Heute Nacht war es sehr ruhig. Erst mit dem beginnenden Berufsverkehr wurden wir dann irgendwann geweckt. So tragisch war das allerdings nicht, denn wir hatten ja noch einige Kilometer vor uns.
Nach dem Frühstück machten wir zunächst noch einmal einen kleinen Stopp direkt an der Küste. Hier wollten wir einige Earthcaches absolvieren. Da es aber sehr felsig war und die Steine von einem dicken Regenschauer gut rutschig waren, brachen wir relativ bald ab. Sicherheit geht schließlich vor.

Anschließend steuerten wir den Master of Mystery in Frejus an… ja, dieser Urlaub war ziemlich Master of Mystery lastig und hat uns im Vorhinein einige Rätselstunden beschert. Dieser MoM lag mal wieder etwas außerhalb der Stadt in den Bergen. Zum Glück hatten wir mit unserem Juckel keine Schwierigkeiten, die teils sehr schmalen Straßen zu fahren und konnten auch hier wieder auf einen guten Parkplatz zurückgreifen. Und an diese kurvigen Strecken habe ich mich mittlerweile schon richtig gut gewöhnt :-D.
Vor Ort war es dann auch ein schneller Fund und so konnten wir uns recht fix auf den weiteren Weg machen. Grob soll es ja weiter nach Andorra gehen. Das Navi würde uns dann lieber durch das Landesinnere scheuchen, aber da wir noch einen Abstecher nach Toulon einbauen (ja, schon wieder für MoM Caches ;-)), blieben wir ein Weilchen länger an der Küste. Leider wollte das Wetter heute aber nicht so richtig mitspielen und es blieb überwiegend bewölkt.
Unsere Routenänderung hatte zur Folge, dass wir mal wieder viel auf kleineren Straßen mit vielen Kurven und etlichen Kreisverkehren unterwegs waren. Puh, dass zieht sich ganz schön…
In Toulon fing es dann auch noch pünktlich an zu schütten. Hier gibt es sogar zwei Master of Mystery Caches, die uns fast bis zur letzten Minute noch richtig gequält haben und alleine deshalb auf jeden Fall besucht werden mussten. Diese lagen außerhalb des Stadtzentrums, mitten in Wohngebieten. Natürlich ging es wieder steile und teils sehr enge Straßen hinauf und dieses Mal gab es doch deutlich mehr Gegenverkehr. Die Nerven wurden gereizt. Als dann auch noch das Regenwasser in Sturzbächen die Straße hinunterlief, passte alles perfekt. Parkplätze gab es für unseren Juckel natürlich auch eher weiter weg als näher dran und so ging es mit der Regenjacke immer den Sturzbächen ausweichend voran. So ganz hat es natürlich nicht geklappt und so gab es dann nasse Socken. Wenigstens mussten wir nicht lange suchen.

