Heute starteten wir mal wieder früher in den Tag. Die Anlegegeräusche im Hafen waren so ungewohnt, dass sie uns glatt geweckt hatten. Aber wir ärgerten uns nicht darüber, sondern freuten uns, das erste Mal in diesem Jahr wieder von Bord gehen zu dürfen.
Wir machten uns also auf den Weg zum Frühstück. Die guten Vorsätze, immer nur das Treppenhaus zu nutzen, hatten wir ja schon relativ früh abgelegt und so standen wir plötzlich mit 2 abreisenden Gästen mit normalen OP-Masken im Aufzug. Stimmt, jetzt fällt mir ein, dass die weißen Zusatzzettel nur an den Weiterfahrer-Kabinen hingen. Logisch! Die abreisenden Gäste wurden ja auch gestern nicht getestet. Die sind also alle coronafrei. Wir, die getestet wurden, könnten ja trotzdem Corona haben…
Ein gleiches Bild bat sich im Buffett-Restaurant beim Frühstück. Es war hektischer als sonst. Viele Reisende hatten kleine Koffer dabei und erkämpften sich freie Tische. Ansonsten schien das Konzept beim Essen aber glücklicherweise nicht geändert worden zu sein.
Anschließend ging es kurz an Deck, wollten wir doch das Wetter checken und die Aussicht auf Land genießen 😉
An der Poolbar wurde umgebaut. Nun konnte man sich nur noch von einer Seite brav in einer Schlange anstellen um zu bestellen und bekam ein paar Meter weiter hinten dann seine Getränke. Die Barhocker waren komplett gesperrt. Mit dieser Änderung können wir gut leben.
Nachdem wir alles Wichtige zusammengepackt hatten, ging es endlich runter vom Schiff. Direkt am Anleger war der Treffpunkt für die E-Bike Tour. Die Gruppe bestand aus 25 Personen sehr gemischtem Publikums. Jeder erhielt sein Rad, eine AIDA Trinkflasche (dieses Mal die 0,5l aus Plastik) und einen Helm. Während einer kleinen Einweisung kam eine der AIDA Ausflugsbeauftragten und gab uns noch weitere Hinweise mit auf den Weg: Während der Tour müssen wir bei jeder Pause die FFP2 Maske tragen und dürfen anderen Teilnehmern nicht mehr näher als 1,5m kommen. Außerdem ist das Verlassen der Gruppe absolut verboten. Einer Familie platzte nun die Hutschnur. Sie hatten sich leider keine Umsonst-Masken beim Testen genommen und weigerten sich nun, Masken zu kaufen. Wenn der Kapitän diese verlangt, hätte er sie auch bereitzustellen. Ja, die Reise war teuer. Aber 5-10 Euro für Masken sollten doch wohl noch drin sein, wenn man mit solchen Maßnahmen beim Kofferpacken nicht gerechnet hat. Au man, traurig. Unser Tourguide war noch sehr jung und gerade erst seit 2 Wochen auf dem Schiff. Vielleicht war er dadurch so entspannt und schaffte es, die Familie wieder zu beruhigen damit es endlich losgehen konnte.

Vom Hafengelände wurden wir zunächst von einem Sicherheitsdienst zum „Casa de Campos“ Gelände eskoriert. Offenbar ist die Gefahr eines Raubüberfalls oder Vekehrsunfalls hier relativ hoch. Das „Casa de Campos“ ist ein Luxus-Urlaubsgebiet. Hier steht eine dicke Villa neben der nächsten. Einige werden vermietet (auch von großen Konzernen), andere sind Ferienhäuser gut betuchter Menschen. Das Gebiet ist sehr grün, die Straßen super in Schuß und es gibt mitten drin einen riesen Golfpark, mehrere Supermärkte und Restaurants. Unser Guide führte uns durch verschiedene Straßen und auch am Haus von Shakira vorbei. Uns persönlich hat das Haus jetzt nicht so gut gefallen und gesehen haben wir leider auch niemand.

