Die Nacht im neuen Hotel war nicht ganz so erholsam. Irgendwie fehlt hier die Power der Klimaanlage und man hörte immer mal wieder Sirenen von Einsatzfahrzeugen.
Als der Wecker klingelte standen wir dann aber trotzdem artig auf, frühstückten mal wieder ein paar Kekse und machten uns dann auch gleich auf den Weg… Schließlich haben wir nur noch den heutigen Tag für Osaka…
Zunächst ging es wieder zur U-Bahn Station. Heute gab es für das Tagesticket leider keinen Wochenendtarif mehr, sodass wir 820 Yen (etwas über 5€) für die Tageskarte zahlten. Immer noch günstiger als jede Fahrt einzeln mit der Suica Card zu bezahlen, wobei wir diese heute noch leer machen sollten. Zum Glück kann man ja neben den Bahnfahrten auch in 7/11 Märkten damit zahlen.
Unser erstes Tagesziel war noch einmal der Master of Mystery Geocache, für den wir ja gestern Abend noch einen zusätzlichen Hinweis erhalten hatten.
Die Wegstrecke war die gleiche wie am Vortag und nach einem kleinen Fußmarsch erreichten wir erneut den Park. Wir hatten die Suche noch nicht ganz begonnen, als sich schon wieder etliche hungrige Mücken auf uns stürzten… Eigentlich hätten wir ja mal vorher an das Nobite denken können. Fix wurde es nachgelegt und schon hatten wir Ruhe.
Dank des Hinweises wurden wir dieses Mal dann auch recht schnell fündig und signierten glücklich das Logbuch.
Deutlich entspannter ging es nun erneut zum Umeda Sky Building. Am heutigen Vormittag war deutlich weniger los und wir kamen ohne Schlangestehen fix mit dem Fahrstuhl in die 35. Etage. Da der Fahrstuhl hier an der Innenseite außen an das Gebäude drangebaut wurde, konnten wir die ganze Zeit hinausschauen.
Oben angekommen ging es dann über eine schmale Rolltreppe weiter hoch und hinüber zum anderen Hochhausturm. Dementsprechend schwebt die Rolltreppe quasi zwischen beiden Türmen und man kann zu allen Richtungen hinausschauen. Ein etwas mulmiges Gefühl breitete sich bei mir dabei doch aus…

Nun kamen wir zum kostenpflichtigen Teil und durften erst einmal 1500 Yen (ca. 10€) Eintritt bezahlen.
Nachdem wir unsere Tickets erhalten hatten, ging es mit einer „normalen“ Rolltreppe noch einmal eine Etage höher. Hier konnte man sich die spannende Baugeschichte anschauen. Zunächst wurden beide Türme einzeln errichtet. Anschließend wurde die Aussichtsplattform zwischen den Gebäuden mit Hilfe von Kränen hochgezogen. Erst danach wurden der Aufzug, die Rolltreppe und weitere Verbindungsbrücken zwischen den Gebäuden montiert. Wenn man sich das durch den Kopf gehen lässt, wird mir beim Gedanken, mit der Rolltreppe auch wieder runter zu fahren, doch noch etwas mulmiger…
Aber bevor wir wieder runter fahren wollen, soll es natürlich erst noch nach ganz oben auf die Aussichtsplattform gehen. Dafür gibt es noch einmal einen kleinen Fahrstuhl oder eine normale Treppe.
Die Aussichtsplattform ist offen, sodass man die heiße schwüle Luft gleich wieder voll abbekommt. Dafür hat man dann aber auch einen schönen Ausblick, denn Glasscheiben spiegeln sich ja leider immer.

Auf unserem Rundgang über die 360 Grad Plattform können wir viel von Osaka sehen, vor allem die nahen Baustellen, auf denen erneut in schwindelerregender Höhe gebaut wird. Nach 2-3 Runden hatten wir alle Eindrücke mit der Kamera eingefangen und machten uns langsam auf den Rückweg.

