Heute sollte der Wecker wieder seeeehr zeitig klingeln, denn wir hatten ja für den 08:00 Uhr Shinkansen Plätze reserviert. Allerdings nur Plätze mit „normalem“ Gepäck. Für Sperrgepäck hätten wir erst am späten Nachmittag Plätze bekommen. Unsere Koffer sind grenzwertig in den Maßen, sodass wir einfach mal hoffen, dass es kein Problem gibt…
Aber dann kam eh alles ganz anders 😀
Als der Wecker dann nämlich klingelte war ich noch jenseits von gut und böse und brauchte einfach noch ein wenig mehr Schlaf. André kannte da nichts und stellte den Wecker einfach auf 08:30 Uhr und ließ mich weiter schlafen. Juhuu :-).
Als der Wecker dann ein zweites Mal klingelte, ging es mir deutlich besser. Wir machten uns entspannt fertig und schauten, welche Verbindungen es nun nach Osaka gibt und wählten eine stressfrei zu erreichende Fahrt aus.
Demnach konnten wir in Ruhe die letzten Sachen in die Koffer packen, ein paar Kekse frühstücken und aus dem Hotel auschecken.
Mit dem Bus ging es dann zum Bahnhof und wir suchten das passende Gleis. Dieses Mal mussten wir nun schauen, welche Wagennummern die unreservierten Plätze haben und reihten uns dort ein.
Bis der Zug einfuhr standen schon einige an, aber es war für uns überhaupt kein Problem, zwei Plätze nebeneinander zu bekommen. Mein starker André wuchtete beide Koffer über uns in die Gepäckablage und schon konnte es losgehen. Auch dort war mehr Platz als erwartet und wir mussten auch keine Angst haben, dass die Koffer während der Fahrt rausfallen würden.
Die Zugbegleiter, die immer wieder mal durch den Wagen gingen, interessierten sich nicht die Bohne für die Gepäckgrößen. Perfekt! Es war heute morgen die richtige Entscheidung von André, einfach mal den Druck rauszunehmen.
Nach ca. 1 3/4 Stunde kamen wir nun in Osaka an. Inzwischen war es Mittag und wir wollten erst einmal die Koffer im Hotel loswerden. Um zu diesem zu kommen, mussten wir mal wieder mit der U-Bahn fahren… Und wie immer fanden wir auf Anhieb in den Menschenmassen nicht den richtigen Ausgang. So mussten wir dann (natürlich nachdem wir die Koffer die Treppe hochgewuchtet haben), noch einen kleinen Extraweg durch die Hitze machen.
Als wir dann endlich im Hotel ankamen, durften wir natürlich noch nicht einchecken und mussten die Koffer mal wieder an der Rezeption abstellen und für den weiteren Tag ein wenig umpacken. Besonders nervig war, dass einer der Mitarbeiter die ganze Zeit daneben stand und förmlich auf den Koffer wartete. Noch schlimmer fand ich aber, dass auch hier die Mitarbeiter wieder massive Probleme mit Englisch hatten.
Irgendwann hatten wir dann zum Glück alles erledigt und geklärt und verließen das Hotel wieder. In der Nähe vom Hotel gibt es einen kleinen Park direkt an einem Museum. Diesen steuerten wir zunächst an und suchten uns ein ruhiges schattiges Plätzchen. Dort überlegten wir dann ganz in Ruhe, was wir mit dem restlichen Tag noch anstellen wollten.
Da es in Osaka auch wieder einen besonderen Master of Mystery Geocache gibt, entschieden wir, diesen als erstes anzusteuern. Um etwas weniger zu laufen, suchte André nach einer U-Bahn und Busroute. Wir kauften in der Metrostation eine Tageskarte, die obwohl heute Montag ist, noch zu einem günstigen Wochenendtarif angeboten wurde. (620 Yen, ca. 4 Euro p.P.) Allerdings waren die Laufwege hier auch nicht wesentlich kürzer.
Immerhin liegt der Cache in einem ruhigeren Stadtgebiet mitten in einem Park. So hatten wir zumindest etwas Ruhe. Leider fanden wir den Cache nicht auf Anhieb und suchten auch im Umkreis die Büsche ab. Dabei weckten wir dann eine ganze Horde an Mücken, die sich freudig auf uns stürzten. Zum Glück hatten wir das Nobite im Rucksack und konnten damit einiges abwenden. Den Cache fanden wir dann allerdings nicht und warteten auf einen zusätzlichen Hinweis vom Besitzer.

Da die Antwort nicht auf Anhieb kam, entschieden wir uns, dass ca. 700 Meter entfernte Umeda Sky Building anzusteuern. Natürlich waren die Busverbindungen hierher auch nicht wirklich hilfreich und so gingen wir zu Fuß. Bei einem 7/11 auf dem Weg gab es dann noch ein kleines Mittags-Motivations-Eis ;-).
Das Umeda Sky Building ist ein ultramodernes Gebäude, welches schon 1993 fertiggestellt wurde. Es besteht aus 2 großen Türmen, die durch Rolltreppen und Brücken miteinander verbunden sind. Oberhalb gibt es zudem eine Aussichtsplattform, die eine 360 Grad Sicht auf Osaka ermöglicht.