Das erste Ziel des Ausflugs war das Künstlerdorf „Altos de Chavón“ am Rande dieser Luxusanlage. Wir stellten die Räder ab und durften für 45 Minuten alleine durch das Künstlerdorf schlendern. Wie kann das sein? Wir sind doch auf einem Bubble-Ausflug und haben heute morgen noch die deutliche Ansage gehört, die Gruppe nicht zu verlassen. Egal, wir freuten uns riesig über die spontan gewonnene Freizeit und schlenderten direkt mal los. Wir erkundeten das wirklich kleine Dörfchen mit schöner Aussicht, einem alten Amphiteather und der Kirche, in der Michael Jackson geheiratet haben soll. Hier und da gab es auch kleine Souvenir-Lädchen. Endlich mal ein wenig Urlaubsfeeling.

Nachdem die Freizeit vorbei war, ging es vom Treffpunkt weiter. Eine ca. 10 minütige Fahrt brachte uns zur Marina, also den Hafen, dieser extrem großen Anlage.

Auch hier bekamen wir wieder Freizeit. Eine ganze Stunde lang 🙂 Wir durften tatäschlich noch einmal alleine herumlaufen. Nachdem wir eine Runde an den luxuriösen Schiffen gedreht hatten, erreichten wir eine kleine Fußgängerzone. Nur wenige Geschäfte waren geöffnet und es war klar, dass wir hier weder Andenken finden, noch uns in der passenden Preisklasse befinden würden. Wir schlenderten einfach mal weiter und entdeckten einen Supermarkt. Perfekt, es ist heiß, bald Mittagszeit und wir könnten einfach mal ein Eis vertragen. Schwups sind wir also im Supermarkt verschwunden. Natürlich trafen wir dort auch andere Teilnehmer unserer Fahrradtruppe. Wer hätte das gedacht 😀 Die Eisauswahl war zwar sehr bescheiden, aber das war gerade egal. Wir schnappten uns ein Magnum ähnliches Eis von Häagen Dazs und stellten uns an der Kasse an. Puh das dauerte bis die ganzen Champagner-Einkäufe vor uns endlich bezahlt waren. Apropro bezahlen…blöd, dass die Kreditkarte auf dem Schiff zurück geblieben ist. Wer konnte denn ahnen, dass wir während eines Bubble-Ausflugs plötzlich ein Eis kaufen können? So musste einer der mitgebrachten Dollarscheine dran glauben. Schade, die kleinen Scheine waren auf dem Schiff und so musste das günstige Eis mit einem 20 Dollar-Schein bezahlt werden. Rückgeld gab es natürlich in Länderwährung, Dominikanscher Peso. Was sollen wir denn damit noch anfangen? Egal, das Eis schmeckte und wir schlenderten gemütlich zurück Richtung Treffpunkt. Unterwegs versuchten wir die verschiedenen Wlan-Netze aus, bis wir tatsächlich ein freies gefunden hatten. So setzten wir uns im Schatten auf den Bordstein direkt vor einem kleinen Hafenbüro und freuten uns wie kleine Schneekönige, als Emails eintrudelten. Nein, wir sind nicht Handysüchtig. Aber nach einer Woche nur mit Social Media war es doch mal herrlich, das ein oder andere machen zu können. André hatte schon eine Email von dem Landausflüge Portal, wo wir den verpassten Ausflug für Costa Maya gebucht hatten. Sie bekundeten ihr Bedauern, dass wir nicht anlegen konnten und versicherten, sich schnellstmöglich um die Rückerstattung zu kümmern. Das nenne ich Service! Die Zeit rannte und es waren noch gar nicht alle Mails gelesen, als wir schon wieder zurück mussten.
Dieses Mal fuhren wir dann ohne Umwege durch das Areal zurück zum Eingangstor. Dort warteten wir wieder auf die Sicherheitseskorte und es ging zurück zum Schiff.

