
Guten Morgen von der East Cape Südafrikas! Leider wurden wir auch an diesem Morgen eher mit grauem Himmel und gelegentlichem Regen begrüßt.
Nach einem schnellen und leckerem Frühstück wurden mal wieder die Koffer gepackt und der Anhänger beladen. Man mag es kaum glauben aber wir starteten heute tatsächlich mal pünktlich in den Tag.
Heute sollte es immer auf der N2 die Gardenroute bis nach Knysna entlang gehen. Die Gardenroute gehört neben der Panoramaroute aus dem ersten Reiseteil zu den landschaftlich schönsten Strecken Südafrikas.

Die Fahrtzeit zum ersten Tagespunkt, dem Tsitsikamma-Nationalpark, beträgt ca. 2 Stunden. Während der Fahrt träumten wir uns durch den grauen Regen ein wenig zurück zum Krugerpark und wünschten uns, dort einen Tag länger geblieben zu sein. Herbie nahm offenbar eine leicht enttäuschte Grundstimmung war und schlug auf etwa der Hälfte der Wegstrecke einen zusätzlichen Zwischenhalt vor. So steuerten wir den beliebten Surferort Jeffreys Bay an. Von Surfern war hier heute nichts zu sehen aber es gab einen kleinen Muschelladen. Verschiedenste Muscheln aller Größen wurden zu ganz liebevollen Objekten verarbeitet. Wir konnten uns kaum sattsehen und nahmen ein Muschelschiff als erstes Souvenir des Urlaubs mit nach Hause. Die Verkäuferin verpackte es ganz liebevoll, damit es die weitere Reise hoffentlich unbeschadet übersteht.

Die Laune der Gruppe wurde durch diesen Zwischenstop definitv aufgebessert und so machte es uns weniger aus, die nächste Stunde zum Nationalpark wieder durch graue Landschaften und Regen zu fahren.

Endlich kamen wir am Tsitsikamma-Nationalpark an. Wir hielten am Eingangstor und es gab wieder einmal Probleme. Herbie wollte mit Bargeld zahlen aber der Mitarbeiter weigerte sich dieses anzunehmen. Eine ausreichend gedeckte Karte schien er nicht dabei zu haben und so musste Reisebegleitung Franzi für ihn in die Bresche springen. Die Stimmung wurde wieder gereizter.

Nachdem das Ganze nun etwas länger gedauert hat, steuerten wir endlich den großen Parkplatz an, von dem aus wir eine Wanderung durch einen kleinen Teil der letzten Urwälder Südafrikas bis zu einer Hängebrücke am Storms River starten wollten. Passend zur Stimmung wurde auch der Regen deutlich mehr und so kehrten wir erst einmal in einem großen Zeltrestaurant ein. Hier war es zwar trocken aber keinesfalls warm. Da die Gruppe das Wlan Passwort entdeckte verzögerte sich die kleine Pause mal wieder, Franzi kaufte noch für einen Teil der Gruppe Regenponchos im benachbarten Souvenirshop und endlich konnte es losgehen… übrigens steht in jeder Packliste für Südafrika dass man Regensachen und Wanderschuhe mitnehmen sollte. Wir haben uns da brav dran gehalten und hätten direkt nach Ankunft loswandern können.



Während der Wanderung, wir waren fast alleine – kein Wunder bei dem Wetter-, erzählte Herbie uns leider nicht so wirklich viel über den Park, die Pflanzen und Tiere. Zum Glück haben wir uns ein wenig vorbereitet… der Park hat fast 30.000 Hektar und erstreckt sich ungefähr 100km entlang der Küste. Die Vegetation ist üppig und vielfältig und eine der Besonderheiten sind die Yellowwoodbäume, die bis zu 40 Meter hoch werden können. Der Name Tsitsikamma bedeutet in der Sprache der Khoikhoi (Ureinwohner des Kaps) „wasserreicher Platz„. Hier kommen im Jahr ca. 1200mm Niederschlag zusammen. Die vielen Niederschlagsmengen konnten wir heute am eigenen Leib erfahren!

Nach einigem Auf- und Ab erreichten wir die Suspension Bridge. Eine Hängebrücke (1969 gebaut und 2006 erneuert), die mit einer Länge von gerade einmal 77m über den Stormsriver führt. Die Brücke befindet sich gerade einmal 7m über dem Wasser.
Da wir ganz alleine waren nutzten wir die Chance (verbotenerweise) die Schwingungen der Brücke für ein paar Späße zu nutzen. Wenn man schon bei solch einem Sauwetter unterwegs ist muss man sich ja irgendwie mit kleinen Dingen belohnen 😉
Nachdem sich alle mutig über die Brücke getraut haben und wir einige Erinnerungsfotos geschossen haben, ging es den gleichen Weg wieder zurück.

