Heute morgen sind wir, so wie sonst auch, zeitig wach geworden und nach einem kurzen Frühstück sollte es losgehen. Das wir immer vor der Allgemeinheit losfahren, haben wir ja schon die ganzen Tage bemerkt. Hier war allerdings die Schranke vom Campingplatz noch geschlossen. Zum Glück konnten wir sie selbstständig öffnen und mussten nicht warten, bis jemand kam.
Nun ging es für uns das letzte Mal auf dieser Reise weiter Richtung Norden. Auf der etwas mehr als einstündigen Fahrt zum Trollstigen lag noch eine Fährfahrt zwischen Eidsdal und Linge. Nicht mal 3 Kilometer brachte uns die Fähre über den Fjord, ersparte uns daduch aber einen riesen Umweg.
Bevor es ins Hochland ging, kamen wir noch am Gudbrandsjuvet vorbei. Eine 20-25 Meter tiefe Schlucht die der Fluss Valldola gegraben hat. Über Plattformen lässt sie sich gut besichtigen.

Anschließend ging es noch einmal durchs karg bewachsene Hochland. Faszinierend war, dass die Felsen um uns herum alle nahezu quietschgrün vermoost waren. Wir hielten noch einmal an, um den Blick auf die vielen Bergkuppen zu genießen.

Bald schon erreichten wir den obersten Punkt der Trollstigen. Hier wurde ein topmodernes Besucherzentrum mit vielen Parkplätzen gebaut. Von dort ging es an einem Wasserbecken entlang über einen kleineren Pfad zu verschiedenen Aussichtspunkten auf den Trollstigen. Übersetzt heißt der Name übrigens Trollleiter….

Der Trollstigen gehört zu den berühmtesten Touristenstrecken Norwegens. Mit 11 Haarnadelkurven und 12 Prozent Steigung werden insgesamt 405 Höhenmeter bewältigt. Auf halber Strecke befindet sich noch ein Wasserfall, der Stigfossen. 2005 gab es einen größeren Felssturz woraufhin einige Teile erneuert werden mussten. Dabei wurde die Straße auch ein wenig „entschäft“. Auf Grund der Höhe ist die Straße nur im Sommer, also von Anfang Juni bis September befahrbar. Den Rest des Jahres bleibt sie geschlossen.

Nachdem wir uns von den verschiedenen Aussichtspunkten einen Überblick verschafft hatten und einige Autos beim Befahren beobachten konnten, ging es zurück zum WoMo. Natürlich nicht ohne vorher einen Abstecher ins Besucherzentrum samt Souvenirshop zu machen…. vielleicht gibt es hier ein paar Souvenirs, die wir bisher noch nicht gesehen haben ;).

Jetzt war es auch für uns an der Zeit, die berühmte Straße hinab zu fahren. Obwohl uns einige Autos und sogar Fahrräder (manche sind echt sportlich) entgegen kamen, war es eigentlich sehr entspannt. Die Anfahrt zum Stegastein vor ein paar Tagen war da deutlich anspruchsvoller. Leider konnten wir am Wasserfall nicht anhalten.
Am unteren Ende des Trollstigens gibt es wieder einen kleinen Parkplatz. Hier steht noch eine lustige Trollfigur auf einem Motorrad. Nach ein paar Erinnerungsfotos ging es dann aber weiter nach Norden.

Geplant war bis Andalsnes zu fahren und dort mit einer Seilbahn zum Rampestreken hinauf zu fahren. Ein moderner Steg der auf den letzten Metern in der Luft hängt und eine tolle Aussicht auf Andalsnes und den Romsdalfjord bietet.
Da wir mit unserer Zeitplanung allerdings ein wenig in Verzug stehen und die Fahrt wieder einmal nicht günstig ist, entschieden wir uns nun dagegen. Stattdessen bummelten wir in Andalsnes durch ein Einkaufszentrum. Dort konnten wir der riesen Selbstbefüllstation für Weingummi und Lakritz nicht wiederstehen und kauften mal von allem etwas zum Probieren. Verdammt lecker! Die besten Sachen haben wir uns natürlich gemerkt um sie später in größeren Mengen nachkaufen zu können :).
Danach ging es noch auf einen kleinen Umweg zu einem alten Virtualcache am Trollveggen. Am Fuße eines Berges steht mit Trollen verziert eine große Anzeige der aktuellen Tagestemperatur. Heute zeigte sie leider keine Temperatur an, aber es war Tshirt und kurze Hosen Wetter :).
Nun waren wir am nördlichsten Punkt unserer Reise, leider noch über 800 Kilometer südlicher als der Polarkreis, und drehten wieder um nach Süden.
Wir fuhren den gleichen Weg zurück… also den Trollstigen hinauf, was genauso entspannt war, wie die Fahrt hinunter. Dieses Mal hatten wir aber weniger Verkehr hinter uns und konnten zumindest ein schnelles Foto vom Wasserfall machen.

Danach ging es bis zum Fähranleger die gleiche Route zurück. Dort fuhren wir dann nicht wieder auf die Fähre, sondern
über die E60, wo es aber wieder eine Fähre gibt. Von Lyabygda nach Stranda.

So führte uns der Weg an Hellesylt vorbei. Hier hätten wir mit der Fähre über den Geirangerfjord statt des Ausflugsboot ankommen können… ein sehr kleiner Ort in dem wir während der Wartezeit auf die Rückreise wohl hätten wenig machen können.
Anschließend ging es kurz über die E39 und dann über die E15 immer am Innvikfjorden entlang. Das ruhige Wasser in Kombination mit dem herrlichen Sommerwetter luden eigentlich für eine kleine Kayaktour ein. Leider hatten wir keins dabei.
Im Ort Olden machten wir noch einen kleinen Stop an mehreren Touristengeschäften. Hier gab es Outdoorausrüstung jeglicher Art. Allerdings auch zu norwegischen Preisen.
Die letzte halbe Stunde Fahrt führe uns heute in eine Sackgasse. Ganz am Ende wartete der Briksdallsbreen Gletscher. Am Startpunkt der Wanderung liegt ein größerer Campingplatz (Melkevoll Bretun). Hier stellten wir unser WoMo nun für die nächste Nacht ab.

Da es schon auf den Abend zu ging, entschieden wir uns zunächst für Essen. Heute gab es mal eine Suppe, die schweren Vorräte müssen schließlich auch mal verbraucht werden.

Anschließend machten wir uns dann für die kleine Wanderung bereit. Der Weg führte uns ca. 45 Minuten kontinuierlich bergauf. Wir kamen an einem extrem wasserreichen Wasserfall vorbei bis wir die letzten Meter vor uns hatten. Hier stehen verschiedene Holzschilder. Mit diesen kann man sehen, wie sehr sich der Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen hat.

Nun endlich konnten wir den Gletscher entdecken. Er endet in einem kleinen Schmelzwassersee der saukalt ist. Einer anderen Familie machte das aber nur bedingt etwas aus. Sie überwindeten sich und gingen Baden. Hey, es ist erst 20:30 Uhr. Die Außentemperatur sagt inzwischen leichte Jacke und der Rückweg zur heißen Dusche dauert noch mal gute 45 Minuten. Respekt! Wir beobachteten das Schauspiel lieber, ließen anschließend die Drohne noch ein wenig fliegen und machten uns dann auch auf den Weg zurück. Ich liebe diese Helligkeit hier.

Wieder zurück am WoMo wurde noch schnell geduscht und während wir nun im Bett lagen, lauschten wir dem Fluss, der direkt hinter unserem WoMo her rauscht.