Nachdem die Regen- und Gewitterschauer gestern Abend glücklich an uns vorbei gezogen sind, hat es uns morgens um 4 Uhr vollkommen erwischt. Der prasselnde Regen weckte uns und André sprang fix nach vorne um das Dachfenster zu schließen. Bei dem Regengeräusch wieder einzuschlafen, war gar nicht so einfach. Als dann auch noch eine Mücke immer wieder am Ohr bssst machte, war es ganz vorbei… Mit dem Weckerklingeln war dann die erste anstrengende Urlaubsnacht vorbei. Kann ja nur besser werden :-D.
Morgens bauten wir dann nach dem Frühstück das Boot auf. Dank der elektrischen Pumpe geht das inzwischen ja echt schnell. Als wir gerade fertig waren, kam noch mal ein schöner Regenschauer runter. Wir flüchteten uns solange ins Auto, und als der Schauer nach 10 Minuten vorbei war, blieb es anschließend auch trocken, sodass wir unser Abenteuer mutig starteten.
Die Strömung des Flusses war durch den Regen noch einmal stärker geworden. Das kann ja was werden. Alleine der Abstieg um ins Boot zu kommen war mit Badeschlappen fies. Wir schafften es aber unfallfrei und paddelten gleich eifrig los. Die ersten 500m mussten wir flussaufwärts paddeln. Das war richtig hart!!! Zwischendurch fürchtete ich schon, dass wir gar nicht ankommen. Trotz der Anstrengung konnten wir uns keine Pause erlauben, denn dann wären wir wieder komplett abgetrieben. Ich war ganz schön erleichtert, als wir endlich am Wegpunkt des Earthcaches ankamen und das Foto im Kasten war.

Jetzt konnten wir erst einmal entspannen und uns flussabwärts treiben lassen. Zwischendurch paddelten wir mal nach links oder rechts für ein paar Tradicaches, aber ohne gegen die Strömung anzukämpfen, war es wirklich entspannend. Hinzu kommt, dass außer ein paar Anglern oder Menschen in ihren Gärten absolut nichts los war und wir die herrliche Ruhe der Natur genießen konnten.
Nachdem wir einen Großteil der Strecke erfolgreich gemeistert hatten, kamen wir an ein Wehr. Laut Beschreibung müssen wir uns rechts am Rand halten und vor dem Wehr aussteigen. Wir schauten uns um und entdeckten eine halbwegs taugliche Stelle. Auch hier ist die Böschung wieder sehr steil und zugewachsen und auf der hohen, ungemähten Wiese lachten uns schon jede Menge Brennnesseln und Disteln an. Vielleicht wären Stiefel doch die bessere Schuhwahl gewesen?
Mit wenigen Verbrennungen trugen wir das Boot am Wehr vorbei. Auch auf der anderen Seite waren die Einsetzstellen nicht ganz ideal. Als ich ins Boot stieg, wäre ich fast hineingefallen :-D. Ich konnte mich zwar noch auffangen, holte aber einiges an Wasser mit ins Boot. Immerhin scheint inzwischen wieder die Sonne, sodass es eine angenehme Abkühlung ist.

Nun warteten noch 1,5 Kilometer auf uns. Trotz des Wehrs war hier die Strömung aber relativ langsam, sodass wir ein wenig mehr paddeln mussten. Dafür war der Rückweg von ca. 150 m vom letzten Wegpunkt zu einem möglichen Ausstiegsplatz deutlich einfacher, als der Start.
Der Ausstiegsplatz war dann ein kleiner, in die Jahre gekommener Steg. Hier mussten wir ganz schön auf unser Boot aufpassen, denn scharfe Metallkanten standen überall ab. Ein kleines Loch haben wir eh schon, noch mehr können wir keinesfalls gebrauchen! Aber mit genug Vorsicht gelang es uns und so standen wir quasi direkt in den Vorgärten der Wochenendhäusern. Vermutlich Stadtmenschen aus Prag, denn das liegt ca. 1 Stunde entfernt.
