
Nun schreiben wir schon das Jahr 2022. Normalerweise startet man ja mit vielen guten Vorsätzen ins Neue Jahr…Sport machen, weniger Süßes essen…. Wir NICHT. Schließlich haben wir ja URLAUB!!! Die guten Vorsätze sind verschoben auf unsere Rückkehr nach Deutschland 😀
Demnach, und auch weil heute schon wieder ein Seetag ist, schliefen wir erst einmal ordentlich aus. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir die Reise Mein Schiff Kanaren und Kapverden wegen der vielen Seetage nicht gebucht haben und uns stattdessen für die AIDA Karibikreise entschieden haben? Vielleicht hätten wir uns bei TUI doch wohler gefühlt…egal, jetzt sind wir nun mal hier und machen das beste aus unserem Urlaub. Immerhin ist es warm und sonnig!
Der Tagesbeginn verlief, genau wie die bisherigen Seetage, entspannt am Pool. Allerdings war es heute doch ruhiger. Hier und da musste wohl der Kater der letzten Nacht verarbeitet werden. Bespaßung am Pool war heute Eisstockschießen und als Poolbrunch gab es Currywurst mit den Offizieren. Ein sehr verlockendes Angebot.
Bevor wir uns zum Mittagessen begeben konnten, hatten wir noch einen wichtigen Termin. Ja, richtig. Im Urlaub einen wichtigen Termin: Da wir ja noch eine weitere Woche auf dem Schiff verbringen wollten, mussten wir uns, genau wie alle anderen Weiterfahrer zum Coronatest begeben. Hiefür gab es ein Zeitfenster von 2 Stunden und dementsprechend lang war die Schlange auch, als wir uns recht früh anstellten. Es ging aber recht zügig und wir schmunzelten noch über die bereits Getesteten. Ausnahmslos kamen alle aus dem Testbereich und beschwerten sich über das unangenehme Gefühl in der Nase. Lächerlich, dachten wir (noch).
Endlich waren auch wir an der Reihe. AIDA hat ca. 15 kleine Testzellen errichtet, in denen jeweils ein Mitarbeiter den Abstrich vornahm. Respekt! Auch wir hatten vorher bisher noch nie einen so unangenehmen Test über uns ergehen lassen. Und als Erzieherin hat Marie schon relativ viele Tests gemacht.
Verwundert waren wir, dass es vor dem Test für jeden eine kostenfreie FFP2 Maske gab. Zu Beginn der Reise lagen nur normale OP Masken (für jeden eine) auf der Kabine. Wir sind ja anständig erzogen worden und haben selbstverständlich zugegriffen, obwohl wir vorsichtshalber selbst FFP2 Masken im Gepäck hatten.
Die Reisenden, die das Schiff am nächsten Tag in La Romana verlassen wollten, mussten (und durften) nicht getestet werden.
Während wir den Nachmittag erneut auf dem Pooldeck verbrachten wurden durch die Lautsprecher immer wieder einmal Kabinennummern ausgerufen. Angeblich, weil diese ihre Bord-Rechungen noch nicht beglichen hätten. Am Pool gab es dann die „Piratentaufe mit Ihren Gastgebern und DJ Daniel“. Immerhin passte es zur Karibik. So ertrugen wir auch die steigende Lautstärke durch Fluch der Karibik-Musik und herumrennende verkleidete Crewmitglieder.
Wir gingen wie gewöhnlich zum Abendessen und hatten keinerlei Rückmeldung zu unserem Test. Scheint wohl negativ gewesen zu sein. Wieder auf der Kabine (an Deck war es frisch und wir brauchten ein Jäckchen) entdeckten wir heute sogar zwei neue Kabinenbriefe. Au weia. Im ersten Brief stornierte AIDA unseren gebuchten Ausflug „Buggy Tour ins Hinterland für Selbstfahrer“ in Samana. Begründung: Der Anbieter hat nicht genug Fahrzeuge. Peinlich! Dann müssen wir uns hier wohl eine Alternative aussuchen. Im Vergleich zu dem stornierten Ausflug auf Tortola gab es immerhin die Chance dazu.
Beim Lesen des 2. Briefs traf uns dann aber der Schlag: „…in Bezug auf die weltweite Ausbreitung der Omikron-Variante…haben wir nach sorgfältiger Abwägung…entschieden, ab morgen, 2. Januar 2022 diese vorsorglichen zusätzlichen Präventionsmaßnahmen an Bord der AIDA Flotte zu ergreifen.“
Alleine das klang schon schräg! Bedenkt man mal, wie ausgelassen die Crew noch Silvester gefeiert hat und zufällig 2/3 der aktuellen Reisenden an Bord getestet werden mussten, ein merkwürdiger Zufall…
„Landausflüge werden nicht mehr individuell, sondern nur im Rahmen von AIDA geführten Ausflügen möglich sein.“
Na klasse, wo doch gerade ein von uns gebuchter Ausflug storniert worden ist. Ob wir jetzt noch Kapazitäten auf interessant klingenden Ausflügen bekommen? Die guten Ausflüge sind doch meist vorher schon ausgebucht. Und wenn wir dann noch an den Bubble-Ausflug auf Jamaika zurück denken…von Bubble war da nicht viel zu merken.
„Beim Unterhaltungs- und Aktivitätsprogramm an Bord kann es zu Anpassungen kommen, über die wir Sie bei Bedarf informieren.“
Gut, dass stört uns jetzt eher weniger. Unseretwegen kann diese Dauerbeschallung an Deck gerne ausbleiben!
