Trotz des Regens war die Nacht super ruhig und angenehm und der Wecker klingelte uns aus den schönen Urlaubsträumen… Als wir nach und nach die Verdunkelungen öffneten, waren wir noch immer alleine auf dem Platz. Das Freibad ist noch geschlossen und so zog es natürlich auch keine Frühschwimmer an. Lediglich zwei Spaziergänger entdeckten uns auf ihrer Runde. Zum Glück, denn offenbar hatten wir vergessen, den Abwassertank zu schließen und unser Zahnputzwasser lief schön unter dem Auto durch. Ups! Schnell zu machen und vielleicht sollten wir uns doch mal eine Checkliste ins Armaturenbrett kleben :-D.
Nach einem schnellen Frühstück ging es dann auch gleich weiter. Wir tankten Juckel noch einmal voll, denn in Dänemark wird der Diesel mit Sicherheit deutlich teurer sein… Den Plan hatten einige und es war ein kleiner Kampf an den engen Tanksäulen. Mit Juckel ist es an Autohöfen halt doch entspannter…
Bevor es nun aber wieder auf die Autobahn ging, steuerten wir noch ganz in der Nähe einen besonderen Earthcache an. Dieser hat nämlich eine seltene Wertung, die uns in der Statistik noch fehlt. Die Aufgaben waren allerdings recht leicht und so schauten nur ein paar Vorbeifahrende Autofahrer etwas irritiert, als wir mit unserem Maßband an einem Findling am Wegesrand hantierten :-D. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, ging es dann wirklich weiter und gegen 10:00 Uhr überquerten wir schon die Grenze zu Dänemark. Jippie :-). Zu unserem Glück hatten wir keinen Stau trotz der regelmäßig stattfindenden Grenzkontrollen.

Kaum waren wir über die Grenze gefahren, riss der Himmel auf und die Sonne begrüßte uns. Perfekt! Hoffentlich ist das ein gutes Omen für die nächsten Tage…
Unser Hauptziel war die Region um Varde, sodass wir noch zwei gute Stunden Fahrt vor uns hatten… Google kannte natürlich mal wieder spannende Abkürzungen und anstatt weiter entspannt auf der Autobahn zu fahren, ging es dann über Landstraßen, die immer wieder schmaler wurden und mit Bremshügeln übersäht waren… Ach Google… früher warst du echt mal besser!

Wir ließen uns davon aber nicht ärgern und erreichten den ersten ausgewählten Schlafplatz gegen 12 Uhr 30. Ein ruhiger, relativ ebener Schotterplatz zwischen Wald und See. Herrlich… Allein der Ausblick und die Ruhe gaben gleich so viel neue Kraft. Dennoch verspürten wir Hunger, sodass wir uns erst einmal ein paar Bockwürstchen mit Rührei zubereiteten.
Frisch gestärkt ging es uns gleich noch viel besser und weil es noch früh am Tag ist, entschieden wir uns, schon eine erste Fahrradtour zu starten. Hier in der Region gibt es sehr sehr viele Geocaches, die als schöne Radtouren ausgelegt sind. In den letzten Wochen wurde daher abends oft fleißig am Rechner gepuzzelt, um die richtigen Koordinaten zu ermitteln.
Von unserem Platz ließen sich die Pulsier-, Hjerte-turen und Sporet i Varde Runde super erreichen und wir fuhren einfach drauf los. Die Geocaches waren so entspannt versteckt, dass wir in einem Affenzahn vorwärts kamen und noch vor dem Dunkelwerden bereits über 100 Stück gefunden hatten.

Zurück bei Juckel wurden dann erst einmal die Räder wieder verladen und da unser Platz noch immer vollkommen leer war, trauten wir uns, ihn noch einmal zu verlassen… Wir wollten nämlich noch zu einem Supermarkt und zur Belohnung und Urlaubseinstimmung fehlt ja schließlich noch ein Softeis ;-).
Zum Supermarkt in Varde brauchten wir ca. 15 Minuten. Hier gab es dann auch gleich mehrere zur Auswahl. Wir entschieden uns natürlich erst einmal für den Falschen aber beim Lidl gab es dann zumindest die leckeren Lakritz-Schädel. Die leckeren Fische konnten wir leider nirgends entdecken.. Dafür wurden dann einfach andere Sorten ausprobiert. Das ist ja das schöne an diesen Selbstbefüll-Stationen… Man kann kleine Mengen kaufen und später entscheiden, wovon große Vorräte nachgekauft werden müssen :-). Allerdings gab es hier nirgends Softeis 🙁
Aus früheren Urlauben kannte ich 2 Eisdielen in Vejers Strand. 30 Minuten Fahrt für 30 Kilometer… egal, wir sind verrückt genug. Schnell noch checken, wie lange sie geöffnet haben und los geht`s :-D.
Bei Regen und Wind erreichten wir dann die Eisdiele. Uns störte es nicht und der Verkäufer war auch wenig überrascht :-D. Befremdlich war nur, dass er lieber Deutsch als Englisch mit uns sprach… Aber klar, hier ist ein deutscher Touristen-Hotspot… wobei dafür ganz schön wenig los ist. Wahrscheinlich kommen die heute erst alle an und richten sich gemütlich in den Ferienhäusern ein…

Das Eis war lecker und die Portion relativ groß. Eine passende Belohnung für unsere gemeisterte Fahrradtour. Während wir es in Juckel verspeisten, fuhren immer wieder Autos auf den Autostrand und nachdem ein anderes Wohnmobil an uns vorbeigefahren ist, wollten auch wir es riskieren.
Die ersten Meter auf Sand fuhren wir noch sehr bedacht, stellten aber schnell fest, dass der Sand wirklich super fest ist und es zumindest auf dem mittleren Teil keinerlei Probleme geben wird. Mit dieser Erkenntnis setzte gleich Entspannung und absoluter Fahrspaß ein. Am Ende des Autostrandes hielten wir dann an.

Juckel das erste Mal auf Sand… das muss fotografiert werden. Hui, ist das ungemütlich bei dem Wind und leichtem Regen… Und trotzdem war es irgendwie lustig, gegenanzukämpfen. Lange hielten wir es Draußen aber nicht aus und freuten uns, dass es in Juckel so schön warm ist.
Wir schauten, welche Möglichkeiten es bei Park4night gibt, entschieden uns dann aber wieder für den Platz am See und fuhren die 30 Kilometer wieder zurück. Angekommen, standen jetzt schon drei andere Wohnmobile hier und hatten uns den geradesten Platz weggeschnappt. Egal, Hauptsache wir finden überhaupt noch ein Plätzchen und so richtig schief, sind die ja alle nicht…
Wir ließen das Wasser erwärmen und freuten uns auf eine heiße Dusche ehe wir das Abendessen zubereiteten. Durch das Softeis waren wir nicht ganz so hungrig und es reichten ein paar Nudeln.
Den Abend ließen wir dann glücklich mit einem guten Buch ausklingen. Der erste Tag war auf jeden Fall schon sehr schön, so kann es gerne bleiben!