Auch in der letzten Nacht haben wir keine wilden Tiergeräusche gehört. Schade, wo wir den Kruger Park doch heute schon wieder verlassen werden. Die letzten Sachen wurden wieder in den Koffern verstaut und die restliche Zeit vor der Abfahrt wurde noch für ein leckeres Frühstück genutzt.
Wieder einmal brauchte ein Teil der Reisegruppe etwas länger und so warteten wir (etwas ungeduldig) am Haupthaus. Als sich dann noch nahe des Zauns zwei Elefanten zeigten, war eine größere Verspätung vorprogrammiert.

Als wir dann endlich im Bus saßen, hofften wir noch ein klein wenig, dass wir auf dem kleinen Stück zwischen Lodge und Straße auf ein Nashorn treffen. Frans erzählte, dass ihm hier schon häufiger noch Tiere begegnet wären aber natürlich war das Glück nicht auf unserer Seite.
Da wir vor zwei Tagen auf der Hinfahrt ein wenig verspätet waren (Verspätungen klappen in diesem Urlaub definitiv super ;)), haben wir das Gods Window nicht mehr besucht und den Abstecher für heute eingeplant. So ging es mehr oder weniger die gleiche Route zurück nach Johannesburg.

Am God’s Window angekommen, konnten wir den weiten Blick über das 700m tiefere Lowveld schweifen lassen. Auch heute profitierten wir wieder von Corona und waren komplett alleine an diesem herrlichen Aussichtspunkt, direkt an der Abrißkante. Frans erzählte noch eine Geschichte zu dem Film „Die Götter müssen verrückt sein“. Hier geht es um eine Cola-Flasche, die aus einem Flugzeug fällt und bei einem Stamm der Ureinwohner landet. Diese halten die Flasche für ein Geschenk ihrer Götter und versuchen ihren Zweck herauszufinden. Da das niemanden gelingt und schon viele Streitigkeiten ausgebrochen sind, soll die Flasche zurück zu den Göttern gebracht werden. Nach einigen Abenteuern erreicht der Protagonist die Steilklippe vom God’s Window, die ihm wie das Ende der Welt erscheint. Nachdem er die Flasche hier heruntergeworfen hat, kann er zu seinem Stamm zurückkehren.

Weiter ging es nun ein kleines Stück zum Lisbon Wasserfall. Mit 90m ist er der höchste Wasserfall in der Region Mpumalanga. Hier hatte sogar ein kleiner Souvenirstand geöffnet, aber bei dem wenigen Publikumsverkehr werden die Geschäfte kaum zum Überleben reichen. Für uns ist diese Ruhe herrlich, aber den Menschen wünschen wir, dass sie bald wieder ihr normales Einkommen verdienen.

Nicht weit von hier gibt es auch noch die Berlin Falls…. die Namen stammen von Bergleuten, die während des Goldrausches aus Europa angereist sind und die Wasserfälle nach ihren Heimatstädten benannt haben.
Nun wurde es aber höchste Zeit weiter zu kommen. Beim Überfahren des Long Tom Pass (wir haben uns vom Kruger Park im Lowveld inzwischen wieder gut 2000 Höhenmeter hoch bewegt), kreuzte noch eine Pavian-Familie unseren weg. Bei unserem Foto-Stop haben sie sich dann gleich mal lautstark von uns verabschiedet. Tiere in der freien Natur sind für uns einfach immer spannend zu beobachten :).
Foto?
Vor der langen Fahrtstrecke nach Johannesburg machten wir noch eine kleine Mittagspause an Millys Restaurant. Direkt an der Autobahn liegend kann man auf einer kleinen Terrasse direkt auf einen See mit riesen großen Fischen schauen. Angeboten werden vor allem selbstgemachte Waren. Wir genoßen die Ruhe und bewegten uns ein wenig in der Sonne, denn die restliche Fahrtzeit beträgt noch immer etwa 2,5 Stunden bis Johannesburg. Wir nutzten außerdem die Gelegenheit in uns in der nahegelegenen Tankstelle noch schnell ein Eis zu holen. Bei Temperaturen jenseits von 25°C und der hohen Luftfeuchtigkeit, kann man das immer gut vertragen.
Da unsere Route auch erneut an der Raststätte mit dem Naturreservat am Wasserloch vorbei führt, sprachen wir Frans an, ob wir zwecks Nashorn-Sichtung noch einmal dort halten können. Schon von Weitem konnten wir sehen, dass die Nashörner dieses Mal ganz nah an der Straße standen. Frans versprach an der nächsten Ausfahrt zu drehen… Leider verquatschte er sich dann genau da und wir drehten nicht wieder um. Grrr!
Erst am frühen Abend erreichten wir unsere neue Lodge etwas außerhalb der Stadt. Auch im Umkreis gibt es verschiedene Game Reserves, in denen man auf Safari gehen könnte.

Es dauerte ein Weilchen bis wir eingecheckt haben. Während der Wartezeit konnten wir am Himmel eine dunkle Wolkenfront aufziehen sehen. Ein Regenbogen bildete sich, der genau über einer der Rundhütten aufzuhören schien. Ein herrliches Bild!

Nun konnten auch wir unsere Rundhütte beziehen. Ein netter Übergang vom Safarizelt zur bald folgenden Großstadt. Besonders schön war hier, dass es in der Lodge ein paar freilebende Tiere gab. Nachdem also die Koffer verstaut waren ging es noch fix vor dem möglichen Regen auf kleine Pirschwanderung. Wir entdeckten ein paar Zebras (sogar mit Fohlen) und Impalas.


Da es noch immer nicht regnete machten wir den Spaziergang noch bis zum See. Dort gab es schöne Bilder zum Sonnenuntergang

Zum Abendessen waren wir auf der Terrasse des Haupthauses verabredet. Im Restaurant war eine Geburtstagsfeier und fröhlich singende und feiernde Stimmen klangen durch die Türen nach Außen. Die Afrikaner haben definitiv ein fröhlicheres und ausgelasseneres Temperament als wir!
Nachdem auch Frans ziemlich verspätet zum Essen erschien (nach dem deutlich länger als geplanten Fahrtag war er ganz schön müde geworden und ist eingeschlafen), konnten wir endlich bestellen.

Nach einem leckeren Essen verzogen wir uns dann in unsere Rundhütte zurück. Schließlich mussten die Koffer am nächsten Morgen flugtauglich gepackt sein. Eine zusätzliche Schwierigkeit: Wir durften mit 23 Kilo pro Koffer nach Südafrika reisen und haben jetzt (ohne es gewusst zu haben) nur noch 20 Kilo Freigepäck. Hoffentlich haben wir schon genug Vorrätte verfuttert… mit ein wenig Hin- und Her schafften wir es genau einzuhalten.
Stolz verabschieden wir uns nun ins Land der Träume