Nachdem wir es gestern mal deutlich ruhiger angehen lassen haben, waren wir heute Morgen sehr zeitig wach. Inzwischen merken wir auch deutlich, dass die originale Matratze von Weinsberg viel zu hart ist, was andere Nutzer in verschiedenen Foren auch schon bemängelt haben. Hier müssen wir uns wohl nach diesem Urlaub mal mit Lösungsmöglichkeiten auseinander setzen.
Jedenfalls nutzten wir die Gunst der Stunde um zeitig auf Erkundungstour zu gehen. Vorher aber wollten wir noch einmal Ver- und Entsorgen. Leider haben wir den besten Zeitraum knapp verpasst und ein Franzose kam uns zu vor. Natürlich einer, der mit seinem gemieteten Wohnmobil überhaupt nicht zurechtkam… Er konnte weder gescheit Fahren und Parken, noch den Wasserschlauch vernünftig anschließen. Wir warteten ein Weilchen und erbarmten uns irgendwann, ihm zu helfen. Wer weiß, wie lange wir sonst noch hätten warten müssen…
Anschließend steuerten wir nur wenige Kilometer weiter eine gute und nicht allzu teure Parkmöglichkeit, relativ zentral in der Hauptstadt Andorra la Vella an.
Mit nur 4 Grad ist es heute besonders kalt und wir wünschten uns Mütze und Handschuhe herbei. Eigentlich ist der Himmel wolkenfrei, aber durch die hohen Berge schafft es die Sonne nicht, hier zu scheinen… Irgendwie hatten wir die Berge bei der kurzfristigen Planung ein wenig vergessen. Jammern hilft jetzt aber nicht und so ging es endlich los. Zur Orientierung nutzten wir heute Hauptsächlich Geocaches und kamen so zunächst zum La Noblesse du Temps Denkmal von Salvador Dali. Im Hintergrund steht dazu noch eine Brücke mit dicken weißen Seilen und noch weiter im Hintergrund kann man dann schon die hohen Berge sehen. Ein wirklich nettes Fotomotiv, wir hätten nur warten sollen, bis sich die Sonne über den Berg gekämpft hat.

Nun wollten wir zum Casa de la Vall, einem historischen Gebäude etwas nördlich. Allerdings bekamen wir mit einer Baustelle Probleme. Auch Google konnte uns keinen alternativen Weg vorschlagen und so waren wir auf uns alleine gestellt. Immer wieder kamen wir in Sackgassen, bis wir es dann endlich durch eine Einkaufsstraße langsam den Berg hinauf schafften. Blöd, dass alle Geschäfte noch zu hatten. Fest stand, hier gibt es vor allem Parfüm und Technik. Klar, gerade dabei lohnt sich der steuerfreie Einkauf vermutlich am meisten. Vielleicht haben wir ja auf dem Rückweg Glück und können ein wenig in die Geschäfte schauen.

Am Casa de la Vall angekommen, hatten wir durch eine gläserne Brücke einen tollen Überblick über die kleine Hauptstadt, in der nicht einmal 25.000 Menschen wohnen. In diesem Haus sitzt der parlamentarische Rat Andorras. Drum herum gibt es ein paar ähnlich alte Gebäude, sodass hier eine schöne kleine Altstadt mit netten Bars und Cafés entstanden ist. Auf unserem Rundgang schaffte es dann auch die Sonne endlich über den Berg, was es gleich viel angenehmer machte. Wir befassten uns noch ein wenig mit einem Earthcache, ehe es über die Einkaufsstraße wieder zurück ging.

Inzwischen hatten auch die Geschäfte auf. Wir schauten vor allem in den Technikläden, aber ein kurzer Internetvergleich bestätigte, dass die Vergünstigungen nicht sonderlich viel ausmachen. Wir liebäugeln zwar schon seit längerem mit einer neuen Kamera, aber für den minimalen Unterschied wollen wir kein Risiko mit irgendwelchen Garantie und Gewährleistungsproblemen eingehen…

Mein Lieblingsparfüm gab es auch nicht und so kamen wir mit leeren Händen wieder unten an. Aus diesem Grund steuerten wir dann ein Einkaufszentrum in der Haupt-Einkaufsstraße an. Die geräumige Fußgängerzone füllte sich immer weiter. Scheinbar nutzten viele Franzosen und Spanier den heutigen Feiertag um günstig einzukaufen. Vielleicht schon die ersten Weihnachtsgeschenke? Passend dazu wurde jedenfalls schon der erste Weihnachtsteddy aufgestellt und auch in den Geschäften gab es bereits massig Weihnachtsdeko. Heute blieben wir ausnahmsweise mal standhaft. Die Mengen an Schneemännern und Elchen, die im Laufe der Zeit bei uns eingezogen sind, finden eh schon kaum noch Platz, da war es definitiv die richtige Entscheidung ;-).