Nachdem wir den ersten Fahrstuhl genutzt hatten, standen wir nun am Souvenirshop. Hier gab es wieder jede Menge typische Japansouvenirs, die wir schon überall gesehen hatten…. Allerdings gab es hier auch eine Art Holzpuzzle, die uns sofort faszinierten. Da es ein gut aussehendes Motorrad gab, war endlich die Geburtstagsidee für Andrés Vater geboren. Wie das aber immer so ist, war genau das natürlich ausverkauft. Wir sprachen eine Verkäuferin an. Da sie dem Englischen nicht mächtig war, holte sie ihre Kollegin. Immerhin mal jemand, der versucht zu helfen und nicht bei Englisch sofort wegrennt… Die Kollegin schaute noch einmal im Lager, aber auch da… Fehlanzeige. Wir fragten, in welchen Geschäften wir diese Holzpuzzle wohl noch kaufen könnten, denn die wird es schließlich nicht nur hier oben in der 39. Etage geben. Die freundliche Verkäuferin zeigte uns auf ihrem Handy zwei verschiedene Kaufhausketten, von denen es in Osaka mehrere Filialen gibt. Jetzt, wo wir so darüber nachdenken, haben wir noch nirgends ein richtiges Spielzeuggeschäft entdeckt…
Die Fahrt auf der abenteuerlichen Rolltreppe war für mich überraschend entspannt und auch die Fahrstuhlfahrt hinab brachte keine Probleme. Scheinbar haben die ganzen Wolkenkratzer-Ausflüge in diesem Jahr geholfen :-D.
Als wir dann unten angekommen waren, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und suchten nach passenden Filialen, um das Motorrad kaufen zu können.
Beide Läden sollen im nahen Einkaufszentrum am Bahnhof sein. Nach der abenteuerlichen Fahrt von gestern gingen wir lieber gleich zu Fuß durch die Baustelle und standen fix am Einkaufszentrum.
Tja… Japan und die Einkaufszentren… wieder einmal gab es 14 Etagen und mehrere Flügel… Da hilft nur, den Plan zu lesen, um nicht stundenlang herumzuirren…. Auf dem Plan entdeckten wir zumindest schon mal einen Shop und machten uns gleich auf den Weg in die 9. Etage. Da die Fahrstühle alle gerade oben waren und es keinen Anschein machte, als wenn sie zeitnah hinunterkommen würden, wählten wir die Rolltreppe… Bei so vielen Etagen dauert es aber ein ganzes Weilchen und das Rumstehen ist für die müden Füße auch nicht wirklich besser. Endlich hatten wir die richtige Etage erreicht und den passenden Laden sogar recht fix gefunden. Dieser ist ziemlich groß und beim ersten Stöbern entdeckten wir nicht das Gesuchte. Also nahm ich das Handy mit dem Foto (was wir zum Glück im Umeda Shop gemacht hatten) und steuerte die erste Verkäuferin an. Tja, und mal wieder erwischte ich jemanden, der vor dem Englischen soviel Angst hat, dass sie sich das Bild nicht einmal ansah sondern direkt mit einem Sorry verschwand. Na klasse! Andere Verkäufer entdeckten wir nicht und so suchten wir selbst noch einmal genauer… Fehlanzeige.
Bleibt noch der andere genannte Shop, den es auch hier im Einkaufszentrum geben soll… Da wir aber keinen Schimmer haben, auf welcher Etage sich dieser befindet, suchten wir erneut einen Übersichtsplan. Fehlanzeige… da hilft nur wieder runter fahren… Immerhin hatten wir jetzt etwas mehr Glück mit den Fahrstühlen. Unten angekommen fanden wir dann auch bald einen Übersichtsplan, aber nirgends den Namen des Shops. André befragte noch einmal Google. Den Shop soll es hier auf jeden Fall geben. Allerdings sieht es auf der Karte so aus, als wenn es ein anderes Gebäude wäre… Irgendwann hatten wir es dann verstanden und auch einen schlaueren Plan entdeckt… Es gibt den Nord- und den Südturm mit jeweils 14 Etagen und der Shop ist natürlich genau im anderen Turm. Ok! Aber wie kommen wir da nun hin? Nach etlichem Hin und Her hatten wir dann endlich den überdachten Weg zur anderen Seite gefunden und konnten den Namen des Shops tatsächlich auf dem Übersichtsplan entdecken. Natürlich war dieser wieder in einer der oberen Etagen angesiedelt. Es hilft nix, wir wollen das Motorrad unbedingt haben und so ging es erneut mit der Rolltreppe fast 10 Minuten nach oben (die Fahrstühle wollten uns nämlich wieder ärgern). André verdrehte schon die Augen, aber irgendwann hatten wir es geschafft und den Shop entdeckt. Hier sah es schon eher nach Spielzeug aus und nach kurzer Zeit hatten wir den Tisch mit den coolen Holzsachen entdeckt. Es gab eine Kugelbahn, ein Riesenrad, Musikinstrumente und eine Pagode. Nur kein Motorrad… Also suchten wir erneut einen Verkäufer, was schon wieder nicht besonders leicht war. Mit dem Handyfoto konnten wir unser Anliegen zwar super verständlich rüber bringen, aber helfen konnte uns der Mitarbeiter trotzdem nicht. Grr. Als Andenken nahmen wir die Pagode aber schon einmal mit :-).
Beim Herumirren hatten wir entdeckt, dass es hier im Einkaufsturm auch eine Taito-Station gibt und natürlich wollten wir noch einmal schauen, ob es das süße Miffy Häschen in einem der Greifer gibt. Check! Allerdings ist die Spielweise an diesem Automaten anders. Trotzdem wollten wir unser Glück versuchen. Andrés Versuch war nicht sonderlich gut, aber als ich dann mein Glück versuchte, hätte das Häschen eigentlich herunter fallen müssen. Eigentlich… natürlich hat es nicht geklappt und darüber ärgerte ich mich so sehr, dass ich alle 100 Yen Münzen, die noch in der Tasche waren verspielte. Blöd!
Nachdem es keinen Erfolg erzielte, gingen wir verärgert wieder Richtung Rolltreppe. Als wir den Weg nach unten endlich geschafft hatten, viel uns ein, dass wir ganz viele mit „Super Mario Tüten“ gesehen haben. Beim letzten Blick auf den Übersichtsplan bemerkten wir, dass es (natürlich ganz oben!) einen Nintendo und Pokemon Shop gibt… Wenn wir schon mal hier sind, wäre es blöd, diesen nicht besucht zu haben… Also quälten wir uns mit den Fahrstühlen und einiger Wartezeit noch einmal bis nach ganz oben.
Hier war vielleicht viel los… Um in den Pokemon-Shop zu kommen, muss man sogar anstehen und die Schlangen an den Kassen waren auch nicht zu übersehen. Wir waren davon so abgeschreckt, dass wir den Pokemon Shop gar nicht betraten… Stattdessen schauten wir uns im Nintendo Shop um… Hier gibt es fast alles von den verschiedenen Charakteren, aber die Preise waren ganz schön gesalzen! Da wir eigentlich eh mehr aus Interesse hier waren, zogen wir mit leeren Händen ein letztes Mal zu den Fahrstühlen und schafften es irgendwann auch wieder nach unten.
Unten angekommen brauchten wir dann erst einmal eine Pause. Im nahen 7/11 wurde noch fix ein Eis gekauft und dabei entschieden wir, zunächst zur Burg in Hotelnähe zu fahren… bevor diese wieder so zeitig Feierabend macht.
Mit verschiedenen U-Bahnen dauerte es zum Glück nicht lange, ehe wir an „unserer U-Bahn-Station“ ankamen. Von hier konnte man die Burg schon sehen. Da drumherum noch einige Geocaches liegen, drehten wir noch eine größere Runde einmal drumherum. Dabei kam uns sogar eine Frau entgegen, die ihre Schildkröte auf einem Mini-Rollwagen Spazieren führte. Unglaublich!

