Eigentlich hatten wir dieses Jahr eine komplett andere Urlaubsplanung im Kopf, aber manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit und so mussten wir kurzerhand umdisponieren.
Lange überlegten wir daher, wo es hingehen soll. Die 3 Wochen Urlaub zur Hauptreisezeit können nämlich leider nicht verschoben werden.
3 Wochen sind eine lange Zeit, da wollten wir nicht einfach in Europa bleiben. Allerdings ist es in den Sommermonaten mit Fernreisen immer etwas schwieriger:
- sind sie deutlich teurer
- gibt es viele attraktive Ziele, die im Sommer eher nichts taugen (Regenzeit, zu kalt / warm)
Irgendwann entschieden wir uns dann aber doch noch mal etwas „ganz anderes“ sehen zu wollen und entschieden uns trotz sehr warmer Temperaturen und dem Ende der Regenzeit für JAPAN.
Bei der Suche nach günstigen Flügen stießen wir dann auf die Strecke Amsterdam – Hong Kong – Tokyo und zurück Osaka – Seoul – Paris.
Damit war für uns klar, dass wir auch Hong Kong und Seoul nicht nur im Transitbereich des Flughafens bereisen wollen und schauten jeweils nach 2-3 Tagen Stopover.
Zufällig gab es zu der Zeit noch ein Gewinnspiel von Cathay Airways, bei dem man Flüge nach Hong Kong gewinnen konnte, sodass wir mit dem Buchen noch warteten.
Als der Tag des Gewinnspiels dann erreicht wurde, war klar, dass wir mit unserem Platz in der Warteliste schon nahezu keine Chance mehr haben werden und die Gewinner auch erst eine Woche vor unserem gewünschten Abreisedatum informiert werden.
Demnach entschieden wir nun, so zu buchen. Tja, leider haben wir zu lange gewartet und die geplanten Flüge waren ausverkauft oder deutlich teurer geworden.
So buchten wir am 12. Mai über „Fly Smarter“, die Verbundflüge von Air China im Angebot hatten. Die neue Route war nun: Frankfurt – Peking – Hong Kong, später weiter nach Tokyo und dann zurück Osaka – Seoul – Peking – Frankfurt.
Im Nachhinein ärgern wir uns etwas, denn in Peking hätten wir ein 72 bzw. 144 Stunden Visum problemlos am Flughafen beantragen können und der Chinesischen Mauer bei einem 2 Tage Aufenthalt einen Besuch abstatten können…
Für Hong Kong, Japan und Seoul benötigen wir aktuell kein Visum, was die ganze Planung in Anbetracht der wenigen Zeit deutlich einfacher macht.
Unser Reiseschwerpunkt liegt auf Japan und so nutzten wir die nächste Zeit, uns viele hilfreiche Tipps zu holen. Natürlich teilen wir sie gerne mit euch…
SUICA – CARD bestellen:
Die SUICA oder PASSMO Card ist eine aufladbare Geld bzw. Prepaidkarte mit der man in Japan nahezu alle Transportmittel und kleine Einkäufe in den 24 Stunden Supermärkten bezahlen kann. Das Kaufen dieser Karte lohnt sich, denn man spart sich einfach, dass ewige Bahnticket kaufen. Auch wenn man in größeren Städten manchmal noch Tageskarten dazu kauft, weil es günstiger wird, lohnt sich die Karte dennoch. Zudem kostet sie ca. 15 Euro. wobei schon ein Guthaben von 1500 Yen vorgebucht wird. Das entspricht knapp 10 Euro. 3-4 Euro, also 500 Yen werden als Pfand genutzt. Theoretisch kann man sich diesen zurückerstatten lassen, wenn man die Karte am Ende des Urlaubs zurück gibt. Das funktioniert allerdings nur, wenn man den Urlaub auch in der Region beendet, wo man die Karte gekauft hat. Im Internet gibt es verschiedene Anbieter, sodass man die Karte sogar schon vorab bestellen kann oder man kauft sie einfach am Flughafen, wo man sich am Schalter zum Railpass Abholen leider eh anstellen muss.
