Um 08.00 Uhr legten wir heute in Philipsburg auf St. Maarten an. Für uns eine der Highlight-Inseln dieser Reise.

Die Insel ist zweigeteilt. Sint Maarten (mit der Hauptstadt Philipsburg) ist ein autonomes Land innerhalb der Niederlande und der andere Teil mit der Hauptstadt Marigot gehört zur Gebietskörperschaft Saint-Martin und somit zu Frankreich.
Berühmt ist die Insel vor allem durch den auf der niederländischen Seite liegenden Flughafen „Princess Juliana International Airport“. Das Besondere an diesem Flughafen ist, dass die Landebahn sehr nahe am Strand beginnt und die Flugzeuge daher nur wenige Meter über den Köpfen der Urlauber am „Maho Beach“ fliegen. Auch größere Flugzeuge wie der Airbus A340 und die Boeing 747 starten und landen dort regelmäßig.
Am liebsten hätten wir heute einen Ausflug mit deutschen Auswanderern gemacht. Die Empfehlungen zu zauberderkaribik.com haben wir in verschiedenen Karibik-Facebook-Gruppen gelesen. Vor zwei Jahren haben wir mit solchen Empfehlungen für Auswanderer auf Aruba und Curacao sehr gute Erfahrungen gesammelt. Nun haben wir diese Reise aber ja bekanntlich sehr kurzfristig gebucht und so hatten die beiden keine freien Plätze mehr für uns. Wir ließen uns allerdings mit wenig Aussicht mal auf die Warteliste setzen.
Auf dem Schiff suchten wir nun nach alternativen Ausflugsangeboten: Für uns, als Geocacher, stand fest, dass wir beide Inselteile besuchen wollten, um für jeden Teil einen eigenen Länderpunkt durch das Finden eines Geocaches zu erlangen. Außerdem wollten wir natürlich unbedingt zum berühmten „Maho Beach„. Wir fanden sogar tatsächlich einen zu unseren Wünschen passenden Ausflug: „Stippvisite im Französischen Teil und Strand“.
Da der Ausflug erst gegen Mittag begann, nutzten wir den Vormittag für einen eigenständigen Bummel durch Philipsburg. Beim morgendlichen Blick vom Deck waren wir kurz geschockt. Mit uns lagen heute mindestens vier weitere Schiffe im Hafen. Direkt neben uns die etwas neuere AIDA Luna und drei riesen Schiffe von Celebrity Cruises (Harmony of the Seas, Allure of the Seas und Explorer of the Seas). Respekt, der Hafen war voll, mal schauen, wie sich das in Philipsburg verhält.
Wir gingen ca. 20 Minuten zu Fuß an der Hauptstraße entlang, ehe wir vom Hafen direkt in die Einkaufsstraßen kamen. Ach war das schön, endlich mal wieder entspannt durch Souvenirläden zu bummeln. Aber so recht hat uns hier Nichts gefallen und die Weihnachtsdeko wurde schon längst aus den Regalen verbannt. Schade, eigentlich wollten wir unsere Schneemann-Sammlung um weitere Karibik-Schneemänner erweitern. Vor zwei Jahren haben wir auf fast allen Inseln ganz unterschiedliche Schneemänner ergattern können.
Wir schlenderten ein ganzes Weilchen, ehe uns eine Baustelle kurz vor der orangenen Schule ausbremste. Das war für uns das Zeichen umzudrehen. Dieses Mal dann aber am Strand entlang. Hier gab es eine Bar neben der Nächsten und auch eine Filiale vom Hard Rock Café. Nach 3/4 der Wegstrecke setzten wir uns in eine Bar und daddelten dank Wlan mal wieder etwas auf den Smartphones herum.
Nachdem alle wichtigen Dinge abgerufen waren, äh, ich meine natürlich, die Getränke ausgetrunken waren, ging es zurück zum Schiff. Wir aßen noch fix eine Kleinigkeit vom Mittagessen und begaben uns zum Ausflugs-Treffpunkt vor dem Schiff. Zwischen zwei AIDA Schiffen langlaufen ist schon lustig und man muss sich hinterher immer gut konzentrieren, zu welchem Schiff man eigentlich zurück gehen soll. Vom Zurückgehen waren wir aber noch lange entfernt, schließlich startet unser Ausflug ja erst gleich.
Nach einem Gang durch den Hafen ging es heute mal wieder mit dem Mini-Bus weiter. Wir waren also erneut eine kleine Gruppe von ca. 15 Personen pro Bus. Allerdings starteten dieses Mal 2 Busse.
Auf dem Beifahrersitz nahm ein junger Mann, wahrscheinlich Anfang/Mitte 20 mit Schalke 04 Hut Platz. Für Dortmunder schon hart 😉 .

Der Guide (eine sehr lebenslustige und korpulente Frau) stieg ein und begrüßte uns auf Englisch. Das gab dem jungen Mann genug Anlass, sich lautstark bei seiner Begleitung zu beschweren. Der Rest des Busses musste über sein Entsetzen herzhaft Lachen. Für Dortmunder passte es einfach super ins Klischee der Blauen… Es ging los und er bekam sich kaum ein, weiter zu wettern. Ein wenig muss ich ihm allerdings Recht geben. Auf dem Schiff arbeiten so viele Deutsche. Während der Liegezeit im Hafen gibt es für die Animateure und Ausflugsplaner kaum etwas zu tun. Warum verteilt man sie also nicht auf die Ausflüge und lässt sie übersetzen?

