Nachdem wir in den letzten Tagen parallel zum Toilettenumbau schon fleißig eingeräumt hatten, blieb heute nur noch ein kleiner Rest des täglichen Bedarfs und natürlich der komplette Inhalt des Kühlschranks. Bei den aktuellen Temperaturen müssen wir ja sogar die Schokolade kühlen, was den Platz im Kühlschrank ganz schön dezimiert :-D.
Pünktlich um 13 Uhr verließen wir das Haus. Die letzten Sachen bringen wir direkt mit dem normalen PKW zum Stellplatz und können so von dort direkt starten. Außerdem steht das Auto dort deutlich geschützter vor Parkremplern…
Um 13:40 Uhr war dann alles umgeladen, aber ausgerechnet heute musste das sommerliche Wetter einen Pausetag einlegen. Immerhin erwischten wir für das Beladen ein trockenes Zeitfenster… Anschließend fuhren wir noch zu einem WoMo Händler in der Nähe, bei dem es zu den Öffnungszeiten immer kostenfrei Wasser gibt. Auch wenn es für die Fahrt eher ungünstig ist, tankten wir lieber voll. Wer weiß, ob wir nicht heute schon aus Deutschland rausfahren und wie die Versorgung beispielsweise in Tschechien aussieht…
Direkt am Kreuz Unna erwischte uns dann der erste kurze Stau. Zum Glück brauchten wir hier nicht allzu lange. Danach ging es über volle Autobahnen immer weiter gen Osten, trotzdem kamen wir gut voran.
Erst in Kassel erwischte uns der nächste Stau. Hier wird nämlich aktuell die Autobahn umgebaut, sodass es zu einseitigen Sperrungen kommt. Damit war Google Maps dann leider auch ziemlich überfordert, sodass wir erst einmal in die falsche Richtung auf die A7 fuhren. Neben den Mehrkilometern hatten wir dadurch auch mehr Stau gewonnen. Ach Google! Die positive Urlaubsstimmung ließ uns wenigstens nur darüber schmunzeln.
Als wir es dann auf die A38 geschafft hatten, wurde es (endlich) Zeit, für die erste Pinkelpause. Wir waren doch beide sehr gespannt auf die Nutzung der neuen Toilette. Ob wir den Umbau danach bereuen? NEIN! Wobei ich zugeben muss, dass es schon ungewohnt war, denn wir hatten beide „Kontakt“. Scheinbar müssen wir uns an die etwas andere Sitzposition gewöhnen… Um die Kloreserven optimal zu nutzen, werfen wir das Toilettenpapier nicht hinein, sondern nutzen einen extra Müllbeutel, den wir dann einfach häufiger entsorgen… Zumindest so erst einmal der gute Vorsatz :-D. Dafür haben wir einfach einen neuen Magnethaken im Bad befestigt. Die Dinger sind saupraktisch! Ich freue mich übrigens schon jetzt, wenn das Camping-Toilettenpapier aufgebraucht ist und wir endlich wieder Normales nutzen können :-D.
Nach dieser ersten neuen Erfahrung ging es dann weiter gen Osten. In Leuna machten wir noch eine Tankpause, damit wir es entspannt über die Grenze schaffen. Auch hier meinte Google Maps, uns mal wieder zu ärgern und schickte uns einfach eine Abfahrt zu früh von der Bahn, sodass wir 8 Kilometer Landstraße gewonnen haben. Nach welchem Aspekt wird die Route eigentlich berechnet? Allmählich werde ich das Gefühl nicht los, dass wir besser wieder selbst navigieren bzw. mehr auf der Karte schauen sollten. Was Google da verzapft…
Immerhin konnten wir dann sowohl Diesel als auch Adblue tanken… Adblue gibt es an den Tankstellen ja leider noch nicht ganz so häufig als Tanksäule und die Kanister kosten um einiges mehr. Hier nutzten wir auch die Gelegenheit um unseren eigenen AdBlue zu füllen, so haben wir zumindest etwas Reserve, falls wir in Rumänien nichts finden.
Mit einem näherkommenden Gewitter ziehen wir fix weiter und fahren dem ganzen geschickt davon. Bei Dresden gab es dann noch einmal einen kleinen Stau, der aber auch nicht wirklich dramatisch war, sodass wir um 19:45 Uhr über die Grenze fahren. Tschüss Deutschland, bis in 3 Wochen!
Die Freude währte allerdings nur kurz, denn schon bald fing es ordentlich an zu regnen und die Temperaturen stürtzten auf 18 Grad hinab. Ups! Naja, im Notfall haben wir ja eine Heizung ;-).
