Direkte Fortsetzung zum letzten Beitrag (Orient-Kreuzfahrt–Die Anreise)
Mit einem kleinen Abstecher beim Mittagessen (wir mussten ja schauen, wie gut die Eisauswahl ist), ging es dann erst einmal wieder runter vom Schiff.
Stadtbesichtigung Doha
Das Hafenterminal wurde neu gebaut und um aus dem Terminal herauszukommen, muss man mit einer Rolltreppe durch ein großes Aquarium fahren. Sehr geil! Willkommen in einer anderen Welt, in der Geld definitiv keine Rolle spielt.
Draußen vorm Terminal gibt es dann kostenfreie Shuttlebusse, die einen zum Souq Waqif bringen. Hierzu mussten wir uns erst einmal orientieren, da am Ausgang erst einmal nur die kostenpflichtigen Hop-On Hop-Off Busse zu finden waren. Nach einer kurzen Nachfrage wurde uns gezeigt, dass der Bus zum Souq etwas weiter hinten abfährt und bis auf zwei weitere Passagiere war dieser bisher leer. Der Shuttle wird übrigens von der Stadt Doha und nicht von TUI organisiert. Wir hätten uns allerdings Hinweisschilder mit Abfahrtszeiten gewünscht…

Nach einer ca. 20 minütigen Fahrt schlenderten wir erst einmal eine Runde über den Souq. Allerdings ist das zur Mittagszeit nicht ganz so zu empfehlen, denn einige Läden haben Mittagspause… Leider hatte auch der Falken-Souq gerade Pause und wir konnten nur ein paar Vögel hinter der Scheibe des Krankenhauses entdecken. Die Falkenklinik ist hier übrigens besser ausgestattet als so manches Krankenhaus in Deutschland… Aber wen wunderts, wenn die Ölscheiche ihre Falken sogar in der First Class fliegen lassen…

Das eigentliche Treiben des Souqs fehlte jetzt leider… vielleicht bekommen wir später davon ja noch ein wenig mit. Schließlich soll es hier neben Haustieren und Lebensmitteln auch jede Menge Garküchen geben…

Nun suchten wir die etwas versteckte Metro-Station. Am Automaten konnten wir dann in englischer Sprache per Kreditkarte zwei Tageskarten kaufen. Für umgerechnet 3,11 Euro (12 QR) können wir nun mit 3 verschiedenen Linien den ganzen Tag kreuz und quer durch die Stadt fahren. Alles ist sauber und für die Fußballweltmeisterschaft 2022 neu gebaut worden. Das Schönste aber, es war überhaupt nicht überlaufen.
Unser erstes Ziel war nun das Khalifa-Fußballstadion. Hierzu fuhren wir mit der goldenen Linie von „Souq Waqif“ nach „Sport City“. Das Stadion wurde bereits 1976 gebaut und seitdem mehrmals umgebaut. Mit Hilfe einer Klimaanlage lässt sich die Temperatur auf 24-28 Grad herunter kühlen… Auch Deutschland hat während der WM in diesem Stadion gespielt und 1:2 gegen Japan verloren und ist schon nach der Gruppenphase ausgeschieden.

Wir drehten eine Runde um das Stadion, denn schon von Weitem lässt sich ein weiteres Bau-Highlight ausmachen… Der 318 Meter hohe Aspire Tower ist das höchste Gebäude in Katar. Anlässlich der Asienspiele 2006 wurde der Turm, der wie eine Fackel aussieht, gebaut. Allerdings gibt es hier keine offizielle Aussichtsplattform. Wer hier hoch möchte, muss sich in einem drehbaren Restaurant in über 200 Metern Höhe die „Teatime“ reservieren… Da wir das nicht gemacht haben, staunen wir von unten ein Weilchen und gehen dann weiter zur angrenzenden Villagio Mall. Diese ist das 3. größte Einkaufszentrum und wurde – wie der Name schon vermuten lässt – wie Venedig aufgebaut. Im Inneren verlaufen kleine Kanäle, auf denen elektrische Gondeln Besucher umherfahren können. Außerdem gibt es hier eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen und einen kleinen Vergnügungspark… Mit genug Geld stören auch Temperaturen von bis zu 50 Grad nicht, um das Wintersport-Feeling zu bekommen. Einfach nur verrückt!

