Wer die letzten Beiträge fleißig verfolgt hat, wird sich erinnern, dass wir bereits im letzten August/September entschieden hatten, ein Wohnmobil zu kaufen.
Nachdem wir einen ganzen Tag in Düsseldorf auf dem Caravan Salon durch gefühlt 1000 Autos gestreift sind, und feststellen mussten, dass André bei 90 Prozent der Autos keine Stehhöhe hat, ist die Entscheidung auf einen Weinsberg CaraTour 600MQ auf Ford Transit Basis gefallen. Dieser ist nämlich deutlich höher als die Peugeot und Citroen Fahrzeuge und im Vergleich zu einem La Strada noch bezahlbar…
Bei Vertragsunterzeichnung wurde als Lieferdatum Ende April / Anfang Mai anberaumt.
Als wir dann im Oktober auf den Kanalinseln waren, erhielten wir einen Anruf vom Händler, ob wir bereit wären auf die Xenon Scheinwerfer zu verzichten. Der Hersteller hat hier mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen und die Wartezeit würde sich sonst um mindestens ein halbes Jahr verlängern. Eigentlich wollten wir die Scheinwerfer unbedingt, aber dann lassen wir es lieber später nachrüsten. Der Händler verabschiedete sich noch mit den Worten, dass unser Fahrzeug für Ende März / Anfang April geplant sei. Darüber freuten wir uns da natürlich noch wie Bolle…
Die Zeit verging, es kam Weihnachten und Sylvester und wir verbrachten unseren Urlaub tatsächlich mal zu Hause. Ganz schön ungewohnt, aber mit dem Gedanken im Hinterkopf, das gesparte Geld in viele kleine Neuanschaffungen für unser Wohnmobil zu stecken, völlig in Ordnung.
Anfang Februar flatterte dann ohne Vorwarnung ein Brief bei uns ins Haus. Unser Händler teilte uns eine Lieferverzögerung für Ende Oktober/ Anfang November mit. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sauer wir waren! Zudem wurden die 3 Prozent Kaufnachlass wegen steigender Kosten prompt wieder Draufgelegt. Und das alles per Brief? Da hatte wohl der Verkäufer keine Eier in der Hose uns das telefonisch mitzuteilen.
Wir waren inzwischen ein wenig verzweifelt und schauten sogar, ob es nicht woanders eins früher zu bekommen gäbe… Und so sind wir dann zufällig darauf gestoßen, dass unser Händler zwei!!! CaraBus Ford-Fahrzeuge im freien Verkauf hat… Merkwürdig, wenn man bedenkt, dass sie gerade einmal vier Fahrzeuge bestellt hatten. Jetzt sollen genau die zwei davon, die schon verkauft und direkt vom Kunden konfiguriert wurden eine Lieferverzögerung in den Herbst hinein haben… Und die vom Händler konfigurierten waren plötzlich, pünktlich zur Saison, zu kaufen. Natürlich sprachen wir dieses Mysterium beim Händler an und bekamen zur Antwort, dass diese bereits im letzten Herbst hätten geliefert werden sollen. Mhh, und da hätte man uns beim Kauf nicht schon auf Verzögerungen hinweisen können und müssen und das obwohl explizit nachgefragt hatten?
Auf Ebay Kleinanzeigen gab es sogar schon einen von Privat. Wir riefen mal an, waren aber zu spät dran. Der Käufer hat bereits in der ersten Probenacht bemerkt, dass ihm das Bett zu klein ist und er mit den Füßen ständig an den seitlichen Fenstern hängen bleibt. Puh, die haben wir genau aus diesem Grund abbestellt aber André überlegte jetzt doch die Heckverbreiterung nachzubestellen… Natürlich war es dafür nun aber zu spät…
Aber all das Ärgern brachte ja nichts und so machten wir zunächst den Faulpelz-Urlaub auf Mallorca und die Asienreise über den Sommer.
Die Zeit lief also weiter und so ganz langsam rückte auch der Herbsturlaub näher…Ende Oktober hatten wir noch einmal knappe 10 Tage zur Verfügung. Ob es bis dahin wohl etwas wird?
Wir konnten es kaum glauben, als wir dann endlich die Info bekamen, dass unser Fahrzeug fertiggestellt wurde und innerhalb der nächsten Woche beim Händler eintreffen würde. Inzwischen war es immerhin schon Ende September.
Am 5. Oktober war es dann endlich soweit! Wir durften unseren JUCKEL beim Händler begutachten. Der beim Kauf noch sehr kompetente Verkäufer schien plötzlich nicht mehr allzuviel Fachwissen aufzuweisen und ratterte seine Bestellliste eher gelangweilt hinab und konnte auf Nachfragen nahezu nichts beantworten.
Dann endlich ging es für uns zum Fahrzeug. Ganz alleine durften wir die ersten Eindrücke sammeln. Und natürlich mussten wir gleich 1-2 Problemchen entdecken. So zog sich beispielsweise ein sehr langer Kratzer einmal komplett über die Arbeitsplatte der Küche, in der Nasszelle waren die Fugen nicht wirklich verdichtet und noch schlimmer, der Fahrersitz ließ sich nicht drehen. Zum einen, weil dort Kabel merkwürdig verlegt worden waren und zum Anderen, weil die Fahrertür eine falsche Verkleidung mit Armlehne hatte. So musste immer die Tür geöffnet werden, um den Sitz zu drehen. Bei Schneefall schon ein wenig unpraktisch… Naja, von unserem eigentlichen Wunschziel Norwegen im Herbst sind wir ja eh schon abgewichen und haben stattdessen lieber in den Süden geplant…Was uns aber viel mehr ärgerte war, dass die nicht gelieferten Xenon-Scheinwerfer einfach mal komplett berechnet worden sind. Zum Glück kennt André sich mit Autos aus, mir wäre das doch gar nicht sofort aufgefallen. Immerhin wurde uns der 4-stellige Betrag anstandslos erlassen. Unsere Mängel wurden notiert und man wolle sich kümmern…
Bis der Händler es dann geschafft hat, das Auto auf uns Zuzulassen dauerte es auch noch mal ein Weilchen und es war nun Freitag, der 13. Oktober, als wir Juckel endlich nach Hause holen durften. Ob das ein Gutes Ohmen ist?
