Auch heute Nacht blieben wir vom Regen verschont und unser Thermovorhang an der Hecktür hielt die Kälte gut ab. Nur die Schräglage setzte meinem Rücken mächtig zu. So ganz zufrieden bin ich mit der neuen weichen Matratze auch noch nicht, aber ein paar Sonnenstrahlen ließen das alles schnell vergessen.
Wir frühstückten, räumten wieder alles weg und starteten dann auch zügig, denn bis zu unserem ersten Hauptziel, dem Wörthersee, waren es immer noch 46 Kilometer und damit ne gute Stunde zu fahren.
Als Ziel hatten wir uns einen privaten Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe von Velden rausgesucht, von dem wir dann eine Radrunde um den See starten wollen.
Die Autobahn war erneut gut gefüllt, aber wir blieben zum Glück von Staus verschont. Die letzten Kilometer fuhren wir dann schon um den See herum und konnten erste Eindrücke sammeln. Mhh, irgendwie führt der Radweg aber recht weit vom See weg. Als es dann noch mitten durch die volle Einkaufsstraße von Velden ging, bekam ich schon dezent eine Krise.
Immerhin war auf dem Stellplatz noch viel Platz und wir suchten uns einen halbwegs ebenen Platz möglichst weit weg von der recht stark befahrenen Straße. Als wir dann zum Infobrett gingen, um die Stellplatzordnung zu lesen und uns die Ver- und Entsorgungsstation anzusehen, mussten wir leider feststellen, dass direkt nebenan eine Baustelle ist. Die Betreiber gaben Oropax aus, da der Kran scheinbar jeden Morgen um 7 Uhr den Betrieb aufnimmt. Na super, wo doch morgen Montag ist…

Naja, immerhin ist die Ausgangslage gut und nachdem wir entsorgt hatten, wurden auch gleich die Räder gesattelt. Über einen kleinen steilen Fußweg erreichten wir die Uferpromenade von Velden. Durch den Sonnenschein war hier einiges los. Kein Wunder, zeigte sich der See doch so von seiner besten Seite. Spiegelglatt und leicht türkis.

Wir machten die ersten Fotos und fuhren von Cache zu Cache. Leider ist die Runde nicht mehr im Besten Zustand und so konnten einige Dosen nicht gefunden werden oder waren nasse Matschklumpen. Als wir dann am ersten geöffneten Supermarkt vorbei fuhren, verspürten wir schon ein Hüngerchen und landeten kurz darauf im nächsten Hofer… Es ist ja nicht so, dass wir nicht genug Vorräte in Juckel hätten… aber die hätte man auch mitnehmen müssen. Immerhin entdeckten wir auch ein paar uns unbekannte Leckereien, die natürlich probiert werden wollten… Nur die Milky Way Crispy Rolls, auf die ich mich seit Polen freue, waren nirgends zu finden. Menno
Als nächstes steuerten wir neben den Geocaches noch die Touristeninfo in Pörtschach an. Hier kauften wir uns für die kommende Woche jeweils die Kärnten Card. Mit gerade einmal 57 Euro pro Person gibt es zig kostenfreie Eintritte oder Vergünstigungen… Wir spielten es bei der Planung im Vorfeld kurz durch und waren uns sicher, so definitiv günstiger wegzukommen.

Irgendwann entdeckten wir auf der anderen Uferseite den Aussichtturm Pyramidenkogel, den wir auf jeden Fall auch besuchen wollten und es entstand die Idee, diesen heute gleich mit zu besuchen. Der Umweg scheint nicht allzu groß zu sein und wir haben ja die E-Bikes, das sollte zu schaffen sein…
In Klagenfurt machten wir noch ein Eis-Päuschen. Uff, pro Kugel Eis 2,20€… Egal, wir haben Urlaub… Blöd nur, wenn man sich dann auf Kinderschokolade freut und die Kugel mehr aus Karamell, als aus Schokolade besteht und man Karamell überhaupt nicht mag…
Auf der anderen Uferseite führte uns der Radweg dann über deutlich mehr Hügel und die Ausblicke auf den See wurden immer seltener. Umso mehr freuten wir uns, als wir den Abstecher zum Aussichtsturm starteten. Hui, hier ging es aber auf einmal knackig bergauf. Teilweise hatte der Motor mit den Steigungen auch in der höchsten Stufe mächtig zu kämpfen. Für André wurde es noch bitterer, denn sein Motor hatte immer wieder Aussetzer. Da half nur Absteigen, Akku ausbauen, wieder einbauen und weiter… Bei den Steigungen hätte ich definitiv nicht wieder anfahren können… Chapeau an die Radfahrer, die ohne Motor hochgefahren sind.
Nach 7 Kilometern bergauf standen wir endlich vor dem imposant aussehenden Pyramidenkogel. Wir schlossen die Räder an, machten noch ein kurzes Päuschen und spürten die ersten Regentropfen. Na super. Also zogen wir gleich die Regenjacken über, was alleine für den Wind dort oben eine gute Wahl war.

