Nachdem wir gestern völlig k.o. ins Bett gefallen sind, merkten wir nachts erst einmal gar nicht, dass das Schiff etwas stärker schwankte. Erst beim Gang zur Toilette war es schwieriger, geradeaus zu laufen. Aber da uns noch Schlaf fehlte, machten wir uns Nichts aus dem Schwanken und schliefen direkt weiter.
Morgens ging es uns dann schon deutlich besser, das Schiff schwankte nicht mehr wirklich und nachdem wir ein ausgiebiges Frühstück genossen hatten, waren wir bereit für ein paar entspannte Stunden auf dem Pooldeck, denn Dubai sollten wir erst um 13:00 Uhr erreichen.
Auch wenn die Temperaturen noch immer nicht ganz so warm waren, wie wir erwartet hatten, ließ es sich in der Sonne gut aushalten. Um uns herum waren viele krebsrote Menschen. Offenbar haben sie die Sonne gestern im kalt-windigen Doha unterschätzt. Immerhin waren wir so vorgewarnt und achteten brav darauf, gut eingecremt zu sein.
Wie immer an Seetagen, sind die meisten Liegen bereits früh reserviert worden. Wobei in der Regel dann Niemand drauf liegt… Wir ärgerten uns nicht, denn es gab noch zwei Liegen recht nah an der „Überschaubar“. So waren die Laufwege auch nicht zu weit.

Mit einem guten Buch in der Hand vergingen die Stunden wie im Flug und irgendwann konnten wir schon die Skyline von Dubai im Dunst erkennen.
Zum Anlegen hatten wir sogar zufällig die richtige Seite ausgesucht und so konnten wir das Manöver entspannt von der Liege aus beobachten.

Damit war es an der Zeit, sich etwas frisch zu machen. Dabei stellten wir fest, dass wir erneut die Kabine zur Hafenseite hatten und dank recht gutem Wlan im Terminal, konnten wir sogar auf dem Balkon ein wenig surfen. Wobei man dazu sagen muss, dass es nur auf dem linken Stuhl wirklich funktioniert hat. Auf dem rechten Stuhl (einen Meter entfernt), wollte es einfach nicht laufen :-D.
Anschließend machten wir noch einen schnellen Gang zum Mittagessen und da wir nicht wussten, wie lange unser erster Ausflug in Dubai dauern würde, haben wir vorsorglich noch ein paar Laugenbrötchen eingesteckt. Das hat damals in der Karibik schon oft geholfen ;-).
Zur Vorbereitung auf die Reise hatten wir im Internet ein Foto mit den Abfahrtszeiten eines kostenfreien Shuttlebusses zur Dubai-Mall gefunden. Unser Plan war es, den Bus um 14 Uhr zu nehmen, sodass wir alleine deswegen, nicht allzu sehr hetzen mussten.
Nachdem wir dann eine Kleinigkeit gegessen hatten, machten wir uns aber auf den Weg vom Schiff hinunter. Der erste Andrang war schon weg und so ging alles zügig bis wir in dem sehr großen Hafenterminal standen. Dieser ist ziemlich groß und hat einige Souvenir- und Dutyfree-Shops. Je näher wir zum Ausgang kamen, umso mehr Touranbieter hatten ihre Stände aufgebaut und versuchten durch laute Ansprachen Mitfahrer zu finden. Wir ignorierten das einfach und wurden dann fix in Ruhe gelassen. Mit uns im Hafen liegen noch zwei weitere Kreuzfahrtschiffe. Eins von Costa und eins von MSC. Daher war es ganz gut, dass wir doch deutlich vor 14 Uhr am Busstand ankamen. Der schwarze Bus stand schon bereit und wir durften direkt einsteigen. Schnell füllten sich die Plätze und als der Bus dann voll war, fuhr er ab, obwohl es noch keine 14 Uhr war. Glück gehabt :-).
Auf der ca. 20 minütigen Fahrt zur Mall staunten wir über die vielen vielen Wolkenkratzer mit teils faszinierenden Formen. Unglaublich, was hier in wenigen Jahren entstanden ist.

