Nach einer ruhigen Nacht ohne Regen wurden wir bereits vor dem Wecker wach, weil die Spätankömmlinge schon wieder abreisten. So früh wollten wir dann doch nicht starten, obwohl auch wir noch einiges an Strecke vor uns haben…
Erst einmal galt es allerdings in Ruhe zu frühstücken. Dabei checkten wir schon einmal, wie lange wir noch zum ersten Earthcache an der Geislochhöhle fahren. Nur 7 Minuten? Wie geil ist das denn bitte! Da hatte ich ja den perfekten Schlafplatz auserkoren. Nachdem wir dann in gefrühstückt und alles wieder verräumt hatten, ging es bei herrlichem Wetter zu den Parkkoordinaten.
Hier standen wir nun auf einer recht frisch gemähten Wiese deutlich näher an einer befahrenen Landstraße. So ruhig wie bei uns wäre hier die Nacht sicher nicht geworden, also alles richtig entschieden!
Wir schlüpften in unsere Wandersachen, statteten uns mit Wanderstöcken, Fahrradhelmen, Taschenlampen und Handschuhen aus und machten uns auf den ca. 1 Kilometer langen Weg leicht bergauf durch den Wald zur Höhle.
Die letzten Meter ging es dann noch einmal steil bergauf, aber hier hatte es scheinbar nicht ganz so doll geregnet, sodass es kein Problem war, den Eingang der Höhle zu erreichen. Dort angekommen sondierten wir erst einmal die Lage. Laut Beschreibung sollen gerade die ersten Meter in die Höhle hinein ziemlich rutschig und abenteuerlich sein. Wir hatten zwar den Eindruck, dass es kein Problem wird, aber viel weiter in die Höhle konnten wir nicht schauen. Da mit Wanderern nicht zu rechnen war, setzten wir lieber noch einmal eine Info, wo wir uns gerade befinden, an einen befreundeten Cacher. Er bekam den Auftrag, die Bergwacht zu rufen, falls wir uns innerhalb der nächsten 4 Stunden nicht melden. Sicherheit geht schließlich vor!
Danach ging es dann auch schon los. Zugegeben, die ersten Meter waren wirklich nicht nett zu meistern, aber es war keinesfalls so gefährlich wie angenommen und nachdem wir den richtigen Eingang erreicht hatten, war es nicht mehr steil und deutlich weniger rutschig.

Wir schalteten die Taschenlampen ein und staunten nicht schlecht. Eine sehr große Fläche mit Stalaktiten wurde sichtbar. Zudem gab es einen recht großen Höhlensee. Unglaublich, was die Natur erschaffen hat. Während wir uns den Fragen des Earthcaches widmeten flog eine Fledermaus immer wieder um uns herum. Scheinbar haben wir sie aufgeweckt. Tschuldigung! Um Fledermäuse nicht zu stören, dürfen solche Höhlen in Deutschland vom 1.Oktober bis zum 1.April nicht besucht werden.