Nun hatte ein Teil der Gruppe Hunger und so wurde in dem immernoch sehr kalten Restaurantzelt essen bestellt. Für die Zubereitung der bestellten Burger wurde das ganze Zelt zu allem Überfluss nun auch noch total verraucht. Herrlich, dieser beißende Qualm in den Augen…

Während die Gruppe komplett vertieft in ihren Smartphones hing (was kein Junge-Leute-Problem ist!), schauten wir zwischendurch immer mal wieder aufs tobende Meer. Hin und wieder konnten wir die Schwanzflosse eines Delfins entdecken. Juhuu 🙂 Vielleicht entdecken wir ja auch noch einen verspäteten Wal?

Nee, so viel Glück hatten wir dann doch nicht, aber immerhin waren alle mit dem Essen fertig und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Eigentlich wollten wir noch am Big Tree halten, einem der riesen großen Yellowwoodbäumen, aber natürlich haben unsere Pausen dazugeführt, dass das Eingangstor bereits verschlossen war. Ich könnte kotzen! Warum weiß ein langjähriger Reiseführer keine Öffnungszeiten?
Ändern konnten wir jetzt nichts mehr, aber die Stimmung wurde wieder gedrückter. Hinzu kommt einfach, dass Herbie grauenhaft Autofährt und zeitgleich erklärt. Versucht er eine kleine Geschichte zu erzählen, vergisst er neben dem Straßenverkehr auch oft die Worte, die er sagen wollte. Das Auto wird langsamer, wir brauchen noch länger und bekommen dennoch kein eigentlich teuer bezahltes Wissen geliefert. Immerhin bemühte sich Franzi und löcherte Herbie mit Fragen und versuchte auch die Sicherheit ein wenig mehr mit im Auge zu behalten.

Nächster Zwischenstop war dann die bei Bunjee-Jumpern sehr berühmte Bloukrans-Bridge. Mit 216m Höhe und einer Länge von 451 Metern ist sie die größte Brücke Afrikas. In Anbetracht des Wetters waren heute natürlich keine Bunjeespringer zu sehen. Die Souvenirstände waren komplett verwaist, aber die ausgelegte Ware stand für uns quasi zum Mitnehmen bereit. Zum Glück hat uns hier nichts gefallen 😉
Als wir um die Ecke zur Aussichtsplattform gingen, sahen wir auf den Barhockern eines Restaurants eine Pavianfamilie sitzen. Die freuten sich offenbar über den Regentag, hatten sie das Gelände endlich mal wieder für sich alleine.

Wir genossen die tierische Unterhaltung und die fantastische Aussicht während Franzi und Herbie versuchten, die bisherigen Probleme zu klären. So dauerte es ein wenig, ehe es weiter ging.

Nun lag eine ca. 1 stündige Weiterfahrt nach Plettenberg Bay vor uns. In dem am Meer liegenden Ort wollten wir Ausschau nach Walen halten. Die beste Zeit um Wale zu sehen ist zwar bis Oktober angegeben, aber Wale haben ja keinen Kalender und vielleicht machen sich manche einfach etwas später auf den Weg… bei uns Menschen sind ja auch nicht immer alle gleich pünktlich 😉
Wir hatten allerdings heute kein Glück. Man sollte aber auch dazu sagen, dass unsere Zeit (in Anbetracht dessen, dass es schon früher Abend ist) auch mit weniger als einer halben Stunde sehr! kurz angesetzt war.
Etwas traurig ging es nun auf die letzte Etappe, es waren noch ca. 30-40 Minuten bis Knysna.

Bei unserer Ankunft im Hotel war es schon Dunkel. In der Lobby stand ein Schild mit ausgewiesenene Stromsparzeiten. Immerhin gibt es hier überhaupt Strom 😉 Auf Grund der vielen vielen technischen Geräte, die wir Menschen inzwischen alle verwenden, kommen die Elektrizitätswerke in Südafrika (in den sehr dicht bewohnten Gebieten) nicht mit. Um eine Überlastung und damit einen Totalausfall zu vermeiden, gibt es bestimmte Zeiten, in denen alle auf Strom verzichten müssen. Hotelanlagen haben für diese Zeiten dann Dieselaggregate um die notwendigsten Dinge am Laufen halten zu können. Scheinbar kommen die Südafrikaner bisher mit dieser Notlösung ganz gut zurecht.
Wir hatten kaum Zeit zum Duschen, denn zum Abendessen sollte es in die Waterfront von Knysna gehen. Uns war das zu stressig und so entschieden wir, das Abendessen einfach mal ausfallen zu lassen und zogen uns für den Abend mal von der Gruppe zurück.