Wir verstanden zum Glück, was der Guide erklärte und es ging zunächst auf einen Aussichtshügel „Bell´s Lookout Point“. Mit einem kleinen Lauf konnte man von dort ganz nett gucken und auch den Flughafen bereits sehen. Nach einer recht kurzen Pause ging es dann weiter zur französischen Grenze. Kaum auf der anderen Seite angekommen, zückten alle Busteilnehmer erst einmal die Smartphones. Kein Wunder, denn hier funktionierte das EU-Roaming.

Der Bus fuhr nach Marigot, die Hauptstadt des französischen Inselteils. Wir wurden zentral abgesetzt und hatten nun eine Stunde lang Freizeit. Wir steuerten fix ein paar Geocaches an. Ansonsten war im direkten Umkreis nicht wirklich etwas Interessantes zu erspähen. Eine Burgruine stand etwas entfernt auf einem Hügel, aber ob die Zeit für einen Besuch gereicht hätte, haben wir uns nicht getraut zu testen. Kleine Einkaufsstraßen suchten wir vergeblich. Stattdessen gab es eine Art Touristenmarkt. An zig Ständen gab es typische Urlaubssouvenirs, aber sobald man sich 3 Stände angesehen hatte, kannte man eigentlich die komplett angebotene Ware.

Wir wussten nicht so Recht was wir mit der noch verbleibenden Zeit anstellen sollten und setzten uns an den nahen Brunnen. Es war die Gelegenheit mal bei der Familie anzurufen :). Anfangs wurden wir von anderen Mitreisenden belächelt, aber es dauerte nicht lange und es setzten sich immer mehr zu uns. Irgendwann waren dann gefühlt alle am Telefonieren und uns wurde es zu laut. So schlenderten wir noch ein wenig am Wasser vorbei und dann ging`s endlich weiter. Nächstes Ziel: Der Maho-Beach.

Hier war es zunächst ganz schön voll und unser Bus musste noch ein Flugzeug abwarten, ehe wir zum Parkplatz fahren konnten. Die Straße verläuft direkt hinter dem Zaun zur Start- und Landebahn. Immer wenn größere Flugzeuge kommen, wird die Straße dann kurzzeitig gesperrt. Am Strand war es noch ganz schön voll, aber unser Guide versicherte uns, dass die amerikanischen Schiffe früher ablegen und es daher schnell leerer werden würde. Er hatte Recht.
Wir suchten uns ein freies Fleckchen direkt an der Mauer zur Straße und warteten gespannt. Es dauerte nicht lange und das erste Flugzeug kam. Wahnsinn!
Die großen Flugzeuge starten und landen in der Regel am Nachmittag. Perfekt. Leider war das berühmte Surfbrett mit den genauen Zeiten nicht beschrieben und wir hatten ganz vergessen uns den Flugplan im französichen Inselteil aufs Smartphone zu laden. So blieb es einfach spannend. Man erahnte einen kleinen Punkt am Himmel und musste abschätzen, ob es eher größer oder kleiner ist. Mit gerade einmal 10-20 Metern Höhe (je nach Größe) fliegen sie dann über uns drüber und landen.
Zwischendurch starteten auch Flugzeuge. Wir konnten die Kapitäne im Cockpit sitzen und winken sehen. Unglaublich! Da die Landebahn nur 2300m lang ist und im Osten angrenzend direkt höhere Berge kommen, müssen die Flugzeuge ganz vorne (also am Strand) bereits vollen Schub aufbauen, ehe sie die Bremsen lösen und abheben können. Gerade bei größeren Fliegern gibt das einen ordentlichen Windstrahl. Es fällt schwer, auf der Stelle stehen zu bleiben und der aufgewirbelte Sand tut auf der Haut ganz schön weh. Hier profitierten wir dann von unseren Corona-Masken, für irgendwas müssen die ja auch mal gut sein 😉

Am Strand stehen übrigens überall Warnhinweise. So ist es z.B. verboten, sich auf der anderen Straßenseite am Zaun festzuhalten. Durch dieses sogenannte „Zaunsurfen“ ist am Maho-Beach 2017 eine Neuseeländerin verstorben. Sie konnte sich im Strahl einer Boeing 737-800 nicht mehr am Zaun festhalten und wurde mit dem Kopf gegen einen der Betonblöcke geschleudert.
Auch wenn unsere Fotos und Videos spektakulär aussehen, haben wir nie ganz direkt unter den Flugzeugen gestanden, sondern immer noch ein paar Meter links daneben. Dafür ist uns unser Leben nämlich viel zu wertvoll!

Nach zwei spannenden Stunden am Strand, ging es zum Sonnenuntergang, dann wieder zurück zum Schiff. So lernten wir Philipsburg auch noch ein wenig im Dunkeln kennen.
Wir schafften es, die richtige AIDA zu besteigen 😉 und freuten uns erst einmal, bei einer Dusche, den ganzen Sand wieder loszuwerden. Anschließend ging es zum Essen. Durch die Spannung des Nachmittags sind wir nämlich ganz schön hungrig geworden.

Danach saßen wir am Pooldeck und schauten den noch verbliebenen Schiffen beim Ablegen zu. Gerade als die AIDA Luna ablegte, gaben die Kapitäne ein ordentliches Hup-Konzert. Gegen 20 Uhr sind dann auch wir abgelegt. Unser nächstes, und leider auch schon letztes Ziel, wartete schließlich auf eine Eroberung von uns.
Bei leckeren Kaltgetränken überlegten wir nun für Basseterre und entschieden uns, am Morgen auf ein Taxi im Hafen zu hoffen, mit dem wir die Insel flexibler kennenlernen können. Antje und Marc fanden die Idee gut und so verabreten wir uns, den nächsten Tag gemeinsam zu gestalten.