Heute Morgen war das Wetter dann leider nicht mehr so sonnig. Dennoch hatten wir beim Aufstehen einen klasse Blick auf die Oder und konnten ein paar größere Schiffe vorbeifahren sehen.

Nach dem Frühstück machten wir uns dann aber lieber schnell auf den Weg. Hier im Örtchen gingen mehr und mehr Menschen mit ihren Hunden spazieren und wir wollten die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren.
Zum Glück war es bis Stettin nun auch nicht mehr weit. Allerdings wurde das Wetter immer schlechter. Ein kräftiger Wind brachte auch mehr und mehr Regen mit.
Die Fahrt durch Stettin hat uns irgendwie auch nicht so richtig gut gefallen. Es gab viel Dreck zu sehen, die Straßen waren häufig ziemlich kaputt und irgendwie war es ein gesamt grauer Eindruck. Bei Regen sieht alles leider irgendwie gleich aus. Nachdem wir im Hafengebiet den Master of Mystery eingesammelt hatten, konnten wir uns nicht dazu durchdringen, nahe am Zentrum einen Parkplatz zu suchen und die Stadt zu Fuß zu erkunden…

Aber das ist ja das schöne am Reisen im Wohnmobil. Wenn es einem gefällt, bleibt man länger und wenn nicht, fährt man schnell weiter…. Und deshalb steuerten wir gleich die deutsch/polnische Insel Usedom an. Unser Hauptaugenmerk lag für heute aber auf der polnischen Seite. Je näher wir kamen, desto voller wurde es…
Als wir eine sehr günstige Tankstelle sahen, wollten wir diese natürlich auch nutzen und das Chaos ging los. Von überall reihten sich die Autos ein, beim nahen Tabakshop wurde währenddessen fleißig eingekauft, sodass der ein oder andere versäumte, zur Tanksäule vorzufahren… Dazu war es ziemlich eng und ich machte 3 Kreuze, als wir endlich getankt hatten und ein PKW Platz machte, damit wir wieder auf die Straße fahren konnten.
Wir wählten einen Parkplatz in Grenznähe aus. Von dort wollten wir auf jeden Fall zum Strand wandern. Unterwegs kamen wir allerdings noch an zig Polenständen vorbei und es war kaum noch ein Durchkommen. Klar, Urlaubszeit… viele nutzten die Chance, hier günstig einzukaufen. Nach so vielen ruhigen Tagen für uns ein kleiner Kulturschock…
Endlich erreichten wir den Parkplatz. Dieser war gut besucht, aber es gab noch ausreichend Platz für Juckel. Zwei deutsche Familien blockierten dann ein ganzes Weilchen den Parkschein-Automat, bis auch wir endlich einen Zettel ziehen konnten. Komisch, bei uns dauerte es wieder nur wenige Sekunden. Was machen wir eigentlich anders? Egal… ab zum Wasser :-).
Ein gut ausgebauter Fahrradweg führt am Strand entlang zur Grenze. Da das Wetter hier schon wieder deutlich aufgelockerter war, war natürlich auch einiges los und wir mussten ein wenig aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen.

Jetzt konnten auch wir endlich ein paar Fotos an der Grenze machen und dabei die ersten Geocaches loggen. So wird die Vielfalt in Polen schon mal ein wenig erweitert… Anschließend ging es dann an den Strand bis vor zur Wasserlinie. Zum Schwimmen oder Füße baden war es natürlich viel zu kalt, aber die salzige Meeresluft schmeckte einfach gleich nach Urlaub…

