Die Nacht im Hotel war angenehm ruhig. Das Bett endlich wieder etwas breiter, nur die Matratze ein wenig hart, aber wir wollen bei dem Preis nicht meckern und im Vergleich zu Hongkong ist das alles pillepalle :-D.
Hier gibt’s kein Frühstück im Hotel und so greifen wir auf die gestern gekaufte Kekse zurück.
Anschließend machen wir uns auf den Weg.
Unser erstes Tagesziel war der Fujimi Inari-Taisha. Ein Schrein, der besonders bedeutsam ist, weil er quasi der Chef vieler anderer Schreine (die alle der Göttin Inari gewidmet sind) in ganz Japan ist.
Da wir damit rechneten, dass dieser Schrein bei vielen Touris auf der Wunschliste steht, starteten wir recht zeitig.
An der U-Bahn Stationen kauften wir fix am Schalter Tagestickets für heute und Morgen. Für jeweils 1100 Yen können wir so neben allen Bussen auch die Regionalzüge nutzen. Bei dem, was wir alles auf dem Programm haben, sollte es günstiger werden, als jede Fahrt einzeln mit der SUICA Card zu zahlen.

Schon im Regionalzug war klar, dass der Plan so nicht aufgehen würde. Als wir dann aber vor Ort ankamen, war es noch wesentlich voller als erwartet. Scheinbar sind ganz viele Australier gerade in Kyoto…
Augen zu und durch war die Devise und so schlängelten wir uns mit einer ganzen Meute den Berg hoch. Denn das eigentlich sehenswerte des Schreins sind über 1000 orangefarbene Torii, die den Weg bis oben zum Inari Berg säumen. Diese Torii wurden von Firmen und Privatleuten gestiftet, da diese einen positiven Einfluss auf den geschäftlichen Wohlstand haben sollen. Kein Wunder, dass es inzwischen an etlichen Stellen wirklich kleine Torii-Sammlungen gibt. Schließlich kann man nicht noch mehr soo große Torii aufstellen.

Je höher wir kamen, desto weniger war los und so konnte man an den vielen kleineren Schreinen, die immer mal wieder auftauchten, ein kleines Besichtigungspäuschen einlegen. Hierbei wird man dann auch sehr viele Fuchs-Statuen sehen, denn diese sollen die Götterboten des Inari sein.

Zugegeben, bei dem Wetter haben wir den Aufstieg auch nicht bis zum Gipfel gemeistert sondern bei ca. 3/4 der Strecke abgebrochen. Der Schweiß lief einfach nur noch hinab und zur Zeit sind die Ausblicke eh immer eher diesig.
Der Besuch dieses Schreins ist übrigens kostenfrei. Allerdings kann man sich unterwegs verschiedene Glücksbringer (Füchse, rote Torii…) und lokale Gerichte als Stärkung während der Wanderung kaufen. So soll es hier zum Beispiel den Ursprung der Glückskekse geben.
Wieder unten gab es dann auch erst Mal eine Abkühlung. Dieses Mal als Float Drink. Cola, Melonen-Fanta oder Orangensaft mit einer Kugel Vanilleeis. Es schmeckte sogar angenehm lecker.

Wir quälten uns anschließend durch die Menschenmassen zurück zur nächsten Bushaltestelle. Bis der entsprechende Bus kam, dauerte es ganz schön lange und genau wie in Tokio gibt es auch in Kyoto nicht sonderlich viele Bänke zum Warten und erst recht nicht im Schatten. Auch wenn der Bus dann brechend voll war, so freuten wir uns zumindest über ein kleines Lüftchen aus der Klimaanlage.
Das nächste Ziel des Tages war der Kiyomizu-dera Tempel (Otowasan Kiyomizudera). Auch dieser Tempel ist weltberühmt und vor allem für seine große Holzterrasse bekannt. Seit 1994 wurde er zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Von hier hat man einen schönen Blick über die Stadt. Der Nachteil daran ist, dass er erneut auf einem Berg liegt. Nur dieses Mal bringt uns der Bus nicht zum Fuß des Tempels sondern nur ganz unten an den Berg. Zum Tempel geht es nun durch eine enge und völlig überlaufene Touri-Einkaufsstraße.
Aus allen Richtungen strömten die unterschiedlichsten Gerüche zu uns rüber, sodass wir ein Hüngerchen kaum noch ignorieren konnten. Bis wir es zum Tempel hoch geschafft hatten, waren wir erneut völlig durchgeschwitzt und setzten uns erst einmal auf ein kleines schattiges Treppchen. Erst danach konnte die Besichtigung des Tempels beginnen.

