Heute ist Rosenmontag und wir sind sooo froh, dass wir hier im Orient gaaanz weit weg von den vielen verrückten Karnevalisten sind! Die Nacht war überraschend ruhig. Obwohl im Hafen immer wieder gearbeitet wird, haben wir durch die geschlossene Balkontür überhaupt nichts gehört. Auch das heute für einige die Abreise ist, haben wir nicht gehört. Kein Koffer schleppen und keine lauten Gespräche mitten in der Nacht auf dem Flur… Entweder war es wirklich so ruhig oder wir haben einfach tief und fest geschlafen, denn gestern waren es doch wieder einige Schritte und vor allem viele viele Eindrücke, die verarbeitet werden wollten…

Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, ging es erst einmal zum Frühstück. Ach, dass ist so schön… die riesen Auswahl und dazu die „guten deutschen Brötchen“. Im Restaurant merkte man dann aber, dass Wechseltag ist, denn einige waren gerade an Bord gekommen und liefen noch etwas orientierungslos umher :-D… So ging es uns damals in der Karibik auch…
Für heute hatten wir uns vorgenommen, mit der Metro zu „The Palm“ zu fahren.
Der erste Shuttlebus vom Hafen zur Mall fährt immer erst um 10 Uhr, sodass wir es heute sehr entspannt angehen lassen konnten… Wobei wir lieber deutlich zu früh am Busplatz warteten, nachdem wir gestern auf der Rückfahrt keinen freien Platz mehr erwischt haben.
Dieses Mal stand der Bus noch nicht da, aber wir genossen die Wartezeit in der Sonne und trafen 2 Mitreisende vom Hinflug wieder, mit denen wir am Check In schon ein Weilchen gequatscht hatten… Als der Bus dann ankam, standen schon einige Leute an aber es gab für alle noch genügend freie Plätze. Pünktlich um 10 ging es dann los. Dieses Mal dauerte die Fahrt zur Mall ein wenig länger, scheinbar waren noch einige auf dem Weg zur Arbeit.
An der Mall angekommen ging es zunächst wieder fix in den Supermarkt. Wir kauften zu normalen Preisen ein paar Flaschen kalte Softdrinks… Ich weiß, auf dem Schiff gibt es überall kostenfreie Wasserspender aber wir wollten eben was mit Geschmack trinken…
Danach orientierten wir uns an den Hinweisschildern zur Metrostation. Ewig lange Gänge, teilweise mit Laufbändern (die aber aktuell um Strom zu sparen ausgestaltet sind) führten uns über gefühlt 2 Kilometer klimatisiert zur Metrostation. Warum die Haltestelle bei der Entfernung noch „Dubai Mall“ heißen darf, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel :-D.
Das Metrosystem ist sehr einfach: Es gibt 2 Hauptlinien (rot und grün) und eine blaue Straßenbahnlinie, die einmal um den Binnenhafen herumführt. Die gelbe Linie ist die Monorail-Bahn, die einmal über den „Palmenstängel“ fährt. Wir kauften ein Tagesticket. Mit diesem dürfen wir rot, grün und blau beliebig befahren. Für die Monorail-Bahn müssen wir uns später noch ein extra Ticket kaufen.
Das Ticket haben wir fix an einem Schalter per Kreditkarte bezahlt (ca. 6 € pro Person).
An der Dubai Mall fährt nur die rote Linie, sodass man lediglich aufpassen muss, in welche Richtung man fahren will. In unserem Fall heißt die Endstelle „Expo2020“. Genau wie in Doha ist die Metro hier sehr modern, fährt in einer Top Taktung und ist super super sauber… Wobei… eigentlich ist ganz Dubai absolut sauber. Wir haben gestern trotz der vielen vielen Menschen nicht ein bißchen Müll auf dem Boden liegen sehen, keine Kaugummiflecken und nix… einfach tip top!
Die Metro war recht gut gefüllt, aber an der nächsten Station ergatterten wir uns sogar Sitzplätze… übrigens wird hier Respekt vor Älteren noch Großgeschrieben! Kommt jemand Älteres in die Bahn steht man automatisch auf und bietet seinen Platz an…
Nach 8 Haltestellen stiegen wir nun in „Sopha Reality“ aus. Von hier wollten wir mit der Straßenbahn weiter. Einmal mit der Rolltreppe nach unten, fix über die Straße und nach wenigen Minuten hielt die Straßenbahn. Auch wenn es dieses Mal nur 4 Haltestellen waren, dauerte die Fahrt fast genauso lange wie vorher mit der Metro… klar, die Straßenbahn muss deutlich langsamer fahren.
An „Palm Jumeirah“ stiegen wir dann aus… Der Weg zum Monorail führte dann ein wenig verwirrend mitten durch ein Parkhaus… aber vielleicht wurde das auch bewusst so gemacht, denn im Hochsommer möchte hier wahrscheinlich keiner durch die pralle Mittagshitze latschen…
Nun dauerte es ewig, bis wir die Tickets für die Monorail-Bahn kaufen konnten. Es gab nur einen Schalter und offenbar waren einige absolut überfordert. Wir waren sogar schon dabei online zu buchen, aber auf der kleinen Handytastatur und im Stehen alles richtig einzugeben, war nicht gerade einfach. Unser Tipp daher: Unbedingt voher online kaufen!!! Das spart enorm viel Zeit und teilweise gibt es auch Groupon Gutscheine um sogar noch Geld zu sparen.
Nachdem wir nun endlich die Tickets (Tagestickets zu 9€ p.P., damit wir an den verschiedenen Haltestellen aussteigen können) hatten, warteten wir gespannt auf den Zug. Dieser fährt nicht gaanz so häufig, ich glaube „nur“ alle 15 Minuten. Nachdem wir gestern ein sehr sehr gemischtes Publikum um uns herum in der Mall und den Fountains wahrnehmen konnten, wurde es hier ein wenig „neureicher“. Die gegenseitige Rücksichtnahme war bei vielen leider in Vergessenheit geraten und so war es hier recht laut und wir hatten nicht den perfekten Blick zu allen Seiten.
Für den Anfang wollten wir bis an die Spitze der Palme. Zum einen ist dort das offene Meer und zum anderen gibt es dort das berühmte Atlantis Hotel. In diesem gibt es ebenfalls ein großes Aqarium, wieder eine Shopping Mall und den Eingang zu einem ziemlich großen Wasserpark.

