11 Uhr in der Nähe des Hafens herum aber eigentlich war schon klar, das wird heute nix mehr. Unser Ausflugs hatte eh bereits begonnen und selbst wenn die Liegezeit nach hinten heraus verlängert werden würde, hätten wir einfach Pech gehabt. Für solche Fälle bieten sich dann eben Schiffsausflüge deutlich mehr an. Leider konnten wir unserem Ausflugsanbieter nicht Bescheid geben, da wir nur das Social Media Internet-Paket gebucht hatten. Damit war Emails abrufen und schreiben nicht möglich. Mal schauen, wie wir unser Geld zurück bekommen. Immerhin hatten wir vor der Buchung abgeklärt, wie es mit Storno aussieht. Das Portal reagierte sehr kundenorientiert und versprach, dass wir unser Geld auch zurück bekommen, wenn das Schiff die Insel nicht ansteuern darf oder plötzlich nur noch Bubble-Ausflüge erlaubt werden. Mal schauen, ob es auch den Wetterfall einschließt.
Wir holten unsere Poolhandtücher, wobei es zum Sonnen zu windig und zu wolkig war und lasen eine Runde. Irgendwann kam dann die nächste Durchsage: Costa Maya wird ersatzlos gestrichen. Schade!

Eine Alternative bot sich offenbar nicht an und so dümpelten wir einfach langsamer zurück nach La Romana. Ärgerlich! Vor allem haben wir nun 3 Seetage am Stück. Das brachte uns doch ein etwas mulmiges Gefühl ein.
Wir versuchten aber das Beste daraus zu machen, suchten eine windstille Ecke an Deck und versuchten das Schiffsschaukeln weitestgehend zu ignorieren. Irgendwann war André nach unten zur Bar gegangen um Getränke zu holen. Beim Treppe hoch gehen auf dem Deck schwappte ihm das halbe Getränk aufs T-Shirt. Der Wind blies also ordentlich von Vorne.
Die Crew versuchte währenddessen ein alternatives Programm für den Seetag zu erstellen. Es gab laute Musik, irgendeine Spielrunde, ein paar Freigetränke… also der übliche Wahnsinn.
Den Rest des Tages verbummelten wir mehr oder weniger. Abends war am Pooldeck dann noch Maritimer Abend mit Peter Löhmann, DJ Daniel und unseren Gastgebern. Nachdem dann „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins kam war es schon wieder spät genug und wir gingen ins Bett…