Unterwegs hatten wir uns mit einem Pärchen unterhalten. Gemeinsam setzten wir uns noch im Hafen in eine kleine Bar. So wurden die Dominikanischen Peso dann auch ausgegeben. Auch die Beiden waren von der Kommunikation seitens AIDA enttäuscht und hatten eigentlich für La Romana und Samana besondere Ausflüge ohne Schiff gebucht. Die E-Bike Tour war für uns alle eher mau ausgefallen. Die zurückgelegte Strecke betrug nicht einmal 20km. Unterwegs gab es zwar ein paar Hügelchen, aber gerade mit einem E-Bike war das überhaupt keine sportliche Herausforderung. Wir alle vier sahen den weiteren Zielen der Reise mit gezwungenen AIDA Ausflügen sehr skeptisch entgegen.
Immerhin gab`s in der Bar auch Wlan und so konnten die letzten Dinge gecheckt werden. Das Ausflugsgeld war tatsächlich schon wieder auf dem Konto 🙂
Zurück auf dem Schiff ging`s noch fix zum Mittagessen und später dann ans Pooldeck. Überall bekam man die gleichen Gesprächsfetzen mit. Der Unmut der weiterreisenden Gäste war komplett spürbar und auch die ersten neuen Gäste erreichten das Schiff, offenbar aber noch ziemlich ahnungslos.
In den sozialen Medien gab es inzwischen weitere Informationen: Offenbar sind 10 positiv getestete Personen in ein Quarantänehotel gebracht worden. Die Begleitpersonen mussten bis zur Ausschiffung mit eingesperrt auf der Kabine bleiben. Diese wurden dann einfach mit auf die normalen Flüge der regulär Abreisenden-Gäste verteilt. Macht ja Sinn. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich angesteckt haben und der Test noch nicht ausschlägt ist gegeben. Warum also mit ins Quarantänehotel bringen, wenn man sie für 11 Stunden in ein enges Flugzeug stecken kann. Die Rückreiser wirds freuen, wenn sie eine Kontaktperson so lange unmittelbar neben sich sitzen haben.
Nach dem Abendessen saßen wir wieder gemütlich an der Bar, quatschten hier und da über die verschiedenen Ausflugserfahrungen und besuchten mal wieder den Ausflugscounter. Wir mussten uns schließlich noch informieren, ob wir evtl. von der Warteliste beim Ausflug in Samana hochgerutscht sind. Hier war eine ordentliche Schlange und viele Neuankömmlinge taten ihren Unmut kund. Ein bißchen kann ich es verstehen, sie waren noch in Deutschland als wir schon über die Änderungen informiert worden sind. Der ein oder andere hätte sicher gerne noch kurzfrisitg storniert. Andererseits, wer in Hoch-Coronazeiten solch eine Fernreise antritt, muss sich im Klaren sein, dass es zu plötzlichen Änderungen kommen kann. Da wir das Schiff ja schon besser kannten als die Neuankömmlinge versuchten wir unser Glück beim Ausflugscounter auf Deck 10. Es hatte sich aber scheinbar schon herumgesprochen, dass es mehrere gibt. Auch hier war eine kleine Schlange vor uns. Wir versuchten deshalb uns aufzuteilen und André ging zum Counter auf Deck 11. Als wir dann endlich an der Reihe waren, nutzen wir direkt die Gelegenheit uns noch einmal wegen Tortola zu informieren, dass plötzlich wieder in der AIDA App aufgetaucht war und siehe da, wir fahren Tortola jetzt doch an.
Wir hatten dieses Mal Glück und konnten den Ausflug umbuchen. Morgen heißt es also: Samana, Safaribus ins Hinterland und Strand…juhuu, Strand statt Zigarrenfabrik. Ein guter Tausch 🙂
Mit guter Laune ging es dann für uns ins Bett