Auch heute hatten wir wieder eine ruhige Nacht. Diesbezüglich können wir uns diesen Urlaub keinesfalls beschweren!
Für heute hatten wir nun einen Besuch im Lego House geplant und die Tickets gestern bereits online gekauft. Obwohl wir uns in den letzten Tagen viel mit der Website auseinander gesetzt haben, wissen wir noch immer nicht so ganz, was uns erwartet. Genauso spannend ist die Frage nach einem geeigneten Parkplatz. Da das Lego House nämlich direkt in der Innenstadt liegt, gibt es entweder Kurzzeitparkplätze oder Parkhäuser, die für unsere Höhe natürlich nicht gemacht sind.
Auf Park4night entdeckten wir einen möglichen Platz und fuhren nach dem Frühstück gleich hin. Nach guten 30 Minuten kamen wir auf einem ziemlich leeren Platz an und befanden ihn für völlig in Ordnung. Nun müssen wir zwar ein gutes Viertelstündchen zum Eingang laufen, aber so stehen wir (hoffentlich) sicher und kostenfrei.
Bis zur Öffnung blieb noch etwas Zeit, sodass wir uns noch in Ruhe um den Abwasch kümmerten. Danach packten wir mal wieder unsere kleinen Taschen mit allerhand Proviant. Vor Ort gibt es zwar auch ein Restaurant und man muss seine Bestellung mit Legosteinen selbst bauen, aber ehrlicherweise ist uns das doch zu teuer…
Pünktlich um 10 Uhr erreichten wir den Eingang nach einem kleinen Fußmarsch. Je näher wir kamen, desto voller wurde es. Klar, heute ist das Wetter wieder einmal eine Mischung aus Regen und Wolken und für alle Osterurlauber ist es der einzige Tag, an dem das Lego House geöffnet ist.
Zielstrebig steuerten wir auf einen Check In Automaten zu und nachdem wir unsere Onlinetickets vorgehalten hatten, bekamen wir elektronische Armbänder ausgehändigt. Mit diesen kann man offenbar alle Bauergebnisse digital erfassen und sich innerhalb von 30 Tagen zu Hause herunterladen. Wir sind gespannt.
Bevor es aber so richtig los gehen kann, mussten wir unsere mitgeschleppten Sachen ins Schließfach räumen. Auch diese ließen sich bereits mit den Armbänder verschließen.
Ohne Jacke fühlte es sich gleich viel besser an, denn an Heizkosten wurde hier keinesfalls gespart.
Endlich konnten wir durch den Eingang gehen. Dort gab es auch gleich einen Laufzettel für ein Ostergewinnspiel. Überall waren farbige Lego Eier versteckt. Jedes gab einen Lösungsbuchstaben. Mit dem vollständigen Lösungswort konnte man sich eine kleine Lego-Schlüsselanhänger-Figur aussuchen. Mal schauen, ob wir alle finden…

Erst einmal waren wir aber überwältigt von den vielen großen Legobauten. Ob Dinosaurier oder ein Baum, der sich im Treppenhaus über alle Etagen zog und auf deren Blättern verschiedene Themen errichtet wurden. Wahnsinn! Und im Vergleich zum Legoland auch deutlich zeitgemäßer.
Außerdem gab es immer wieder Vitrinen, in denen Bauten von absoluten Legoverrückten aus aller Welt ausgestellt waren. Hier konnten wir uns dann auch gleich fotografieren lassen. Das Foto wurde dann so bearbeitet, dass es aussah, als wäre es aus Legosteinen entstanden. Sehr cool!
Was uns aber viel mehr reizte, waren die riesengroßen Behälter, in denen alle möglichen Steine auf ein neues Zusammenbauen warteten. Wir suchten uns eine freie Ecke und entschieden, einen Papageientaucher zu bauen. Ein paar bestimmte Steine fehlten und so mussten wir recht lange in den Steinen kramen, aber dank des Konstrukteurs haben wir einen absolut ansehnlichen Papageientaucher zustande bekommen. Uns gefällt er sogar so gut, dass wir ihn direkt weiter oben auf einem Schrank deponierten. Im Laufe des Tages besuchten wir ihn immer wieder und am liebsten hätten wir ihn mitgenommen…

