Schon bevor der Hahn äh der Kran um 7 Uhr krähte, wachten wir auf. Es war strahlend blauer Himmel und die Sonne schien ordentlich auf unseren Juckel und wärmte ihn mächtig auf. Als dann auch noch um Punkt 7 der Krahn mit weiterem Baustellenlärm startete, war an Schlaf nicht mehr zu denken. Für die nächste Nacht hatten wir uns einen Platz auf einem Weingut durch Landvergnügen gesichert. Zwar etwas außerhalb, aber ziemlich sicher sehr ruhig. Bisher haben wir Landvergnügen erst 2 mal ausprobiert. Einmal waren wir absolut begeistert, ein zweites Mal war uns der Kaufzwang etwas zu deutlich gezeigt worden. Aber die einjährige Mitgliedschaft hatten wir vorab noch fix auf „digital“ umstellen lassen, denn in diesem Jahr sind erstmals ca. 500 österreichische Höfe inbegriffen.
Wir frühstückten gemütlich und nutzten noch die Chance, Abwasser und Toilette zu leeren ehe der Sonnenschein genutzt werden sollte. Laut Wetterbericht solle es nämlich ab Mittags immer mehr zuziehen und spätestens am Nachmittag sogar regnen.
Für einen Geocache hatten wir extra das fast 30 Jahre alte Paddelboot aus dem Keller geholt und mitgeschleppt und das Wetter bot sich einfach perfekt für diesen an.
Leider zog sich die Fahrt der knappen 35 Kilometer wieder einmal, weil es erneut über Landstraßen ging und wir immer wieder durch Orte fuhren, in denen wir maximal 50km/h fahren durften. Außerdem legte André noch einen außerplanmäßigen Toilettenstop bei MC Donalds ein. Als uns Google Maps dann auch noch eine tolle Abkürzung durch noch kleinere Straßen vorgab, war meine Geduld fast aufgebraucht :-D. Ich wollte schließlich unbedingt bei Sonnenschein paddeln. Die letzten Kilometer waren die Ortsnamen schon alle auf österreichisch und slowenisch und wir realisierten erst viel später, dass es gerade einmal 10 Kilometer zur Grenze gewesen wären. Ob es dort wohl meine Crispy Rolls gegeben hätte? Der Gedanke kam uns erst Tage später, als es sowieso schon lange zu spät war.
Immerhin klappte das Ansteuern der vorgeschlagenen Parkkoordinaten und der Parkplatz war groß genug, um Juckel zu parken und das Boot in Ruhe aufzupusten. Zum Glück funktionierte die elektrische Pumpe mit dem Zigarettenanzünder, was uns viel Zeit ersparte.

Wir schlüpften noch schnell in die Badesachen, zogen zur Sicherheit Schwimmwesten über und schon stachen wir in See. Puh, wie lange bin ich eigentlich nicht mehr gepaddelt? Jedenfalls war die Technik noch bekannt und es ging in langsamen Zügen zur ersten Brückendurchfahrt. Zum Glück war es relativ windstill und auch die Strömung war nicht allzu stark. Dennoch meldeten sich schon sehr bald meine viel zu selten genutzten Oberarmmuskeln. Memo an mich, mehr Training! André übernahm das Ruder. Allerdings war die Anzahl seiner bisherigen Paddelausflüge bisher sehr gering, was es nicht unbedingt schneller machte :-D. Immer im Wechsel kämpften wir uns vorwärts und konnten schon bald die erste Frage beantworten. So ganz sicher war ich mir aber nicht, ob das Gefundene auch wirklich das Richtige ist und André wollte im Handy mal nachsehen. Blöd nur, dass er den Cache nicht noch einmal aktualisiert hatte und er auf biegen und brechen keinen Empfang bekam. Mein Handy lag natürlich schön im Juckel. Wir mussten also auf meine Erinnerung vertrauen während wir uns immer weiter flussaufwärts zum nächsten Wegpunkt kämpften: An der linken Uferseite soll ein gelbes Schild mit einer 7 stehen. Die 9 und die 8 hatten wir schon passiert, aber es zeigte sich einfach keine 7. Wir waren schon ziemlich weit als wir eine 7 auf der rechten Uferseite entdeckten. Bisher waren die Zahlen eigentlich immer auf der gleichen Höhe, aber wir paddelten mal lieber noch ein wenig weiter. Die Verunsicherung wurde immer größer und irgendwann entschieden wir (auch weil die Kraft immer weniger wurde), zurück zu paddeln. Dieses Mal allerdings deutlich näher am Ufer und hinter ganz viel Grünzeug konnten wir dann irgendwann gerade noch das gelbe Schild entdecken. Au man, wir waren bestimmt 300 Meter pro Richtung umsonst gepaddelt. Immerhin ist es schön sonnig und warm und der Ausblick auf die Berge herrlich. Wir dokumentierten das Schild per Foto und paddelten zurück zu den beiden Brücken. Auch das hat noch mal ganz schön lange gedauert. Nun noch einmal quer über den Fluss zurück zur Einlassstelle. Inzwischen bemerkten wir auch, dass unser Boot scheinbar ein kleines Loch hat, denn das Außenfach war nicht mehr ganz so prall gefüllt. Gut also, dass wir trocken zurück an Land gehen konnten. Zu Hause müssen wir das Loch dann wohl mal suchen…