Am Flughafen kann einem ggf. auch die SUICA Welcome Card empfohlen werden. Eigentlich ist es genau die gleiche Karte, nur dass diese keinen Pfand hinterlegt. Allerdings kann man sich hier das Restgeld am Ende nicht zurück erstatten lassen. Wir hatten zwar die normale SUICA Card aber mit etwas Rechnen und nicht zu viel Aufladen, haben wir sie am Ende am Flughafen mit kleinen Snacks und Getränken auf 5 und 9 Yen runter gebucht. Sprich 505 und 509 Yen für ein schönes Andenken!
Wenn man die SUICA Card aufladen möchte, kann man das ganz einfach in vielen 7/11 Supermärkten oder eben an den SUICA Charge Automaten am Bahnhof.
Die SUICA Card lohnt sich nur auf Kurzstrecken bzw. in den Städten. Für längere Strecken und Fahrten im Schinkansen sollte der RailPass hinzugekauft werden!
RAIL-PASS beantragen:
Der Japan Railpass ist eine Art Bahncard für ausländische Touristen. Mit ihr wird das Zugfahren nicht nur deutlich günstiger sondern auch wesentlich einfacher.
Genutzt werden kann der Railpass auf „Langstrecken“, die mit den Schinkansen-Zügen zurück gelegt werden. Es gibt aber auch in den größeren Städten oft einige U Bahn Linien, die zum „JR“-Verbund gehören und daher dann mit dem Railpass statt mit der SUICA Card genutzt werden sollten.
Der Railpass ist ca. 10 Prozent günstiger, wenn man ihn schon vor der Reise kauft als erst direkt in Japan. Allerdings bekommt man nur einen Voucher zugeschickt, den man innerhalb von 3 Monaten einlösen muss. Demnach darf man ihn keinesfalls zu früh bestellen. Zu lange sollte man aber auch nicht warten, da es immer mal zu Verzögerungen bei der Post kommen kann. Witzigerweise war unsere direkt zwei Tage nach der Bestellung schon im Briefkasten.
Bei der Reiseplanung muss man sich nun gut überlegen, wie viele Tage man den Railpass nutzen will, denn es gibt ihn nur für 7,14 oder 21 Tage. Da wir 15 Tage in Japan sind, entschieden wir uns für den 14 Tage Pass der 340 Euro gekostet hat. Den letzten Tag werden wir mit Einzeltickets überbrücken.
Auch wenn der Preis erst einmal abschreckt, muss man sich seine grobe Route einmal ausrechnen lassen und wird schnell merken, dass sich der Pass durchaus lohnt. Hierzu gibt es verschiedene Plattformen, die Fahrtkostenrechner anbieten.
Nachdem man in Japan eingereist ist, kann man den Railpass dann mit Hilfe seines Vouchers und dem Reisepass an den größeren Flughäfen und Bahnhöfen gegen ein einfaches Papierticket mit Magnetstreifen eintauschen. Im Nachhinein – da wir den Railpass ja eh einen Tag zu wenig hatten- wäre es schlauer gewesen, diesen erst am Bahnhof in Tokyo abzuholen. Am Flughafen Narita hat uns das Abholen fast 2 Stunden Zeit gefressen und die lange Wartezeit scheint keine Seltenheit zu sein.
Hat man den Voucher dann erst einmal eingelöst, wird am Schalter direkt die erste Sitzplatzreservierung vorgenommen. Hierbei ist zu beachten, dass „normale“ Koffer für eine längere Reise in der Regel als Sperrgepäck zählen, sodass man nur ausgewählte Sitzplätze nehmen kann.
