Heute klingelte der Wecker deutlich früher und musste uns tatsächlich wecken. Wir sprangen noch mal fix unter die Dusche, packten die letzten Sachen zusammen und machten uns dann auf zur U-Bahn.
Der Abschied vom „Hotel“ fiel uns überhaupt nicht schwer und wir hofften sehr, dass es in Tokyo deutlich angenehmer wird.
Mit der U-Bahn ging es dann erst mit der roten Linie zur Lai King Station. Dort stiegen wir in die orangene Linie um, die uns eine Station weiter brachte. Am Tsing Yi mussten wir dann aber in den grünen Airport Express umsteigen, der ein wenig teurer ist. Von dort war es dann nur noch eine kurze Fahrt zum Flughafen.
Inzwischen hatten wir uns eingelebt, sodass es gar kein Problem war, die richtigen Abflugschalter zu finden. Die Koffer waren ohne anstehen zu müssen fix abgegeben und schon konnten wir die Sicherheitskontrolle aufsuchen. Auch hier dauerte es nicht lange. Warum ist das in Deutschland immer so ein Chaos? Jedenfalls hatten wir nun noch mehr als genug Zeit bis unser Flug mit der Hong Kong Express um 10:35 Uhr nach Tokyo abhebt.
Wir waren sogar so zeitig dran, dass wir noch gar kein Abfluggate ausgeschildert bekommen hatten. Der Flughafen in Hong Kong ist ziemlich groß, sodass einige Gates sogar mit einem kleinen Zug angesteuert werden müssen. Um nicht falsch herum zu irren, setzten wir uns oben in den Essensbereich und frühstückten erst einmal in Ruhe. Von hier hatten wir auch einen guten Blick auf die Flug-Tafel. Erstaunlich war, dass keiner der vielen angezeigten Flüge Verspätung hatte.

Irgendwann wurde dann auch unser Gate ausgewiesen und wir machten uns, weil es hier nicht so bequem zu sitzen war, direkt auf den Weg dorthin. Vorher gaben wir die letzten Hong Kong Dollar allerdings noch für ein paar kleine Getränkeflaschen aus. Eine gute Entscheidung, denn Hong Kong Express scheint auch eher eine günstige Airline zu sein, bei der es auf dem 4,5 Stunden Flug keinerlei inkludierten Service gab.
Bis zum Abfluggate brauchten wir trotz der Laufbänder fast 10 Minuten. Die Entfernungen sind einfach gigantisch. Dennoch gab es links und rechts verschiedene Geschäfte, sodass es genug zu gucken gag.
Am Gate angekommen war es noch sehr ruhig und wir suchten uns einen Platz zum Verweilen. Bis zum Boarding wurde es dann zwar recht voll, die Lautstärke blieb aber ziemlich ruhig. Kein Vergleich zu unserem Abflug in Frankfurt.
Endlich hieß es Einsteigen. Wir hatten sogar einen Fensterplatz in der 3-3er Bestuhlung. Der Asiate neben uns war keineswegs gesprächig, aber das störte uns jetzt auch nicht. Viel mehr zog mich ein asiatisch aussehender Mann weiter vorne in seinen Bann. Schließlich hatte er ein BVB Trikot an. Ob es ein Kagawa Anhänger ist?
Die Flugzeit verging auch ohne Service in den lila Sitzen ziemlich fix und wir landeten pünktlich gegen 16:00 Uhr in Tokyo-Narita.

Das Aussteigen aus dem Flugzeug ging überraschend fix und nachdem wir die erste japanische Toilette besucht hatten, stellten wir uns an der Einreisekontrolle an. Kurz zu den Toiletten in Japan: Nahezu alle öffentlichen Toiletten sind IMMER sauber. Für uns ist nur die Form der Klobrille und deren Funktion, erwärmt zu werden, äußert ungewohnt. Wie oft haben wir uns drauf gesetzt und sind erschrocken erstmal wieder hoch gehüpft. In der Regel lässt sich die Temperatur aber einstellen, nur nicht überall sind die Beschriftungen auch in englischer Sprache. Zusätzlich kann man auswählen, ob man Privatsphäre haben möchte, damit der Nebenmann z.B. die Pupsgeräusche nicht hören kann. In diesem Fall wird ein Wasserplätschern simuliert. Außerdem gibt es Duschen für vorne und hinten, weshalb die Japaner mit ihrem furchtbar dünnen Klopapier zurecht kommen.
So, jetzt aber zurück zur Einreise… Leider war hier heute sehr viel los und die abgesteckten Reihen reichten nicht immer. Kurzum wurde ein Mitarbeiter gesannt, der mit einem Schild „End of the Line“ das Ende der Reihe zeigte und die Leute immer wieder in neugebildete Reihen sortierte.

