Obwohl unser Zelt nur wenige Meter vom Zaun des Kruger-Nationalparks entfernt steht, haben wir heute Nacht keine großen Tiergeräusche gehört oder wir haben einfach zu tief geschlafen 😉
Der Wecker klingelte heute sehr zeitig und wir freuten uns sehr auf den Safari-Tag. Schließlich haben wir mit den Nashörnern noch eine offene Rechnung aus Kenya zu begleichen.

Wir öffneten die Tür um zum Frühstück zu gehen und sahen direkt ein Impala hinter dem Zaun. Ob das ein gutes Omen ist?

Noch während der Morgendämmerung frühstückten wir fix und trafen uns anschließend an unserem Safari-Jeep. Leider dauerte es ewig, bis Frans alle Formalitäten (Sicherheitseinweisung und Haftungsausschuss) für uns erledigt hatte und so verloren wir eine wertvolle halbe Stunde zu einer der aktivsten Zeiten im Park. Gerade morgens und abends sind die Raubtiere auf Beutejagd. Sobald die Sonne zu hoch steht, verkrümmeln sie sich nämlich lieber in den Schatten und warten auf angenehmere Temperaturen.

Wir hatten einen tollen Guide der uns auf Englisch viel zum Park und zu den dort lebenden Tieren erzählen konnte. Schon auf dem Weg zum eigentlichen Parktor zeigten sich die ersten Impalas und Elefanten waren in den Büschen gesichtet. Allerdings merkten wir, dass es einen Unterschied macht, ob man zum ersten Mal auf Safari ist (so wie alle anderen Teilnehmer der Gruppe) oder schon mehrere Safari-Tage erlebt hat. Klar freuten auch wir uns, so schnell Tiere zu sehen, aber wir waren uns sicher, die bekommen wir noch mit weniger Dickicht vor die Linse und wären demnach gerne schneller in den Park gefahren.
Den Park gründete Paul Kruger bereits 1898 unter einem anderen Namen. Ihm war es wichtig, die Tiere zu schützen, damit auch seine Enkelkinder noch wissen, wie zB. Elefanten und Löwen aussehen. Erst 1926 wurde es zu einem richtigen Nationalpark erklärt, der dann auch als Kruger-Park nach ihm benannt wurde. Die Fläche des Parks beläuft sich auf 19.624km².

Im Park angekommen las unser Guide die ersten noch frischen Spuren im Sand aus. Es muss einen Kampf gegeben haben. Spurenlesen hat unser Guide damals in Kenya nicht hinbekommen, vielleicht klappt es heute ja wirklich mit den Nashörnern! Leider war von den kämpfenden Tieren nichts mehr zu sehen.
Kurz darauf hielt unser Guide schon wieder an und wir suchten mit den Augen die Umgebung ab. Unser Guide grinste, denn wir alle schauten offenbar überhaupt nicht in die richtige Richtung. Kein Wunder, direkt vor uns war eine kleine Schildkröte. Das konnte ja nun wirklich keiner ahnen.

Durch langsames Rangieren bewegte unser Guide die Schildkröte dazu, die Straße zu verlassen. So kann sie keiner überfahren, denn im Krüger Park ist es auch erlaubt, mit dem eigenen (Miet-)PKW auf Safari zu gehen. Und wenn die Fahrer dann ähnlich rechts und links schauen wie wir, würde die kleine Schildkröte wahrscheinlich übersehen werden.
Ob es sich allerdings empfehlen lässt, ohne die Erfahrungen eines Guides, durch den Park zu fahren, sei einmal dahingestellt. Hauptsache die Schildkröte ist gerettet. Übrigens soll es Glück bringen, wenn man hier Schildkröten entdeckt. Glück können wir für die Nashörner auf jeden Fall gebrauchen!
Bis zu unserer ersten kurzen Frühstückspause in einem Camp mitten im Kruger Park haben wir jede Menge Tiere gesehen.

Nachdem wir nun alle einmal Austreten konnten, ging es zügig weiter. Schließlich wollten wir noch viele weitere Tiere sehen. Erneut entdeckten wir eine Schildkröte ziemlich direkt am Tor zum Park. Ein anderer Fahrer hatte sie auch gesehen und stieg schnell aus, um die Schildkröte von der Straße zu bringen. Mutig und absolut verboten! Schließlich kann hinter jedem Busch ein Raubtier lauern… Zum Glück ist nichts passiert und wir erhofften uns, dass zwei Schildkrötensichtungen nun endlich die Sichtung der Nashörner mit sich bringen würde.
Bis zur Mittagspause konnten wir dann weitere Tiere (wieder keine Nashörner) entdecken. Als wir etwas abseits der Straße mehrere Autos stehen sahen, wussten wir gleich, dass es dort etwas zu sehen geben wird. Unser Guide schaute fix durchs Fernglas und steuerte dann zielgerichtet durch ein kleines Labyrinth an unbefestigten Wegen genau dorthin. Im Schatten saß ein Rudel Wildhunde. Diese zu sehen ist wohl eher selten. Einerseits freuten wir uns darüber, andererseits hatten wir Sorge, dass wir das Glück der Schildkröten damit nun verspielt haben.