Zuerst führte uns der Weg fast automatisch ins Hotel. Dort mussten wir dann leider feststellen, dass der Geheimtipp, man könne das Aqaurium aus einem Restaurant heraus sehen, veraltet ist. Ohne Tickets ist absolut kein Durchkommen mehr. Eintritt zahlen wollten wir dann nicht, denn so viel mehr Auswahl als das Aqaurium in der Mall wird es auch nicht geben. Etwas enttäuscht schauten wir dann in der Mall vorbei. Hier gab es tatsächlich die Möglichkeit, europäische Frauen-Strandbekleidung (sprich: Bikini) zu kaufen… Kosten allerdings mindestens 150 Euro und dann noch nicht mal schön aussehend… Auch wenn mein aktueller Bikini schon etwas kaputt geht, wird er die paar Tage, an denen wir eh nicht viel am Pool liegen, noch reichen… Etwas enttäuscht ging es dann raus an die Luft, in die Sonne, ans Meer… Aber mit einer viel befahreren Straße direkt im Nacken war das auch nicht ganz so der Knaller… Immerhin konnten wir nun einmal selbst sehen, wie die künstlich angelegte Palme mit Steinen vor dem Wasser geschützt wird. Es ist schon verrückt, was der Mensch alles bauen kann.

Dennoch waren wir ein wenig enttäuscht, als wir wieder in den Monorail einstiegen. Dieses Mal stiegen wir dann an der Haltestelle „The Pointe“ aus. Hier gibt es einen Mini-öffentlichen Strand und einen fabelhaften Blick auf das Atlantis-Hotel. Wer hier schwimmen gehen möchte, muss übrigens auf Rochen aufpassen, damit er nicht hineintritt… Wir waren schon glücklich, einmal Sand unter den Schuhen zu haben und die Finger ins Wasser zu halten :-D.

Der nächste Halt mit dem Monorail war dann „The View“ an der Nakheel Mall. Zunächst einmal schlendern wir erneut durch eine große, aber deutlich weniger überlaufene Shopping-Mall ehe wir den Zugang zum „The Palm Tower“ erreichen. Da wir wieder keine Tickets online gebucht hatten, dauerte es erneut, ehe wir um Punkt 14:00 Uhr am Schalter erfolgreich Tickets kaufen konnten… Auch hier der klare Tipp, es vorher fix online zu machen! Heute hatten wir nicht so viel Glück und mussten ein ganzes Weilchen anstehen, ehe es endlich losging… Wobei, so richtig los ging es zunächst nicht wirklich, denn in einer kleinen Gruppe wurden wir zunächst durch eine eigentlich sehr interessante Ausstellung zur Entwicklung der Insel geschleust. Hier wäre es schöner gewesen, wenn man sich das Ganze individuell hätte anschauen können. Trotzdem war es spannend zu sehen, wie die Palme in so kurzer Zeit entstanden ist! Zudem gab es schon eine kleine Ausstellung zur Entstehung von „The World“… wo auf 4 Kilometern Länge vor der Küste Dubais aus 300 Inseln die Weltkarte entsteht.
Nachdem wir durch die Ausstellung dann eher durchgerast sind, standen wir an den Aufzügen. Dieses Mal ging es „nur“ in die 52. Etage auf 240 Metern Höhe. Die Aussichtsplattform wurde erst 2021 eröffnet und ermöglicht ein 360 Grad Panorama über die Palme und zur Skyline von Dubai. Seit 2022 kann man noch 10 Meter höher zu „The Next Level“ fahren…. Natürlich mit dickem Aufpreis… Im Nachhinein frage ich mich, ob diese 10 Meter viel ausmachen, denn von unserer Höhe konnte man die Form der Palme irgendwie nicht so richtig ausmachen… aber vielleicht kenne ich auch einfach zu viele Luftaufnahmen und habe es mir deshalb grandioser vorgestellt…

