Auch diese Nacht haben wir wieder herrlich ruhig geschlafen. Nur diese ewige Schieflage nervt einfach sehr… Immerhin begrüßte uns erneut die Sonne, die unseren Juckel schon wieder ein wenig aufwärmte. Vielleicht wird es ja doch bald mal Zeit, die Winterbettwäsche auszuwechseln?!
Da wir heute zunächst zur Burg Hochosterwitz wollten, konnten wir den Tag mal etwas gemütlicher starten und die Klamotten, die wir nach unserer kleinen Paddeltour alle trocknen mussten, einräumen.

Zur Burg hatten wir gerade einmal 20 Minuten Fahrt. Schon von unterwegs sahen wir die große Burganlage auf dem Felsen in der Landschaft hinausragen und nutzten die freien Straßen noch für ein paar Fotos.
Fast pünktlich mit der Öffnung der Burg erreichten wir den großen Parkplatz. Von hier war der Blick auf den Felsen noch krasses. Knapp 150 Meter ragt die steile Felswand von jetzt auf gleich hinauf.

Zum Glück gibt es inzwischen einen Schrägaufzug, denn eine Wanderung dort hinauf hätte nicht nur Stunden gedauert, sondern wäre auch extrem anstrengend geworden. Ärgerlich ist nur, dass der Lift nicht in der Kärntencard inbegriffen ist. So mussten wir 10 Euro pro Person für hoch und runter zuzahlen. Aber ganz ehrlich, bei der Höhe und Steigung war es uns das allemal wert. Außerdem war der Blick aus dem gläsernen Aufzug heraus lohnenswert. Zum Glück war ich hinter dieser Scheibe, so störte meine Höhenangst nicht allzu sehr.
Mit ordentlich Druck auf den Ohren kamen wir dann nach kurzer Zeit oben an und stiegen aus dem Fahrstuhl aus.

Über ein paar Stufen ging es gleich auf den Vorplatz. Hier gibt es neben einer altertümlichen Foto-Figur bereits den ersten Einblick in die ehemalige Schmiede. Man kann sogar Schmiedekurse buchen. Aktuell war aber niemand dort am werkeln. Dennoch war es spannend, die alten Maschinen zu sehen.
Anschließend ging es dann über weitere Stufen durch das eigentliche Burgtor. Im Innenhof erwarteten uns vor allem viele Sitzgelegenheiten. Hier hat sich nämlich auch ein Restaurant niedergelassen. Es duftete schon nach leckeren Pommes und die Preise waren absolut erschwinglich.
Weiterhin gibt es hier Toiletten, einen kleinen Souvenirshop und den Eingang zum Museum. Diesen wählten wir natürlich als nächstes.

Über zwei Etagen wird die Geschichte der Burg mit all ihren Besitzern gezeigt. Es gibt viele Ausstellungsstücke zu den Rüstungen und Waffen. Die Ritterzeit ist definitiv spannend, aber in Zeiten, in denen selbst in Europa wieder Krieg herrscht, bin ich bei solchen Ausstellungen zwiegespalten…
Spannend war vor allem, dass es schon damals einen Ritter gab, der über 2 Meter groß war. Alle anderen waren ja deutlich kleiner als wir Menschen es heute sind. Dadurch erscheint dieser fast wie ein Riese.
Noch heute ist die Burg im Familienbesitz, wurde aber auch damals nie vollständig bewohnt. Wie das Wohnanwesen der Familie aussieht, würde mich tatsächlich auch interessieren…
Nachdem wir uns alles angesehen haben, führte uns der Weg hinaus direkt durch den Souvenirshop. Wir blieben aber standhaft und kauften weder Bausätze aus Holz für Ritterburgen und Zubehör, noch typisch Österreich-Souvenirs.
Zurück auf dem Vorplatz eilte gerade eine nicht-deutschsprechende Schulklasse herbei. Uff, die waren ganz schön laut. So wurde es für uns dringend Zeit, das Weite zu suchen.

