Die Nacht war etwas regnerisch aber so richtig stören konnte uns das zum Glück nicht mehr. Als der Wecker dann wieder einmal gegen 8 klingelte, waren wir sogar recht ausgeschlafen. So, wie es im Urlaub ja auch sein soll ;-). Auch unsere Nachbarn waren schon wach und wir konnten ihnen bei einem gemütlichen Frühstück im Warmen zusehen, wie sie bei kühlen Temperaturen im Stehen am Heck frühstückten… Ich sag’s gerne noch mal… ein bisschen mehr Luxus darf es da durchaus für uns haben! Immerhin schien heute wieder die Sonne und wir konnten ein paar klasse Fotos mit der Aussicht und dem aufsteigenden Frühnebel machen.

Nach dem Frühstück wurde erst einmal alles vom gestrigen Duschen wieder zurück an Ort und Stelle geräumt, damit während der Fahrt nichts kaputt gehen oder klappern kann. Wer weiß, wie viele Kreisverkehre wir heute noch besuchen. Ich hätte mal eine Strichliste machen sollen :-D.

Auf dem Weg zur spanischen Grenze wollten wir noch einmal einen kleinen Abstecher für einen Geocache machen. Die Straßenverhältnisse änderten sich nicht und wir kamen auf der teils Zweispurigen Schnellstraße gut voran.
Als wir dann bei Perpignan waren, schoben wir den Abstecher ein. In Banyuls-sur-Mer gibt es nämlich noch eine der sehr seltenen Webcams. Die letzten Kilometer zum Badeort bildete sich dann wegen einer Baustelle ein ziemliches Verkehrschaos. Während wir immer wieder recht lange warten mussten, bis es endlich weiter ging, ballerte die Sonne ganz schön kräftig auf die Scheibe. So fühlt sich Sommer an :-).

Irgendwann schafften wir es dann endlich, die Engstelle zu passieren. Über eine Bergstraße kommend, konnten wir von oben schon auf den kleinen Küstenort schauen. Es sah einfach toll aus! Wir fanden auch gleich einen guten Parkplatz am Seitenstreifen und liefen los, zum Strand. Die Webcam wurde fast zur Nebensache, denn es war einfach so herrlich. Wir konnten sogar in kurzen Hosen ein ganzes Weilchen im Sand sitzen. Als wir dann noch sahen, dass manche Menschen ins Wasser gingen, wollten wir wenigstens die Füße hineinhalten. Überraschend war es gar nicht so kalt wie angenommen. So muss Urlaub sein! Und da wir heute nur noch nach Andorra wollen, was nicht mehr allzu weit entfernt ist, entschieden wir, länger hier zu bleiben…

Die Zeit verging wie im Flug und die Sonne war nach den letzten Regen-Fahrtagen eine richtige Wohltat. Erst als sich der Hunger mal wieder meldete, schlenderten wir durch die Einkaufs- und Restaurantstraße zurück zu Juckel. Immer wieder kamen uns Kinder in gruseligen Kostümen entgegen. Achja, heute ist ja Halloween… Daran hatten wir durch den tollen Sommertag gar nicht mehr gedacht.
Juckel hatte sich natürlich ordentlich aufgeheizt und wollte erst mal etwas durchgelüftet werden. Die Zeit nutzten wir dann sinnvoll mit einem kleinen Snack.

Anschließend ging es aus dem Örtchen raus, zurück nach Perpignan. Von dort führte uns der Weg dann relativ schnell in die Berge, was uns ein wenig überraschte. Die Straßen wurden kurviger und schmaler und gefühlt gab es hinter jeder Kurve etwas Neues zu entdecken. Anfangs gab es noch kleinere Bergdörfer, dann aber wurde es immer karger. Plötzlich wurde auf Winterreifenpflicht, Schneeketten und Skigebiete hingewiesen. Ein Blick auf’s Thermometer zeigte, wir müssen ziemlich hoch sein. Ups! Und mitten im nächsten Bergdorf passierten wir dann völlig unspektakulär die Grenze zu Spanien. Es gab kein Grenzhäuschen, keine Kontrolle. Nur ein Schild und die plötzlich veränderten Verkehrszeichen ließen darauf schließen, dass wir nun in Spanien angekommen sind.
Kurz hinter der Grenze gab es dann eine größere Stadt mit Supermärkten direkt an der Straße. Wir nutzten gleich die Gelegenheit zum Einkaufen. Heute Abend gibt es Eintopf mit Zutaten aus 3 verschiedenen Ländern. Mal schauen, wie der schmeckt 😉 Aber bis dahin wollen wir zumindest noch Andorra erreichen.

Habe ich eigentlich erwähnt, dass es hier oben in den Bergen echt frisch geworden ist? Hatte ich heute Mittag noch kurze Hose und T-Shirt, reichte jetzt auch der Pullover nicht mehr aus. Also schnell wieder in den warmen Juckel und weiter!
Auf dem Weg nach Andorra kamen wir immer wieder an tollen Landschaften vorbei und wir hatten ein wenig das Gefühl, die Zeit wäre stehengeblieben. Jedenfalls bis zu dem Moment, als wir die Grenze erreichten. Hier wurde dann auch stärker kontrolliert. Kein Wunder, gilt Andorra doch als Steuerparadies. Direkt hinter der Grenze türmten sich dann Tankstellen und Einkaufscentren mit Luxusautos auf.

Das waren heute schon krasse Gegensätze. Zum Glück war es von der Grenze zum Schlafplatz nur ein Katzensprung. Unmittelbar an der Hauptstraße liegt der Platz ein wenig versteckt hinter einem Einkaufszentrum. Nicht ganz idyllisch aber legal, kostenlos und mit der Möglichkeit zur Ver- und Entsorgung.
Obwohl das Wetter schon wirklich sehr frisch war und es bis zum Start der Skisaison noch dauern wird, war es hier tierisch voll. Demnach ergatterten wir mal wieder einen Schlafplatz, mit leichter Schräglage. Ist ja zum Glück nur für eine Nacht!
Da wir heute noch nicht so richtig gegessen hatten, war es nun höchste Zeit, den internationalen Eintopf zuzubereiten. Als er dann endlich fertig war, hat er dann natürlich auch hervorragend geschmeckt. Und bei den Temperaturen war es absolut die richtige Wahl. Wer hatte noch geglaubt, hier wäre es sonnig und wir würden öfter grillen? Aber genau das macht den Urlaub im Wohnmobil ja so klasse. Pläne können jederzeit verworfen und neu geschmiedet werden.
Zum Schlafen war es noch ein wenig früh und da wir nun schon mal an einem großen Einkaufszentrum standen, nutzten wir den Abend, um dort bummeln zu gehen. Hier gab es alles… von der Reiseabteilung über Autozubehör bis zu den steuervergünstigten Spirituosen und Süßigkeiten… Ein paar Kleinigkeiten nahmen wir als Mitbringsel auch mit, aber preislich hat uns hier jetzt nichts besonders umgehauen…
Als wir dann zurück zu Juckel kamen, sahen wir, wie sich einige in ihren Wohnmobilen für Halloween schminkten und verkleideten. Hoffentlich bleiben wir von nervigen Trick or Treat Anfragen verschont und hören auch später nichts von irgendwelchen nahen Partys, so ein Strandtag ist nämlich ganz schön anstrengend gewesen ;-).