Nach einer ganzen Weile (das Rudel ließ sich wenig von den heranfahrenden Autos beeindrucken) bewegten sie sich ein wenig und schöne Fotos waren geschossen. Die Fahrt ging weiter und wieder standen etliche Autos beisammen. An einem Wasserloch konnten wir in der Ferne 3 Löwen ausmachen. Ohne Fernglas aber nur schwer zu erkennen. Kurz darauf entdeckten wir dann viel viel näher noch ein Rudel junger Löwen ohne Mähne. Das heißt, die sind noch keine 4 Jahre alt, denn erst dann bildet sich die Mähne aus. Hui, an denen wären wir fast vorbeigefahren. Unser Guide hat wirklich ein gutes Auge und Gespür.

Nach so vielen spannenden Sichtungen wurde es Zeit für eine erneute Pause. Ok, Toilette und kalte Getränke nachkaufen klingt gut, danach könnten wir aber eigentlich gleich weiter. Schade, 45 Minuten Pause müssen eingehalten werden.
Das Camp für die Mittagspause (hier waren wir auch vorhin) liegt mitten im Park und ist durch Zäune vor Tieren gesichert. Im Laufe der Jahre wurden die Zäune auch um den gesamten Park gezogen. Inzwischen wurden aber z.B. die Grenzzäune zu Mosambik wieder entfernt, damit es auch dort in den angrenzenden Nationalpark zu Tierbewegungen kommen kann. Vor allem Elefanten gibt es im Krugerpark mit ca. 8000 aktuell eigentlich viel zu viele. Wird die Umsiedlung nicht gelingen, werden wohl leider ein paar Elefanten erschossen werden müssen, damit es nicht zu einer Überpopulation kommt. Apropro erschossen… hin und wieder schafft es auch mal ein Elefant aus dem Park auszubüchsen. Leider müssen auch diese Tiere dann erschossen werden, weil sie immer wieder abhauen würden und das Einfangen oft viel zu gefährlich ist.

Hier im Skukuza-Main-Camp gibt es neben Toiletten auch verschiedene Restaurants und einen Souvenirladen. Zudem könnte man hier im Camp übernachten (ca. 1000 Betten).
Für ein richtiges Mittagessen war es uns definitiv zu warm. Das Thermometer zeigte mehr als 30 Grad und durch die Luftfeuchtigkeit fühlte sich das Ganze schon sehr drückend an. Wir bummelten stattdessen durch den Souvenirladen. Was mir dabei gerade einfällt….den Strom-Adapter, den wir in Deutschland nicht bekommen konnten, haben wir gleich im ersten Supermarkt noch in Johannesburg für keine 3 Euro gekauft!
Im Souvenirladen hat uns allerdings nichts so richtig gut gefallen und so blieb es bei ein paar kalten Getränken und einem leckeren Eis! Im Schatten sitzend war es dennoch kaum möglich, das Eis zu essen, bevor es nicht in einem riesen Rinnsal an den Händen hinunter lief. Sowas habe ich selten erlebt.
Nachdem die Hände gewaschen waren, schauten wir uns die Infotafeln etwas genauer an. Sowohl in den Camps wie auch an den Toren gibt es Übersichtskarten der Tiersichtungen. Jeder Guide kann seine Sichtungen per Aufkleber dokumentieren, damit andere wissen, wo sich aktuell Tiere befinden könnten. Nashörner werden auf jeden Fall nicht angezeigt, damit Wilderer kein leichtes Spiel bekommen.

Aktuell leben ca. 147 verschiedene Säugetierarten, 500 Vögel- und 114- Reptilienarten sowie 49 Fisch- und 34 Amphibienarten im Park. Wir haben während der Pause eine sehr farbenfrohe Echse beobachten können.
Da unserem Hauptguide Frans ein kleines Missgeschick mit einer sprudelnden Wasserflasche passiert ist, verzögerte sich die Abfahrt (mal wieder) um ein gutes Viertelstündchen. Leider hat es keiner geschafft uns darüber zu informieren und so saßen wir in der brühtenden Hitze alleine am Jeep. Wir nutzten die Wartezeit um unseren Safari-Guide noch einmal verstärkt auf die Nashörner anzusetzen. Schließlich haben wir noch immer keins gesehen 🙁

