Als wir heute Morgen den ersten Blick aus dem Auto wagten, waren endlich mal deutlich weniger Wolken am Himmel. Das Einheitsgrau scheint erst einmal hinter uns zu liegen. Beim Rausgehen stellten wir dann fest, dass es im Pullover ausreichend warm ist. Juhuu! Im Juli endlich keine Jacke mehr. Es wird besser :-).
So machten wir uns ganz anders motiviert auf den Weg.
Allmählich neigt sich unser Urlaub dem Ende zu und es sind noch einige Kilometer zu fahren. Als erstes Zwischenziel hatten wir uns Lom gesetzt. Dort waren wir im letzten Jahr bereits und es gab leckeres Softeis mit Dippschokolade. In den letzten Tagen hatten wir schon gar keinen Eishunger mehr, weil das Wetter einfach viel zu schlecht war.
Unser Weg führe durch den relativ großen Ort Stryn. Nach so langer Zeit bei schönem Wetter mal wieder ein Touri-Urlaubsort. Schade, dass die Geschäfte noch geschlossen haben. Hier wären wir sonst bestimmt ein Weilchen durch die Läden gebummelt.

Stattdessen fuhren wir nun weiter und hielten für einen Cache am Jostedalsbreen Nationalparkcenter. Auch hier haben ein paar WoMos übernachtet und bei herrlichem Blick auf Fjord und Berge gerade auf der Wiese gefrühstückt. Hoffentlich können wir das schöne Wetter nun auch die letzten Tage noch genießen.
Der Blick war einfach herrlich und es fiel uns schwer, uns wieder los zureißen. Mit der Öffnung des kleinen Souvenirladens kam gerade eine große Busladung angekarrt. Wir ließen uns davon aber nicht abschrecken und bummelten noch einmal durch die vielen Elchsachen. So richtig gefallen hat uns aber nichts Neues mehr und so machten wir uns wieder auf den Weg.

An der E15 kamen irgendwann einige Serpentinen und am oberen Ende das Hinweisschild zum Ovstefossen. Endlich macht das Anhalten an diesen Viewpoints wieder Spaß und so machten wir auch hier noch ein paar Fotos.

Nun war es nicht mehr weit und wir erreichten mit der Abbiegung nach Geiranger bekanntes Gebiet vom letzten Jahr. Da es schon letztes Jahr in Geiranger sehr voll war, entschieden wir uns allerdings gegen einen erneuten Besuch. Während wir auf einem Schlafplatz vom letzten Jahr kurz unterhalb der Zufahrt zum Dalsnibba noch einmal anhielten, fiel uns auf, dass die Berge hier noch deutlich mehr mit Schnee bedeckt sind als zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Während wir in Erinnerungen schwelgten, überlegten wir, ob wir den Dalsnibba-Aussichtspunkt noch einmal besuchen wollen. Im letzten Jahr war es dort oben recht frisch und regnerisch. Allerdings konnten wir dafür sogar einen Regenbogen direkt über dem Geirangerfjord entdecken. Wir entschieden uns dagegen, denn die 26 Euro Mautgebühr für das kleine Stück Straße wollten wir dann doch nicht noch einmal bezahlen.
Kurz vor Lom hatte es dann offenbar kurz vorher einen Auffahrunfall gegeben, weshalb die Straße kurzweilig komplett gesperrt war. Die Polizei hat hier aber super Arbeit geleistet und wir konnten noch ehe die Rettungswagen anwesend waren, vorbei fahren. Und das hat sogar problemlos und ohne Gaffer funktioniert. Erst später wurden wir dann von den RTW`s auf dem Weg ins Krankenhaus überholt. Uns ist dabei aufgefallen, wie wenig Unfälle wir trotz der vielen vielen gefahrenen Kilometer gesehen haben. Hier ist es einfach ruhiger und entspannter als bei uns!

So ging es dann einfach direkt weiter nach Lom. Dort war es, genau wie im letzten Jahr, gut voll. Es brauchte 3 Runden auf dem Parkplatz, direkt an der Stabkirche, ehe wir ein freies Plätzchen ergattern konnten.
Danach ging es für uns noch einmal zur Stabkirche. Ein Besuch von Außen reichte uns völlig und wir gingen durch die Ortsmitte direkt zu der uns bekannten Eisdiele. Schnell wurde bestellt. Ups, das Eintunken in Dippschokolade muss der Verkäufer noch üben. Erst im 3. Versuch gab es ein ordentliches Eis, das nicht zwischendurch aus dem Hörnchen gefallen ist. Das so mühselig erstellte Eis schmeckte dann aber auch besonders gut!