Wir ließen es noch etwas in der Sonne trocknen ehe wir die Luft wieder herausließen. Puh, ohne die Kühlung von unten brennt die Sonne heute ganz schön. Egal, weiter machen. Wir haben heute schließlich noch einiges vor!
Nachdem dann alles wieder ordnungsgemäß verstaut und wir umgezogen waren, steuerten wir den Parkplatz der Tscheppa-Schlucht an. Der untere Parkplatz war zwar gut gefüllt, aber schon auf der zweiten Ebene war es kein Problem, den langen Juckel schattig zu parken. Dieses Mal hüpften wir nun in unsere Wandersachen und machten uns nach einer kleinen Stärkung auf zum Besucherzentrum.
Wir bekamen dort lediglich eine kleine Einweisung, wie es zum Kassenhaus ging und schon wanderten wir los. Bereits das erste Wegstück war steil und geröllig, was das Laufen ein wenig erschwerte.
Nach etwa einem Kilometer erreichten wir nun das Kassenhaus. Mit unserer Kärntencard und dem Personalausweis erhielten wir freien Eintritt und durften fix durchmarschieren.

Es dauerte nicht mehr lange und der Weg wurde schmaler und schmaler. Immer am Fluss entlang ging es schon bald diverse Stufen hinauf. Uff, ganz schön anstrengend. Bis zur Schlucht selbst haben wir locker 30 Minuten gebraucht, aber auch hier hat sich der Weg immer am reißenden Fluss entlang, schon gelohnt.
Die letzten Meter in die Schlucht ging es dann noch einmal über sehr steile und enge Stufen und spätestens jetzt war klar, weshalb der Busrücktransport im Ticketpreis inbegriffen ist. Wenn hier viel los ist und sich Wanderer entgegen kommen würden, gäbe es massive Probleme. Mit uns waren heute eh nicht so viele Wanderer unterwegs sodass es sich herrlich verteilte.

Der Blick in die Schlucht ist schon unglaublich. Riesen Wassermengen schießen in die Badewannenbecken hinab, ehe sie dort durch die ausgespülten Steinwände den weiteren Weg im Fluss nehmen.
Kurz hinter der Schlucht gibt es dann zwei verschiedene Wege. Wir entschieden uns für den zum Gasthof Deutscher Peter, denn so kamen wir auch am Tschauko-Wasserfall vorbei. Ein Abstecher, der sich absolut lohnt! Natürlich mussten wir die Höhenmeter des Wasserfalls dann auch noch über eine steile Wendeltreppe überwinden. Wie ich es liebe. Immer wieder gibt es toll installierte Aussichtsplattformen und der Weg führt sogar über die wackelige Todesbrücke. Sehr cool!