Wir schauten uns die verschiedenen Räume an, studierten die Sinterbecken und nachdem wir mit allen Aufgaben fertig waren, krabbelten wir wieder hinauf. Zurück am Tageslicht waren wir überrascht, dass wir deutlich sauberer geblieben sind, als geplant. Perfekt, denn eigentlich graute es mir davor, bereits am ersten Urlaubstag einmal eine komplette Lage siffiger Klamotten im WoMo zu trocknen. Wir gaben natürlich auch unserem Freund Bescheid, dass alles gut gegangen ist und sendeten die Antworten ausnahmsweise mal direkt an den Cacheowner. Wahrscheinlich, weil es hier einfach eine sehr schöne Sitzgelegenheit gab und wir den kleinen Adrenalinkick noch verarbeiten mussten.
Danach ging es dann auf dem gleichen Weg wieder zurück zu Juckel. Im herrlichen Sonnenschein zogen wir uns wieder um und gaben unser nächstes Ziel ins Navi: Der Wörthersee in Österreich. Noch einmal eine Strecke von über 500 Kilometern. Gut, dass wir uns heute schon mal ein wenig bewegt haben, da ist das lange Sitzen nicht mehr ganz so schlimm…
Die Stunden vergingen und irgendwie kamen wir nicht so fix voran, wie gedacht. Noch bevor wir die Grenze zu Österreich erreichten, verspürten wir einen recht großen Hunger und entschieden, in Anbetracht der Zeit, nicht selbst zu kochen, sondern das goldene M zu besuchen. Bei solchen Strecken darf man auch mal sündigen ;-).
Nachdem die Autohöfe alle brechend voll waren und wir mit unserem 7 Meter langen Gefährt wenig Chancen auf einen Parkplatz hatten, wählten wir einen MC Donalds etwas abseits am Chiemsee aus. Hier waren die Straßen zwar auch voll, aber auf dem Parkplatz war genug Platz für uns und auch im Laden war es recht leer und das Essen wurde frisch und heiß serviert. Juhuu.
Anschließend tankten wir den fleißigen Juckel noch einmal voll. Doof, denn in Österreich war der Diesel deutlich günstiger… Kurz danach überquerten wir dann ziemlich unspektakulär die Grenze. Die Gegenrichtung wurde heute scheinbar von den Deutschen kontrolliert. Das haben wir bisher sehr selten erlebt!
Auch durch Österreich mussten wir noch ein ganzes Ende fahren. Es zog sich und zog sich… Durch viele Baustellen durften wir nur 80 Fahren und vor der Tunnelbaustelle standen wir sogar noch ein wenig im Stau. Als wir den Teil geschafft hatten, machten wir noch einmal eine kurze Rast. Witzigerweise auf einem ausgewiesenen und kostenfreiem Wohnmobilstellplatz direkt auf dem Autobahnparkplatz. Hier konnten wir zumindest schon einmal pro Forma die Toilette entsorgen. Übernachten wollten wir hier aber noch nicht. Ein bisschen Strecke sollte noch erledigt werden. Die Autobahn bekam mehr und mehr Kurven und Berge und wir hatten keine Lust mehr. So wurde Park4night studiert. In Österreich ist das Freistehen absolut verboten und kann beim Erwischen ziemlich teuer werden. Wir wollten uns die Lage erst einmal ansehen und uns vorsichtig herantasten. Campingplätze wären für uns nämlich die Höchststrafe…
Wir entdeckten einen „Parkplatz mit Wohnmobilplatz ohne Dienstleistungen“ nördlich des Wörthersees in den Bergen von Falkert. Laut Beschreibung muss man sich auf einer engen Straße ca. 7 Kilometer den Berg hochwürgen, hätte dann aber relativ viel Platz. Allerdings wäre der Platz relativ uneben und selbst mit Auffahrkeilen wäre es schwer auszugleichen. Trifft sich gut, denn wir haben nicht einmal welche :-D.
Nachdem wir dann von der Autobahn abgefahren sind, wurde es immer schlimmer. Die Straßen immer kleiner, regelmäßige Dorfdurchfahrten mit 30-50 Km/h und gefühlt niemanden unterwegs. Sind wir so sehr in der Einöde? Eigentlich ist hier ein großes Skigebiet, aber außerhalb der Saison zieht es wohl weniger Urlauber her… Zuletzt quälten wir uns noch die 7 Kilometer den Hang hinauf.

Endlich angekommen mussten wir leider feststellen, dass es zwar mehrere große Parkplätze gibt, aber die Ausweisung als Stellplatz nicht mehr vorhanden ist. Mhh, was nun? Wir machten einen Spaziergang den Berg hinauf, aber auch auf den anderen Plätzen war Nichts zu sehen. Hinzukam, dass wir wirklich sehr schräg parken mussten. Aber eine gerade Alternative bot sich hier oben nirgends… Da nur wenige Touristen hier in kleinen Gästehäusern eingekehrt sind, entschieden wir uns, dennoch zu bleiben. Mit einem tollen Blick auf das grüne Skigebiet und herrlicher Ruhe lässt es sich doch super schlafen ;-).

Wir dehnten den Spaziergang noch einmal aus und erreichten sogar noch kleine Schneefelder-Reste. Ok, wir waren immerhin auch auf 1600 Metern Höhe und sofort, als die Sonne hinter dem Berg verschwand, wurde es auch eisig kalt. Ups! Dafür entdeckten wir auch noch den glasklaren und idyllisch gelegenen Falkertsee… Genau so haben wir uns Österreich vorgestellt.

Auch wenn wir wirklich extrem schief stehen… wir bleiben! Und so machten wir es uns nach einer warmen Dusche in Juckel gemütlich. Zu späterer Stunde schauten wir uns noch den extremen Sternenhimmel an. Hach, jetzt ein paar Polarlichter… die wären bestimmt gut auszumachen… Schade! Auch die Milchstraße lässt sich von hier nicht fotografieren, denn dafür ist der Mond zu hell und genau mitten in deren Position, wenn sie bei uns vorbei läuft… Menno… Aber so wurde es dann wieder deutlich später als geplant und wir schliefen auf der Stelle ein.