Nach einer kleinen Trinkpause an den Schließfächern (also Treppe runter und dann wieder hinauf), kamen wir zum blauen Bereich. Hier warteten auf einer animierten Spielfläche Lego-Roboter. Durch unsere Handhabung mussten sie Wasser aus Teichen aufnehmen und Blumen pflanzen, damit die Bienen sich niederlassen und Honig produzieren. Nachdem wir den Dreh raus hatten, klappte es super und wir produzierten in unserer Spielzeit deutlich mehr, als die anderen Teams. Glücklicherweise hatten wir uns hier recht zeitig angestellt, denn inzwischen war die Warteschlange ziemlich lang geworden. Fairerweise achten die Mitarbeiter aber darauf, dass zusammengehörende Familien dann auch gemeinsam an einem Gerät spielen und sich die Wartezeit durch Einzelspieler nicht unnötig verlängert.
Als nächstes ging es auf die Autorennbahn. Zunächst mussten wir uns Autos bauen, die wir dann auf zwei verschiedenen Teststrecken ausprobieren konnten. Während ich mein Auto recht fix zusammengebaut hatte, dauerte es bei André deutlich länger. Klar, Autos bauen ist ja auch sein Spezialgebiet. Beim Testen stellte sich dann aber schnell raus, dass seine Bauweise auch nicht wirklich langlebieger ist. Nur beim Bergabrennen hatte er deutlich mehr Chancen als ich :-D.

Allmählich merkten wir, dass die Wärme und die ewige Lautstärke durch die viele Personen und das Kramen in Legokisten ziemlich anstrengend ist. Daher entschieden wir uns im Restaurantbereich für eine kleine Mittagspause niederzulassen. Hier war es überhaupt kein Problem, Selbstmitgebrachtes zu essen, denn der Bereich war unterteilt. Während des Essens konnten wir beobachten, wie das Essen mit Lego bestellt wird. Viel unspektakulärer als es sich anhört: Jedes Gericht hat eine bestimmte Steinfolge, die nachgebaut werden muss. Also nichts mit, meine Bratwurst muss wie eine Bratwurst aussehen und zu meinen gelben Pommes muss ich einen weißen Fleck Mayo bauen :-D. Da auf den Tischen auch stylische Legoblumen standen, wollten wir die Station als nächstes angehen.
Auf dem Weg zum grünen Bereich gab es dann wieder richtig tolle und große Landschaftsbauten. Ob es sich lohnen würde, sich als Legobauer zu bewerben? Wahrscheinlich nicht :-D. Hier gab es sogar Sitzhocker an den Baubereichen, was sehr angenehm war. Dennoch hat uns das Bauen der Blumen nicht wirklich überzeugt, sodass wir bereits nach kurzer Zeit abgebrochen haben und weitergezogen sind.

Im gelben Bereich wurde es animierter und dadurch natürlich lauter. Man nimmt sich eine kleine quadratische Platte und baut eine Figur. Dieses Mal entschied ich mich für einen Elch während André seinem Papageientaucher treu blieb. Sobald man fertig gebaut war, ging man zu einem Monitor und legte die Platte dort ab. Es dauerte einen Moment und schon tanzte die Figur animiert auf einer recht großen Leinwand. Sehr sehr cool!
Eine ähnliche Station folgte dann später noch mit Fischen im Aquarium. Hier stellte ich mich allerdings irgendwie ein wenig dösig an, denn mein Fisch brach immer wieder auseinander. Auch Andrés Hilfe brachte nicht ganz so viel. Immerhin schafften wir es gemeinsam, dass mein Fisch den einmaligen Weg zum Monitor schaffte, ehe er wieder gänzlich auseinander brach. Egal, Hauptsache er schwimmt mit den anderen fröhlich im Aquarium :-).