Als wir uns allerdings in der recht langen Schlange anstellten, ging es irgendwie kaum weiter und da unsere Getränkevorräte zu Neige gingen, entschieden wir uns erst einmal umzukehren und den Besuch der Aussichtsplattform zu verschieben.
Stattdessen kauften wir erst einmal ein paar kühle Getränke und fuhren anschließend mit dem Bus zum Bahnhof. Hier ist gerade eine große Baustelle, sodass der Bus an einer Ersatzhaltestelle hält. Leider war Google damit völlig überfordert und anstatt uns durch den klimatisierten Bahnhof zu schicken, ging es ewig weit um die Baustelle und den Bahnhof herum… natürlich immer wieder durch die pralle Sonne.
Was war ich froh, als wir endlich den richtigen Eingang zur U-Bahn gefunden hatten und zurück zum Hotel fuhren.
Hier konnten wir nun auch endlich unser Zimmer beziehen. Als wir mit dem Fahrstuhl hoch fuhren, mussten wir ein wenig schmunzeln. Für den Fall, dass der Fahrstuhl mal stecken bleibt, gibt es hier nämlich eine kleine Kiste mit Spielen, Getränken und einer Toilette :-D.
Unser Zimmer war leider schon wieder deutlich kleiner als die letzten Beiden, aber irgendwie schafften wir es dennoch, die Koffer nebeneinander zu platzieren.
Nachdem die wichtigsten Sachen ausgepackt waren, gab es erst einmal ne kalte Dusche und frische Klamotten. Jetzt fühlten wir uns wieder deutlich besser und suchten nach einem schnellen Abendessen in der Nähe.
Mit neuer Kraft ging es dann anschließend ins Ausgehviertel Doton Bori. Die U-Bahn brachte uns allerdings erst einmal in die Einkaufspassage von Shinsaibashi, die fast 1,5 Kilometer lang ist. Hier sind wieder einmal alle berühmten Marken-Label vertreten. So fanden wir auch einen letzten GAP Store. Da hier aber reger Publikumsverkehr ist, waren die beliebten Hoodies schon wieder ausverkauft.

Wir schlängelten uns durch die volle Einkaufspassage weiter Richtung Doton Bori. Natürlich machten wir auch an der Teito-Greiferstationen einen Zwischenhalt. Allerdings hatte diese weniger interessante Sachen in den Greifern, sodass wir deutlich weniger Geld ausgaben um erneut leer auszugehen :-D.
Die Passage mündet dann irgendwann ins Doton Bori Viertel direkt auf die Ebisubashi-Brücke. Diese ist ein sehr beliebter Treffpunkt für Einheimische und ein Anziehungspunkt für Touristen. Demnach ist es einfach tierisch voll. Hinzu kommen noch kleine Künstler, die Gesangsproben oder Tanzeinlagen zum Besten geben. Das ganze wird dann aber noch von Neonreklame-Tafeln getoppt. Auch wenn es draußen eigentlich schon ziemlich dunkel ist, leuchtet es hier in allen Farben riesengroß fast taghell hinunter.
Auf einer der Werbetafeln ist auch der Glico-Mann… das heimliche Maskottchen von Dotonbori. Seit 1935 ist der Rennläufer auf seiner blauen Rennstrecke zu sehen und macht eigentlich Werbung für japanische Süßigkeiten… Wer die Marke nicht kennt und die Schriftzeichen nicht lesen kann wäre nie darauf gekommen :-D.

Nachdem auch wir, angesteckt von allen anderen, die Pose des Rennläufers für Fotos nachgestellt haben, gehen wir hinunter ans Flussufer und laufen dort bis zur nächsten Brücke. Auch hier ist jede Menge los…
Auf dem Fluss fahren jede Menge kleiner Ausflugsboote, an beiden Seiten reichen Restaurant-Terrassen bis ans Ufer und verschiedenste Düfte steigen in die Nase. Als wir dann auch noch über einem Haus ein Riesenrad entdeckten, waren wir doch ein wenig verwirrt. Die Japaner sind wirklich verrückt! Am Riesenrad hatten wir kein Interesse, aber eine Bootsfahrt hätten wir gerne unternommen… Als wir den Ticketshop entdeckten, hatte dieser aber schon geschlossen, weil alle Abendfahrten ausgebucht waren. Schade!

So ging es dann zu Fuß zurück am Fluss entlang und an der Ebisubashi-Brücke bogen wir dann mitten ins Doton-Bori Viertel ab. Karaoke-Bars, Restaurants und jede Menge Geschäfte reihten sich in den kleinen Straßen aneinander. Wahnsinn, wie viel hier los war! Wir ließen uns ein Weilchen einfach von den Lichtern und Leuten treiben, schauten hier und dort hinein und fanden es einfach spannend. Erst als einige der Läden langsam Feierabend machten merkten wir, dass unsere Füße langsam müde werden. So steuerten wir allmählich die nächste U-Bahn Station an und fuhren zurück zum Hotel.
Wir nutzten die Dusche heute ein zweites Mal, freuten uns noch, dass der Besitzer vom Cache endlich einen zusätzlichen Hinweis gesendet hat und fielen dann auch ziemlich müde ins Bett.