Er erzählte uns, dass aktuell ca. 2000 Nashörner im Park leben würden und er den Rückweg bewusst durch Nashorn-Gebiet fahren würde. Das klingt doch schon mal hoffnungsvoll.
Als es dann endlich weitergehen konnte, schauten wir sehr genau und unser Guide fuhr merklich konzentriert immer links und rechts schauend. Leider spielte die Zeit gegen uns, denn unsere Tour endet bereits um 16.00 Uhr und bis dahin müssen wir wieder aus dem Park sein. Die Nashörner blieben uns auch dieses Mal wieder verborgen. Ich fürchte, wir müssen noch einmal irgendwo Urlaub machen, wo eine Nashorn-Safari möglich ist. Auch Leoparden und Geparde konnten wir heute leider nicht entdecken, dafür waren wir wahrscheinlich zu spät im Park und zu früh wieder Draußen.
Ein wenig enttäuscht kehrten wir also zurück zur Lodge. Da es noch sehr warm war, entschieden wir spontan, noch fix in den Pool zu springen. Relativ bald zog dann aber ein Gewitter auf und wir verzogen uns nach einer Dusche ins Haupthaus. Hier gab es nämlich W-Lan 😉
Was waren wir froh, dass wir schon so zeitig ins Haupthaus eingekehrt waren. Inzwischen regnete es ordentlich und wir wären nur vom Zelt hierher pitschnass geworden. Das extra bestellte Braai-Abendessen musste somit nach drinnen verlegt werden. So richtig böse waren wir darüber aber nicht und so gab es gegrillte Fleischspieße mit anderen Leckereien am Buffett.
Erst recht spät am Abend hörte der Regen auf und wir machten einen Spaziergang hinter den Pool. Dort befindet sich unmittelbar hinter dem Zaun ein Wasserloch im Park. Dort lassen es sich einige Hippos gut gehen. Abends, wenn es dunkel wird, kommen sie dann aus dem Wasser heraus um Gras zu fressen. Damals in Kenya haben wir uns extra deswegen alle Stunde den Wecker gestellt um die Hippos im Garten zu sehen. Das war ein tolles Erlebnis. Auch heute hatten wir Glück. Wir waren live dabei, als sich die Hippos aus dem Wasser auf den Weg machten. Zeitgleich entdeckte ich noch einen wandernden Elefanten. Wahnsinn!

Ein Ranger stieß mit einer super Taschenlampe zu uns und erleuchtete die Tierwelt. Genial! Anschließend erzählte er uns ein paar Geschichten von Elefanten im Hausgarten und Schlangenbesuch im Bad. Er konnte alles mit Videos und Fotos beweisen. Wir haben mal lieber weggeschaut und die realen Tiere beobachtet. Wer weiß, was wir sonst in der Nacht im Zelt für Alpträume bekommen…
Apropro Alpträume… inzwischen ist es schon ganz schön spät geworden und da wir heute morgen ja auch zeitig aus den Federn gehüpft sind wurde es höchste Zeit ins Bett zu krabbeln. Morgen früh steht schließlich wieder Kofferpacken an…
Vergleich 1 Tages Safari KrugerPark zu Kenya
In Kenya haben wir fast eine Woche Safari gemacht und sind durch verschiedene Nationalparks gefahren. Im Vergleich zum Kruger Park ist es dort deutlich mehr naturbelassen und so ging es mit den Autos über sandige und holprige Wege. Im Kruger Park sind fast alle Hauptwege asphaltiert und in einem super guten Zustand, sodass man auch mit einem normalen PKW keine Probleme bekommen wird.
Im Kruger Park steht der Naturschutz definitiv höher! Kenya ist ein Entwicklungsland und auf Tourismus zwingend angewiesen. Für einen guten Preis halten sich die Fahrer dort oft nicht an das Befahrverbot von Wiesenflächen. Als wir damals das Leoparden-Rudel (5 Tiere) gesehen haben, schossen zig Autos wie bekloppt hinter den Tieren her. „Game Drive“ war dort der absolut richtige Ausdruck. Hier ist es deutlich entspannter. Selbst bei den Wildhunden und dem Löwenrudel sind die anderen Autos gemächlich vorgefahren und jeder hat die Chance auf eine gute Sicht bekommen.
Allerdings haben wir damals deutlich mehr Elefanten gesehen. In Kenya sind sie uns regelrecht über die Straßen gelaufen. Heute haben sich die Dickhäuter eher vereinzelt und sehr versteckt gehalten. Ob die Jahreszeit dabei eine Rolle spielt? Kenya haben wir im Sommer besucht und auch für den Krugerpark ist die beste Reisezeit mit Juni-September angegeben….Und klar, ein einziger Tag ist für solche Dinge einfach viel zu wenig…