Auch heute hatten wir wieder eine ruhige Nacht und die neue Matratze hat sich bisher ausgezahlt. Wir merken nur leicht den Übergang an den Schultern wo es vom normalen Holzbrett zum Lattenrost übergeht. Der Thermovorhang hilft auch, die Kälte abzuweisen und mit einer funktionierenden Heizung scheint es erst einmal perfekt zu sein.
Als wir morgens vorsichtig die Verdunklungen öffnen, sehen wir sogar wieder ein wenig Sonne zwischen den Wolken. Ideale Voraussetzungen für eine schöne Fahrradtour?!
Erst einmal frühstücken wir gemütlich und nein, wir sind natürlich nicht beim Bäcker gewesen :-D.
Nach dem Frühstück trauen wir uns dann hinaus. Uff, die Sonne trügt, es ist ganz schön frisch. Egal! Wir können uns ja dick anziehen. Die Räder werden abmontiert und alles dauert seine Zeit… Endlich können wir losfahren oder auch nicht :-(. Mein Fahrrad spuckt rote Warnmeldungen aus und sagt, dass es Verbindungsprobleme mit dem Akku gibt. Neustarten bringt auch nichts. Ob die Feuchtigkeit und Kälte dem Fahrrad doch mehr Schaden zugefügt haben? Auch André versucht verschiedene Dinge, aber weiter als zum Hafen von Lauterbach trauen wir uns nicht.

Niedergeschlagen fahren wir zurück zu Juckel. Mein Fahrrad ist ohne Akku einfach viel zu schwergängig und jeder noch so kleine Hügel wird eine immense Herausforderung. Also alles wieder anbringen und Tagesplan ändern :-(. Ich könnte gerade einfach Heulen. Mein schönes neues Fahrrad…
Zum Glück ist das Wetter so klasse, dass wir recht bald einen Alternativplan entwickelt haben: Wir wandern zum Königsstuhl… Die Idee hatten zwar einige, aber hier oben gibt es extra Wohnmobil-Stellplätze, sodass es mit Juckel keine Probleme gab. Theoretisch könnten wir hier sogar übernachten. Das entscheiden wir später, jetzt wandern wir erst einmal.

Im Nationalpark Jasmund ging es leicht hügelig durch Wald, weshalb uns die Sonne nicht wirklich wärmen konnte. Dafür haben wir einfach einen sportlichen Schritt eingelegt und uns von innen gewärmt und etliche Wandertruppen überholt. Von wegen untrainiert ;-).

Normalerweise könnte man am Königsstuhl in verschiedenen Hütten einkehren. Diese sind allerdings alle geschlossen. Versteh ich gar nicht, denn hier ist doch auch zwischen den Jahren gut Betrieb und so einen warmen Kakao oder Glühwein würden bestimmt viele kaufen… Gegen Mittag würde ich sogar ne Bratwurst nehmen… naja, gibt es halt später bei Juckel Essen.
Das Besucherzentrum ersparen wir uns. Der Eintrittspreis von jeweils 12 € schreckt uns ein wenig ab. Auch von der Seite hat man einen tollen Blick und ich bin hier schon vor einigen Jahren an der Steilküste entlang gesegelt. Das war viel interessanter! Vielleicht gibt es ja auch im Winter kleine Bootstouren und das wäre für die nächsten Tage eine Alternative zum Fahrrad? Noch immer habe ich Sorge, dass neue Fahrrad zerstört zu haben. Bis zu Hause können wir leider nichts machen…