An der Kasse gab es dann gleich die nächste Ernüchterung… Der kostenfreie Lift hinauf ist defekt und muss erst repariert werden. Klasse! Aber jetzt haben wir uns bis hierher gequält, dann schaffen wir die 441 Stufen hinauf auch noch. Ich liebe es, wenn man beim Treppensteigen bis ganz hinunter gucken kann :-D. Dennoch gewann meine Neugier gegen die Höhenangst und ich wurde mit tollen Ausblicken über den Wörthersee bis in die Berge belohnt. Ok, wenn der Himmel weniger bewölkt wäre, wäre es noch grandioser aber immerhin haben wir keinen großen Regen erwischt.
Nach zig Fotos ging es dann die Stufen wieder hinab. Zur Belohnung wurde der Regen nun mehr und wir nutzten die Gelegenheit für ein Päuschen unter dem letzten Sonnenschirm einer Fressbude. So kamen wir auch mit einem anderen Radfahrer ins Gespräch, der ohne Motor hochgefahren ist. Unglaublich!
Zum Glück ließ der Regen schnell wieder nach und so konnten wir die 7 Kilometer wieder sehr entspannt den Berg hinab fahren. Zurück am See ging es dann aber hügelig weiter und die Beine schmerzten immer mehr.

Wir machten noch eine zusätzliche Pause bei der Kirche Maria Wörth und setzten uns anschließend noch einmal direkt an den See. Herrlich. Wie schön muss es hier bitte im Sommer bei richtig warmen Wetter sein?
Nun aber genug ausgeruht, der Hunger macht sich mehr und mehr breit, es ist schon ziemlich spät und wir haben noch ein ganzes Ende vor uns… Das Sitzen auf dem Sattel fiel auch immer schwerer.
Schlussendlich haben wir mit fast 60 Kilometern auf dem Tacho unseren Juckel auf seinem Stellplatz erreicht. Wie zu erwarten, hatten sich weitere Fahrzeuge eingefunden. Einer musste natürlich auch direkt neben uns parken. Wie ich Kuschelparker hasse! Da wir noch Wasser auffüllen mussten, nutzten wir die Gelegenheit, einen Platz weiter weg zuparken. Hihi.
André machte noch schnell einen Abstecher zu Spar und kaufte frisches Hackfleisch und Erdbeeren. Heute Abend gab es Spaghetti. Was war ich froh, als sie endlich fertig waren und mein Magen wieder gefüllt wurde. Das war heute wirklich anstrengend!
Nachdem wir dann auch noch geduscht haben, steuerte ein Luxusliner auf den Platz. Gerade eingeparkt, wurden überall die Verbreitungen ausgefahren und der Mini aus der Heckgarage ausgeparkt. Allerdings scheint dem Auto eine Toilette zu fehlen, denn sowohl der Mann, wie auch die zugehörigen Kinder pinkelten reihenweise ins Gebüsch. Vielen Dank auch.
Als die Familie dann endlich mit dem Kleinwagen vom Hofe fuhr, kehrte Ruhe ein und wir chillten endlich mit einem spannenden Buch. Es war schon nach 22 Uhr als die Familie zurück kam und alles wieder verstaute. Nachtruhe wird scheinbar überbewertet… Immerhin fuhren sie (nachdem sie erneut alle ins Gebüsch gepinkelt hatten) wieder mit dem Luxusteil vom Hof…
Für uns die Gelegenheit, ins Bett zu gehen… Schließlich kräht der Hahn, äh der Kran ja morgen früh um 7…