Nach einer erholsamen Nacht klingelte uns der Wecker heute erst um 07:30 Uhr aus dem Schlaf. Obwohl wir erst um 08:00 im Hafen ankommen sollten, hatten wir das Anlegemanöver nahezu komplett verpasst. Da wir dieses Mal die Kabine vom Hafenterminal weg hatten, konnten wir nur erahnen, dass wir bereits festgemacht hatten.
Wir machten uns in Ruhe fertig und freuten uns wieder auf das riesige Frühstücksbuffett. Vom Ankelmannsplatz, wo wir sogar einen Tisch am Fenster ergattern konnten, beobachteten wir das stetige Treiben auf dem Parkplatz.
Für uns ging es heute „erst“ um 9 Uhr los zu einem Ausflug. Wir hatten vorab bei „Mohammed Nagy“ einen Ausflug (Tour A) mit 5-6 Stunden Dauer gebucht. Eigentlich sind wir ja sehr gerne auf eigene Faust unterwegs und das wäre in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, per Taxi genauso problemlos gegangen, wie in Dubai, aber manchmal ist es auch schön, mit den Menschen der besuchten Länder in Kontakt zu kommen und Informationen direkt, ohne viel nachzulesen, zu erhalten.
Nachdem unsere kleine Gruppe von ca. 15 Leuten zusammen war, ging es mit einem kleinen Reisebus los. Als aller erstes steuerten wir die etwas außerhalb gelegene „Ferrari World“ an. Hier muss man aber ehrlicherweise sagen, konnten wir nicht viel sehen, denn der meiste Teil des Parks ist überdacht. So machten wir ein paar Erinnerungsfotos vor der benachbarten „Warner Brothers World“, einem weiteren sehr großen, überdachten Freizeitpark.

Unser Guide (er nennt sich Mohamed der 4., ist aber eher bekannt als „Smiley Smiley“ konnte uns auf der Fahrt schon viele interessante Dinge über Abu Dhabi erzählen. So erklärte er uns zum Beispiel, dass man an den Kennzeichen der Autos erkennen kann, wie reich der Besitzer ist. Die ersten 100 Kennzeichen gehören der Großfamilie des Scheichs, alles, was danach noch 3 stellig ist, gehört entweder auch zur Familie des Scheichs oder ist einfach absolut steinreich und so waren wir total baff, als wir von einem Auto mit Zweistelligem Kennzeichen überholt worden. Da saß wohl ein echter Scheich drin :-).
Aber auch sonst konnte uns „Smiley, Smiley“ viel über das Land erzählen, in dem er selbst als Gastarbeiter arbeitet. Hier gibt es einfach keine Kriminalität. Zum Einen, weil nahezu alles videoüberwacht wird und ein Leugnen einer Straftat keinen Sinn machen würde, zum Anderen aber haben die Emiratis selbst genug Geld, um nicht klauen zu müssen. Die Gastarbeiter haben strenge Vorgaben und würden daher ihren Job und den Aufenthaltsstatus gefährden. Das Einzige, was uns ein wenig doof aufstößt ist, dass es den Emiratis egal ist, wie die Reichen in ihren Ländern an das viele Geld kommen. Solange sie sich im Emirat selbst an die Regeln halten, z.B. keinen Drogen oder Waffen handeln, können alle gerne in Land kommen und hier bleiben. Ob sie so aber in anderen Ländern ihr Geld beschaffen, fragt keiner nach.
Nach einer etwas längeren Fahrt sind wir nun an der großen „Scheich-Zayid-Moschee“ angekommen. Schon von Weitem können wir die großen Ausmaße von 224m x 174m sehen. Leider ist zu unserer Zeit aber ein Teil der Kuppeln in ein Baugerüst umhüllt.

Mit der Moschee, deren Bau erst 2004 begonnen wurde, wollte der damalige Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan“ ein Zeichen setzen, denn in einer so modernen und prunkvollen Stadt muss es eben auch ein genauso prunkvolles Gotteshaus geben. Er bezuschusste den Bau und so wurde sie die Größte Moschee des Landes und erhielt ihm zu Ehren ihren Namen.
Bevor wir nun in die Moschee hineingehen konnten, mussten wir Frauen uns allerdings ein wenig verkleiden. Lange Hosen, die die Knöchel bedecken sind genauso wichtig wie blickdichte lange Oberteile, die über die Handgelenke gehen. Und selbstverständlich mussten auch die Haare bedeckt werden. Für die Männer war es da schon einfacher, ihnen reichten lange Hosen und ein Tshirt.
Der Eingang der Moschee liegt unterirdisch. Man geht zunächst durch eine lange Ladenzeile, in der neben vielen Geschäften, in denen man eine traditionelle Abaya für den ordnungsgemäßen Kleidungsstil hätte kaufen können (Ausleihen geht seit Corona nicht mehr), sogar MC Donals vertreten ist.
Nachdem nun alle die passende Kleidung hatten ging es weiter. Unser Guide hatte uns vorher bereits online registriert, sodass wir ohne Wartezeiten direkt durchmarschieren konnten. Der Eintritt ist übrigens kostenfrei und zu bestimmten Zeiten gibt es auch kostenfreie Führungen. Wir hatten dafür ja „Smiley Smiley„.
Kaum waren wir auf dem Gelände wurde es erst einmal Zeit, die Sonnenbrillen aufzusetzen. Der hochwertige, weiße Marmor blendete einfach unglaublich.