Wir machten noch einen Spaziergang um die Burg herum, entschieden uns aber, nur auf einer Ebene unter der Burg zu bleiben. Dort gab es einen nett angelegten Garten, einige Aussichts-/Schießscharten und man konnte sogar sehen, wo sich die schwebende Toilette früher hin entleert hat. Ich möchte ja dort nicht gestanden haben, wenn gerade jemand sein Geschäft verrichtet hat :-D.
Weitere Ebenen hinab haben wir uns dann nicht mehr angesehen, denn sonst hätten wir wieder ordentlich den Berg hochkraxeln müssen, um zum Lift zurück zu kommen und so richtig sehenswert wirkten die nächsten Bereiche auch nicht.
So ging es am Verließ vorbei zurück zum Lift und wieder hinab ins Tal. Auch dort postierte sich gerade eine Schulklasse am Eingang. Ihnen wurde der Lift scheinbar nicht bezahlt und sie erfreuten sich schon jetzt an der steilen Wanderung.
Auch unten landet man direkt im Souvenirshop. Hier spendierten wir uns ein Eis. Endlich mal wieder… Schließlich war es erst das 2. Eis für den ganzen Urlaub…
Nachdem wir das Eis gegessen hatten, sollte es mit Juckel weitergehen. Unser nächstes Ziel hieß Graz, für das wir Kärnten kurzweilig verlassen und in die Steiermark fahren.
Wir fuhren noch nicht lange, da begann es ordentlich zu regnen. Ohoh… Wir machten noch ein paar Abstecher für sogenannte Drive-In Caches und verließen in Wolfsberg die Autobahn. Hier gibt es nämlich einen der ganz seltenen kostenfreien Stellplätze, auf denen wir dringend die Toilette und den Abwassertank leeren und neues Frischwasser aufladen wollten.
Als wir dort ankamen sah der Platz zur Übernachtung alles andere als einladend aus. Mitten im Ort an einer viel befahrenen Straße. Ok, wir suchen uns für die Rückfahrt definitiv was anderes. Immerhin war die V/E Station in sehr gutem Zustand. Während wir am Werkeln waren, stieß noch ein Camper aus UK dazu. Ob sie hier wirklich bleiben wollen?
Während ich mal ein kleines Nickerchen einschob, plante André den Rest des Tages… Das Regenradar versprach nicht viel Gutes und so beschränkten wir unseren Ausflug nach Graz auf einen besonderen Master of Mystery Geocache. Die Altstadt ließen wir außer acht. Zudem wählten wir einen Landvergnügen Park zum Übernachten und hielten Rücksprache mit den Besitzern. Sie haben heute Nacht noch Platz, wir dürfen später kommen. Perfekt!
Nun ging die Fahrt weiter Richtung Graz. Noch vor der Stadt verließen wir die Autobahn und navigierten erneut über kurvige Landstraßen. Irgendwann gab uns Google eine merkwürdige Routenanweisung. Wir sollten im Kreis fahren um umzudrehen. Haben wir eine Abzweigung verpasst? Nein! Die kleine Straße liegt mitten in einer steilen Kurve und kann nur aus der einen Richtung angesteuert werden. Ohha, das heißt oft nichts gutes.
Wir drehten und probierten unser Glück. Das Abbiegen aus dieser Richtung ging nun problemlos, aber die Straße war schon sehr sehr schmal. Hoffentlich kommt uns keiner entgegen! Wir hatten Glück und blieben von Gegenverkehr verschont bis wir in ca. 2 Kilometer Entfernung die Parkkoordinate erreichten. Immerhin war hier genug Platz und just in dem Moment kamen gleich 3 Fahrzeuge aus der Gegenrichtung vorbei. Uff, was hatten wir für Glück.
Zum Cache war es nicht mehr allzu weit und wir versuchten trockenen Fußes über teils doch sehr matschige Waldwege zu kommen. Das Finden der Dose verlief problemlos und das Logbuch wurde erfolgreich signiert. Wieder einer aus der internationalen Rätselreihe gefunden. Juhuu!
