Am frühen Morgen packten wir noch schnell die letzten Sachen in die Koffer. Zum Glück hatten wir jetzt wieder 23 Kilo Freigepäck pro Koffer, denn ein paar Souvenirs sind nun doch dazugekommen.
Nachdem wir noch einmal lecker gefrühstückt hatten, holte uns Thomas am Hotel ab und brachte uns zum Cape Town International Airport in Kapstadt.
Leider schaffte es die Agentur wieder nicht, für André und mich Plätze nebeneinander zu reservieren. Beim Check-In für den ersten Inlandsflug mit Southafrican Airlines war das Umbuchen kein Problem. Da wir noch Zeit hatten (man glaubt es kaum), versuchten wir noch hier am Flughafen einen Lufthansa Schalter aufzusuchen. Dieser war allerdings noch geschlossen.
So ging es erst einmal in die Transitzone. Ab jetzt hieß es für viele viele Stunden Maske tragen 🙁
Mit der kleinen Maschine ging es zunächst wieder nach Johannesburg. Nach etwa 2 Stunden landeten wir.

Komischerweise konnten wir gar nicht direkt in der Transitzone bleiben. Wahrscheinlich lag es am Inlandsflug. Da wir mit 7 Stunden mehr als genug Aufenthalt hatten, schauten wir so erst einmal durch den offenen Bereich. Auch hier entdeckten wir allerdings keinen Lufthansa Schalter der geöffnet war.
Alleine warten wollten wir dann nicht und so ging es zusammen mit der Gruppe durch die Sicherheitskontrolle. Die lange Wartezeit nutzten wir für einen Bummel durch die verschiedenen Souvenirgeschäfte. Hier und da kauften wir ein paar Getränke, ein Eis oder andere Leckereien. Allerdings waren wir inzwischen nicht mehr so richtig als Gruppe unterwegs, die ganzen Missgeschicke während der Zeit haben bei allen ihre Spuren hinterlassen. Da wir zu zweit waren, machte uns das Ganze aber wenig aus.

Irgendwann waren die vielen Stunden der Warterei nun zu Ende und das Boarding begann. Wir konnten vorher am Schalter noch die Plätze ändern. Freundlicherweise hat uns die Mitarbeiterin sogar in eine Notausgangsreihe mit mehr Beinfreiheit gesetzt. Blöd nur, dass man dort die Armlehnen nicht wegklappen kann.
Im Flieger stellte sich dann aber schnell heraus, dass viele Plätze frei blieben und so rückten wir nach Vorne auf, wo auch der Rest der Gruppe saß. André und ich hatten das große Glück nun eine Mittelreihe mit 4 Plätzen für uns alleine zu haben. So konnten wir uns sogar ausstrecken.
Der Flug ging dann wieder über Nacht zurück nach Deutschland. Durch die vielen Erlebnisse war der Urlaub schon anstrengend und wir freuten uns, dass wir in den 10,5 Stunden Flug sogar relativ viel Schlaf bekommen haben.
In Frankfurt zurück hieß es dann noch in der Transitzone Abschied nehmen. Ein paar sind noch weiter nach Dresden geflogen. Nach ein paar herzlichen Worten gingen wir nun aber zur Passkontrolle und dem Kofferband.
Nachdem wir beide Koffer wohlbehalten zurück bekommen haben, ging es für uns zum Flughafen-Bahnhof.
Leider sind wir das An- und Abreisen mit dem Zug bisher nicht gewohnt. Beim Buchen mit Zugbindung haben wir leider zu viel Wartezeit eingeplant. So saßen wir fast zwei Stunden oben (im warmen Teil) des Flughafen-Bahnhofs und warteten.
Natürlich haben wir uns trotzdem viel zu früh auf den Weg zum Gleis gemacht. Als der richtige Zug dann endlich einfuhr konnten wir es kaum erwarten, aus der Kälte heraus zu kommen. Immerhin haben wir einen Temperatursturz von fast 30 Grad auszuhalten. Gepaart mit der Müdigkeit der langen Reise eine frierende Kombination 😉
Auffällig war, dass sich schon kurz vor Einfahrt des Zuges einige Polizeibeamte am Gleis versammelten. Der Zug fuhr ein, die Polizisten stiegen in den Zug und die Türen wurden verschlossen. Keiner durfte raus oder rein. Es dauerte gute Zehn Minuten, die wir weiter in der Kälte ausharren mussten, ehe die Polizisten offenbar erfolglos wieder ausstiegen.
Endlich durften wir einsteigen. Wir kämpften uns mit den großen Koffern zu zwei freien Plätzen. Zum Glück hatten wir einen Direktzug und mussten bis Dortmund nicht mehr umsteigen. Durch die polizeiliche Verzögerung hatten wir nun aber einiges an Verspätung und so mussten wir immer wieder warten um andere Züge vorzulassen.

