Obwohl das Bett deutlich bequemer ist, als das auf Jersey, ist es schmaler und so wäre ich heute Nacht fast aus dem Bett gefallen. Wie bisher jeden Morgen waren wir auch heute wieder zu früh wach. Die vorbeifahrenden Autos machten komische Geräusche und wir fürchteten schon, dass es regnet. Ein Blick aus dem Fenster brachte die Ernüchterung. Tatsächlich Regen 😞 und davon ganz schön viel.
Also Regensachen an und ab geht’s zur Fähre. In der Küche holten wir uns noch schnell das Frühstück ab. Zum Glück hatten wir gestern noch über den Booking Nachrichtendienst mit dem Eigentümer Kontakt aufgenommen. Eigentlich wäre das Frühstück erst ab 8 Uhr bereit gewesen. So konnten wir Joghurts, Croissants, Müsli, Kellogg’s, Obst und Saftpakete mitnehmen… perfekt.
Dann ging es durch den Regen die ca. 10 Minuten zum Hafen. Wir meldeten uns im Büro des Fährunternehmens und bekamen unsere Tickets. Danach wurde uns erklärt wo wir warten sollen, denn morgens fährt kein Ausflugs- sondern ein Frachtschiff. Das klingt spannend. Mit uns warteten dann aber noch ein paar andere und so wurde kurze Zeit später die kleine Kabine bzw. der Aufenthaltsraum der Crew auf dem Schiff gut gefüllt. Rausgucken ging nicht, aber das war so früh nicht wirklich schlimm.

Als wir dann nach ca. 1 Stunde später auf Sark ankamen, war keine Wolke mehr am Himmel. Schnell ging es zum „Taxi“, denn fast alles auf der Insel befindet sich oberhalb auf einem Plateau. Da auf dieser kleinen Insel keine Autos fahren, ist das Taxi ein Trecker mit Anhänger. Wir zahlten die 1,50 Pfund pro Person gerne, denn der Weg war durch den Regen ganz schön matschig. In dem Mini Ort angekommen hatte noch fast alles geschlossen, aber so richtig viel gibt es hier eh nicht. Und so erwanderten wir nach und nach viele schöne Aussichtspunkte und genossen vor allem die Ruhe.

Am La Coupée, einem sehr schmalen Grad der Sark mit Little Sark verbindet wagten wir uns einen steilen Weg hinab zum Strand. Die Landschaft ist hier schon unglaublich. Dieser schmale Übergang zu Little Sark wurde erst in den 40er Jahren von Deutschen Truppen ausgebaut und mit Geländern gesichert. Vorher sind die Leute vor allem bei starken Winden teils auf allen Vieren hinüber gekrabbelt.

Zwischendurch trafen wir noch einen sehr sympathischen Einheimischen. Wobei ich zugeben muss, ein Leben hier kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Außer Landwirtschaft und wenigen Jobs in einem kleinen Laden, der Schokoladenmanufaktur, der Milchfarm oder einigen Unterkünften gibt es nicht.
Unterwegs kamen wir auch an der Schule vorbei. Hier gibt es logischerweise auch nur wenige Klassen und für eine gute Bildung muss man die Insel verlassen. Sogar eine Arztpraxis konnten wir zwischendurch entdecken.

Wo es uns gefiel machten wir Pause und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Um 16:30 ging es dann mit der letzten Fähre wieder zurück nach Guernsey.