Nun beteten wir noch fix, dass uns auch auf dem Weg zurück kein Auto entgegen kommt. Es hat geholfen. Nur das Abbiegen am Ende war sehr abenteuerlich. Direkt vor uns versuchte gerade ein Bus um die Ecke zu fahren, weshalb einige andere den Rückwärtsgang einlegen mussten. Natürlich kam es zum Stau und es dauerte ein Weilchen, bis dieser abgeflossen war und sich auch für uns eine Lücke ergab. Immerhin hatten wir von hier aus einen guten Blick auf Graz. So ganz einladend wirkte die Stadt heute bei dem Regen nicht…
Also ging es wie geplant, direkt wieder zurück. Natürlich wurden noch ein paar kleine Cachepausen eingelegt und wir machten noch einen Abstecher zum Supermarkt. Auf Wunsch, werden hier Brote, Brötchen und Baguettes aus der Kühlung geholt und frisch aufgebacken. Das mussten wir natürlich nutzen. In der Wartezeit suchte ich fieberhaft nach meinen Crispy Rolls, die es leider wirklich nicht mehr in Österreich gibt…
Mit einem frischen Baguette und ein paar Kleinigkeiten erreichten wir am frühen Abend den Landvergnügen-Platz.
Wir standen mitten auf einem Bauernhof und konnten nirgends das typisch blaue Schild erkennen. Auch sonst schien der Hof ein wenig verwaist. Ein komisches Gefühl machte sich in uns breit und wir hatten schon eine Ahnung, wo wir uns wohl hinstellen sollten: Direkt vor die Eingangstür, auf Wiese mit dicker Schieflage. Auweia.
André stieg aus und machte sich auf die Suche. Kurz darauf kam die Bäuerin. Mit im Gepäck zwei Hunde, von denen einer noch sehr verspielt war. Immer wieder sprang er an Andrè hoch um ihn zu begrüßen. Das ist ja genau mein Ding und so blieb ich gleich mal im Auto sitzen.
Auf Grund des Regens schlug die Bäuerin vor, dass wir weiter hinten bei den Garagen stehen sollten. Dort war es noch schiefer und die Äste einer Kastanie hingen tief hinab. Ich lehnte ab. Die Bäuerin war bereits verschwunden und irgendwie fehlte uns der typische Smalltalk zu Beginn. So richtig willkommen fühlten wir uns nicht.
Die Hunde lauerten nun auch immer wieder um unser Auto herum. Es reichte, ein Fenster zu öffnen. Schon kamen die Hunde bellend angelaufen und versuchten, am Auto hochzuspringen. Niemanden interessierte dies…
Als André aussteigen musste, um das Gas aufzudrehen, wurde er erneut vom Hund begrüßt. Gruselig! Wir ignorierten den neugierigen Hund so gut es ging und machten erst einmal das Abendessen: Baguette mit Rührei. Sehr lecker! Die Eier mussten übrigens dringend weg, denn immer wieder rutschte die Verpackung bei den ganzen Bergfahrten im Kühlschrank hin und her… Tja, und wenn sie dann einmal vor der Tür steht und diese geöffnet wird, kann sie auch schon mal hinunterfallen… Da wir aktuell frische Bio-Eier von Andrés Oma dabei haben und deren Schale noch nicht ganz so dick ist, gibt das eine tierische Sauerei :-(.
Das Essen schmeckte wenigstens und als ich begann, die Sachen wegzuräumen, fiel mir auch noch die geöffnete Cornflakes-Packung aus dem Schrank. Na großartig! Heute scheint voll mein Tag zu sein. Wir überlegten noch, uns einen anderen Schlafplatz zu suchen, aber die Ausgangslage, mitten auf dem Hof und über mindestens 2 andere Höfe zu fahren und dann noch einbrechende Dunkelheit, hielten uns davon ab.
Als wir uns dann ein wenig früher ins Bett kuscheln wollten, stellte ich fest, dass die Matratze nass war. Die Vorhänge hingen seitlich ein wenig raus und haben den ganzen Regen eingesogen und schön an die Matratze und den darunterliegenden Schaumstoff abgegeben. Na großartig. Besser kann der doofe Tag doch heute wirklich nicht enden.