Auf jeden Fall hatten wir eine sehr gute Höhe, um uns mal die Häuser eines Palmenzweiges genauer anzusehen… Jeder Palmenzweig bzw. jedes Palmenballt ist eine private Straße, wo man ohne Erlaubnis gar nicht hinein kommt. Natürlich stehen hier jede Menge dicke Häuser, aber wenn man genauer hinsieht, dann haben die alle gar nicht viel Platz zum Nachbarn und vom Palmenblatt gegenüber kann man bei Beleuchtung und bodentiefen Fenstern hervorragend hineinsehen… Mir würde es dort nicht gefallen… Aber zum Glück gibt es scheinbar genug, denen es gefällt und die auch genug Geld haben, denn auch auf der 2. Palme, die noch im Bau ist, sind schon alle Straßen verkauft worden…
Nachdem wir in allen Richtungen beobachtet haben und die Privatinsel des Scheichs bestaunt haben, ging es wieder hinab.

Noch einmal quer durch die Mall und dann zurück mit der Monorail… Der Preis für das Ticket der Monorail ist auch nicht wirklich angemessen und so überlegten wir, ob wir die Tickets nicht einfach an die nächsten Weiterverkaufen sollten, damit wir alle halbe/halbe machen :-D.
Quer durch’s Parkhaus ging es dann zurück zur Straßenbahn… Hier waren wir von den Ausblicken dann so abgelenkt, dass wir erst einmal promt an unserer Haltestelle vorbei gefahren sind :-D. Dadurch haben wir dann eine extra Runde einmal um den Binnenhafen Dubais gewonnen und wieder eine Menge mehr gesehen :-D. Mit etwas Verzögerung sind wir dann aber erfolgreich in die Metro umgestiegen.
Vom vielen Laufen und Stehen taten uns allmählich die Beine weh und irgendwie hatten wir das Ganze zeitlich komplett anders eingeschätzt, denn wir haben alleine heute Morgen vom Hafen bis zur Spitze der Palme etwas über 3 Stunden gebraucht… Dann noch die 2 Extra-Stops und das längere Warten von The View… allmählich wurde es schon Abend und so durfte sich auch der Hunger melden… Zwischendurch hatten wir zwar die guten Laugenstangen gegessen, aber irgendwie wurde es nun Zeit für was Anständiges. Deshalb machten wir auch keinen Abstecher mehr zum Burj Al Arab, dem 7 Sterne Hotel in Segelschiff-Form sondern begnügten uns mit dem Blick von Weitem.
Statt an der Mall auszusteigen und auf den letzten Bus um 19:30 Uhr zu warten, denn den 17:30 Uhr Bus würden wir nicht mehr schaffen, fuhren wir einfach weiter zum „Bur Juman“, wo wir in die grüne Linie umgestiegen sind.
Von dort fuhren wir dann noch bis „Al Ghubaiba“. Nun hätten wir noch die Möglichkeit, zwischendurch auszusteigen und zu „The Frame“ zu laufen oder uns in der großen „Emirates Mall“ die Skihalle anzusehen… Aber beim Blick auf die Entfernungen entschieden wir uns dagegen und wählten die Metrostation, die dem Hafen am nächsten liegt. Dort suchten wir uns dann fix ein Taxi und ließen uns direkt vor das Terminal bringen ( ca. 5 Euro).
Zurück auf dem Schiff gab es dann erstmal was ordentliches auf die Gabel… und das ist auf dem Schiff einfach das Tollste… es gibt zu JEDER Zeit etwas zu Essen :-).
Als wir mit dem Essen fertig waren, war es auch schon dunkel. Wir machten es uns gemütlich und warteten gespannt auf das abendliche Auslaufen. Zwischendurch gab es immer mal ein paar Kapitänsdurchsagen… natürlich haben es mal wieder nicht alle geschafft, pünktlich bei der Seenotrettungsübung zu sein… wie immer :-D.
Um 22:30 Uhr war es dann endlich soweit… Dieses Mal brauchte ich auch keine Winterjacke mehr… eine Pulloverjacke reichte um der Auslaufmelodie des Grafen zu Lauschen und zuzusehen, wie Dubai immer kleiner wurde.
Von unserem Balkon schauten wir später noch ein ganzes Weilchen, wie wir an der Baustelle von „The World“ vorbeifuhren. Das Burj Al Arab war allerdings nicht so beleuchtet, wie wir es erwartet hatten und bis wir am Atlantis vorbeigefahren sind, waren wir schon eingeschlafen :-D.
Auch wenn die Fahrten zusammengerechnet nicht so günstig waren, wie in Doha, so kamen wir flexibel deutlich günstiger weg als zB mit dem Hop On Hop Off Bus, der pro Person 60 Euro gekostet hätte…