Wir gingen ein ganzes Ende am Strand spazieren und wählten dann die größere Zufahrtsstraße zurück zum Parkplatz. So entkamen wir auch gleich den vielen Radfahrern.
Eigentlich wollten wir uns jetzt die Stadt Swinemünde ansehen, da es aber inzwischen Mittagszeit war, tummelten sich auch die Spätaufsteher auf der Straße. Es ging kaum vorwärts und alle Parkplätze waren besetzt.
Bevor wir deshalb weiter nach Deutschland fahren, steuerten wir noch fix eine Entsorgungsstation an einer teureren und damit wesentlich ruhigeren Tankstelle an. Leider hatten wir mal wieder gerade erst begonnen, als sich der nächste Kastenwagen schon einreihte und dadurch ein leichtes Druckgefühl erzeugte.
Nachdem wir dann Grau- und Schwarzwasser geleert und neues Frischwasser befüllt hatten, wählten wir die Flucht und fuhren durch nach Deutschland. Auch auf der deutschen Seite waren die Seebäder Ahlbeck und Bansin sowie der Ort Heringsdorf brechend voll. Als wenn man das ganze Weihnachtsgeld unbedingt noch in diesem Jahr ausgeben müsste…
Wir schlengelten uns daher weiter auf der Landstraße und staunten über die vielen möglichen Urlaubsaktivitäten. Eigentlich hatten wir uns hier auch überlegt, die Therme zu besuchen… Mhh, heute aber noch nicht… Im Zweifel kommen wir einfach noch mal zurück…
Als wir dann durch den Ort Koserow fuhren, entdeckten wir eine Filiale von „Outdoor Ole“. Hier haben wir im allerersten Blog-Urlaub schon einmal schöne Pullover gekauft und da es auf der anderen Straßenseite Parkplätze gab, schauten auch wir mal, was es so zu holen gibt. Ups, habe ich nicht gerade noch über die vielen Touris in den Geschäften geschimpft? Wir fanden 2 neue Pullover, die sogar runtergesetzt waren und schauten anschließend mal bei Stolz vorbei. Das knallrote Kaufhaus des Nordens hat auch immer mal ein paar schöne Sachen im Angebot. Heute war es aber vor allem voll! Wir ließen uns davon aber nicht so richtig stören und stöberten dennoch durch alle Regale. So fanden wir auch gleich ein paar lustige Gewürze, von denen wir das Rühreigewürz gleich mitnehmen mussten. Mal schauen, wie es schmeckt ;-). Bei der Gelegenheit könnten wir doch auch gleich ein frisches Baguette beim Bäcker kaufen und ein Mittagspäuschen einlegen.
Gesagt getan und so probierten wir gleich die neue Errungenschaft aus. Empfehlenswert! Vor allem, wenn man wie wir, ständig den Schnittlauch vergisst.
Frisch gestärkt schauten wir, wo wir heute Nacht bleiben könnten und entschieden, bis Rügen durchzufahren. Wirklich weit ist es ja auch nicht…
Und so ging es dann schon fast im Dunkeln von Strahlsund über die Rügenbrücke und da wir einen Schlafplatz bei Lauterbach wählten, tatsächlich noch über 35 Minuten über die Insel. Damit habe ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet. Je waldiger es wurde, desto häufiger sichteten wir Rehe und fuhren demnach vorsichtiger.
Der ausgewählte Parkplatz sah gut aus. 3 andere Wohnmobile hatten schon geparkt, sodass wir die kreative Mitte etwas mehr nach hinten versetzt wählten. Ab und an hörten wir einen vorbeifahrenden Zug und die Bahnschranken, aber ansonsten war es angenehm ruhig.
Diese frühe Dunkelheit macht mir irgendwie zu schaffen und weil wir noch gar nicht viel gelaufen sind, machten wir noch einen Spaziergang zum nahen Supermarkt. Hier könnten wir morgen früh auch frische Brötchen besorgen… Schlau wie wir sind, haben wir sogar schon einen Teil vom Leergut entsorgt. In Deutschland ist das ja problemlos möglich. So können wir dem nervigen Klacken, wenn sich die Flaschen bei Kälte und Wärme dehnen und zusammenziehen, etwas entgegenwirken.
Außerdem kauften wir noch frisches Hack und bereiteten uns zum Abendessen Chili Con Carne vor. Später am Abend gesellte sich noch ein umgebauter Bulli zu uns. Da die Besitzer immer wieder umbauen mussten, hatten wir ein ganzes Weilchen „Kino“.