Heute haben wir erneut in der Dominikanischen Republik festgemacht. Festgemacht? Nicht ganz, dieses Mal lagen wir vor Anker. Das heißt, wer an Land wollte, musste mit dem Tenderboot (die eigentlichen Rettungsboote) übersetzen. Bei der morgendlichen Durchsage des Kapitäns erfuhren wir, dass wir Tortola morgen nun doch ansteuern werden. Juhuu 🙂 Sogar unser geplanter Ausflug war im Bordportal reserviert. Kann also eigentlich nichts mehr schief gehen.
Der Treffpunkt für unseren Ausflug war wieder einmal in einer Bar auf dem Schiff. Dieses Mal sind wir dann durch die Crew-Treppenhäuser nach unten geleitet worden. Spannend, so konnten wir mal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen bekommen. Ob das eine neue Corona-Maßnahme oder einen anderen Grund hatte, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Die kurze Überfahrt mit dem Tenderboot war nicht so spannend. Die Scheiben waren leider recht dreckig und vorne schwappte immer wieder die Gicht der Wellen aufs Boot. Dennoch war es nicht sonderlich schaukelig. Allerdings sind die Boote nicht besonders bequem. Längere Zeit möchten wir hier wirklich nicht verbringen müssen.

An Land angekommen mussten wir erst einmal alle die Hände desinfizieren und wurden dann zu einem Safari-Jeep geleitet. Im Jeep mussten immer 4 Personen pro Reihe Platz nehmen. Zu uns gesellten sich zwei stabilere Männer, weshalb es schon relativ eng war. Natürlich hatte der Jeep keine Fenster, aber von oben gab es Schutz durch eine Plane.
Unsere Fahrt ging etwas abenteuerlich die Berge hinauf. Die Straßen waren relativ schmal und wenn einem einmal ein anderes Fahrzeug entgegen kam, musste ausgewichen werden. Das Auto wackelte ganz schön und wir können bestätigen, Menschen mit Rückenbeschwerden sollten sich das Ganze gut überlegen. Wir hatten mit Louis einen super sympatischen Guide. Er sprach sehr gut Deutsch, weil seine Mama Deutsche ist und erzählte uns sehr viel von seinem Leben und der Region.
Nach ca. 20 Minuten Fahrt hielten wir plötzlich an. Ein paar Meter abseits der Straße stand ein offenes Haus. Beim genaueren Hinsehen erkannten wir, dass dort Zigarren gedreht wurden. Hä? Hatten wir nicht extra diesen Ausflug gewählt um uns keine Zigarrenfabrik anschauen zu müssen? Jedenfalls erfuhren wir ca. 15 Minuten einiges über den Tabakanbau und die Zigarrenherstellung. Natürlich sollte anschließend fleißig gekauft werden. Ein paar Kinder verteilten zum Abschied noch Blumen. War gar nicht so leicht, die erwartungsvollen Gesichter zu ignorieren.

Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichten wir nun den Strand. Endlich! Nach über einer Woche waren wir nun an einem karibischen Strand. Ich muss zugeben, hier hat sich Louis ein schönes Örtchen ausgesucht. Im Vergleich zu anderen bisher bekannten Inseln von früher, war dieser Strand noch sehr naturbelassen. Fix hüpften wir ins recht warme Wasser. Den einstündigen Stop nutzten wir aber auch, um den Strand ein wenig zu erkunden. In die eine Richtung war er nämlich durch Felsen abgegrenzt und natürlich wollten wir wissen, was sich wohl dahinter versteckt. Anschließend gab es erneut ein Bad ehe wir uns im Sand ein wenig trocknen ließen. Am Strand liefen auch einige streunernde Hunde herum. Diese schenkten uns aber keinerlei Beachtung und auch die 1-2 Getränkeverkäufer ließen uns absolut in Ruhe.
Eigentlich ging die Strandpause viel zu schnell vorbei. Andererseits haben wir ja in der letzten Woche mehr als genug Zeit in der Sonne verbracht und wollten ja noch etwas von Land und Leuten sehen.

So ging es wieder auf eine kurze Fahrt bei der wir einige Häuser der Einheimischen betrachten konnten. Nach einer guten Viertelstunde erreichten wir über einen abenteuerlichen Zuweg einen „Parkplatz“. Nun ging es zu Fuß weiter zum Wasserfall „El Valle“ in der „Cascade Lulu“. Wir hatten heute extra Wandersandalen an, mit denen wir auch in den Wasserfall gehen wollten. Das der Weg ziemlich stachelig, unwegsam und picksig war, konnte ja keiner ahnen. Mit ein paar Blessuren mehr erreichten wir nach guten 10 Minuten nun endlich den Wasserfall.
Schnell entkleideten wir uns erneut und es ging schwups ins kühle Nass. Es war ziemlich erfrischend :), kein Vergleich zu unserem Bad vorher im Meer. Auch wenn der Wasserfall im Vergleich zu Jamaika eher unspektakulär war, so war es dieses Mal mitten in der Natur, unberührter und vor allem deutlich weniger los.
Leider blieb hier gar nicht so viel Zeit und wir versuchten uns notdürftig abzutrocknen, ehe es weiter ging. Nach einem erneut picksigen Rückweg fuhren wir dieses Mal nur auf die andere Straßenseite.