Nach etlichen Fotos von Außen (auch hier hat die Gruppen-Verdrängungstaktik wieder einmal super funktioniert), ging es für uns dann ins Innere. Die Gläubigen sind inzwischen sehr gut auf die Besucher eingestimmt, sodass Kunststoffplatten ausgelegt sind und wir die Schuhe anlassen durften. Gerade dort, wo die Sonne den ganzen Tag hinscheint definitiv ein Geschenk für die Füße!
Der große Gebetsraum war dann einfach überwältigend: Nicht nur, weil er so groß ist, dass 40.000 Gläubige hinein passen, nein auch, weil enorm viel Blattgold als Deko verwendet wurde. Und alleine der 5627 qm² große handgeknüpfte Teppich ist einfach einzigartig. Unglaublich, dass er alleine 47 Tonnen wiegt.

Als wir dann aber die vielen Kronleuchter erblickten, waren wir endgültig sprachlos und haben tatsächlich zunächst bei einem kleineren gedacht, dass es DER Kronleuchter wäre… Erst als wir dann den Hauptraum sahen wussten wir, dass es jetzt wirklich DER größte Kronleuchter der Welt ist. Mit 15 Metern Höhe und 10 Metern Durchmesser einfach riesengroß… Gefertigt wurde er übrigens von einer Deutschen Firma…

Irgendwann hatten wir die Runde beendet und waren noch ziemlich geflasht von all den Eindrücken, als es durch die Ladenzeile zurück zum Kleinbus gehen sollte… Tja, der Nachteil eines Gruppenausflugs… nicht alle wollen immer sofort weiter. So wurden noch diverse Souvenirläden angesteuert und einzelne verzögerten die Abfahrt dann sogar durch eine „schnelle“ Bestellung bei MC Donals… Das Frühstück ist ja auch schon 3 Stunden her :-D.
Endlich waren wir alle wieder gemeinsam im Bus und es konnte weiter gehen.
Der Bus fuhr durch Al Bateen, einem sehr exklusiven Stadtteil mit Hochhaushotels mit Blick auf den persischen Golf. Hier gibt es auch die elegante Uferpromenade „Corniche“, an der einige familienfreundliche Strände liegen.
Unser Hauptziel war allerdings das „Emirates Palace Hotel„, eines der teuersten Hotels der Welt. Schon die Einfahrt zum Hotel ist gigantisch und zeigt, dass es hier sehr edel ist. Eine Nacht in einem der einfachsten Zimmer kostet über 500 Euro pro Person…

Zwei Teilnehmerinnen aus unserer Gruppe hatten sich für den Goldkaffee angemeldet und so durften wir ein wenig länger im „Vorgarten“ herumspazieren, ehe „Smiley Smiley“ alles für sie in die Wege geleitet hat und wir weiter fuhren.
Für uns ging es nämlich als Nächstes zum „Zayed Heritage Center„. Wieder kostenlos kann man sich hier einen Überblick verschaffen, wie das Leben noch vor 50 Jahren hier aussah, ehe der Reichturm durch den Fund von natürlichen Erdgas und -öl Vorkommnissen nahezu explodierte.

Bis dahin waren es Wandernomaden, die mit ihren Ziegen und Schafen von Oase zu Oase reisten… Heute kann man sich das einfach nicht mehr vorstellen, wenn man die ganzen Topmodernen und riesengroßen Bauwerke bestaunt. Am Heritage Center konnten wir dann noch einmal fix die Füße in den persischen Golf halten ehe wir dann die beiden Kaffeetrinker wieder vom Emirates Palace abholten.

Von dort ging es dann gemeinsam zurück zum Schiff.
Insgesamt war der Ausflug damit ein klein wenig kürzer geworden als geplant und wir waren an 1-2 Stellen etwas traurig. Andererseits haben wir in den letzten Tagen so viele neue Eindrücke gewonnen, dass es uns auch mal gut tut, den Nachmittag am Pool zu entspannen.
Gesagt, getan. Zurück auf dem Schiff wurde erst eine Kleinigkeit gegessen und dann machten wir es uns auf den Liegen am Pool in der Sonne mit einem Buch gemütlich. Hin und wieder gab es dann mal eine Abkühlung durch den Pool oder ein Eis von der Eisbar :-).
Am liebsten hätten wir die Moschee am Abend noch einmal besucht, denn sobald es dunkel wird, erstrahlt sie in einem tollen blauen Licht. Da unser Schiff aber bereits um 19:30 Uhr ausläuft, wäre das zu knapp geworden und so blieb auch der Abend auf dem Schiff entspannt.
Im Anschluss an das Auslaufen begann die Karnevals-Poolparty… da sind wir lieber fix geflüchtet 😀