Fix in die Badeschlappen und die Paddel ins Boot und schon konnten wir den 1 Kilometer langen Rückweg zu Juckel antreten. Erneut ganz klar die falsche Schuhwahl getroffen, denn der Schotterweg ließ immer wieder Steine in die Schlappen hüpfen. Als wir dann noch auf den unerzogenen und freilaufenden Hund stießen, war es bei mir vorbei. Ich ließ das Boot nieder und wartete, dass André den Hund verscheucht. Das hat allerdings nicht so richtig geklappt, denn der Hund nutzte die Gelegenheit und setzte sich ins Boot :-D. Das Frauchen musste dann aus dem Garten kommen und den Hund hinaustragen. Beim zurückgehen in den Garten gab es dort großes Gelächter. Schade, dass ich kein Tschechisch verstehe.
Endlich waren wir zurück bei Juckel. Erstmal auf’s Klo und trocken legen. Danach noch schnell das Boot trocknen und alles wieder ordentlich verpacken. Als wir dann endlich fertig waren, war es bereits 12:40 Uhr und in der Sonne unangenehm warm. Immerhin stand Juckel überwiegend im Schatten und hatte sich nicht ganz so doll erhitzt.
Unser nächstes Ziel war nun Prag. Wir wollten uns zwar die Stadt nicht ansehen, aber für einen Master of Mystery Geocache doch relativ nah ins Zentrum. Nach den gestrigen Pannen mit GoogleMaps ignorierten wir dann heute mal eine merkwürdige Anweisung und landeten promt in einem ziemlich langen Stau. Ups! 🙈
Im Stau trafen wir dann auch gleich noch die 2. Fehlentscheidung: Wir wählten die linke Spur der Baustelle und konnten an der nächsten Abfahrt nicht wie von Google gewünscht abfahren. Damit haben wir dann weitere 20 Minuten Stau gewonnen. Also beim nächsten Mal hören wir dann doch lieber wieder auf Google… Wie man`s macht, man macht es verkehrt…
Als wir dann endlich in Prag angekommen waren, war der Cache überraschend angenehm. Direkt am Eingang eines großen Hochhauses gelegen, hatten wir genug Parkmöglichkeiten und wurden rasch fündig. Schön ist der Ort zwar nicht, aber immerhin dauerte der Zwischenstopp dadurch nicht ewig. Da wir die Mittagspause am Fluss vergessen hatten, nutzten wir hier die Chance und kauften im Penny Eis. Bei der Hitze musste man schon schnell essen, damit es nicht davonläuft.

Frisch gestärkt ging es dann auch schnell weiter, damit das Auto nicht zu sehr aufheizt. Immerhin hatten wir wieder einige Kilometer vor uns, in denen die Klimaanlage das Cockpit gut runterkühlen konnte. Wir fuhren noch einmal von der Autobahn ab, um in einem weiteren Bundesland einen Virtualcache zu machen. Für diesen mussten wir uns auf die Autobahnbrücke stellen und ein Foto mit einem vorbeifahrenden Bus machen… Natürlich erwischten wir die Zeit, in der gerade keine Busse vorbei kamen und mussten eine ganze Weile warten. Als wir dann unser Foto hatten, kamen wieder reihenweise Busse vorbei. War irgendwie klar, oder? Auf dem Weg zurück zu Juckel kamen wir noch an einem Challengecache vorbei, den wir natürlich nicht ignorieren konnten. Hier wurden wir dann noch von einer herausspringenden Kröte überrascht. Ihh!
Schnell zurück ins Auto und wieder auf die Autobahn. Am Kreuz der D1 / D2 Autobahn hatten wir dann erneut Stau, sodass wir kurz dahinter mal wieder einen Rastplatz ansteuerten. Auch hier war wieder alles absolut überfüllt. Total viele deutsche Autos, deren Mitfahrer allerdings eher selten Deutsch miteinander sprachen… es ist schon krass, wie viele Zuwanderer für den Sommerurlaub zurück in die Heimat bzw. zur Familie fahren…
Es war schon nach 18 Uhr als wir dann endlich die Grenze zur Slowakei erreichten. Auch hier würde man ohne das EU Schild gar nicht merken, dass man ein neues Land betritt. Immerhin wurde die Autobahn hier wieder deutlich freier, sodass wir entspannt voran kamen. Auch für die Slowakei muss man übrigens eine Vignette kaufen!