An der Dubai Mall angekommen, stiegen wir rasch aus und folgten den Schildern zur Mall, denn unser erster Plan war der Eingang zum Burj Khalifa. Wir hatten zwar Tickets für eine Auffahrt um 17 Uhr bereits Online gebucht, aber laut Internet muss man sich vorher an einem extra Schalter die richtigen Tickets abholen.
Alleine der Weg vom Bus in die Mall war recht weitläufig und führte durch ein Parkhaus. Als wir dann aber in der richtigen Mall ankamen, wurden wir von der Größe nahezu erschlagen. Scheinbar hatte ich in dem Corona-Stress vergessen, dass die Mall mit 1200 Geschäften und 350.000 Quadratmetern eines der größten Einkaufszentren der Welt ist. Aber zum Glück ist hier alles gut ausgeschildert und so folgten wir den Hinweisen zum Burj Khalifa. Währenddessen ließen wir uns aber immer wieder von den vielen Markengeschäften ablenken und kamen aus dem Staunen einfach nicht heraus.

Plötzlich lag es dann vor uns: Das Aqaurium. Über 3 Etagen erstreckt sich das 11 Meter hohe, 51 Meter lange und 20 Meter breite Hauptaqaquarium. Hier gibt es ca. 33.000 Tiere, davon alleine ca. 300 Haie und Rochen. Wir waren einfach nur geflasht und mussten den Haien und Rochen zusehen. Von der Seite konnte man sogar Tauchkäfige sehen. Für Geld (achja, hier geht ja nahezu alles zu entsprechenden Preisen), kann man sich im Käfig zu den Haien ablassen oder sogar „normale“ Tauchgänge buchen. Es ist einfach faszinierend und so verbrachten wir hier ungeplant ein ganzes Weilchen mit Beobachten. Den Zoo selbst haben wir dabei gar nicht besucht und trotzdem mega viel gesehen! Hammer!
Irgendwann wurde es dann aber doch Zeit weiter zu gehen und wir schlängelten uns immer weiter, bis wir endlich am Eingang zum Burj Khalifa standen. Die Aussage, dass wir uns richtige Tickets abholen müssen, ist wohl veraltet. Eine freundliche Dame erklärte uns, dass es reicht, kurz vor 17 Uhr da zu sein.
Ok, bis dahin haben wir noch etwas Zeit. Was machen wir als Nächstes? Wir hatten gelesen, dass es hier neben einer Eisenbahn, einer Eislaufbahn und einem großen Kino auch einen 24 Meter hohen Wasserfall geben soll. Irgendwo hatten wir vorhin mal ein Schild dazu gesehen und so suchten wir den Weg zurück. Allerdings dieses Mal mit Stipvisiten in einzelnen Geschäften, damit die Kreditkarte glüht ;-).

Irgendwann hatten wir dann auch die Wasserkaskade gefunden. Gefühlt sind wir dazu nun aber schon zig Kilometer gewandert und wir mussten immer wieder über einen Tui Ausflug lachen, bei dem man am Ende 30 Minuten Freizeit in der Mall hat. Was soll man denn mit so wenig Zeit hier machen??
Von dem Wasserfall bahnten wir uns nun den Weg über den Appleshop nach Draußen. Obwohl die Klimaanlage in der Mall absolut nicht stark eingestellt war (es war im Tshirt sehr gut auszuhalten), tat es gut, mal ein wenig in der Sonne zu sitzen. Und so beobachteten wir das Treiben an den Fountains. Tagsüber ist es hier gar nicht so voll und so konnten wir ein paar schöne Fotos vom Burj Khalifa machen. Au man, das ist aber wirklich hoch. Und da soll ich mit 10m/s hoch fahren? Bei dem Gedanken wird mir etwas mulmig.