Es war schon fast dunkel und so verschoben wir alles, was wir erledigen wollten, auf den nächsten Morgen. Aufgeregt, wie wir nun einmal waren, wurden wir früh wach. Nach dem Frühstück war es dann endlich hell genug und Juckel wurde ausgiebig geputzt und weitere Mängel notiert und dokumentiert… Anschließend ging es ans Einräumen. Endlich! An manche Dinge, die wir gekauft hatten oder uns zu diversen Anlässen haben schenken lassen, konnte ich mich gar nicht mehr richtig erinnern.

Nachdem wir das alles erledigt hatten, suchten wir uns über Park4night einen kostenfreien Stellplatz mit Ver- und Entsorgung im Sauerland und starteten endlich zur Jungfernfahrt.
Juckel fährt sich sehr gut, die Rückfahrkamera muss zwar noch anders eingestellt werden, aber auch ohne kann man ihn sehr gut manövrieren… Blöd nur, dass ein großer Teil des Außenspiegel an der Beifahrerseite nahezu sinnlos ist, da dort die Verdunklungshalterung viel zu hoch ist. Ihr lieben Entwickler und Konstrukteure… vielleicht probiert ihr das Campen auch mal selbst aus? Dann würdet ihr nämlich an vielen Stellen merken, wie sinnlos und nervig manches ist…
Am Stellplatz angekommen stand natürlich schon ein anderes WoMo da. Grr! Dennoch konnten wir tolle Fotos mit schöner Herbstlocation von Juckel machen, ehe es schon wieder dämmerte.
Wir nutzten den Abend zum Handbuchlesen und Ausprobieren. Das erste Abendessen (Nudeln mit Soße), hat jedenfalls schon sehr gut geschmeckt ;-). Als es frischer wurde, machten wir uns die Heizung an und schliefen dann auch bald schon ein…

In der Nacht kühlten die Temperaturen im Sauerland dann schon auf 4 Grad hinunter. Uff! Als André nachts wach wurde, dachte er sich noch, hier ist es aber kalt drin… Als André mich fragte, ob alles gut sei, gab ich nur noch ein paar Laute von mir. Mit Blick auf`s Thermometer stellte André fest… nur 13 Grad. Ok, das ist wirklich schattig. Wahrscheinlich bin ich deshalb in einen kleinen Winterschlaf gefallen… Jedenfalls hatte die Heizung eine Fehlermeldung. Ätzend! Wir wollen schließlich in 1,5 Wochen in den Urlaub fahren.
Zum Glück konnte man die Fehlermeldung wedgrücken und die Heizung sprang dann wieder an, aber sobald sie die Wunschtemperatur erreicht hatte schaltete sie sich ab und anstatt später wieder neuzustarten, plopte der Fehler immer wieder auf.
Am Montagmorgen wurde also direkt beim Händler angerufen! Natürlich hatte der Händler erst einmal keine Zeit bis Mitte/Ende November. Das nenne ich doch mal Service. Daraufhin wurde der Hersteller der Heizung (Truma) direkt kontaktiert. Auch deren Servicemitarbeiter konnte nicht auf Anhieb los, aber sie gaben uns den Tipp, Trumaparnter in der Nähe anzusteuern. So fanden wir einen in Lüdenscheid, bei dem wir schon am nächsten Tag vorstellig werden durften. Immerhin ein Hoffnungsschimmer!
Zwischendurch hatten wir dann auch noch einen Termin in der Fordwerkstatt um Winterreifen aufziehen zu lassen, die Garantieurkunde abzuändern, denn für Ford startet die Garantiezeit normal mit Auslieferung des Fahrzeugs an Weinsberg. In diesem Fall schon über ein 3/4 Jahr früher. Das Umschreiben ist aber kein Problem. Auch ein Problem mit der Fahrerbatterie (auch nach längerer Fahrt erreicht sie maximal 3 von 5 Ladepunkten) sowie die Türverkleidung wurden angesprochen. Ein Batterietest ergab, dass sie noch bei 80 Prozent liegt und deshalb völlig in Ordnung wäre. Ernsthaft? 80 Prozent bei einem Neufahrzeug? Die Türverkleidung ignorierte Ford völlig und mit unseren Reifen gab es dann auch kleine Lieferschwierigkeiten. Alles wurde eine echt knappe Kiste! Zwischendurch musste André auch noch ein 2. Mal nach Lüdenscheid zum Trumahändler… Nachdem sie eine mögliche Ursache gefunden hatten, musste nämlich erst ein Ersatzteil bestellt werden. Zum Glück war der Händler flexibel und das Ersatzteil konnte noch zwei Tage vor unserem Urlaub eingebaut werden.
Leider zeigte sich im Urlaub schnell, dass es nicht reichte das kleine Bauteil auszutauschen um unser Problem zu beheben. Wir brauchen eine neue Platine (die verbaute ist nämlich von einer Rückrufaktion betroffen).
Mit viel Ach und Krach und unnötigem Stress starten wir dann am 25. Oktober endlich in den wohlverdienten Urlaub… Den Pack- und Einkaufsstress der noch zu all den Problemchen dazu kam, ignorieren wir jetzt einfach mal und erfreuen uns ab jetzt an den schönen Dingen!