In Hong Kong landeten wir dann gegen 11:20 Uhr Ortszeit nahezu pünktlich. Auch wenn wir in Peking durch den Umstiegsstress einiges an Bewegung bekommen hatten, waren wir einfach nur froh, endlich aus dem Flugzeug aussteigen zu können. Da das Flugzeug ja nicht wirklich voll war, ging es hier auch ziemlich schnell.
Doch ehe wir endlich wieder „frei“ waren, mussten wir zunächst durch die Einreisekontrolle. Bereits im Flugzeug hatten wir eine „Arrival Card“ bekommen und ausgefüllt, sodass wir uns direkt an einem der vielen Schalter anstellen konnten.
Die Einreise war dann auch recht fix abgeschlossen (statt Stempel im Pass gibt es hier lediglich einen kleinen Zettel) und wir gingen zum Kofferband. Auch hier mussten wir nicht lange warten, bis wir unsere Koffer entgegen nehmen konnten. Bei meinem, für den es seine erste Reise ist, wurde leider direkt ein Reisverschlussöffner abgerissen.
Mit dem Gepäck ging es dann durch den Ausgang zurück in die „Freiheit“.
Doch bevor wir den Flughafen verlassen und unser Hotel mitten in der Stadt ansteuern können, gab es noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
- Zuerst kauften wir im 7/11 neue Getränkeflaschen. Eigentlich wollten wir hier auch die Daten-Sim Karte kaufen, aber da sie deutlich teurer war, suchten wir alternativ den „CSL“. Dort gab es die Karte zu dem Preis, den André vorab im Internet recherchiert hatte (3GB für 5 Tage für 88 HKD (ca. 8€) gültig in Hong Kong und Macau).
- Auch einen ATM suchten wir fix auf, damit wir für Notfälle mit Hong Kong Dollar bewaffnet sind, falls die Kreditkarte mal nicht will. Zum Glück zahlen wir mit der Kreditkarte der Hanseatic Bank weder Auslandsgebühren beim Bezahlen mit Karte noch beim Abheben in Fremdwährung.
- Nun sollte noch die Sim Karte eingerichtet werden. Eigentlich wollte uns der Verkäufer im „CSL“ dabei helfen, aber da André erst vor 14 Tagen eine neue Sim Karte bekommen hatte und nicht daran gedacht hat, den Pin zu ändern, dauerte es länger und wir mussten es später selbst nachholen.
- Als dann auch das Foto für den ersten virtuellen Geocache geschossen war, konnten wir uns mit der Weiterfahrt zum Hotel befassen. Vom Flughafen gibt es einen extra schnellen Flughafen Zug. Hierfür kauften wir noch fix das Ticket am Schalter und suchten uns dann den Weg zum Gleis.
Schon als wir aus der großen Ankunftshalle Richtung Bahngleis gingen, wurde es deutlich ruhiger. Der Zug fährt in regelmäßigen Intervallen und wir mussten nicht lange warten. Allerdings war die Klimaanlage recht hoch eingestellt, sodass ich über meine lange Hose und die Strickjacke ganz froh war.
Da der Flughafen etwas außerhalb auf einer künstlich ausgebauten Insel liegt, dauert die Fahrt in die Stadt fast 45 Minuten. Am Hauptbahnhof stiegen wir dann aus und wechselten in die rote U Bahn Linie. Hierfür mussten wir noch einmal ein extra Ticket kaufen. Leider waren die gerade abgehobenen Scheine zu groß, sodass André erst noch einmal eine Etage höher fahren musste, um das Geld zu wechseln. Ich blieb mit den Koffern solange an den Automaten stehen und beobachtete das Schauspiel, wie es viele nicht schafften, sich die Tickets zu besorgen. Eigentlich ist es aber ganz einfach, denn man kann per Touch die entsprechende Haltestelle auswählen und muss dann nur die Anzahl der Personen auswählen.
Nachdem wir dann die beiden Tickets hatten, konnten wir den eigentlichen Bahnhof betreten. Auf unserer Reise konnten wir feststellen, dass die ganzen asiatischen Bahnhöfe so ausgelegt sind, dass man ohne gültiges Ticket gar nicht hinein kommt. So spart man sich die Kontrolleure in den Bahnen.
Der Hauptbahnhof war ganz schön groß, aber wir mussten zum Glück nur einen kleinen Teil durchlaufen. Die verschiedenen Geschäfte links und rechts sahen noch recht „europäisch“ aus. Nur die Schriftzeichen ließen einen überhaupt nicht erahnen, was der Laden zu bieten haben könnte. Und an jeder Ecke gab es etwas zu Essen.
Die Bahn der roten Linie war dann zum Glück auch nicht so richtig voll und wir ergatterten noch 2 freie Sitzplätze. So war es einfacher die Koffer festzuhalten. Zum Glück mussten wir auch nur noch 2 Stationen fahren ehe wir in Tsim Sha Tsui ausstiegen.
Bis hierher hatte die Navigation mit Google-Öffis sehr gut funktioniert. Nun gab Google uns noch den Hinweis, welchen Ausgang wir am besten nehmen sollten. In den asiatischen Ländern sind diese immer nummeriert… allerdings haben größere Stationen auch mal 20 Ausgänge und nachdem wir die möglichen Zahlen auf den ersten Blick nicht entdeckten, sind wir einfach zu einem anderen Ausgang gegangen. Irgendwie habe ich hier die Größe der Stationen völlig unterschätzt und plötzlich standen wir in einem riesen großen Kaufhaus.
Ok, die Rolltreppe hat uns scheinbar zu hoch gebracht, also suchten wir nach einer kürzeren Rolltreppe, um im Erdgeschoss aussteigen zu können. Was ein Akt…
Vor dem Einkaufszentrum erwischte uns dann auch gleich die knackig heiße und extrem schwüle Luft (wenigstens war gerade Regenpause). Nicht, dass es mit den Koffern nicht eh schon anstrengend genug gewesen wäre…. nein, die Straßen müssen auch noch gut gefüllt sein. Was war ich froh, dass es bis zum Hotel nicht mehr allzuweit war.
Plötzlich bleibt André an einem kleinen Durchgang durch die riesengroße Häuserfassade stehen und sagt „hier muss es sein“. Ok? Irgendwie habe ich mir das „Hotel“ anders vorgestellt. Nach kurzer Suche fanden wir dann aber den passenden Fahrstuhl und fuhren in die 13. Etage.
Dort angekommen, erwartete uns ein langer, dreckiger, offener Flur mit etlichen Wohnungseingängen… und an einem stand dann „Guest House“. Ganz gespannt gaben wir den per SMS erhaltenen Zahlencode ein und die Tür öffnete sich. Ein normaler Wohnungsflur zeigte sich und mehrere Türen mit Zimmernummern wurden sichtbar. Uns war Zimmer 3 zugeteilt. Am Ende des Flures rechts. Gespannt öffneten wir die Tür und waren sprachlos.

