Die Nacht auf dem Parkplatz vom Möbelhaus war ruhiger als gedacht. Allerdings vermehrten sich die Mückenstiche und das ewige Jucken hielt uns ein wenig wach… Gegen 4 Uhr mussten wir dann zur Toilette. Endlich war es Draußen kühler und durch das geöffnete Heckfenster kam ein frischer Windzug herein. So kann es bleiben!
Tja, allerdings ist auch die Sonne zeitig aufgestanden und gegen 7:30 Uhr war es dann schon wieder so warm im Auto, dass an weiterschlafen nicht mehr zu denken war. Wir standen auf, öffneten die Seitentür und konnten so zumindest noch entspannt frühstücken.
Anschließend verließen wir unseren Schlafplatz und machten einen kleinen Abstecher nach Österreich. So haben wir nämlich auch die letzten fehlenden Bundesländer dort besucht und und einen Cache geloggt :-). Um uns die Mautgebühren zu sparen, wählten wir eine mautfreie Bundesstraße. An der Grenze wurden wir tatsächlich kontrolliert, wobei die Grenzbeamten lediglich die Ausweise sehen wollten…
Schon als wir das erste mal ausstiegen, merkten wir, dass es schon ziemlich warm war. Heute wird es bestimmt richtig heiß 🙈.
Nachdem die Caches besucht waren, tankten wir noch fix für 1,58 € voll. Noch immer sind es einige Kilometer bis nach Rumänien, da kann das schon mal nicht schaden…
Zurück in die Slowakei ging es ohne Kontrollen. Wir hielten noch fix am Master of Mystery in Bratislava, für den wir extra eine Teleskopleiter mitgeschleppt haben… Allerdings reichte sie nicht, sodass wir noch umständlich über ein paar Äste nach oben kraxeln mussten. Endlich war auch dieses Logbuch signiert, und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.
Schon nach 20 Minuten erreichten wir die Grenze zu Ungarn, an der es mal wieder keinerlei Kontrollen gab. Wir besuchten noch fix einen Rastplatzcache und freuten uns über die leere und entspannte Autobahn. Kaum wieder auf der Autobahn zurück, fuhren wir in eine Baustelle und plötzlich ging nichts mehr :-(.
Erst jetzt merkten wir, dass das Handy zum Navigieren den Umstieg auf das ungarische Netz nicht richtig hinbekommen hat. Dadurch hatten wir kein Internet und somit auch keine Verkehrshinweise. Nachdem das Problem behoben war, hieß es, dass wir eine Verzögerung von über einer Stunde haben… Na klasse! Dabei hätten wir so einfach die letzte Abfahrt nehmen und parallel fahren können. Scheiß Technik!!!
Auch die Autofahrer um uns herum ärgerten sich ein wenig. Da wir uns allerdings gerade in einer Baustelle befinden, wo eine Spur der Gegenrichtung lediglich durch kleine Pylonen von unseren beiden Spuren getrennt ist, nutzten viele die Chance, und drehten wild. Typisch süd/osteuropäisch… Wir konnten uns nicht dazu durchringen blieben ein ganzes Weilchen in der Baustelle stehen. Typisch deutsch :-D. Als dann aus der Gegenrichtung längere Zeit keine Fahrzeuge mehr kamen und wir eine große Lücke neben uns hatten, entschieden auch wir uns zu drehen 🙈.

Nun wollten wir eigentlich bei der nächsten Ausfahrt abfahren. Durch die Baustelle war sie aber für unsere Spur nicht erreichbar. Aber auch dafür fanden die anderen bereits eine Lösung, die wir gerne nachahmten: Wir warteten und blinkten links und als von vorne kurzweilig keine Autos mehr kamen, bogen wir durch den Gegenverkehr ab auf deren Ausfahrt. In Deutschland würden wir uns das niemals trauen. Hier war es überhaupt kein Problem und man nahm gegenseitig viel Rücksicht.
Noch etwas geflasht von dieser Aktion landeten wir dann auf der Ausweichstrecke prompt erneut im Stau. Klar, hier fahren gerade alle die ein Navi nutzen runter… Zum Glück hielt der Stau aber nur kurz an. Grund war eine Bahnschranke, die ständig geschlossen wurde. Dahinter hatte dann auch noch eine gut befahrene Querstraße Vorfahrt. Als wir dort endlich vorbei waren, lief es entspannt. Wir fuhren an schicken Häusern vorbei und immer wieder wurde auch auf Deutsch auf Ferienzimmer verwiesen.

Hinter der Vollsperrung fuhren wir dann wieder auf die Autobahn und erreichten gegen Mittag Budapest. Hier wollten wir mal wieder einen Abstecher zum nächsten Master of Mystery Geocache machen. Dieses Mal liegt er etwas außerhalb der Stadt in einem Waldgebiet. Unser Weg führte zunächst direkt an der Donau vorbei, sodass wir einen schönen Blick auf das große Parlamentsgebäude hatten. Zig Flusskreuzfahrtschiffe lagen überall am Ufer und gaben den Gästen die Möglichkeit für eine Stadtbesichtigung.
Von der Donau weg, schlängelte sich der Weg dann über kaputte Straßen und enge Wege mit schlafenden Polizisten immer weiter den Berg hinauf. Wir kamen an einem richtig noblen Vorort vorbei, ehe wir den Waldparkplatz erreichten. Das Thermometer zeigte inzwischen 36 Grad an. Uff!