Nach fast 2 Stunden haben wir es dann endlich geschafft. Coronatechnisch mussten wir hier zum Glück nichts beachten, aber zur Einreise hilft es, sich bei Visit Japan Web zu registrieren. Spätestens am Flughafen muss man dieses sonst nachholen, denn die Beamten wollen jeweils den gelben und blauen QR Code sehen. Alternativ kann man vor Ort zwar noch die Arrival Cards ausfüllen, das digitale Registrieren vereinfacht die Prozedur aber ungemein. Zudem gibt es vorab schon ein paar Schalter, um seine Fingerabdrücke registrieren zu lassen. Wir wurden an diesen aber erst vorbei gelotst und haben es dann bei der Einreise direkt mitmachen müssen.
Als wir dann endlich durch waren, standen alle Koffer schon aufgereiht neben dem Kofferband. Kein Wunder, sonst würden sie ja endlos Schleifen drehen.
Wir schnappten uns die Koffer und verließen endlich den Sicherheitsbereich.
Als nächstes mussten wir nun den Schalter suchen, an dem wir unseren Railpass Voucher einlösen konnten. Hier gibt es nur ein kleines Büro und es waren gerade einmal 4 Schalter belegt. Demnach gab es vor der Tür erneut abgesteckte Wartelinien. Wir hatten uns gerade eingereiht, als eine Mitarbeiterin anfing, die Reihen neu zu stecken. Ordentliches Anstehen ist in Japan scheinbar das A und O :-D. Eine zweite Mitarbeiterin kam dann dazu und kontrollierte, ob wir auch alle unsere Reisepässe und Unterlagen griffbereit hätten. Sie sortierte es für jeden schon einmal genau vor, und jeder musste seine Papiere selbst halten. Nervig! Bei größeren Gruppen durfte auch nur eine Person in der Warteschlange stehen, die anderen mussten abseits ausharren.
Es ging und ging kaum vorwärts und wir waren schon echt genervt. Erst 1,5 Stunden nach Einreise waren wir endlich dran. Vielleicht wäre es schlauer, wenn die „Sortier-Mitarbeiterin“ auch einen Schalter geöffnet hätte…. Der Grund, weshalb es so lange dauert, ist einfach, dass sich viele vor Ort noch beraten lassen, welche Bahncard sie zusätzlich nutzen wollen. Bei uns ging es dann nämlich ganz fix, weil wir die Suica Card ja schon im Briefkasten hatten…
Die Dame reservierte uns noch fix zwei Sitzplätze im nächsten Narita-Flughafen Express nach Tokyo Stadt und dann konnten wir, nachdem wir neue Getränke gekauft hatten und ein wenig Geld beim ATM abgehoben hatten, uns endlich auf den Weg machen.
Im Nachhinein habe ich gelesen, dass die Wartezeit hier häufig sehr lang ist und man besser erst am nächsten Tag in Tokyo an einem der Bahnhöfe den Umtausch durchführt… Beim nächsten Mal sind wir schlauer.
Die Zugfahrt war dann aber so entspannt, dass einiges an Ärger schnell verflog. Ruhige, saubere Züge mit großer Beinfreiheit und gutem Sitzkomfort. Dazu absolut ruhig. Keiner telefoniert, niemand schaut lautstarke Videos… einfach herrlich.
Am Hauptbahnhof mussten wir dann umsteigen. Zum Glück hatten wir die Hauptreisezeit schon hinter uns gelassen, denn beim Umsteigen mussten wir etliche Meter in der Station zurücklegen. Im Menschenchaos wäre das heute absolut nichts geworden. So aber fanden wir auch recht fix die richtige U-Bahn und näherten uns dem Hotel an.
Dort ausgestiegen, gab es leider keine Rolltreppen mehr (da war Hong Kong deutlich moderner) und wir mussten die schweren Koffer einige Treppen so hoch schleppen. Danach ging es dann noch ca. 500 Meter weiter zum Hotel.

Das Wing Hotel liegt zentral zwischen Tokyo Tower und Shimbashi Station und machte direkt einen guten Eindruck. Das Einchecken ging recht flott und in der Lobby gibt es bis Mitternacht verschiedene kostenfreie Kalt- und Warmgetränke. Hervorragend.
Endlich hatten wir das Zimmer erreicht. Auch dieses machte einen sauberen und ordentlichen Eindruck. Der Platz hielt sich zwar auch hier in Grenzen und wir mussten die Koffer wieder übereinander stapeln, aber es war kein Vergleich zu Hong Kong. Zum Glück!
Da es inzwischen um 21 Uhr herum war, hatte sich unser geplanter Entspannungs-Abend irgendwie erledigt. Eigentlich wollten wir die Füße nämlich ein wenig erholen lassen, die letzten Tage sind wir doch einige Kilometer gelaufen. Stattdessen haben wir uns die Füße dann heute beim Warten plattgestanden :-D.
Nach einem kurzen Abendessen um die Ecke sind wir dann auch recht bald ins Bett gegangen. So bleibt mehr Spannung für den nächsten Tag.