Am ersten Rastplatz hielten wir dann gleich für einen Geocache an. Den Länderpunkt Tschechien haben wir zwar schon, aber dieses Bundesland fehlt noch… Die Idee, hier zu halten, hatten allerdings ganz viele. Es war tierisch voll und absolut chaotisch. Einige holten noch fix die Autobahn-Vignette für Tschechien. Ich versteh das nicht, wir haben gestern Abend noch alle Vignetten, die wir benötigen, online gekauft. So spart man sich das Anstehen an den Automaten und viel wichtiger, das Kleben in die Frontscheibe und das ätzende wieder Abknibbeln am Ende der Reise. Wir haben uns übrigens für die 30-Tages Vignette entschieden. Durch die Rückfahrt bräuchten wir sonst eh mindestens zweimal eine Tagesvignette und wenn wir dann (so wie heute) für eine Übernachtung halten wollen, ginge es nicht. Zudem kostet die 30-Tages Vignette gerade einmal ein paar Cent mehr…
Nachdem wir den Cache erfolgreich gefunden hatten, schauten wir bei Park4night nach einem schönen Übernachtungsplatz. In 16 Fahrminuten könnte ein vielversprechender Platz sein. Das klingt erstmal ganz gut!
Als wir dann kurze Zeit später an dem Platz ankommen, müssen wir feststellen, dass er ziemlich schief ist. Der einzige Teil, der halbwegs gerade ist, liegt direkt unter einem großen Baum. Dieser ist nicht mehr so richtig gesund, denn einige größere Äste liegen bereits auf dem Boden und weitere tote Äste hängen noch locker oben drin. Da wir noch immer eine erhöhte Unwettergefahr haben, ist uns das Risiko einfach zu groß. Park4night hat hier in der Region keine wirklichen Alternativen, sodass wir über Google Satellit selbst suchen. Es sei denn wir möchten nur für die Übernachtung auf einem Parkplatz an der Burg 11 Euro ohne jeglichen Service zahlen…

Den ersten ausfindig gemachten Platz steuern wir fix an. Leider mussten wir feststellen, dass es hier verboten ist zu parken. Warum auch immer, aber da direkt daneben ein Haus steht, fühlten wir uns nicht wohl. Wir hatten noch einen 2. Platz gesichtet und fuhren über leere Landstraßen weiter. Der 2. Platz sah echt toll aus und bot einen super Ausblick. Das Problem ist, dass es sich um den Heuabladeplatz eines Bauern handelt und wir den Zuweg versperren würden. Bei unserem Glück will der Bauer hier morgen wahrscheinlich ganz ganz früh hin…
Aus Ermangelung an weiteren Alternativen steuerten wir einfach den Parkplatz an, den wir für einen Paddelcache morgen früh nutzen wollen. In einem der Logs meine ich auch schon was von Campern gelesen zu haben. Mit 30 Minuten Fahrt gerade noch so akzeptabel…
Irgendwann verließen wir also die größeren Straßen und fuhren über einspurige Wege. Um diese Zeit war immerhin nichts mehr los, sodass wir ohne Komplikationen am Platz ankamen. Eigentlich soll man auf einer Wiese parken, aber mit dem ganzen Regen, der auch bis morgen früh immer mal wieder kommen soll, zu riskant. Allrad wäre echt schön! Da in dem Einmündungsbereich aber genügend Platz ist, stellen wir uns einfach an die Seite und nutzten das letzte Tageslicht für eine erste Sondierung:
Wir stehen hier direkt an einem Fluss, der Ohře. Auf den ersten Blick hat er eine ordentliche Strömung. Das könnte morgen spannend werden, denn zu Beginn und am Ende müssen wir ein kurzes Stück stromaufwärts paddeln. Schauen wir mal. Komplizierter wird es vorher aber schon, das Boot sicher zu Wasser zu lassen. Die Böschung ist ziemlich steil und größtenteils zugewachsen. Nur ein ganz kleiner flacher Teil bietet morgen die Gelegenheit des Einstiegs. Naja, mehr als dass wir ein Bad nehmen, wird schon nicht passieren. Statt weiter zu grübeln, ließen wir uns recht schnell von Holzfiguren ablenken. Zwei Menschen und zwei Enten wurden mit kleinen Schaufelrädern so an einem Flusszulauf platziert, dass sie sich immer wieder bewegten. Sehr cool! Während des Filmens attackierten uns mehrere Mücken, sodass wir uns lieber schnell ins Auto flüchteten.
Bis wir ins Bett gingen fuhren noch ganze 5 Autos an uns vorbei. Die Straße führt scheinbar zu ein paar Ferien/Wochenendhäusern und in die andere Richtung endet sie in einer Sackgasse. Das verspricht eine ruhige Nacht zu werden… Etwas später gesellte sich dann noch ein kleines Auto in die Nähe. Entweder ein Angler oder ein MiniCamper, jedenfalls blieb er die ganze Nacht.