Allzu weit fahren wir dann aber nicht mehr, da wir für ein weiteres Bundesland einen minimalen Abstecher zu einem tollen See machen wollten. Während ich fuhr, entdeckte André bei park4nigt, dass der Cacheplatz auch ein guter Schlafplatz sein soll. In Anbetracht der Uhrzeit und unseres immer größer werdenden Hungers keine schlechte Idee. Hoffentlich sind schon einige Tagesgäste gefahren, damit wir einen Parkplatz finden.

Dort angekommen war tatsächlich schon ein schöner ruhiger Platz etwas abseits frei und wir entschieden uns zu bleiben. Auch wenn hier eigentlich Camping verboten steht… Um den ganzen See herum stehen Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte. Da auch Feuer machen verboten ist, entscheiden wir uns gegen Grillen. Erst später merkten wir, dass es viele andere nicht störte und wir uns über das Verbot wahrscheinlich genauso gut hätten hinwegsetzen können…Manchmal sind wir einfach echt zu deutsch :-D.
So gab es in unserem völlig überhitzten Auto noch mehr Wärme durch Gas… Witzigerweise wollte dann auch die größere Flamme nicht so wirklich und ging immer aus, wenn wir die Kleinere dazuschalten wollten. Glücklicherweise hatten wir uns für Nudeln entschieden, da war es nicht schlimm noch kurz auf die Soße zu warten. Eigentlich hätten wir draußen essen müssen, damit es nicht viel zu heiß wird, aber da waren einfach viel zu viele Mücken… Statt Mücken wählten wir also das Schwitzen und schauten sehnsüchtig auf den Badesee.
Als endlich das Wasser zum Duschen warm war, konnten wir wenigstens in der Dinett noch das Fenster öffnen und für ein wenig Durchzug sorgen. Das der Heizungsauslass direkt unter dem Fenster verbaut ist, ist echt blöd. Durch den Sicherheitsschalter springt die Heizung auf „Fehler“ sobald das Fenster auch nur leicht geöffnet ist und arbeitet nicht mehr weiter…
Viel half das Lüften allerdings eh nicht und es wurde erst angenehmer, als die Sonne hinter Wolken verschwand.
Nach dem Duschen wurde noch abgewaschen und als wir gerade alles draußen aufgehängt hatten, kam die selbsternannte „Fischerei Polizei“ und gab uns 20 Minuten zum Verschwinden… Bei den anderen Fahrzeugen haben sie auch gehalten, da diese aber alle slowakisch waren und sich nicht rührten vermuten wir, dass man keine Fremden möchte. Wie wir die „Polizei“ noch ewig lang am Wohnwagen gegenüber beobachteten, wurden auf unserem Parkplatz schon eifrig Zelte aufgebaut. Wir entschieden dann, trotzdem aufzubrechen. Wenn die Bock haben, können die uns schließlich eine echt unangenehme Nacht bereiten und da hier das Übernachten auch verboten ist, riskieren wir mal nix.
Wir sind dann noch bis in die Außenbezirke von Bratislava gefahren. Die früheren Plätze von Park4night waren laut Bewertungen entweder schief oder tierisch laut.. So ging es zu einem Einkaufszentrum, der Bory Mall. Auch hier sind die tieferen Plätze alle schief und noch dazu zu kurz. Daher entschieden wir uns auf der anderen Seite, bei einem Möbelhaus das am Sonntag erst um 10 Uhr öffnet, zu übernachten.
Hier haben wir noch Videos geguckt und währenddessen das Auto gelüftet. Allerdings ist es hier doch ziemlich laut. Man hört die Autobahn, die nahe Straße, Züge und Flugzeuge… Ich vermute dass wir gleich bei geschlossenen Fenstern nächtigen…