Vom Wasserfall aus dauert es noch einmal ca. 15 Minuten, bis man über weitere Höhenmeter den Gasthof erreicht. Die Wartezeit auf den Bus, der einmal pro Stunde fährt, lässt sich hier bei leckerem Essen, Bio-Eis, kalten Getränken und einem kleinen Streichelzoo mit Lamas gut aushalten.
Wir hatten eine relativ lange Wartezeit von 40 Minuten und bis der Bus dann endlich da war, füllte sich der Vorplatz immer weiter. Ob wir wohl alle in den Bus passen? Der Bus kam, die Menschen drängten sich hinein und obwohl wir die Ruhe weg hatten, ergatterten wir tatsächlich noch die letzten 2 Sitzplätze. Im Nachhinein zum Glück, denn der Bus war tatsächlich gut gefüllt und es ging ca. 10 Minuten über enge und steile Serpentinstraßen zurück zum Parkplatz.
Dort bildete sich gleich eine lange Schlange am Parkscheinautomat. Wir hatten eher durch Zufall einen Hinweis auf Onlinezahlung gesehen und diese Möglichkeit tiefenentspannt genutzt. Wir aßen noch eine Kleinigkeit, denn die Wanderung war überraschend anstrengend. Wir hatten uns zwar einen ausliegenden Flyer genauer angesehen und die einzuplanenden Laufzeiten gesehen, aber mit solchen Steigungen und Kraxeleien hatten wir dann doch nicht gerechnet…
Obwohl wir nun wirklich schon k.o. waren, hatten wir noch einen weiteren Programmpunkt für heute auf der To-Do… Einfach, um die doch recht langen Fahrtzeiten halbwegs sinnvoll zu planen und ewiges Hin- und Herfahren zu vermeiden.
Als letzter Tagespunkt sollte es eigentlich noch mit dem Tretboot auf den Presseger See gehen, aber während der etwas über einstündigen Fahrt zogen immer mehr dichte Regenwolken auf und als wir die Zufahrtsstraße erreichten, kamen uns schon zig Besucher des Strandbads entgegen. Hoffentlich wurde das Bad nicht wegen Gewittergefahr gesperrt.
Endlich am Parkplatz angekommen zeigte sich schon gähnende Leere. Aber immerhin waren die Tore geöffnet und auf dem Wasser war eine Segelschule aktiv. Nur die Kasse war leider nicht mehr besetzt und genau dort hätten wir auch das Tretboot mieten sollen. Wir warteten einen Augenblick und entschieden dann, weil keiner kam, direkt zu dem Haus mit den Tretbooten zu gehen. Aber auch dort interessierte sich keiner mehr für uns und so entschieden wir kurzerhand, die maximal 50 Meter entfernte Plattform schwimmend anzugehen.
Schnell ging es noch mal zu Juckel, die GoPro, das Cache-Namensschild und ein Handtuch holen und schon ging es im Regen in den See. Das Wasser war zumindest direkt am Ufer genauso warm/kalt, wie die Luft (ca. 17 Grad). Erst als es etwas tiefer wurde, wurde es frischer, aber jetzt war man eh schon nass und dann war es auch schon egal.
Die Schwimmplattform hat leider keine Leiter. Glücklicherweise lag ein Tretboot dort, über das der Aufstieg gelang. Ohne wäre es nicht möglich gewesen. Schnell wurden die Fotos gemacht und es ging zurück ans Ufer.
Im Juckel wurde sich dann erst einmal trockengelegt und umgezogen, ehe wir uns auf die ca. 1 stündige Fahrt zum Landvergnügen Hof machten.
Immerhin hatte der Regen wieder aufgehört und es ging sogar ein Stück über die Autobahn, was die Fahrt deutlich angenehmer machte.
Am Hof angekommen waren die Besitzer gerade nicht da, aber eine ältere Dame wusste zumindest, wo wir uns hinstellen sollen und dort nutzten wir die Wartezeit mit Salat schnippeln. Wir hatten ordentlich Kohldampf und hofften insgeheim, gleich noch den Grill anschmeißen zu dürfen.
Die super nette Besitzerin kam, wir quatschen und grillen war kein Problem. Endlich konnten wir Essen. Leider war es danach schon schnell dunkel und wir hatten keine Gelegenheit mehr, Wein von dem Weingut zu kaufen. Falls ihr mal in der Nähe seid… der Hof ist eine absolute Empfehlung. Herrlich abgelegen und ruhig mit einer tollen Aussicht! Allerdings steht man auch hier wieder leicht schräg. Ob wir uns doch noch Keile zulegen sollten?