Die Burg selbst hatte dann doch schon wieder geschlossen 😀 und so ging es erst einmal zurück ins Hotel. Da wir am nächsten Tag schon weiter fliegen, sollten die Koffer mal wieder etwas besser und gleichmäßiger gepackt werden. Nachdem dieses erledigt war, merkten wir, dass wir heute genau 100 Yen zu viel verspielt hatten… An den U Bahn-Stationen kann man nämlich nur mit Bargeld zahlen und für den Flughafenexpress brauchen wir eine extra Fahrkarte, weil unser RailPass heute Abend seine Gültigkeit verliert… Das ist mal sehr dumm gelaufen…

Nach einer kleinen Pause planten wir den letzten Abend in Japan…. Da uns das Motorrad nicht aus dem Kopf ging, wir eh noch nicht gegessen hatten und sich alles super in der Doton bori Einkaufsecke vereinbaren lässt, ging es erneut hierher. Essen war schnell, einfach und lecker… Das Einkaufszentrum, in dem es den besagten Shop gibt, lag natürlich etwas Abseits der U Bahn-Station. So schlängelten wir uns erneut durch die Menschenmassen und sammelten noch einmal neue Eindrücke bis wir endlich vor der Tür standen… Auch hier gab es wieder jede Menge Etagen aber wir orientierten uns zum Glück recht schnell… Dieses Mal geht das Geschäft gleich über 3 Etagen. Zielstrebig entdeckten wir dann in der mittleren Etage die Regale und natürlich gab es auch hier kein Motorrad :-(. Dafür entdeckten wir den schlafenden Kassierer an der Kasse… Ich sag ja, die Japaner können immer und überall schlafen :-D.
Obwohl wir unterwegs immer auf den Boden geschaut hatten, fanden wir natürlich auch keine 100 Yen mehr. Auf den Suica Karten hatten wir zwar noch ein bisschen Geld, aber für die Fahrkarten reichte dieses leider auch nicht.
Da wir sowieso noch ein paar Süßigkeiten für die Daheimgebliebenen kaufen wollten und unsere Frühstückskekse mal wieder aufgebraucht waren, fuhren wir nicht direkt zum Hotel zurück, sondern zu einem größeren Supermarkt in Hotelnähe. Hier gab es eine etwas bessere Auswahl verschiedener KitKat und Pocky Sorten (Matcha, Erdbeer, Salty Vanille…) und auch die besten Frühstückskekse, die wir sehr selten gefunden hatten. Voll gepackt ging es dann zum Hotel zurück.
Am 7/11 kauften wir noch fix ein Gute-Nacht Eis und versuchten 100 Yen von der Suica Card auszahlen zu lassen… Leider ging das auch nicht und so mussten wir als aller letztes im Hotel am Wechselautomaten noch einmal 5 Euro in japanische Yen tauschen. Immerhin hielten sich die Wechselgebühren in Grenzen.
Dadurch war es aber wieder einmal viel später geworden als geplant und nachdem wir unser Eis gegessen hatten, ging es auch ziemlich direkt ins Bett.