Der kürzeste Tag des Jahres ist gerade erst gewesen uns so dauert es morgens ein ganzes Weilchen bis es hell wird. Obwohl die Sonne erst spät aufgegangen ist, haben wir den perfekten Sonnenaufgang über dem Werbelliner See knapp verpasst und das wunderschöne Morgenlicht nur aus dem Badfenster wahrgenommen. Schade!

Immerhin hatten wir jetzt genug Zeit, erst zu frühstücken und dann den strahlendblauen Himmel für einen Spaziergang zum See zu nutzen. Da uns schon einige Spaziergänger mit ihren Hunden entgegen kamen, waren wir offenbar nicht die einzigen mit dieser Idee.
Am See war es wunderschön. Absolute Stille, warme Sonnenstrahlen bei doch recht kühlen Temperaturen und leichte Wassergeräusche. Der perfekte Start in einen gemütlichen Urlaub…

Als wir dann nach mehr als einer Stunde wieder bei Juckel waren, spülten wir noch rasch ab und sahen zu, noch ein wenig weiterzukommen. Schließlich wird es auch nachmittags schon wieder ziemlich zeitig dunkel…

Wir fuhren nun direkt durch nach Leipzig. Die Stadt selbst wollten wir gar nicht besuchen, aber wenigstens den Master of Mystery Geocache einsammeln. Dieser lag unmittelbar am Zoo und wir überlegten kurz, ob wir in den Zoo gehen wollen… Die Menschenmengen am Eingang hielten uns dann aber doch ab. Direkt nach Weihnachten habe ich mit diesem Andrang tatsächlich überhaupt nicht gerechnet. Scheinbar suchen die Familien dringend nach Möglichkeiten, ihre Kinder nach den Feierlichkeiten ordentlich zu „lüften“ ;-).