In den letzten Bewertungen hatte ich ja schon entdeckt, dass die Zimmer hier sehr klein sein sollen, aber soooo klein? Wir mussten schlucken. Links ging es über eine 25cm hohe Stufe in ein mickriges Bad. Und direkt hinter der Badöffnung begann dann das Zimmer… bzw. war genau so viel Platz, dass wir einen Koffer hinlegen konnten, ehe das Bett begann. Den 2. Koffer mussten wir schon unter das Bett legen. Und auch das Bett war nicht so richtig breit und lang, wie wir es von zu Hause gewohnt waren. Abstellfläche (die nutzt der Fernseher anstatt an der Wand zu hängen) und Schränke — Fehlanzeige. Lediglich ein kleiner Nachtschrank war vorhanden. Als André die Schublade öffnete stieß er gleich auf ein ziemlich neues und sündhaft teures Smartphone. Vermisst das keiner? Und damit war klar, wie hier gereinigt wurde :-(. Gott sei dank waren wir vom Flug aber so k.o. das wir all das gar nicht so richtig realisierten. Zum Duschen mussten wir immer einen Knopf drücken, dann dauert es 15 Minuten bis das Wasser warm ist, und dann kann man Duschen. Da wir einfach nur durchgeschwitzt und ko waren, starteten wir das Prozedere, meldeten uns im WLan an und schrieben die ersten „Angekommen“-Nachrichten. Schon war das Wasser warm und die Dusche tat trotz fehlendem Platz einfach gut. Allerdings brachte der Duschvorhang so gar nichts und bei offener Badtür wird auch gleich das restliche Zimmer geflutet. Die dünnen Handtücher waren auch irgendwie nicht so recht das, was wir erwartet hatten, aber irgendwie war gerade alles egal.
Nachdem auch das System der Klimaanlage verstanden war, machten wir ein kurzes Päuschen. Puh, der Straßenlärm ist ganz schön laut und auch den Regenschauer haben wir in vollen Zügen gehört.
Immerhin hilft es, wenn wir jetzt nicht zu lange schlafen, den Jetlag zu verarbeiten. In Hong Kong sind wir der deutschen Zeit immerhin 6 Stunden voraus.
Wir zogen uns frisch um und entschieden uns für eine erste Erkundungstour. Vom Regenwetter ließen wir uns nicht abhalten und kauften recht bald 2 einfache Regenschirme.
Schon unten auf der Hauptstraße angekommen hatten wir jetzt viel mehr ein Auge für alles Neue. Mit den Koffern habe ich all die Gerüche irgendwie nicht wahrgenommen. An vielen Essensständen waren lange Schlangen, aber so recht erkennen, was es darstellen soll, konnten wir nicht und so zögerten wir unsere erste Nahrungsaufnahme noch ein wenig hinaus.