Zurück bei Juckel wurden erst einmal die Socken getauscht und die Schuhe vor die Heizung gestellt. Hoffentlich trocknen sie schnell… Auf jeden Fall hatten wir so keine Lust, das Stadtzentrum zu besichtigen und fuhren direkt in den Hafen von Saint-Mandrier-sur-Mer. Hier sollte es nämlich eine gute Möglichkeit geben, die Toilette zu entsorgen und Frischwasser zu tanken.
Auch wenn die Station nicht in der allerbesten Verfassung ist, so konnten wir hier tatsächlich alles erledigen und hatten sogar kurzweilig Sonnenschein und einen schönen Blick auf’s Meer. An unseren Plänen änderte sich aber nichts mehr und so gaben wir als nächstes Ziel „Andorra“ in’s Navi ein. Allerdings mit der Option „Mautstraßen vermeiden“. Die französische Maut ist teilweise echt überzogen teuer und mit Juckel zählen wir als Klein LKW und zahlen fast dreimal so viel wie ein PKW. Noch haben wir keinen Zeitdruck und können über die Landstraßen juckeln…
Allerdings hätte man uns vorher mal warnen können, dass es bedeutet, ca. alle 2-3 Kilometer auf einen Kreisverkehr zu stoßen. Was war ich froh, dass wir die Lautsprecherausgabe des Navis lautlos gestellt hatten, aber auch so nervte das ewige Abbremsen und Beschleunigen sehr. Wer soll so auch einen entspannten Power-Nap auf dem Beifahrersitz machen?
Da es auch immer wieder heftig regnete, war unsere Laune ein wenig angeschlagen. Gegen Mittag ging es dann auch noch in die Berge und wir kämpften immer wieder gegen langsame LKWs an. Bei der Menge an Kreisverkehren ist es schwer, sie zu überholen.
Als wir dann mal wieder eine Bäckerei entdeckten, kauften wir fix Baguette und suchten uns wenige Kilometer weiter einen netten Parkplatz direkt neben einer hohen Felswand. Ein anderes Wohnmobil hatte die gleiche Idee. Im Dauerregen bei schwimmendem Untergrund mussten wir dennoch einmal raus um an der Hecktür das Gas aufzudrehen. Danach konnten wir uns ein paar Rühreier zubereitet. Zusammen mit dem Baguette eine schnelle und sättigenden Mahlzeit. Für die Baguettes liebe ich Frankreich absolut!

Während wir es uns nun schmecken ließen, schlug ein Blitz ziemlich nah bei uns ein. Es rumste und wir schauten ein wenig besorgt zur Felswand. Nichts passiert. Zum Glück, aber allzu lange sollten wir hier vielleicht nicht stehen bleiben. Das Gewitter zog dann aber schnell weiter und so konnten wir noch in Ruhe den Abwasch machen, ehe es mit neuer Kraft weiter von einem Kreisverkehr zum nächsten ging :-D.
Im Großraum Marseille durften wir dann sogar mautfrei ein paar Kilometer Autobahn nutzen. Auch wenn diese dann natürlich ziemlich voll waren, war es eine kleine Befreiung. Bis Arles blieb dann sogar die N Straße mit 2 Spuren pro Fahrtrichtung gut ausgebaut und wir konnten endlich mal etwas Strecke machen. Dadurch waren wir schon wieder ganz anders motiviert.
Von Arles ging es dann weiter Richtung Montepellier. Hier kamen wir der Küste dann auch endlich wieder näher und das Wetter besserte sich. Immer wieder konnten wir Regenbögen sehen. Als die Straßen dann an kleineren Seen vorbeiführte, entdeckten wir plötzlich sogar ganz viele Flamingos. Sofort waren wir wieder hellwach und suchten die besten Gelegenheiten, die rosa/pinken Vögel zu fotografieren. An einem Spot kamen wir ihnen sogar richtig nah. Sehr cool! Hier merkten wir dann aber auch, dass es für heute allmählich reicht und checkten bei Park4night mal wieder die Übernachtungsmöglichkeiten.

Dieses Mal waren wir uns überraschend schnell einig und hatten nur noch eine kurze Wegstrecke vor uns. Der Schlafplatz liege oberhalb von einem Wohngebiet in Cournonsec mit einer schönen Aussicht und hatte relativ gute Bewertungen. Als wir hier dann endlich ankamen, dauerte es nicht mehr lange und es wurde dunkel. Ein paar Anwohner spazierten dennoch mit ihren Hunden und gaben uns den Tipp, etwas weiter in den Wald zu fahren. Im Dunkeln, matschiger Untergrund und Wind waren für uns drei wichtige Argumente, genau so stehen zu bleiben, wie wir jetzt standen! Aber auch das war für die Anwohner voll ok. Am Platz angekommen wurde dann erstmal lecker gekocht bevor die frische Dusche rief… Inzwischen gesellte sich auch ein umgebauter Caddy zu uns. Sie parkten aber brav mit gebürtigem Abstand und wir konnten das ewige hin und herschieben der ganzen Klamotten beobachten. Nee, das brauche ich dann doch nicht. Zumal es hier oben echt frisch war und wir so dankbar, über unsere doch ganz gut arbeitende Heizung waren.