Der Name des Tempels bedeutet „Reines Wasser“, da er ursprünglich an der Stelle des Otowa-Wasserfalls gegründet wurde (Im Jahre 778). Später wurde er dann hierher verschoben und inzwischen umfasst die gesamte Anlage ca. 30 buddhistische Gebäude, die im Jahr 1633 errichtet wurden.

Der Rückweg verlief dann erneut durch die völlig verstopfte Einkaufsstraße und wir überlegten, ob die ganzen Australier wohl wegen dem baldigen Gion Fest in der Stadt sind. Noch in Tokio konnten wir diese Massen nämlich nicht ausmachen.
Für uns war nach der ganzen Anstrengung klar, dass wir erst einmal ein Päuschen im Hotel einlegen wollen. Bis wir endlich da waren, dauerte es noch ein ganzes Weilchen und so war klar, dass wir auch heute die Burg nicht mehr besichtigen können.
Alternativ wählten wir daher erneut den Nishiki Markt als abendliches Ziel. Dieses Mal waren die Geschäfte noch geöffnet und wir konnten viele verschiedene Gerichte betrachten. Einiges konnte man noch erkennen, aber bei Mini-Tintenfischen am Spieß und Krabbenbeinen vom Grill ist uns jeder Hunger vergangen.

Da es noch früh war, entschieden wir kurzerhand noch einen Blick ins Gion Viertel, also der traditionellen Altstadt, zu werfen. Obwohl die meisten Geschäfte hier bereits geschlossen waren, waren auch hier alle Straßen picke packe voll. In einer kleinen Seiten-Privatstrasse tummelten sich die Touris. Wir stellten uns gespannt dazu und es dauerte keine Minute, da sahen wir die ersten 3 Geishas auf dem Weg in ein Restaurant. Jackpot. Wir blieben ein Weilchen und konnten noch drei Mal jeweils eine einzelne Geisha sehen. Scheinbar müssen sie bis 18 Uhr den Dienst antreten. Das Restaurant befindet sich direkt an der Ecke der Hanamikoji Straße zur Hauptstr. Scheinbar kann man hier jeden Abend Glück haben. Mal schauen, ob wir es noch ein weiteres Mal schaffen.
Inzwischen konnten wir wieder an Essen denken und machten uns daher auf den Weg.

Anschließend ging es ein ganzes Stück zu Fuß Richtung Hotel, denn seit gestern kann man zusehen, wie mehr und mehr Paradewagen für das Gion Fest zusammen gebaut werden. Das wollten wir mal in Ruhe und nicht immer nur aus dem Bus sehen.

Unterwegs kamen wir noch an einer Zoohandlung vorbei. Wie gruselig die kleinen süßen Hunde auf engstem Raum ausharren müssen. Bei einem hätte sogar ich schwach werden können. So süß. Wir versuchten uns von der Grausamkeit abzulenken, bewunderten daher die hohen Konstruktionen aus Holz und schlenderten dann zurück ins Hotel.
Eigentlich wollten wir noch Wäsche waschen, aber leider waren beide Maschinen belegt und wurden, obwohl sie schon lange fertig waren, nicht leergeräumt. Sowas Blödes. Irgendwann wurde es uns dann aber auch zu spät, denn die Maschine braucht mindestens 2 Stunden und so wurde das Waschen vertagt.