Unser Flug von Frankfurt nach Peking ist für 13:55 Uhr geplant. Die Frage, wie wir zum Flughafen kommen war schnell geklärt, denn die Bahnpreise waren außerirdisch hoch und wir hätten für den Rückflug wieder eine Zugbindung buchen müssen, die das Ganze sehr unflexibel und stressig gestaltet hätte.
Zum Glück hatte meine Mutter sich direkt angeboten und nachdem André am Donnerstag noch mit über 2 Stunden Verspätung aus Wolfsburg kam, waren wir mehr als dankbar. Alternativ hätten wir sonst nach einem Flughafen-Hotel mit Parkmöglichkeit geschaut.
Wir verabredeten die Abfahrt für 07:30 Uhr, denn auf der A45 gibt es aktuell sehr viele Baustellen und die Umleitung durch Lüdenscheid wegen der gesperrten Brücke kann auch einiges an Zeit fressen.
Zum Glück war es an diesem Samstagmorgen aber sehr frei und nachdem wir an Lüdenscheid ohne Probleme vorbei gefahren sind, setzte sich Entspannung ein. Da konnte uns auch die Email mit der Verspätung von einer Stunde nicht wirklich aus der Ruhe bringen.
Gegen 10:30 Uhr wurden wir dann auch schon fix am Flughafen abgesetzt. So rechtzeitig wird es dann hoffentlich auch keine Probleme mit dem Einchecken geben. Um aber ganz sicher zu gehen, suchten wir zunächst die Schalter von Air China auf. Der riesengroße Monitor im Flughafen gab an, dass wir in den Bereich C müssen. War ja klar, ganz am anderen Ende des Terminals… Also suchten wir uns den Weg durch die Massen an Urlaubern, die kreuz und quer durch den Flughafen wuselten.
An den angegebenen Schalternummern angekommen stand dann aber nichts von Air China sondern Condor und United Airlines. Wir schauten uns ein wenig hilflos um, konnten aber Nichts entdecken. Also wurde ein Flughafen-Mitarbeiter in seiner auffälligen Warnweste befragt. Klar, der hatte heute den ersten Tag und wusste auch nicht weiter. Immerhin verwies er uns dann an einen weniger auffällig gekleideten Mitarbeiter. Dieser schaute kurz in seinem Smartphone und nannte uns neue Schalternummern. Also wieder zurück und wie sollte es auch anders sein… wir durften exakt dorthin zurück, wo wir vorhin aus dem Auto ausgestiegen sind. Warum haben wir die Air China Schilder denn da nicht gesehen?
Egal, nicht ärgern sondern anstellen. Zum Glück war die Schlange nicht allzu lang. Dennoch dauerte es über eine Stunde bis wir die Koffer endlich abgeben konnten und gegen unsere Bordkarten eingetauscht hatten. Der Mitarbeiter am Schalter sagte nur, dass die Maschine voll ausgebucht wäre und er an den Sitzplätzen daher nichts mehr schieben könne. Zum Glück hat Fly Smarter aber Plätze nebeneinander reserviert. Zwar nicht am Fenster sondern in der mittleren Vierer-Bestuhlung aber immerhin mit einem Gangplatz. Nur für den Anschlussflug gab es keine Sitzplätze nebeneinander, sondern die beiden Fensterplätze direkt hintereinander… Vielleicht kann man da ja noch tauschen…
Nach einem Abstecher zur Toilette ging es dann für uns auch gleich zur Sicherheitskontrolle. Am Flughafen war es inzwischen schon recht voll geworden und so rechneten wir auch hier mit einiger Wartezeit… Zu recht, denn es dauerte erneut fast eine Stunde, bis wir endlich durch waren. Immerhin lief es dieses Mal überraschenderweise problemlos. Keiner von uns musste sein Gepäck vor den Augen der Sicherheitsbeamten auspacken oder sich der Leibesvisitation unterziehen. Das passiert uns wirklich selten :-D.