Allmählich reichte uns auch der immer stärker werdende Trubel und so flüchteten wir in einen netten kleinen Park. Auch hier befassten wir uns noch ausgiebig mit einem Geocache und entschieden uns dann für die Weiterfahrt.
Andere Sehenswürdigkeiten in Andorra sind vor allem Skigebiete und Wanderziele. Zum Skifahren sind wir zu früh dran, zum Wandern ist es uns heute aber zu kalt. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es hier im Sommer und Winter bestimmt klasse ist.
Auf dem Weg zur nördlichen Grenze hielten wir dennoch hier und da an und beendeten unseren Besuch natürlich noch an der Tankstelle zum Volltanken. Der Preisunterschied lohnte sich nämlich ganz ordentlich.
Richtung Andorra hatte sich schon eine kleine Schlange gebildet, heraus kamen wir ohne Probleme. Da wir das Navi mal wieder auf „Mautstraßen vermeiden“ einstellten, ging es über kleine Serpentinstraßen allmählich wieder aus den Bergen raus. Definitiv tolle Kulissen, vor allem mit dem Sonnenschein!

Auf einem Parkplatz nutzten wir dann auch gleich die Aussicht für ein kurzes Mittagspäuschen. Wir hatten noch ein paar Bockwürstchen und Salat. Für den ersten Hunger sollte das erst einmal reichen.
Mit Andorra hatten wir unser letztes großes Ziel erreicht. Ab jetzt waren wir offiziell auf der Rückfahrt. Es sollten noch 2 kleine Abstecher für fehlende Departements gemacht werden und in Bourges wartete noch ein Master of Mystery… Ja, schon wieder einer :-D.
Es dauerte nicht lange und wir quälten uns wieder von Kreisverkehr zu Kreisverkehr. Nur mit dem Unterschied, dass wir bei den Dorfdurchfahren dazwischen nun auch ständig abbremsen mussten, um Bodenwellen vorsichtig zu befahren. Leider haben wir eine übersehen… Puh, hat das im Inneren von Juckel gescheppert. Autsch. Es dauerte über 3 Stunden bis wir bei Touluse ankamen. Hier gab es dann auch kostenfreie Autobahnen und es war so herrlich, einfach mal Geradeaus zufahren. Als es dann kurz hinter Toulouse wieder auf kurvige und kreisverkehrlastige Straßen gehen sollte, programmierten wir kurzerhand das Navi um und erlaubten Mautstraßen. Die Reisezeit bis Bourges verkürzte sich auch gleich um einiges.. Dennoch war klar, bis dahin fahren wir heute nicht mehr.
Erst einmal durften wir nun aber ein Ticket für die Autobahn ziehen… Dadurch wurde es schon deutlich leerer und wir genossen es so sehr, einfach mal den Tempomat einzustellen und laufen zu lassen. Allerdings war das Stück bis zur Bezahlstelle relativ kurz und wir doch etwas geschockt, als wir für unsere Nicht-PKW Kategorie bereits fast 20 Euro zahlen durften. Wir haderten dennoch nur kurz mit uns, denn die Autobahnfahrt war eine echte Wohltat und wir hatten schon noch einiges an Strecke vor uns.
Jetzt, wo das Fahren wieder deutlich weniger wackelte, konnte ich auch nebenbei schon nach einem Schlafplatz schauen. Wir entschieden uns für einen, in ca. 30 Minuten Entfernung bei Cahors. Oberhalb der Stadt an einem ruhigen Aussichtspunkt wollten wir nächtigen.

Als wir dort ankamen, scheuchte Google uns mal wieder über etwas abenteuerliche Wege. Zum Glück war nicht viel los uns wir hatten keine Probleme mit Gegenverkehr. Der Parkplatz zum Aussichtspunkt war sehr weitläufig. Nur wenige Autos waren noch da und so suchten wir uns am hinteren Ende eine gerade Stellfläche aus. Bevor es ans Kochen ging, schauten wir nach eventuellen Verbotsschildern, konnten glücklicherweise aber keine entdecken. Dafür besuchten wir dann aber gleich den Aussichtspunkt mit und hatten einen tollen Blick auf die Stadt am Fluss.
Wir kochten und allmählich wurde es dunkel. Hui buh. Hier ist es aber richtig dunkel. Mit den raschelnden Bäumen schon fast ein wenig unheimlich… Irgendwann kam sogar noch jemand mit Taschenlampe. Nein, kein Kontrolleur… nur ein Spaziergänger mit seinem Hund. Warum auch immer er hier im stockfinsteren läuft…
Abends beschäftigten wir uns dann noch ein wenig mit den letzten Tagen. Nur zurück fahren, fanden wir irgendwie blöd und entwickelten die Idee, meine Gastfamilie in der Nähe von Paris zu besuchen. Fahren wir einfach vorbei und überraschen sie oder melden wir uns lieber an? Diese Frage ließen wir offen und verschwanden dann fix ins Land der Träume