Bis wir dann endlich in Dortmund aussteigen konnten, hat es gefühlt ewig gedauert. Immer wieder sind wir weggenickt.
Am Bahnhof wurden wir dann abgeholt und es ging endlich nach Hause. Dort wartete dann leider schon die nächste böse Überraschung: Während des Urlaubs ist jemand in mein Auto gefahren, natürlich ohne sich zu melden… nun zieren einige Lackschrammen hinten die Ecke als Erinnerung an diesen Urlaub.
Übrigens waren wir noch keine ganze Woche zurück als die Hiobsbotschaft einer neuen Corona-Variante (Omikron) bekannt wurde. Blöd, dass sie erstmals in Südafrika entdeckt wurde und sich von dort allmählich in der Welt ausbreitete. Wir waren exakt 2 Wochen zurück, als die deutsche Regierung Südafrika zum Virusvariantengebiet erklärte und alle Urlauber profroma für 14 Tage in Quarantäne müssen. Schwein gehabt! Allerdings haben wir schon festgestellt, dass uns einige in der ersten Zeit „vorsichtiger“ behandelt haben und uns aus dem Weg gegangen sind. Das war definitiv nicht schön! Und natürlich haben wir uns in Südafrika nicht mit Corona infiziert… wie auch, die Hygienemaßnahmen waren dort viel gründlicher als hier in Deutschland.
Urlaubsfazit
Obwohl wir kurz vorm Abflug aus Deutschland ein mulmiges Gefühl wegen Corona hatten, haben wir es vor Ort nicht ein einziges Mal bereut oder Angst vor dem Virus bekommen. In jedem Hotel, Supermarkt, Geschäft… standen Desinfektionsmittelspender. Diese waren mit den Füßen zu bedienen und das Personal achtete sehr genau darauf, dass es richtig genutzt wird. Zudem wurde an etlichen Stellen Fieber gemessen und alles dokumentiert (in den Hotels, am Flughafen, am Eingang zu Nationalparks).
Nachdem wir nun einiges an Abstand gewonnen haben und unser Ärger ein wenig abgeflacht ist (die Agentur hat uns als Wiedergutmachung noch ein Paket nach Hause geschickt und eine kleine Rückzahlung veranlasst), können wir ein davon unabhängiges Fazit ziehen:
Südafrika ist ein tolles und interessantes Land und im Vergleich zu vielen anderen Ländern Afrikas absolut fortschrittlich entwickelt. Sprich, es gibt ein touristisch ausgebautes Netz, vernünftige Straßen und man kann ohne Probleme im Restaurant Essen gehen, ohne sich den Magen zu verderben. Mit normalen Sprachkenntnissen in Englisch kommt man überall gut zurecht.
Wir werden bestimmt irgendwann noch einmal wieder kommen. Allerdings sollte man bei 14 Tagen genau überlegen, ob man die Panoramaroute und den Krugerpark (also unseren 1. Reiseteil) mitmacht. Es sind viele Kilometer, die sich auf den Straßen Südafrikas definitiv ziehen. Möchte man den Krugerpark unbedingt mitmachen, sollte man über einen Flug dorthin nachdenken. Als Alternative gibt es an der Gardenroute auch verschiedene kleinere Nationalparks (zB. Addo Elephant Park), in denen man die Big 5 sehen kann.
Auch wenn die Ausblicke Gods Window, Three Rondalves und die Potholes schön sind, so finde ich nicht, dass es sich bei nur 14 Tagen lohnt, deshalb 2 Tage im Auto zu hocken. Zudem sollte man im Krugerpark mehr als einen Tag Zeit haben. Die Übernachtung in der Zeltlodge möchten wir nicht missen, sie hat uns das ursprüngliche Gefühl Afrikas vermittelt.
Beim nächsten Mal lieber direkt zur Gardenroute und diese entspannt 12-14 Tage mit einem Mietwagen bereisen. Keine Angst, wer individuelle Urlaube in anderen Ländern mag, wird hier keine Probleme haben und auf seine Kosten kommen. Man muss sich am Anfang zwar auf Linksverkehr umstellen, aber es gibt genug Hotels, Restaurants und Geschäfte. Die Einheimischen die wir kennengelernt haben, waren allesamt sehr freundlich. An der Gardenroute kann man sich, denke ich, gut auf sein Gespür verlassen, ob man sich an einem Ort sicher und wohl fühlt oder einem die Gestalten evtl. Zwiespältig vorkommen.
In Kapstadt würde ich dann bewusst nah an der Waterfront ein Hotel beziehen und mit den Mitarbeitern vor Ort über ggf. gefährlichere Bereiche und Straßen sprechen. Sie alle brauchen den Tourismus und werden ehrlich zu euch sein!
Wir haben uns auf Jedenfall geärgert, dass wir uns durch Corona so haben verunsichern lassen. Ohne Agentur hätten wir deutlich weniger bezahlt und für uns persönlich viel mehr aus dem Urlaub rausholen können.
Uns hat ein wenig der Kontakt zu „schwarzen“ und „coloureds“ gefehlt. Frans (der erste Reiseführer) war relativ neutral aber Herbie hat sie immer wieder in ein schlechtes Licht gebracht. Thomas zuletzt war hingegen sehr offen ihnen gegenüber. Wir hätten uns gerne eine eigene Meinung gebildet und einen Teil der Reise gerne mit einem farbigen Guide erlebt.
Im Gepäck sollte man auf Jedenfall ein Powerpack haben und am Besten auch Ladestecker fürs Auto, falls man (so wie wir) mal ein Hotel ohne Strom erwischt. Auch sowas gehört zu einem Urlaub am Ende der Welt dazu und hat den Urlaub deshalb keineswegs schlechter gemacht! Genauso wichtig ist ein wärmeres Jäckchen und Regensachen!
Wir hatten keinerlei Probleme mit Mücken. Der Krugerpark liegt in einem Malariagebiet. Wir haben uns morgens, mittags und abends mit Nobite eingesprüht und sind stichfrei geblieben.
Wenn ihr noch Fragen zur Reise habt, so könnt ihr die gerne unten in die Kommentare stellen. Wir versuchen alles so gut wie möglich zu beantworten.
Für uns heißt es jetzt leider wieder Urlaub vorbei, Arbeiten gehen und auf die nächste Urlaubsreise warten…