Eigentlich wollten wir uns nun noch mit einem Freund treffen, der fast zur gleichen Zeit nach Amerika abheben soll, aber da dieser schon bis zu seinem Gate gegangen ist, wären das für uns zu viele zusätzliche Passkontrollen geworden. Stattdessen suchten auch wir nun den Weg zu unserem Gate. Gefühlt in der hintersten Ecke des Terminals waren wir dann angekommen. Hier waren 6 verschiedene Gates wie in einem Wendehammer sternförmig angeordnet und mittendrin war noch ein kleiner Foodcourt. Nahezu alle Gates wurden genutzt und so war es ziemlich voll und extrem laut. Wir fanden noch zwei freie Plätze etwas abseits am Fenster und schauten dem regen Treiben auf dem Rollfeld zu.
Zwischendurch stellte ich mich dann noch am Foodcourt an, um Getränke für uns zu besorgen. Auch wenn es im Flugzeug immer mal etwas zu trinken gibt, ist es doch schöner, jederzeit unabhängig trinken zu können und so kaufte ich 4 0,5 Liter Flaschen Cola und Sprite. Mit einem Preis von 3,70 Euro pro Flasche (ohne Pfand) inzwischen ein wirklich teures Vergnügen! In den Medien wird aktuell berichtet, dass die Flughäfen auf ein neues Sicherheitssystem umgestellt werden sollen und die Flüssigkeitsbeschränkung von 100 ml dann wieder gelockert werden könnte… Hoffentlich geschieht das fix!
Kurz bevor das Boarding begann, versuchten wir dann noch einmal zur Toilette zu gehen… Auch hier war eine endlos lange Schlange. Puh, zum Glück haben wir Zeit. Lieber Flughafen… kann man das nicht etwas kundenfreundlicher organisieren? Entweder die Abflüge etwas mehr auf die vielen Gates verteilen oder zusätzliche Toiletten errichten? So war es jedenfalls nicht schön, denn die Putzkolonne war scheinbar auch schon länger nicht mehr da gewesen…

Endlich begann das Boarding. Wir ließen uns jedoch Zeit und stiegen mit als letztes ein… schließlich sitzen wir gleich eh mehr als 9 Stunden in diesem Flugzeug…
Der Mitarbeiter beim Einchecken hatte Recht. Das Flugzeug war wirklich bis auf den letzten Platz ausgebucht. Der Traum vom entspannten Ausstrecken in der Economy Class dahin…. Neben mir saß ein Franzose, der ebenfalls nach Hong Kong wollte. Scheinbar war er aber noch früher aufgestanden als wir und schlief schon vor dem Start ein.
Start? Warum geht es eigentlich nicht los? Und genau in dem Moment kam die Durchsage, dass wir leider noch auf das Catering für den Flug warten müssen und es noch ca. 30 Minuten dauern wird. Ups! Warum lässt man uns denn dann schon einsteigen und wie Sardinen gepresst in den Sitzen warten? Was aber viel schlimmer ist… so langsam geht der Puffer zum Umsteigen in Peking aus. Ursprünglich wären es 2:45 gewesen… Bis wir letzendlich abgehoben haben, hatten wir schon eine Verspätung von fast 2 Stunden. Hoffentlich fliegt der Pilot ein wenig schneller und holt die fehlende Zeit wieder raus…
Immerhin war der Flug recht ruhig und entspannt und auch das Mittagessen (Reis mit Rind) sogar ganz appetitlich. Obwohl wir einen Nachmittagsflug hatten, konnte ich zwischendurch tatsächlich etwas schlafen… Allerdings verriet der Blick auf den Monitor, dass der Pilot eher langsamer als schneller flog und die Ankunftszeit immer weiter nach hinten verschoben wird. Innerlich hatten wir mit dem Anschlussflug schon fast abgeschlossen.