Insgesamt merkten wir aber allmählich, dass die Konzentration nachließ. Wir haben viel zu wenig getrunken und entwickelten inzwischen leichte Kopfschmerzen. Also gingen wir noch einmal vor die Tür und füllten unseren Wasserhaushalt ein wenig auf. Auf der anderen Straßenseite gab es noch einen kleinen Krimskrams-Shop und ein kleines Eiscafe mit Softeis, das wir im Anschluss gerne noch besuchen wollen.
Nachdem die frische Luft richtig gut getan hat, ging es in die Filmwerkstatt. Hier mussten wir leider ein ganzes Weilchen anstehen und konnten uns daher die Szene, auf der wir unseren Film drehen, nicht aussuchen.
Glücklicherweise erwischten wir aber einen Bereich, zu dem uns ein wenig einfiel und so nutzten wir die 20 Minuten für eine kleine lustige Sequenz. Auch dieser Film wurde automatisch auf unserem Armband gespeichert und lässt sich zu Hause problemlos speichern und immer wieder ansehen.
Damit hatten wir nun alle Bereiche besucht. Alle? Nicht ganz, denn im Erdgeschoss konnte man noch bei der Produktion von Legosteinen zu sehen. Als Dankeschön kann sich dann auch jeder eine kleine Tüte mit insgesamt 6 Legosteinen, die gerade produziert wurden, mit nach Hause nehmen.
Bei dieser Gelegenheit sammelten wir auch gleich unseren Gewinn aus dem Osterspiel ein. Leider gab es um diese Uhrzeit nicht mehr ganz so viel Auswahl, sodass wir uns beide für grüne Krokodile entschieden.
Zuletzt ging es noch ins Untergeschoß. Dort befindet sich ein kleines Museum, in dem die Legogeschichte dokumentiert wurde. Absolut spannend, leider aber alles auf Englisch! Hier hing dann auch die Holzente, die wir im Legoland als Limited Edition hätten kaufen können. Die Legogründer haben nämlich ursprünglich mit Holzspielzeug angefangen. Mit dem Hintergrund Wissen wurde die Ente etwas attraktiver, wir blieben aber auch hier im Lego Shop standhaft.
Im Mittelteil des Untergeschosses gibt es noch ein Archiv. Hier lassen sich digital alle bisher erschienenen Legosätze einsehen. Ich sag euch, da kamen Erinnerungen hoch! Meine Legosachen sind alle noch feinsäuberlich auf dem Dachboden gelagert :-).
Nun wurde es für uns aber Zeit zu gehen. Das viele Stehen und die Geräuschkulisse haben uns extrem müde gemacht. Zur Belohnung wollten wir uns für den Rückweg noch ein leckeres Softeis holen. Verdammt! Zu spät! Der Laden hatte schon geschlossen :-(. In der Nähe gab es auch keine Alternative und so ging es mit leeren Händen aber reich an tollen Erfahrungen zurück zu Juckel. Einen Besuch können wir uneingeschränkt weiterempfehlen und würden ihn dem Besuch des Legolands sogar vorziehen!
Juckel stand auch noch ganz brav und vollständig auf seinem Parkplatz, der sich tatsächlich etwas mehr gefüllt hatte. Nach einer kurzen Pause hatten wir eine andere Softeisquelle ausfindig gemacht, die wir dann natürlich gleich ansteuerten :-). „Roberts isbar“ in Vejle. Extrem lecker! Leider ist das aber vermutlich unser letztes Softeis in diesem Urlaub.

Nach der Stärkung ging es uns auch gleich viel besser und so konnten wir in Ruhe einen Schlafplatz aussuchen. Da es allmählich gen Heimat geht, schauten wir vor allem in südlicher Richtung. In Haderslev, ca. 1 Stunde entfernt, wurden wir fündig. Ein einfacher Parkplatz direkt an einem tollen Wildgehege.
Nachdem wir in der letzten Zeit kaum andere Camper getroffen hatten, waren wir ganz überrascht, als der Platz schon ziemlich voll war. Einer der wenigen freien Plätze war leider ziemlich schief. Eine wirkliche Alternative entdeckten wir nicht und da der Tag schon ziemlich anstrengend war, wollten wir auch nicht noch ewig weitersuchen. Augen zu und durch.
Und da wir richtig richtig hungrig waren, wurde hier noch fix der Grill angeworfen. Gestört hat es keinen! Dazu gab es Semmelknödel und Rotkohl. Mhh :-).
Den Abend waren wir dann leider noch ein Weilchen mit Abwaschen beschäftigt, sodass wir es vor dem Dunkelwerden nicht mehr in das Wildgehege geschafft haben. Hier soll es sogar einen weißen Hirsch geben. Vielleicht passt das Wetter ja morgen früh, mal überraschen lassen…