Nachdem ich mir gestern unter beiden Füßen schöne dicken Blasen geholt habe, ist André heute morgen nach dem Frühstück (ein Teilchen mit Fischpaste), erst einmal zum nächsten Drogerie-Markt gelaufen und hat kleinere Gelpflaster besorgt und zeitgleich an der Shimbashi-Station Sitzplätze für die nächsten Touren mit dem Shinkansen reserviert.
Wir ließen den Morgen entspannt angehen und verließen erst gegen 10:45 Uhr das Hotel.
Dieses Mal liefen wir direkt zur größeren Station (Shimbashi) und konnten mit dem Regionalzug bis ins ca. 50 Kilometer entfernte Kamakura durchfahren. Die Fahrt dauert ca. eine Stunde, der Zug war recht gut gefüllt und viele stiegen zusammen mit uns aus. In der Regel kein gutes Zeichen…
Dennoch ging es geordnet und zügig hinaus, quer durch den Bahnhof zum Busplatz. Dort stiegen wir dann direkt in die F11 (hinten einsteigen und Ticket scannen).
Durch enge und volle Straßen ging es dann bis zum großen Daibutsu-Buddha im Kotoko-In Tempel.

Um auf das Tempelgelände zu kommen, müssen pro Person 300 Yen (ca. 2 Euro) Eintritt entrichtet werden.
Die Buddhastatue steht dann frei auf einem Platz. Eigentlich stand sie, wie es meist üblich ist, in einer großen Tempelhalle, aber diese wurde 1498 durch einen Tsunami zerstört. Dadurch hat man nun aber die Möglichkeit, die Skulptur auch von innen zu besichtigen. Heute war es aber wegen der starken Hitze (wieder 35 Grad, aber zum Glück teils bedeckt), nicht möglich.

Der Tempel selbst ist nicht so spannend und groß, sodass wir zügig weiter zum Hasedera Tempel liefen. Der Bürgersteig ist für die vielen Touris viel zu schmal und die überall stehenden Souvenir Shops und Fressbuden erschweren das Laufen zusätzlich. Das Essen kam uns hier im Vergleich zu anderen Orten sehr teuer vor, sodass wir kein Verlangen nach Kostproben hatten.

Der Hasedera Tempel kostet dann 400 Yen (ca. 2,50€) pro Person. Für die große Anlage lohnt sich das absolut. Zu beachten sind lediglich die kurzen Öffnungszeiten: Im Juli schließt der Tempel bereits um 16:30, sodass man nur bis 16:00 Uhr herein gelassen wird.
Hier gibt’s eine große und sehr gepflegte Gartenanlage mit Teich, Bach und dicken Koi-Fischen. Rechts gelegen gibt es zudem noch die kleine Bentan-Cave-Höhle

Wir machen uns aber schon bald über Treppen auf den Weg eine Ebene höher. Immer wieder stehen verschiedene Skulpturen mit schönen bunten Blumen am Wegesrand. Diese Jizo-Statuen wurden von Eltern aufgestellt, die ihr Kind verloren haben (Todgeburt, Fehlgeburt, Abtreibung…), denn Jizo gilt als die Schutzgottheit der Kinder. Die Statuen bleiben immer nur für ein Jahr stehen und werden dann vergraben oder verbrannt, damit genug Platz für neue Statuen ist.

Noch eine Ebene höher auf diesem bergigen Gelände steht die große Haupthalle („Kannon-do-Hall“) des Tempels, die die eigentliche Sehenswürdigkeit beherbergt: Ein großer Kannon Buddha mit viel Gold. In Japan haben Kannon Statuen das weibliche Geschlecht. Die Statue hat 11 Köpfe, die für die verschiedenen Stufen zur Erleuchtung stehen. Der Legende nach wurde diese Statue ursprünglich ins Meer geworfen, damit sie selbst einen Platz finden kann, der mit ihrem Karma in Verbindung steht. Irgendwann wurde sie dann in der Nähe von Kamakura angespült, sodass man ihr zu Ehren den Hase-dera Tempel errichtete.

Leider ist das Fotografieren der Statue nicht erlaubt…

Auf dieser Ebene gibt es zudem noch ein Café mit Aussicht auf’s Meer. Allerdings war es heute sehr diesig. Während ich mir ein kleines Päuschen gönnte, kraxelte André noch einige Stufen weiter hinauf. Zum einen gibt es dort noch einen kleinen Bambushain sowie ein kleines drehbares hölzernes Regal, welches die Sutras (Texte des Buddhismus) des Tempels aufbewahrt.

Auch wenn das Wetter heute sehr diesig ist, machten wir uns nach dem Tempelbesuch dennoch auf den Weg, die ca. 500 Meter zum Strand zu gehen. Mit einer immer dicker werdenden Blase unterm Zeh nicht ganz so lustig.
Der Strand ist nicht so schön. Dunkler Sand, viel Angespühltes, vor allem Treibholz, und sehr starke Wellen. Immerhin geht es lange flach hinein. Heute war es sehr windig und dadurch waren viele Surfer unterwegs. Wir genossen den Wind bei einem Eis und zum ersten Mal fühlte es sich wieder angenehm an.

Anschließend ging es zurück zum Hase Bahnhof. Hier füllten wir noch fix die Suica Karte am Automaten auf und fuhren 3 Stationen zurück nach Kamakura. In einer halben Stunde soll es hier nämlich anfangen zu regnen und das brauchen wir nicht auch noch. Macau war da ausreichend…
Am Bahnhof wurde es dann brechend voll und viele wollten die Heimreise antreten. Unglaublich wenn man bedenkt, dass die Züge im 15 Minuten Takt fahren.
Irgendwann ergatterten wir auch Sitzplätze und die Fahrt dauerte und dauerte….
Bei den Zugfahrten orientierten wir uns überwiegend an den Nummern der Stationen und als wir endlich „unsere“ Stationsnummer entdeckt hatten, passte der Name irgendwie nicht. Ups, der Zug ist irgendwann links abgebogen 🙈.
Also nächste Station raus und Google fragen, wie es zurück geht. So haben wir heute ein paar Stationen doppelt gesehen 😂 kein Wunder dass die Fahrt so lange dauerte…
Zurück am Hotel wurden die Füße wieder neu versorgt. Die eine Blase ist deutlich besser, die andere deutlich schlechter geworden… Mal schauen was die nächsten Tage bringen 😭.
Gegen 8 haben wir uns dann wieder auf den Weg zum Essen und auf dem Rückweg noch einen Abstecher zum Tokio Tower gemacht. Auch im Dunkeln könnte man hier noch gegen Bezahlung hinauf fahren. Wir verzichteten darauf aber und entdecken auf dem Weg zurück zum Hotel noch den Zojo-ji Tempel. Dieser wurde zwar nicht so toll beleuchtet, mit dem Tokio Tower im Hintergrund war es aber trotzdem ein schönes Bild.

Gegen 22:30 waren wir dann wieder zurück. Nun heißt es Füße hoch legen und hoffen dass es besser wird. Für morgen haben wir schließlich Plätze im Shinkansen reserviert und wollen nach Nikko zu den 3 Affen :-).