Auf dem Weg weiter Richtung Ostern kamen wir noch mit einem kleinen Umweg am Firsten-Steinbruch vorbei. Hier wartete noch ein Earthcache mit einer selteneren Wertung. Die Anfahrt des Parkplatzes war schon etwas abenteuerlich und ohne Google wäre es definitiv entspannter gewesen… Aber so schnell konnte ich nicht reagieren und deshalb musste André auf engstem Raum durch eine enge 90 Grad Kurve. Grr. Am Parkplatz war schon einiges los und wir schlüpften schnell in unsere Wanderschuhe.
Die ersten paar Hundert Meter ging es ganz schön steil hinauf und ich fluchte ein ganz klein wenig :-D. Als wir den Steinbruch dann aber erreicht hatten und die Steine mit Sonnenlicht im See gespiegelt wurden, wussten wir, wofür wir den Weg auf uns genommen haben… An einer der Steilwände waren sogar Kletterer aktiv… Wir machten ein paar Fotos bis uns eine lautstarke Familie nahezu weggescheucht hat… Kann man in der Natur nicht etwas leiser sprechen? Jedenfalls flüchteten wir lieber zurück zu Juckel.
Nach einer kleinen Stärkung ging es dann weiter zum östlichsten Punkt Deutschlands, der ca. 15 Kilometer nördlich von Görlitz liegt. Ab der Autobahn ging es zunächst noch über normale Landstraßen bis wir in den kleinen Ort Zentendorf kamen. Ob man hierzu wirklich schon Ort sagen sollte? Gefühlt war es eine einzige Straße mit Häusern und schon alleine beim Durchfahren kamen wir uns sowas von Fremd vor. Als wir dann auch noch mitten an der Straße vor Wohnhäusern parken mussten, hatte ich irgendwie ein mulmiges Gefühl. Zumindest konnten wir Niemanden hinter den Gardinen entdecken und es kam auch keiner aus den Häusern, um uns zu verscheuchen :-D.
Wir zogen unsere Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg zwischen den Häusern entlang zur Neiße. Das es auch hier in letzter Zeit viel geregnet hat, konnten wir an der Breite der Neiße gut ausmachen. Zum Glück war der Wanderweg auf einem höhergelegenen Deich und bis auf wenige Stellen gut begehbar. Die ersten 2 Stationen des Caches konnten wir noch gut erledigen. Zum markanten Stein am östlichsten Punkt kamen wir dann leider nicht! Zu viel Wasser lag zwischen uns und bei den aktuellen Temperaturen trauten wir uns auch nicht, mal kurz die Schuhe auszuziehen. Zumal nicht ersichtlich war, wie tief wir einsinken würden… Mit einem Beweisfoto auf Distanz schlugen wir etwas niedergeschlagen den Rückweg an.
Als nächstes sollten noch ein paar Wherigo-Caches mit seltenen Wertungen besucht werden. Die ersten beiden waren kein Problem. Nur beim dritten und letzten hätten wir die Leiter gebrauchen können. Diese stand natürlich zu Hause im Keller und so brauchten wir einen Plan B… Plan B war dann, mit Juckel zu dem Baum vorzufahren und über das Dach an den Cache zu kommen… Blöd nur, dass genau in dem Moment Spaziergänger kamen. Wir warteten lieber mal ein Weilchen bis sie weg waren, und gingen dann in den Angriff über. Immerhin dämmerte es schon und wir blieben unentdeckt.
Ganz in der Nähe gab es einen Campingplatz, aber so richtig anziehend war er nicht. Eher im Gegenteil, wir hatten das Gefühl, dass er schon im Winterschlaf liegt und suchten daher auf Park4night nach einer besseren Alternative.
Wir hatten gerade das Navi programmiert und uns bis zur Hauptstraße zurück gekämpft, als das Handy klingelte… Unser Wohnmobilhändler hatte inzwischen eine Rückmeldung von Knaus wegen der Arbeitsplatte… Der Aufwand wäre zu groß und man bot uns daher 200 € Preisnachlass an… Das ist ein absoluter Witz!!! Schon im Oktober sollte direkt eine neue Platte bestellt werden, die eigentlich schon längst hätte da sein müssen… Stattdessen hat man uns offenbar belogen und gar nicht reagiert… Beim letzten Werkstattbesuch haben die Kollegen nun mit irgendeinem starken Mittel versucht, den Kratzer herauszupolieren. Nur das es im Ergebnis dann zwar keinen Kratzer mehr gab, dafür aber eine große Fläche, die ölig aussieht… Im Oktober wäre ich mit 200 € einverstanden gewesen, jetzt nicht mehr und das kommunizierten wir auch genau so!
Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, fuhren wir weiter und erreichten relativ bald die polnische Grenze. Heute wurden sogar die Fahrzeuge, die nach Deutschland rein wollten, kontrolliert. Wir kamen erneut kontrollfrei durch :-). Perfekt!
Relativ bald erreichten wir die Stadt Boleslawice. Hier wollten wir auf einem kostenfreien Stellplatz an einem großen Eisenbahnviadukt übernachten.
Die letzten Kilometer durch die Stadt war ganz schön viel Verkehr. Mit einer ungeplanten Baustellen-Umfahrung erreichten wir dann aber relativ einfach den Platz. Mhh, so richtig einladend wirkt es hier nicht. Wir nutzten die Gelegenheit noch einmal zur Entsorgung. Es war laut und zig Autos fuhren auf der angrenzenden Straße. Nee, hier wollen wir nicht bleiben! Also schauten wir nach dem Entsorgen nach Alternativen.
Im Norden der Stadt gab es noch einen normalen Parkplatz an einem Gemeindehaus mit Spiel- und Sportstätten. Da der Platz relativ neu war, gab es bisher nur wenige Bewertungen und wir riskierten eine Fahrt dorthin…
Das gestaltete sich dann aber etwas schwieriger, denn Google wollte uns durch eine Brücke mit zu geringer Höhenbegrenzung scheuchen. Zum Glück hatte André eine gute Orientierung und damit fix einen Alternativweg entdeckt.
Am Parkplatz angekommen sah es super aus. Keine anderen Camper, etwas Beleuchtung, super sauber und sehr ruhig gelegen… Hier bleiben wir gerne…
Zwischendurch hatten sich dann noch 2 Jugendliche in ihrem PKW zu uns gesellt. Nachdem sie gemerkt haben, dass wir in Juckel sind, parkten sie noch einmal um und nutzten später bei klirrender Kälte stundenlang die Nestschaukel… Ganz schön abgehärtet.
Wir machten es uns da lieber im geheizten Juckel gemütlich und merkten, dass es höchste Zeit für Essen wird. Da wir noch ein paar Reste dabei hatten, gab es heute einen selbstgekochten Eintopf… Für irgendwas muss die frühe Dunkelheit ja schließlich gut sein ;-).
Der Abend verging mit neuen Büchern wie im Fluge und so war es schon fast Mitternacht, als wir alle Lichter ausmachten.