Anschließend bummelten wir noch durch 1-2 Geschäfte. Eigentlich suchte ich noch nach einem bestimmten Pullover, den ich aber nirgends entdecken konnte. Dafür fand André noch einen schönen und wir konnten endlich den Elch, in den wir uns im letzten Jahr verliebt haben, kaufen. :-).
Als wir zurück am WoMo waren und André alles einräumen wollte, stellte er fest, dass an dem Pullover eine Naht am Rücken kaputt ist. Also wieder aussteigen und noch einmal ins Geschäft. Hui, der Verkäufer ist vielleicht unfreundlich. Schon beim ersten Bezahlen schnauzte er uns an, als wir nach Taxx Free (steuerfreies Einkaufen) gefragt haben. Nun grummelte er, dass er den Pullover nicht mehr habe, André aber was anderes aussuchen muss und das Geld nicht zurück erstattet werden kann. Irgendwie war das wieder so passend. Mit etwas Improvisieren freundeten wir uns dann aber noch mit einem anderen Pullover an und konnten dieses Mal erfolgreich vom Parkplatz fahren.
Nun führte uns der Weg an Otta vorbei. Von einer Brücke sah es auch dort nach ein paar Geschäften aus und so fuhren wir spontan hinein. Allerdings waren hier einige Baustellen, was die Parkplatzsuche nicht gerade einfacher machte und schon waren wir in einer belebteren, engen Straße. Beim Ausweichen berührten wir dann mit dem Spiegel den eines anderen Fahrzeugs. Es ist zwar nichts passiert, aber natürlich hält man an. Der andere Fahrer, der sogar an seinem parkenden Auto war, schien jedoch wenig beeindruckt und fuhr los. Ok, Problem gelöst. Perfekt.
Die Lust auf das Bummeln war aber durch den fehlenden Parkplatz schnell vergangen und so sahen wir zu, dass wir den Ort schnell wieder verlassen.
Schnell wurde die Straße nun zu einer mautpflichtigen Autobahn und die schönen Ausblicke waren vorbei. Das kam jetzt irgendwie ein wenig unerwartet und für’s nächste Mal wissen wir gewiss, dass wir doch lieber durch Südwestnorwegen und mit der Fähre zurück fahren würden. Dieses Jahr haben wir uns anders entschieden, weil die aktuellen Erfahrungen zur Fähre eher mau ausfallen. Oft gibt es keine Buchungsbestätigung, sodass man sich nicht sicher sein kann, auf der gebuchten Fähre mitzukommen und dann gibt es immer wieder größere Verspätungen. Wir wollten da lieber auf Nummer Sicher gehen und wählten erneut den Landweg, der nur deutlich länger ist.

Trotzdem dauerte es nun nicht ganz so lange und wir erreichten Lillehammer bzw. die etwas außerhalb liegende Skisprungschanze. Hier hat es uns auf Anhieb gut gefallen. Auch wenn es etliche Camper waren, die bereits auf dem Parkplatz standen, so wussten wir, bei dem Ausblick bleiben wir heute einfach auch hier.

Für 24 Stunden Parken haben wir nun ca. 8 Euro per Easypark App gezahlt und hatten ganz viel Zeit, den Schanzenpark zu erkunden.

Lysgårdsbakken, so heißt die Skisprungschanzenanlage, die aus 2 Schanzen besteht und extra für die Olympischen Winterspiele 1994 gebaut wurde. Im zugehörigen Stadion fanden damals Eröffnungs- und Schlussfeier statt. Wir können uns daran allerdings nicht erinnern, waren wir doch noch viel zu jung ;-). Auch heute wird die Anlage noch häufig für Wettkämpfe und Trainings genutzt.
Nach all den misslungenen Wanderungen sind wir ein wenig Fußfaul geworden und so wählten wir den Sessellift nach oben. Nein quatsch! Den haben wir natürlich nur gewählt, weil wir schon immer mal im Sommer und ohne Ski bzw. Snowboard im Sessellift sitzen wollten ;-). Jedenfalls hatten wir schon auf der Fahrt nach oben einen tollen Blick.

Oben angekommen, ging es gleich zum Schanzenkopf und einige Stufen hinunter zum Schanzentisch. Respekt für alle, die sich hier runter stürzen. Das wäre mal so überhaupt nicht meins! Leider fand gerade kein Training statt, um mal live bei so einem Sprung dabei zu sein.
Auch oben hinter den Schanzen ist ein tolles Waldgebiet und da es inzwischen wieder sommerlich war, Tshirts ausreichten und die lange Hose eigentlich auch überflüssig war, genoßen wir es hier ein ganzes Weilchen.
Später ging es dann aber stilecht per Sessel auch wieder hinab. War ja schließlich bezahlt ;-). Wer hoch und runter sportlich läuft, zahlt hier übrigens keinerlei Eintritt! Wir haben 60 Kronen, also ca. 6 Euro für den Spaß gezahlt.

Zurück am WoMo warteten wir noch einen Moment, dass ein PKW neben uns wieder wegfuhr und parkten noch mal um. So hatten wir mehr Platz zu den WoMo Nachbarn und konnten Tisch und Stühle hinausstellen. Wie ungewohnt!
Nun saßen wir ein ganzes Weilchen in der herrlichen Sonne und freuten uns wie kleine Kinder auf die Grillwürstchen.

Natürlich waren wir aber auch fleißig und haben zB. mal alle nassen Schuhe aus der Garage gekramt und in der Sonne trocknen lassen und bei der Gelegenheit dann gleich die ganze Garage aufgeräumt. Nun fällt es uns die letzten Tage dann einfacher, an neue Getränkeflaschen zu kommen.
André wäre gerne nach langer Zeit mal wieder mit der Drone geflogen. Die letzten Tage spielte das Wetter ja nie mit. Heute wäre das Wetter perfekt, aber der Flughafen von Lillehammer ist zu nah und so gibt es hier ein Dronenflugverbot. Schade!

Abends wird es inzwischen wieder etwas dunkler und damit auch kühler und so packten wir wieder alles zusammen und verzogen uns ins Innere. Die letzte Nacht in Norwegen bricht an. Bei dem jetzigen Wetter einfach nur schade. So könnte ich noch gut 2 Wochen länger bleiben :-).