Hier gab es eine landestypische Plantage zu besichtigen. Nach einem kleinen Erfrischungsdrink erzählte uns Louis einiges zur Familie und deren Lebensweise. Wir konnten Kakaobohnen probieren, bekamen Kakao mit Wasser und das alkoholische Nationalgetränk „Mamajuana“. Anschließend ging es für uns eine Runde über das Plantagengelände. Wir bestaunten Kakaobäume, Bananenstauden und jede Menge weitere landestypische Pflanzen. Louis gab zeitgleich sehr ausführliche Informationen. Leider gab es auf diesem Gelände nun aber jede Menge Mücken und so zogen wir uns frühzeitig, mit dem Großteil der Gruppe, zum Jeep zurück.

Irgendwann war auch Louis fertig und so ging es für uns alle zurück zum Tendersteg. Im Tenderboot saßen noch zwei Personen, die nicht an unserem Ausflug teilgenommen hatten und wir wunderten uns darüber. Kein anderer Ausflug endete zeitgleich und lediglich mit einem Handy in der Hand wird man wohl kaum einen Halbtagsausflug bestritten haben. Individuelle Landgänge waren aber doch verboten?!
Zurück auf dem Schiff schafften wir es gerade noch zum Mittagessen. Anschließend machten wir es uns auf dem Pooldeck gemütlich. Dort trafen wir die Mitreisenden, mit denen wir gestern in La Romana noch in der Hafenbar zusammen saßen. Von ihnen erfuhren wir, dass individuelle Ausflüge gestern und heute doch erlaubt gewesen wären. Hä? Laut Kabinenbrief doch nicht und eine aktualisierte Fassung mit Erlaubnis gab es nicht. Würde aber erklären, weshalb auf dem Tenderboot zwei Nicht-Ausflüger waren.
Wir ließen das einfach mal im Raum stehen und genoßen die windstille Sonne. Beim Ablegen bzw. Losfahren um 17 Uhr gab es erneut eine Durchsage des Kapitäns. Er endete mit dem Satz „können wir für Tortola nur dringend dazu raten, die AIDA Ausflüge zu nutzen.“ Dürfen wir also doch alleine von Bord? Langsam wird uns das alles zu blöd mit diesen schwammigen Aussagen und so machten wir uns, auf dem Weg zur Kabine, wieder einmal einen Abstecher zur Information. Die sichtlich genervten Mitarbeiter erklärten uns, dass wir tatsächlich in Samaná auf eigene Faust von Bord gedurft hätten, weil man uns gar nicht auf dem Schiff festhalten dürfe. Angeblich hätte der Kapitän diesbezüglich eine Durchsage gemacht. Wann denn? Als alle bereits zu ihren Ausflügen aufgebrochen sind? Die Information, dass wir nicht alleine von Bord gehen dürfen, konnte man uns doch auch plump schriftlich vor die Kabinentür legen. Da gab es definitiv keine Durchsage zu den neuen Regeln. Jetzt auf einmal war es genau anders herum. Ätzend! Immerhin hatten wir heute einen wirklich gelungenen Ausflug mit Louis!
Und weil unser Brass zur Informationspolitik inzwischen groß genug war, fragten wir mal zu den aktuellen Coronafällen an Bord. Als Antwort bekamen wir sichtlich verlegen „wir haben keine Coronafälle an Bord.“ Ok, den Mitarbeitern wird also verboten die Wahrheit auszusprechen. Merkwürdig, dass in der Facebook-Gruppe immer wieder von Sichtungen von Komplettanzug-Menschen auf den Quarantäne-Decks gesprochen wird, erste Erfahrungen zu dem Quarantäne-Hotel mitgeteilt werden und die Angehörigen, die in La Romana zwangs ausgeschifft wurden, inzwischen in Deutschland, auch positiv getestet worden sind. Unser Kollege vom Ausflugscounter, der immer noch relativ schnell sichtbar war, saß inzwischen immer alleine mit seiner Familie. Von ausgelassener Urlaubsstimmung war bei den Dreien nicht mehr viel zu sehen.
In der Kabine machten wir nun ein kleines Brainstorming bezüglich verschiedener Alternativen zum gebuchten AIDA Ausflug. Blöd nur, wenn man mit dem Social Media Paket nicht googlen kann. Den Ausflug zu stornieren und auf ein flexibles Taxi im Hafen hoffen, wollten wir dann aber nicht riskieren. Wer weiß, welche Informationen die Insel erreicht hat und ob es überhaupt Taxen im Hafen geben wird. Schweren Herzens entschieden wir uns also doch für den gebuchten Ausflug und gingen zum Abendessen.
Inzwischen hatten wir auf den verschiedenen Ausflügen mehrere Bekanntschaften gemacht und so traf man sich immer wieder mal und tauschte sich über die neuesten Ereignisse und Erfahrungen aus. Offenbar hatten wir heute wirklich mal ein glückliches Händchen bei der Ausflugswahl. Hoffentlich passt das Morgen dann auch.
Nach ein paar Getränken ging es dann für uns ins Bett.