Als wir dann endlich gegen Mitternacht (deutscher Zeit) in Peking landeten, schafften wir es recht zeitig aus dem Flieger raus. Wettertechnisch rannten wir förmlich gegen eine Wand aus Hitze und Feuchtigkeit. Zum Glück ging es dann aber fix ins klimatisierte Gebäude. Dort standen schon Mitarbeiter für den Transfer bereit und wir hatten gedacht, dass wir über kurze Wege zum Flugzeug geschleust werden. Pustekuchen. Das einzige, was wir bekamen, waren rote Aufkleber und den Hinweis, dass wir noch 10 Minuten Zeit hätten… und dann ging die Rennerei los. Ich sage euch, nach 10 Stunden Stillsitzen und dem körperlichen Gefühl von Mitternacht = Schlafenszeit eine ganz doofe Mischung… Vor allem, weil wir von einem Ende des Terminals erst einmal in die Mitte des Gebäudes rennen durften. Die vielen Laufbänder waren so voll, dass es schneller war, nebenher zu rennen und die Entfernung zog sich ganz schön.
Irgendwann standen wir dann an einer Sicherheitskontrolle… Wozu diese gemacht wird, wenn ich doch direkt aus einem Flugzeug komme, wo ich vorher ohne Kontrolle nicht reingekommen wäre, ist mir schleierhaft… Jedenfalls nahmen es die Mitarbeiter dort extrem genau. Der eine Rucksack musste noch einmal durch, weil dort noch die gekaufte Flasche Cola aus Frankfurt drin war… der andere Rucksack brauchte eine Ehrenrunde, weil André die Kameraakkus nicht alle einzeln ausgebaut präsentiert hatte… Zusätzlich piepten wir selbst im Scanner, sodass auch wir noch eine extra Leibesvisitation bekommen hatten. Kurzum, alles was vor einigen Stunden in Frankfurt so entspannt war, wurde in Peking wett gemacht… mit dem kleinen Nachteil, dass wir für so einen Sch*** gerade überhaupt keine Zeit hatten…
Endlich war die Kontrolle abgeschlossen und so konnten wir erneut quer durch den Flughafen zum anderen Ende des Terminals rennen. Als wir die Gangway erreicht hatten und langsamer wurden, merkte ich schon, dass ich völlig ausser Atem und fix und fertig war. Vor allem hatte ich jetzt Durst und keine neue Flasche mehr gekauft…
Auch mein ehemaliger Sitznachbar hatte es geschafft und saß schon im Flugzeug, als wir unsere Plätze fast in den letzten Reihen einnahmen. Dieses Flugzeug war dann deutlich leerer und als klar war, dass das Boarding abgeschlossen war, wollte André sich auf den freien Platz neben mir setzen… Neben ihm saß nämlich ein schlafender Asiate… Natürlich war das nicht erlaubt und die Stewardess schickte ihn postwendend zurück. Immerhin konnten wir jetzt wenigstens Wasser ordern… Aber warum zur Hölle bin ich so gerannt, wenn das Flugzeug jetzt nicht ausparkt? Einige Minuten später sah ich dann ein Kofferauto vorfahren. Die Ladeluke wurde noch einmal geöffnet und als ich dann unsere Koffer mit den roten Bändern auf dem Fließband sah, setzte augenblicklich eine große Erleichterung ein.
Direkt danach wurde die Luke dann wieder geschlossen und das Flugzeug fuhr zur Startbahn.
Mit etwas mehr Platz konnte ich dann auch in den nächsten 3,5 Stunden Flugzeug etwas schlafen, ehe wir uns für den Landeanflug in Hong Kong vorbereiten mussten.

Da dies unser erster Flug mit Air China war, an dieser Stelle auch noch ein kleines Fazit zu den Flügen: Im Vergleich mit anderen Fluggesellschaften ist Air China nicht überragen, aber auch nicht sonderlich schlecht. Es gibt Decken und Kissen und auch ein großes Angebot an englischsprachigen Filmen. Deutsche Filme gab es leider nicht. Das einzige Manko waren die fehlenden Englisch-Kenntnisse der Angestellten am Boden, hier mussten wir leider feststellen, dass wir oftmals nicht verstanden wurden.