„Das Tragen von FFP2-Schutzmasken ist für Gäste und Crew in den öffentlichen Bereichen verpflichtend… In den Außenbereichen gilt für Gäste keine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht…können in unserer Shoppingwelt weitere FFP2 Masken erworben werden….“
Ach, deshalb gab es heute für alle eine Maske umsonst…wäre nett gewesen, wenn das vorher mal kommuniziert worden wäre, schließlich sind nicht alle so gut erzogen wie wir und greifen bei Umsonst-Produkten zu.
Nachdem wir den Brief mehrmals gelesen und uns wieder etwas gesammelt hatten, war klar. Nächstes Ziel: Ausflugscounter. Überraschenderweise war es hier recht voll und sowohl Gäste wie auch Mitarbeiter klangen schon ein wenig gereizt.
Während der Wartezeit bekamen wir einige unschöne Töne gegenüber den AIDA Mitarbeitern mit. Das ist nicht in Ordnung. Schließlich sind sie nur ausführende Personen und können Nichts zu der Entscheidung. Als Erzieherin hat Marie in der Coronazeit leider selbst oft genug Brass gegen die Ministerentscheidungen abbekommen. Spannender war dann aber die Buchung des Kollegen neben uns. Seit Beginn der Reise sind uns seine Familie und deren Freunde immer wieder mal negativ aufgefallen. Er versuchte nun über die App verschiedenste Ausflüge zu reservieren. Klar, warum auch nicht direkt mehrere sichern. Andere wollen schließlich nicht mehr von Bord. Vor allem, als er dann für seine Freunde „die gerade nicht von der Kabine dürfen“ mitbuchen wollte. Klingt für uns nach einem positiven Schnelltest. Ohoh!
Endlich waren auch wir an der Reihe und versuchten das Ganze ein wenig mit Humor zu nehmen. Zunächst buchten wir unseren stornierten Ausflug auf Samana um. Neue Wunschwahl: „Mit dem Safaribus durchs Hinterland und Strand.“ Natürlich war dieser Ausflug schon vergriffen. Stattdessen reservierten wir erst einmal „Safaribus und Zigarrenfabrik“um ggf. überhaupt ein wenig was von Land und Leuten zu sehen. Beim Wunschausflug ließen wir uns aber auf die Warteliste setzen. Die Dame am Ausflugsschalter meinte, dass es eventuell noch neue Kontingente geben werde. Immerhin merkt man, dass AIDA was positives bewirken möchte. Wir drückten mal die Daumen. Danach reservierten wir uns noch einen E-Bike Ausflug in La Romana. So richtig spannend klang hier Nichts, aber nach drei Seetagen in Folge wollten wir auf Jedenfall vom Schiff runter. Auf St. Maarten war unser großer Wunsch zum „Flughafen-Strand“ zu kommen und eigentlich sollte auch der 2. Länderpunkt auf der französischen Inselhälfte erreicht werden. Immerhin haben wir hier direkt einen Platz buchen können. Nur für Basseterre konnten wir uns überhaupt nicht für irgendeinen der angebotenen Ausflüge begeistern. Da die Schlange am Schalter immer länger wurde, entschieden wir uns, die Buchung zu vertagen und wünschten den Mitarbeitern noch ein gutes Durchhalten. Darüber haben sie sich auch gefreut. Wenn man selbst in solche Situationen kommt, freut man sich schließlich auch, mal was Nettes zu hören.
Auf den ganzen Schock hin mussten wir erst einmal an die Bar. Bei dem ein oder anderen Kaltgetränk verarbeiteten wir die ganzen neu gesammelten Informationen. Beim Blick in die sozialen Medien (diese konnten wir ja zum Glück uneingeschränkt nutzen), entdeckten wir immer mehr Informationen in der Reise-Facebook-Gruppe. Ein paar outeten sich, positiv getestet worden zu sein und schilderten das Prozedere. Offiziell gab es an diesem Abend allerdings keinerlei Informationen und auch der Kabinenbrief wurde nicht einmal mit einer Kapitänsdurchsage erwähnt.
Antje und Marc gesellten sich noch zu uns und wir tauschten uns über die neu gebuchten Ausflüge und das entstandene Chaos aus. Überraschenderweise lief die AIDA App seit diesem Abend eher schleppend. André schaute aus Interesse mal in unser Bordkonto um eine ungefähre Preisvorstellung der ganzen Ausflüge zu bekommen. Dabei entdeckte er die Summe von 25 Euro für irgendwelche Getränke. Äh? Wir haben das große Getränkepaket und die Cocktails sind alle inklusive. Was anderes haben wir nicht bestellt. Also ging es erneut zum Counter, dieses Mal allerdings zur Information, die nicht wesentlich leerer war. Angeblich haben wir am Silvesterabend 5 Rumgetränke gegen Aufpreis geholt. Wozu in aller Welt müssen wir eigentlich bei jeder Bestellung unsere Bordkarten vom Kellner scannen lassen und die Rechnung sehr unhygienisch auf dem Tablet unterschreiben? Dann kann man sich diesen Quatsch gerade in Coronazeiten wirklich sparen. Immerhin waren die Mitarbeiter so freundlich, die Rechnung direkt zu stornieren.
Allmählich wurde es Zeit fürs Bett. Ein eigentlich langweiliger Seetag wurde schlagartig ganz schön trubelig und morgen dürfen unsere Füße endlich wieder festen Boden berühren und beim Fahrradfahren könnten sogar noch ein paar zusätzliche Muskeln beansprucht werden.
Wir sagen gute Nacht, vielleicht wachen wir ja morgen auf und alles war ein doofer Traum. Sorry auch für wenig Fotos, aber die Kamera in solchen Situationen zu zücken, müssen wir noch üben.