Für spätere Fahrten kann man die Plätze dann ganz einfach an Schaltern und Automaten in den größeren Bahnhöfen reservieren. Die Automaten lassen sich alle auf Englisch umstellen und das Programm führt einen entspannt durch die Buchung. Es empfiehlt sich, die Fahrten mit Sperrgepäck so früh wie möglich zu reservieren! Eine Sitzplatzreservierung ist online nur möglich, wenn man ca. 40 Euro mehr für den Railpass ausgibt. Das war es uns dann doch nicht wert…
Aufgepasst! Es gibt auch Züge, die NICHT im Railpass enthalten sind. Zum Beispiel Züge die im Verbund mit anderen Anbietern betrieben werden und deren Schienennetz mitbenutzen. Für diese muss man dann trotz Railpass einen Aufschlag bezahlen. Der Automat erzählt einem das leider nicht immer! Wo dieser Aufschlag dann bezahlt werden muss, können wir nicht genau sagen, da wir keinen dieser Züge genommen haben.
SIM-Karte bestellen:
Da unsere Smartphones nicht über eSim verfügen, mussten wir uns nach Alternativen umschauen, um vor Ort über ausreichend Datenvolumen zu verfügen. Für Japan entschieden wir uns für die SIM-Karte von Japan Experience, die wir vorab nach Hause bestellt hatten und in Japan dann nur noch fix im Smartphone einrichten mussten.
Aber auch für die kurze Zeit in Hong Kong und Seoul wollten wir Internetvolumen haben, um mit Google Maps zu navigieren und den Übersetzer nutzen zu können. Dazu gibt es genauere Informationen, in den jeweiligen Einreiseberichten der Länder. Wer hier über ein eSIM fähiges Gerät verfügt, hat es da etwas leichter. Die entsprechenden Angebote sind meist günstiger als physische SIM-Karten und man kann sich den entsprechenden QR-Code schon vorab auf dem Smartphone speichern und sich die Suche vor Ort sparen.
Geocaching
Auch das Geocachen soll natürlich nicht zu kurz kommen und da es in Hong Kong, Osaka und Seoul jeweils einen besonderen „Master of Mystery“ Cache gibt, wurde noch fleißig gerätselt. Hier kam uns zu Gute, dass wir Ende Mai bereits 2 Wochen Urlaub hatten, die wir „aus der Not heraus“ in einer Privatunterkunft auf Mallorca verbrachten… Von diesem Urlaub gibt’s keine Blogbeiträge, weil wir einfach mal faul in der Sonne gelegen, Rätsel gelöst und diese Reise geplant haben und das Sightseeing ein wenig hinten ansteht… Mallorca können wir schließlich jederzeit wieder spontan besuchen. Außerdem wollten wir unsere Kräfte schonen und uns erholen, denn schon bei der Planung war klar, Asien wird anstrengend :-D.
Bald geht es los
Nun war es endlich soweit, wir konnten Online einchecken… oder aber auch nicht. Eigentlich hatten wir die 36 Stunden vor Abflug für beide Flüge (FRA-PEK, PEK-HKG) erreicht, aber die Seite von Air China blieb nach der Eingabe der Passdaten einfach stehen und wir kamen nicht in den nächsten Schritt.
Ein Anruf bei „Fly Smarter“ brachte uns einen englisch sprechenden Schweden ans Telefon, denn der Hauptsitz liegt in Schweden. Dieser bestätigte zwar die vollständige Buchung aller Flüge, konnte uns aber auch nicht helfen, denn die Passdaten werden für die Buchung der Flüge nicht benötigt. Erst beim Check-In werden diese von der Fluggesellschaft benötigt. Dementsprechend konnte auch er unsere Passdaten nicht an Air China übermitteln. Also versuchten wir Air China direkt anzurufen.
Bei diesem Anruf hatten wir dann einen deutsch sprechenden Chinesen. Wenn Chinesen Deutsch sprechen, klingt das schon fast lustig und macht das Verstehen nicht unbedingt leicht. Leider konnte auch er uns nicht helfen, sondern verwies wieder an „Fly Smarter“.