Allmählich wurde es Zeit erneut zum Eingang zu gehen. Wir folgten wieder den vielen vielen Hinweisschildern in der Mall und hatten dann recht bald den Eingang erreicht. Im Internet hatten wir was von 1-2 stündigen Wartezeiten trotz gebuchter Tickets gelesen. Scheinbar haben wir Glück, dass wir in der „Nebensaison“ hier sind, denn wir konnten recht gut durchmarschieren. Übrigens wird euer Gepäck vorher untersucht. Ähnlich wie am Flughafen gibt es ein extra Röntgengerät, denn einige Gegenstände (z.B. Feuerzeuge, Messer, große Fotostative…) dürfen nämlich nicht mit hochgenommen werden. Hierfür gibt es dann eine kostenfreie Abgabestelle.
Nun ging es einen längeren Flur entlang, bis wir dann irgendwann vor den Aufzügen standen. Die Tür ging auf und der kleine Raum wurde gut gefüllt. Jetzt gibt es also kein zurück mehr.
Während der Fahrt hinauf wird an den Seitenwänden eine Videoshow abgespielt, sodass man das Gefühl hat, man könnte hinausgucken und sehen, wie man gerade hinauf fährt. Absolut beeindruckend! Die Ohren haben einmal kurz geknackt, aber dem Magen hat die schnelle Auffahrt überhaupt Nichts ausgemacht.

Wir sind oben! Ein unglaubliches Gefühl aus dem Fahrstuhl zu steigen und die Aussichtsplattform zu betreten. Übrigens hatten wir uns „nur“ für die 124./125. Etage entschieden. Wer noch höher will, kann auch bis zur 148. Etage fahren. Allerdings ist der Mehrpreis für die paar Etagen nicht zu unterschätzen.
Auf der Aussichtsplattform war es dann recht frisch und windig. Es dauerte einen Moment, ehe ich mich an die Höhe gewöhnt hatte.

Der Ausblick von hier oben ist einfach nur fantastisch. Wie krass man auf die anderen, eigentlich auch sehr hohen Gebäude hinabsehen kann. Wie viele verrückt angelegte Pools es hier gibt und wie gerade das nächste Hochhaus nebenan aufgestockt wird… Unglaublich!
Selbst die vielen bunten Kreisverkehren lassen sich durch ihre tollen Farben sehen von hier oben sehen. Die Blumen dafür stammen übrigens aus Holland und werden regelmäßig ausgetauscht, weil es trotz intensiver Wässerung einfach viel zu warm ist.

Das einzige, was heute nicht so richtig gut zu sehen war, ist „The Palm“ und das „Burj Al Arab“. Dafür war es schlichtweg zu diesig. Schade :-(.
Nachdem wir genug von der Aussichtsplattform hatten, ging es für uns in den Innenteil. Hier gibt es einen kleinen Souvenirshop und ein Café. Wir bummelten an den Erinnerungsstücken vorbei, um uns ein wenig aufzuwärmen. Eigentlich wollten wir doch noch bis zum Dunkelwerden oben bleiben. Witzigerweise gibt es hier sogar hervorragendes Wlan, mit dem man super fix Fotos verschicken kann. Nur per WhatsApp telefonieren funktioniert leider nicht, denn das haben die Emirate verboten. Abhilfe schafft hier ein VPN-Service fürs Smartphone. Wir hatten uns hier für die kostenlose Version von Cyberghost entschieden und konnten so ohne Probleme per WhatsApp telefonieren.
So konnten wir zwar schon einige Zeit überbrücken, aber bis zum Sonnenuntergang würde es immer noch fast 45 Minuten dauern… So entschieden wir uns, dann doch schon früher wieder hinunter zu fahren. Schließlich ist es eh diesig und die Sicht dadurch nicht ganz so perfekt.
Den Fahrstuhl hinab hatten wir dann sogar ganz für uns alleine. Die Videoshow demonstriert dieses Mal die Abfahrt im Dunkeln an Sylvester. Auch das muss ein absolutes Highlight sein!
Nachdem wir nun wieder unten waren, brauchten wir erst einmal dringend etwas zu trinken. Wir suchten den großen Supermarkt („Waitrose“) zu Beginn der Mall auf und fanden fix, was wir suchten.
Als nächstes sollte es nun zu den Fountains hinaus gehen, schließlich gibt es dort, sobald es dunkel ist, tolle Wasserspiele. Allerdings hatten diese Idee einige mehr und der Hauptausgang zur Brücke über die Brunnen wurde vom Sicherheitspersonal bereits gesperrt. Uff! Von oben haben wir diese Menschenmenge überhaupt nicht ausmachen können. Gerade war es noch herrlich leer und ruhig da oben und nun stehen wir mitten im Gedränge nach Draußen und verpassen schon die erste Show. Nicht schlimm, denn alle 30 Minuten gibt eine andere, mit anderer Musik..
Diese 30 Minuten nutzten wir nun erst einmal, um einen geeigneten Platz zum Gucken zu finden. Die „erste Zaunreihe“ war nämlich fast überall voll. Wir ergatterten etwas weiter rechts noch ein Fleckchen. Dort warteten wir dann, bis die nächste Show startete.
Jetzt war es soweit: Die kleinen Gondeln fuhren zur Seite, die Lichter wurden ausgeschaltet und passend zu „Time to say Goodbye“ wurden die Wasserspiele gestartet. Unglaublich toll!!!
Viel zu schnell war das Lied zu Ende und so war klar, dass wir auf die nächste Show noch einmal warten wollen. Allerdings mit einem Platz, etwas weiter links. Doch vorher wollte André noch ein paar Fotos mit anderem Blickwinkel machen und als wir auf dem Rückweg zu einem „besseren“ Platz waren, begann eine riesige Lasershow auf der Fassade des Burj Khalifa. Hammer!!! Völlig unvorbereitet und spontan hielten wir einfach die Kamera hoch. Blöd nur, wenn man an dem Arm noch eine schwere Shoppingtasche baumeln hat. Aber die Lasershow war so beeindruckend, dass der Arm ganz artig durchgehalten hat.