Zurück bei Juckel war der Parkplatz mächtig voll, auch die Wohnmobilplätze wurden inzwischen von normalen PKW blockiert. Uns war es eh noch zu früh und so fuhren wir weiter. Damit nicht alle Geocache Rätsel umsonst gelöst sind, steuerten wir einen Teil mit dem Auto an und erwanderten einige noch zu Fuß.
Mit der bald untergehenden Sonne fuhren wir nach Binz. Dabei führte uns der Weg an Prora vorbei, einem wahren Paradies für Lost Place Fans. Zu einer wärmeren Jahreszeit könnten wir hier auch noch mal urlauben und die gelungenen Geocaches in den Lost Places besuchen… Mal auf die „nächste Ziele-Ideenliste“ setzen. In Binz angekommen, wollten wir unbedingt noch auf die Seebrücke und es lag gerade günstig auf dem Weg, denn wir wählten erneut den Stellplatz der letzten Nacht. In Binz war ganz schön viel los. Dank Park4night fanden wir aber einen großen Parkplatz nicht allzu weit entfernt. Von dort schlenderten wir also an den Geschäften vorbei bzw. ausgewählte wurden auch gleich besucht bis wir zur Seebrücke kamen. Hier war natürlich einiges los. Mitten in der Einkaufsstraße wurde noch ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut. Es gab Würste, Glühwein, Krapfen und bei netter Musik machten es sich viele Menschen gemütlich. Selbst am Strand gab es eine Glühweinbude. Wenn man weiß wie, dann rollt der Euro auch im Winter ;-).

Wir spazierten durch die Menge bis zur Brücke und je weiter wir ans Ende gingen, desto leerer wurde es. So konnten wir auch noch 2 Geocaches unbemerkt erledigen. Selbst der Himmel meinte es gut mit uns und verscheuchte immer mehr Wolken, sodass wir der Sonne beim Sinken über Binz zusehen konnten.
Sobald die Sonne dann aber weg war, wurde es wieder richtig kalt und auch die Geschäfte machten relativ bald zu. Für uns das klare Zeichen, auch abzuhauen.
Den Stellplatz kannten wir ja schon. Heute standen wir allerdings erst einmal alleine mitten auf dem großen Platz. Auf der Bank hinter uns machten es sich Jugendliche gemütlich, die Böller gekauft haben und diese immer wieder zündeten. Zum Glück hatten sie genug Anstand und warfen sie nicht in unsere Richtung… Dort wären schließlich die Räder unter der Plane… Hätten wir sie besser mal gar nicht mitgenommen…
Um mich abzulenken, erteilte André mir den Auftrag, Gemüse zu schnippeln. Heute sollte es noch mal einen schönen warmen Eintopf geben… Sein Plan ging auf und die Tränen liefen nur wegen der blöden Zwiebeln.
Während des Essens gesellte sich dann doch noch ein WoMo dazu, aber auch die blieben lieber im Wagen, sodass es weiterhin schön ruhig blieb.
Da es aber noch ziemlich früh war, brauchten wir noch eine Alternative und entschieden uns für’s Schwimmbad. Hier gab es den Mondscheintarif zu einem deutlich günstigeren Preis. Den nutzten leider einige und so dauerte es ein ganzes Weilchen bis wir endlich drin waren.
Das größere Becken überraschte uns dann mit recht kalten Temperaturen. So war das nicht geplant! Da der vorhandene Whirlpool gerade voll war, gingen wir erst einmal ins Kleinkindbecken… Keine Sorge, viele andere taten es auch, weil wir offenbar mit der Meinung zur Wassertemperatur nicht alleine waren. Zudem wurde das Licht heruntergefahren. Richtig gemütlich war das aber auf keinen Fall… Als endlich Platz im Whirlpool frei wurde, nutzten wir die Chance und wärmten uns dort auf. Auch dieser hatte nicht die richtige Wohlfühltemperatur, sodass wir unseren Besuch deutlich verkürzten. Dafür dauerte dann das Duschen wesentlich länger :-D. Man muss ja schließlich wieder warm werden ;-).
Schnell suchten wir den Weg durch die Kälte zurück zu Juckel und fuhren zurück nach Lauterbach. Unser Plätzchen war noch frei :-). Und mit einer Tüte Chips und dem Buch wurde es noch ein richtig gemütlicher Abend.