Von der Villagio Mall ging es wieder zurück zur Metro. Dieses Mal ging es mit der goldenen Linie am Souq Waqif vorbei zum Nationalmuseum. Das imposante Gebäude hatten wir bereits heute Morgen vom Bus aus gesehen… Die Gebäudeform soll eine Wüstenrose darstellen. Passend dazu kann man auf einem 1,5 Kilometer langen Rundgang durch`s Gebäude die Geschichte erleben, wie es Katar in nur 50 Jahren geschafft hat, von einer Nation aus Beduinen-Nomaden und Perlentauchern dank der Entdeckung natürlicher Erdgasvorkommen zum Land mit dem höchsten Pro-Kopf Einkommen der Welt zu werden.

Unser Ausflug beschränkte sich dann allerdings auf die Besichtigung von Außen, denn allmählich merkten wir die Füße und die Müdigkeit und so ging es mit der Metro wieder zurück zum Souq. Den Shuttle zum Hafen sahen wir gerade noch wegfahren. Die perfekte Chance für einen Local sich als Taxifahrer anzubieten… Für günstige 5 Euro pro Person würde er uns zum Hafen bringen und der nächste Bus würde erst in 40 Minuten wieder kommen… bei dem Preis warten wir gerne… zumal es in Doha eigentlich üblich ist, dass Taxis mit Taxameter abrechnen und wir uns damit ziemlich sicher waren, dass er uns in eine touristische Falle locken wollte…
Leider war beim Souq noch immer kein richtiges Treiben aber noch länger bleiben wollten wir auch nicht. Umso mehr freuten wir uns, dass der nächste Shuttlebus wenige Minuten später eintraf.
Völlig kostenfrei ging es so sehr entspannt zurück zum Schiff…. Langsam wurde es dunkel und damit erwachte der kleine Marina-Ort, den wir zum Hafen noch durchfahren mussten, noch zum Leben.
Auf dem Schiff zurück kämpfen wir nun gegen die Müdigkeit an… vor allem, lohnte es sich jetzt nicht wirklich, sich hinzulegen. Zwischen 19 und 20 Uhr müssen wir nämlich eine Ehrenrunde im Terminal drehen, damit wir ordnungsgemäß aus Katar ausreisen und André wollte unbedingt noch Fotos von der Skyline machen. Für die Fotos war es dann aber leider viel zu windig und so verwackelten die Langzeitbelichtigungen auf dem Stativ immer ein wenig.

Völlig durchgefroren (wir hatten unsere Winterjacken an!) ging es zurück zum Schiff. Nach einer warmen Dusche ging es dann im Ankelmannsplatz zum Abendessen ehe wir um 21 Uhr im Theater zur Seenotrettungsübung mussten. Zum Glück ist es inzwischen nur noch ein kurzer Vortrag und wir mussten nicht mit den Schwimmwesten über das halbe Schiff latschen… Leider schafften es aber nicht alle Mitreisenden pünktlich zu sein und sich dann im Theater an die Anweisungen der Crew zu halten (durchrutschen bis zur Reihenmitte weil es bei fast 700 Neu-Angereisten ziemlich voll wird), sodass es unnötig lange dauerte…. Danach gab es dann noch einen leckeren Cocktail ehe wir um 22:00 Uhr endlich zur geliebten Auslaufmusik des Grafen Doha verließen… Au man, wir haben wirklich in unseren Winterjacken an der Rehling gestanden… wir haben mit warmen Wetter gerechnet und keine anderen Jacken mit… hoffentlich bleibt das nicht so kalt!
Nach dem Auslaufen sind wir dann auch schnurstraks auf die Kabine zurück… Nach fast 30.000 Schritten und einer sehr kurzen Nacht im Flugzeug wurde es dringend Zeit für erholsamen Schlaf.