Nachdem es gestern Abend ziemlich spät oder eher früh heute Morgen ins Bett ging, ließen wir den Wecker aus und erwachten, als es in Juckel ungewöhnlich warm wurde. Beim Öffnen der Verdunkelungen wussten wir dann auch, wieso. Tatsächlich absoluter Sonnenschein. Herrlich!
Unser Schlafplatz war so herrlich, dass wir nach dem Frühstück erst einmal eine kleine Drohnenrunde einlegten und zumindest für ein Weilchen den Stuhl vor dem WoMo platzierten. So kann es bleiben!

Einen wirklichen Plan hatten wir eh nicht, denn eigentlich wollten wir gar nicht so weit in den Norden. André nutzte die Gelegenheit, den bisher ungenutzten Wechselrichter auszuprobieren und legte dazu eine kleine Bastelstunde ein. Scheint alles zu funktionieren! Aber Sicherheitshalber probieren wir es lieber beim Stillstand und nicht während der Fahrt aus. Hinten in der Garage können wir nämlich nicht so schnell reagieren, wenn etwas schief läuft und da er bisher nicht verbaut ist, könnte jede Bodenwelle für Probleme sorgen…
Anschließend fiel André ein, dass es irgendwo im Norden einen Elchpark gibt. Wir lieben Elche und könnten ja mal überlegen, dorthin zu fahren. Schnell wurde gegoogelt. Lille Vildmose heißt der Park. Allerdings liegt er auf der Ostseite und wir sind auf der Westseite. Laut Maps benötigen wir ca. 2 Stunden für die Fahrt… Mhh, irgendwie ist neuerdings alles immer 2 Stunden entfernt. Was solls… Elche sind es uns wert ;-).

Etwas wehmütig räumte ich meinen Sonnenplatz wieder zurück in Juckel und los ging’s. Als dann unterwegs auch noch der Regen begann, war meine Laune etwas gemischter.
Irgendwann kamen wir dann am Park an und hielten natürlich sofort die Augen auf. Es gibt mehrere Routen und etliche Aussichtstürme aber wir blieben komplett erfolglos.

Demnach steuerten wir das Besucherzentrum an. In strömendem Regen verließen wir Juckel und zweifelten ein wenig an unserer Entscheidung. Das kleine Besucherzentrum hat einiges an Ausstellung und natürlich jede Menge Souvenirs im Angebot. Beim Durchstöbern wurden wir auch gleich von einem Mitarbeiter angesprochen, dem wir unser Anliegen erläuterte. Schnell zückte er eine Karte hervor und markierte uns die Spots, wo die Elche in den letzten Tagen gesichtet wurden. Er ergänzte, dass die Chancen zur Dämmerung allerdings deutlich höher wären. Kein Problem, wir sind mit unserem Juckel ja sehr flexibel. Hierzu gab er auch gleich noch einen Campingplatz Tipp, denn im Nationalpark ist das Nächtigen selbstverständlich verboten.

Mit neuer Motivation steuerten wir genüsslich die eingezeichneten Spots an. Dieses Mal entdeckten wir zumindest einige Rehe. Bei einer kleinen Familie von 3 Tieren sind wir uns noch immer nicht sicher, ob es nicht ggf. Elche waren. Die Fotos mit dem großen Kameraobjektiv helfen bei der Bestimmung auch nicht so recht. Kopf- und Ohrform sprechen für Elche, aber Gangart und Farbe nicht so richtig…
Dennoch hatten wir ein wenig mehr erwartet und weil sich nun auch der Hunger meldete, fuhren wir einen Parkplatz an. Tiefenentspannt wurde Gemüse geschnippelt und Essen gekocht.
Während wir das leckere und frische Essen verspeisten, wurde uns wieder einmal deutlich, wie praktisch unser Juckel ist und wie sehr wir diese Flexibilität lieben.
Anschließend wurde auch gleich abgespült und schon dauerte es nicht mehr allzu lange bis zur Dämmerung. Demnach starteten wir einen weiteren Versuch. Ein wenig erinnerte es uns an Afrika, denn immer wenn mehrere Autos in eine Richtung fuhren oder gar stehen blieben, stieg die Spannung.
Jetzt entdeckten wir einige Rehe, teilweise sogar mit Geweih. Und inzwischen sind wir uns ziemlich sicher, dass die 3 Tiere von heute Vormittag doch eher Elche waren…

Etwas später erreichten wir nun einen eingezeichneten Spot. Wir parkten am Parkplatz und gingen noch einige Meter über einen teils ordentlich matschigen Weg. Bäm! André blieb stehen und flüsterte nur „Da,da da“. Hä? Tatsächlich! Da stand sie… Eine Elchkuh die ganz genüsslich fraß. Juhuu! Die Herzen schlugen höher und wir suchten uns ganz leise und vorsichtig einen Weg näher zu ihr. Ein wenig half sie uns sogar, denn sie kam aus der Deckung eines Baums hinaus. Allerdings bewegte sie sich zu langsam auf uns zu bzw. war die einbrechende Dunkelheit leider schneller. Bis sie relativ nah bei uns war, konnte man außer den Umrissen nicht mehr ganz so viel erkennen. Egal! Wir haben zumindest einen Elch gefunden :-).

Ehe es völlig dunkel wurde, versuchten wir zumindest vom matschigsten Weg zurück zu kommen und stiegen dann relativ fix in Juckel. Wir überlegten noch, aber weiter zu suchen machte durch das fehlende Licht nun überhaupt keinen Sinn mehr.
Demnach suchten wir uns fix einen Schlafplatz und wurden mal wieder bei Park4night fündig. Allerdings erwartete uns noch eine gute Dreiviertelstunde Fahrt. In den touristischen Bereichen ist es in Dänemark gar nicht so einfach, einen legalen Freistehplatz zu ergattern.

Während der Fahrt entdeckten wir noch den Aufgang des Vollmonds. Natürlich versuchten wir auch hier noch ein paar Fotos zu machen. Für Dunkelheit sollten wir wohl doch noch mal über anderes Equipment nachdenken ;-).
Irgendwann erreichten wir dann unseren Schlafplatz in Mariager. Ein großer Parkplatz hinter einer Sporthalle. Es standen nur noch vereinzelt PKWs auf dem Parkplatz und der Sport schien für heute beendet zu sein. Allerdings hatten noch ein paar Jugendliche mit ihren Mopeds Langeweile und fuhren in unregelmäßigen Abständen hinter unserem Juckel in den Wald. Hoffentlich wird es ihnen bald auch zu langweilig und kalt und sie verschwinden….
Immerhin kann man von hier einen tollen Sternenhimmel sehen. Wir planten noch ein wenig für die nächsten Tage, schauten nach dem Wetter und möglicher Polarlichter und fielen dann bald müde ins Bett… War ja doch irgendwie wieder ein aufregender Tag :-).