Stattdessen führte uns der Weg zunächst zum Victoria Harbour. Dieser war nur knapp 200 m vom Hotel entfernt und bot uns einen ersten Einblick auf die vielen vielen Hochhäuser der Stadt. Wir schlenderten ein wenig am Wasser entlang, fanden weitere Geocaches und entschieden uns dann, den ersten besonderen Cache anzusteuern… Der Master of Mystery Hong Kong… der uns die letzten Wochen ganz schön Nerven gekostet hatte… Allerdings war der Weg dorthin dann doch etwas weiter und schwerfälliger. Einfach per Karte laufen funktioniert hier an großen Straßen nur bedingt. Bei uns hätte es Ampeln zum Überqueren gegeben. Hier gibt es stattdessen Unterführungen oder Brücken, die allesamt mit Umwegen verbunden waren. Zudem fing es immer mal wieder an zu regnen… dann wurde die Luft besonders feucht und so richtig hatten wir uns an die Hitze auch noch nicht gewöhnt *welch Wunder*.
Irgendwann haben wir es dann aber geschafft und konnten das Logbuch feierlich signieren.
Den Rückweg wählten wir dann anders aus und bekamen gleich erste Einblicke von der Temple Street. Diese ist vor allem für ihren Nachtmarkt und einen gut besuchten Flohmarkt berühmt.

Da es allmählich dämmerte (hier geht die Sonne auch im Sommer immer schon gegen 19 Uhr unter), konnten wir auch gleich die typisch chinesische Deko beleuchtet bewundern. Schauten wir jedoch rechts und links, so sahen wir viele kleine teils sehr dreckige Hinterstraßen aus denen unangenehme Gerüche kamen. Also, schnell weiter.
Obwohl wir in den letzten 24 Stunden nicht so richtig viel geschlafen hatten, waren wir immer noch hellwach und neugierig, etwas Neues zu entdecken. Also ging es erst einmal was Essen. Der Einfachheit halber entschieden wir uns am ersten Tag für MC Donalds. Hier in Hong Kong gibt es zum Glück auch die Bestellcounter, sodass wir ohne Sprachprobleme in Ruhe schauen und bestellen konnten.
Da es nach dem Essen leider immer noch regnete, entschieden wir uns dann direkt einen Regenschirm zu kaufen. Da in allen Ländern unserer Reise Regenzeit herrscht, sind wir uns sicher, dass wir diesen öfters gebrauchen werden.

Anschließend gingen wir dann wieder zur Uferpromenade. Jeden Abend um 20 Uhr gibt es hier eine Symphony of Lights Show, auf die wir sehr gespannt waren. Die Show in Dubai am Burj Khalifa war so umwerfend, da schwärmen wir heute noch von…
Auch wenn es noch etwas früh war, dachten wir, kann es nicht schaden, sich einen guten Platz zu sichern, aber so voll wie zB in Dubai war es gar nicht. In Anbetracht des Regens suchten wir einen Warteplatz unter der Brücke. Leider allerdings direkt bei einer Musikband, die ihr „Talent“ zeigen will…. Unser Geschmack war es absolut nicht und die ewig rauschenden Lautsprecher machten das Ganze nicht wirklich besser… Was waren wir froh, als es dann endlich losgehen sollte und die Band ihre Sachen einpackte.

Über Lautsprecher wurde der Start angekündigt. Tatsächlich leuchteten in der ganzen Bucht Hochhäuser. Die Lautsprecher spielten auch Musik, aber im Vergleich zu Dubai war es ein absoluter Reinfall. Abgestimmt zu einem Gesamtbild konnten wir hier nicht entdecken… Die eigentliche Show dauert wohl 14 Minuten, aber wir hatten nach der Hälfte der Zeit genug gesehen und begaben uns nun schnurstraks Richtung Hotel zurück.
Im gegenüberliegenden 7/11 kauften wir noch schnell Getränke und ein paar Kekse zum Frühstück und versuchten dann auch zeitnah ins Bett zu gehen.