Die Nacht war extrem ruhig und wir hatten uns gleich wieder an das Gefühl, einsam auf ruhigen Plätzen im Wohnmobil gewöhnt. Mit der obligatorischen Pipi-Wach-Pause konnten wir auch die Heizung reseten und so war es morgens nicht gänzlich ausgekühlt. Juhuu.
Nachdem wir ein kurzes Frühstück gemacht und anschließend natürlich alles brav abgespült haben, ging es für uns auf eine kleine Wanderung zum Master of Mystery Baden-Baden.

Der Weg führte uns an einem kleinen Fluss entlang und mit der langsam höher steigenden Sonne war es einfach nur herrlich. So herrlich, dass wir noch einen kleinen Umweg zum Geroldsauer Wasserfall machten. Da es ja mitten unter der Woche war, war hier außer einem Hundespaziergänger auch einfach überhaupt nichts los und wir genossen die Ruhe, die Sonnenstrahlen auf der Haut und hatten all den Stress im nullkommanix vergessen. Nicht ganz, denn wir hatten ja noch einiges vor und so gingen wir allmählich zurück zum Auto. Uff, wo kommen denn plötzlich die ganzen Steigungen her? Auf dem Hinweg habe ich das Bergablaufen irgendwie unterschätzt. Wir sollten vielleicht doch wieder aktiver werden?! Naja, jetzt, wo wir Juckel haben, steigt auch die Motivation, an den Wochenenden rauszugehen wieder deutlich. Eigentlich schade, dass genau jetzt der Herbst/Winter kommt… Winter??? Jetzt fahren wir erst einmal in den Süden und hoffen dort noch ein paar warme Tage zu erwischen!

Und so schwangen wir uns zurück in Juckel und fuhren weiter Richtung Schweiz. An der Grenze angekommen mussten wir ein ganz klein wenig warten, aber kamen ohne jegliche Kontrolle durch. Zum Glück, das hätte sonst bestimmt ewig gedauert…
In der Schweiz hatten wir uns Luzern als nächstes Ziel gesetzt. Hier war ich vor zig Jahren schon mal für eine Nacht und fand die Atmosphäre am Vierwaldstättersee mit der alten Holzbrücke einfach toll. Unterwegs machten wir aber erst noch 1-2 Abstecher für Geocaches, die in unbesuchten Schweizer Kantonen lagen und suchten zusätzlich 2 alte Webcam-Caches auf. Das war gar nicht so leicht, dort ein Bild von uns machen zu lassen, denn in der Schweiz verzichten wir sehr gerne auf Datenroaming. Vor ein paar Jahren hat André in Liechtenstein mal versehentlich das Schweizer Netz erwischt und für 3 Bilder per WhatsApp gleich die Sperre der 50 € Datennutzung erreicht…
So liefen wir dort ein wenig auf und ab und irgendwann fanden wir sogar ein freies Wlan… Einer von uns blieb dort, der andere stand artig an der Webcam. Früher ging es nur so bzw. musste damals sogar jemand zu Hause am PC warten. Die heutige Kommunikation ist schon deutlich einfacher, hat aber auf Jedenfall auch ihre Nachteile…
Bei der 2. Webcam war nirgends ein WLan zu finden und so spendeten wir ganz kurz Datenroaming. Jetzt konnte es endlich weiter nach Luzern gehen… Die Zeit vergeht beim Cachen immer wie im Flug und inzwischen war es schon fast 16 Uhr… Wollten wir nicht immer brav mittags halten und eine Kleinigkeit zu essen machen? Heute ist der Plan mal direkt gescheitert und wir schmissen uns ganz beiläufig wieder zigtausend überflüssige Kalorien rein. Daran müssen wir dringend arbeiten!

Die Parkplatzsuche in Luzern gestaltete sich mit Park4night recht simpel und so machten wir einen Spaziergang am See entlang zur Brücke. Welch Überraschung… Ausgerechnet jetzt muss es natürlich anfangen zu regnen. Ach Mensch! Das absolute Pflichtprogramm zogen wir dann aber trotzdem durch..

Erst gegen 17:30 Uhr setzten wir unsere Fahrt Richtung Süden weiterfort… Klar, genau jetzt, wo in Luzern der Feierabendverkehr seinen Höhepunkt aufnimmt und wir uns die gesamte Strecke im Schneckentempo vorwärts quälen… Timing Aber mit Geduld haben wir es auch hier unfallfrei hinausgeschafft und sahen die ersten Gebirgsbilder noch im hellen. Perfekt.

Dann aber dauerte es nicht mehr lange und recht fix wurde es dunkel. Egal. Am letzten Cache suchten wir dann etwas länger nach einem möglichen Schlafplatz, was hier auch nicht ganz so einfach schien. Irgendwie hatte ich bei der Planung wohl was falsch verstanden. Mir war klar, dass der Gotthardtunnel abends ab 19 Uhr gesperrt wird, aber ich hatte verstanden, dass die Alternativroute über die Passstraße sowieso schon witterungsbedingt gesperrt wäre… Sonst hätte ich ja keinen zeitlichen Druck gemacht, noch rechtzeitig durch den Tunnel zu kommen. Egal, so sind wir jetzt erst rechtzeitig durch den Tunnel gefahren um dann von der Rückseite die Gotthardstraße ein ganzes Stück wieder hinauf zu fahren. An sich ja kein Problem, wenn da nicht schlagartig dicker Nebel aufgezogen wäre…. ich sag mal so, wir konnten keine 50 Meter mehr weit sehen! Demnach schlängelten wir uns auch extrem vorsichtig von Kurve zu Kurve. Ein Blick auf`s Thermometer verriet, dass wir definitiv in den Bergen angekommen sind. Inzwischen waren wir nämlich nur noch bei 3 Grad. Na das kann ja ne Nacht werden mit unserer zickigen Heizung, aber daran sollte ich wohl besser erst denken, wenn wir den Schlafplatz endlich erreicht haben.
Irgendwann sagte Google, dass wir quasi da wären und bei ganz genauem Hinschauen, konnte man dann auch den Parkplatz etwas abseits der Straße entdecken. In der hintersten Ecke tat sich plötzlich ein Auto mit Anhänger auf. Ups! Wir können wirklich kaum was sehen. Ob dieser Schlafplatz mittig auf dem Parkplatz dann so sicher ist? Wir überlegten, Taschenlampen vorne ins Auto zu legen, aber wirklich sichtbarer war es dadurch dann auch nicht mehr… Inzwischen merkten wir auch, dass der Tunnel gesperrt war, denn der Verkehr nahm ordentlich zu. Aber wir waren definitiv zu müde um uns darüber noch zu ärgern und schliefen trotz der vorbeifahrenden Autos sehr flott ein. Achja, die Heizung hatten wir für diese Nacht einfach mal auf 21 Grad gestellt, in der Hoffnung, dass die Außentemperaturen dafür sorgten, dass die Temperatur nicht erreicht wird und die Heizung deshalb nicht ausgeht. Blöd nur, dass das Metall an der Hintertür sehr kalt ist und freiliegt und es daher im hinteren Bereich sehr kalt durchzieht. Hinzukommt, dass die Heizung im Bett keinen Auslass hat und es dort generell schon kälter ist, als im restlichen Auto. André war so freundlich, mit mir den Schlafplatz zu tauschen und so musste ich nicht ganz so sehr frieren… Allerdings werde ich dadurch auch geweckt, wenn er zur Toilette will… hat alles Vor- und Nachteile. 😉