Wir ließen den Online-Checkin dann einfach sein und planten etwas mehr Zeit zum „Old School“ Einchecken, direkt am Flughafen ein. Mir persönlich ist dabei ja immer etwas unwohl, denn aus genau so einem Grund bin ich mal in Doha gestrandet. Damals war der Anschlussflug überbucht und ich musste 6 Stunden auf den nächsten Flug warten. Hoffen wir mal, dass alles gut geht und lenken uns mit Kofferpacken ab…
KOFFERPACKEN
Was nimmt man eigentlich mit, bei 3 Wochen extrem warmer Temperaturen und Regenzeit? Wie kalt sind die Klimaanlagen in den U Bahnen und Zügen? Regnet es den ganzen Tag durch oder gibt es einzelne Schauer?
Irgendwie wurden wir im Internet nicht so wirklich schlau darüber. Wir entschieden uns für jede Menge T- shirts, 2 Pullovern (alleine wegen der Flüge), Regenponchos, -jacken und Regenhosen, wobei wir uns eigentlich nicht wirklich vorstellen können, diese bei über 30 Grad zu tragen. Dazu noch jede Menge kurzer Hosen, Hosen die mindestens über die Knie gehen (falls es Kleidervorschriften in den Tempeln gibt) und eine Anstands-Jeans :-D.
Da wir dann aber noch jede Menge anderer Dinge brauchten:
- Handtücher für evtl. Strandaufenthalte (von Globetrotter, mit kleinem Packmaß, schnelltrocknend und kuschelig weich im Gegensatz zu denen von Decathlon),
- Reiseadapter: Für Hong Kong benötigten wir den englischen Stecker, für Japan den amerikanischen und nur in Seoul werden die gleichen Stecker verwendet wie bei uns.
- Foto-Ausrüstung
- gut gefüllte Reiseapotheke (Schmerzmittel, Magen-Darm; Übelkeit, Pflaster, Mückenabwehr und etwas gegen Stiche; Sonnenschutz)
- Turnschuhe, halbhohe Wanderschuhe, Sandalen
- …
entschieden wir uns aus Platz- und Gewichtsgründen dazu, einige der Tshirts wieder auszupacken und zwischendurch in den Hotels zu waschen. Beim kurzen Check der gebuchten Hotels war es bei den meisten sogar möglich.
Nach dem Urlaub ist man ja bekanntlich schlauer…
- statt der Regenklamotten wäre ein guter Regenschirm deutlich besser gewesen, denn das Wetter war wirklich sehr warm und wenn der Regenschauer kam, dann ohne Wind und meist so heftig, dass man sich für die kurze Zeit eh lieber unter stellt. In den Regensachen wären wir eingegangen.
- Wer auf der Toilette etwas empfindlicher ist, sollte Toilettenpapier einstecken, denn das, was es in Japan gibt, ist durchsichtig und extrem dünn. Außerdem gibt es in den öffentlichen Toiletten in der Regel nichts zum Abtrocknen, sodass ein kleines Handtuch im Rucksack nicht schaden kann.
- Was wir uns gewünscht hätten, wären kleine Plastiketuis für Geldkarten. Der Japan Railpass ist nämlich lediglich ein Papierticket. Bei einer längeren Reise kann der in der Hosentasche schon mal ganz schön in Mitleidenschaft gezogen werden oder gerade in der Regenzeit auch mal gut durchweichen.
- Das Wäschewaschen haben wir in 2 Hotels genutzt, können es so (wie wir es gemacht haben), allerdings nicht weiter empfehlen: Die Waschmaschinen in den Hotels sind schon älter und teils sehr dreckig. Vor allem aber waschen sie lediglich 30 Minuten bei sehr kalten Temperaturen, sodass wir die Wäsche nie wirklich frischduftend sondern eher noch „leicht schweißig“ herausgeholt haben. Beim nächsten Mal würden wir es daher mit „richtigen“ Waschsalons versuchen.
Nun waren die Koffer endlich gepackt, das Maximalgewicht ( wegen dem Flug Hong Kong -Tokyo- auf 20 Kilo beschränkt) nicht erreicht und wir gingen aufgeregt ins Bett.