Wir waren von dem Ganzen so geflasht, dass wir noch einmal die Wasserspiele und die nächste Lasershow abwarteten, ehe wir dann im Galopp quer durch die Mall zum Busparkplatz rannten… Und es hat geklappt, wir waren pünktlich dort :-). Blöd nur, dass der Bus keine freien Plätze mehr hatte und wir daher wieder aussteigen mussten… Grrr. Da es der letzte Bus des Tages war, machten wir uns auf den Weg zum Taxistand. Im Internet hatten wir mal wieder was von „1-2 Stunden Wartezeit auf’s Taxi“ gelesen, und hofften, dass es genauso irrtümlich ist, wie die anderen Infos bisher. Eigentlich wollten wir uns noch mit 2 anderen vom Schiff zusammen tun, um die Kosten geringer zu halten, aber kurz vor der Warteschlange hatten sie sich dann doch dagegen entschieden. Egal, dann fahren wir halt alleine…
Zugegeben, wir mussten einige Zeit auf ein Taxi warten, aber keinesfalls 1 oder 2 Stunden. Das Taxi-System hier ist sehr gut durchdacht. Vor der Mall werden die Taxis zunächst gesammelt. Wenn genug beisammen sind, geht die Schranke auf und die Taxis dürfen vorfahren. Dann können die Wartetenden der Reihe nach in die Taxis steigen und dann werden erst alle Taxen aus der Tiefgarage hinaus gelassen.
Unser Fahrer sprach offenbar kein Englisch und so gaben wir unser Ziel „Port Rashid“ selbst in sein GoogleMaps ein. Das Taxameter lief die ganze Fahrt und so konnten wir sicher sein, nicht über’s Ohr gezogen zu werden… Wobei es offenbar häufiger dazu kommt, wenn man das Taxi vom Hafen zur Mall nutzt und nicht andersherum. Die Straßen waren gut voll, die Ampelphasen dauern teilweise ewig und 1-2 Mal stieg der Adrenalinspiegel durch die Fahrmanöver des Fahrers an, aber wir erreichten das Schiff absolut unversährt. Die Taxikosten in Höhe von ca. 12 € zahlten wir entspannt mit der Kreditkarte und gaben dem Fahrer noch ein nettes Trinkgeld. Jetzt, wo wir im Dunkeln aussteigen merke ich erst, wie müde ich eigentlich bin…
Durch das große Terminalgebäude suchten wir den Weg zurück auf’s Schiff und gingen direkt ins Restaurant zum Abendessen. Hier gab es wieder viele viele Leckereien und so konnten wir gut gesättigt noch einen Drink an der Bar nehmen, ehe die frische Dusche wartete.
Da wir auch morgen noch einmal den ganzen Tag in Dubai liegen, gingen wir recht fix ins Bett um morgen noch einmal so viel wie möglich zu sehen…