Obwohl die 400m lange Wanderung zum Cache größtenteils durch ein flaches Waldstück ging, war die Wärme dennoch ziemlich unangenehm. Wir erreichten den Aussichtspunkt und mussten von dort ein wenig zu einer Höhle hinab klettern. Natürlich hatten wir daran nicht gedacht und daher auch die Turnschuhe nicht gegen gescheite Wanderschuhe getauscht. Dadurch war es natürlich schwieriger, aber wir haben es glücklicherweise gut gemeistert.
Als wir dann am Auto zurück waren, belohnten wir uns erst einmal mit einem kühlen Eis. Wir setzten uns auf eine nette Sitzgruppe im Schatten und schon fühlte es sich gleich wieder richtig wie Urlaub an. Ich liebe es unterwegs Eis dabei zu haben :-D.
Anschließend suchten wir uns den Weg wieder zurück zur Autobahn und fuhren weiter gen Süden. Heute wollen wir schließlich noch Rumänien erreichen.
Gegen 17 Uhr erreichten wir dann auch endlich die Grenze. Obwohl Rumänien seit 2007 zur EU gehört und seit dem 31. März diesen Jahres auch dem Schengen Abkommen beigetreten ist, bleiben die Grenzkontrollen auf dem Binnenweg bestehen. Für uns hieß das 30 Minuten in der brütenden Hitze von 38 Grad Schlange stehen… Natürlich hatten wir das Glück, dass nur zwei Autos vor uns ein Engländer war. In der Zeit, in der er kontrolliert wurde, sind in der Nachbarschlange fast 20 Autos kontrolliert worden… Wären die Engländer mal besser in der EU geblieben…
Endlich waren nun auch wir an der Reihe. Nachdem der Beamte gesehen hatte, dass wir Deutsche sind, durften wir gleich weiterfahren. Bei 40 Grad laut Thermometer erreichten wir nun endlich Rumänien und sprangen in der Zeit gleichmal eine Stunde weiter.
An der nächsten Ausfahrt sind wir dann gleich abgefahren um mal wieder zu Tanken. Außerdem wollten nach der angestauten Anspannung ein wenig Ruhe haben. Für uns war solch eine Grenze mit dem Wohnmobil nämlich Premiere… In der Regel nimmt man den Grenzübertritt sonst ja eher nur beiläufig war… Ruhe gab es hier allerdings nicht wirklich. Schon beim Öffnen der Tür kam uns ein ekelig warmer Wind entgegen und nachdem wir ausgestiegen sind, nahmen wir auch die krasse Wärme des Asphalts wahr. Puh, nur schnell einen Schlafplatz aussuchen und nix wie weg!

Leider waren unsere Ansprüche ein wenig hoch… wir wollten nämlich einen schattigen Platz, auf dem wir später auch grillen können… Als ersten Platz hatten wir einen Parkplatz am Stadtrand von Arad an einem Besucherzentrum ausgewählt.
Nachdem wir Arad erreichten, waren wir ganz beeindruckt: Tolle Häuser, liebevolle Parks und gar nicht das erwartete Fahrchaos. Um zu dem Besucherzentrum zu gelangen, führte der Weg dann aber über relativ enge Sandwege. Wir achteten darauf, möglichst nicht mit den tiefhängenden Ästen in Berührung zu kommen und freuten uns über den gefundenen Schatten. Jedoch war der Platz ansonsten absolut nicht schön. Mindestens 5 streunende Hunde und ein ziemlich weiter Laufweg zu den ausgewiesenen Grillplätzen. Hinzu kam, dass noch etliche Einheimische unterwegs waren, die auch die Hunde immer wieder fütterten und nachdem klar war, dass wir hier so geschützt stehen, dass keinerlei Wind geht, entschieden wir uns, nicht zu bleiben.

Stattdessen fanden wir noch einen Parkplatz an einem kleinen Badesee. Nach ungefähr 30 Minuten erreichten wir diesen dann auch und mussten erschreckend feststellen, dass es hier noch immer brechend voll ist. Im eigentlichen Schwimmbereich gab es maximal noch einzelne Stehplätze… Da wir auf Park4night gesehen hatten, dass es ein Stück weiter noch einen kleinen Campingplatz gibt, versuchten wir dort unser Glück. Aber auch hier war alles überfüllt und wir mussten chancenlos wieder zurück.

Daher stellten wir uns dann an die hintere Ecke vom Parkplatz. Anfangs bekamen wir noch von einem Kleinbus etwas Schatten, aber als wir gerade den Tisch und den Grill aufgebaut hatten, fuhr dieser leider ab. Wir saßen auf einem Asphaltplatz mitten in der Sonne. Na klasse! Da der Grill inzwischen befeuert wurde, müssen wir da jetzt einfach durch. Hin und wieder wurden wir auch von Abfahrenden Seegästen ein wenig irritiert angesehen. Neid? Wir ließen es uns trotzdem schmecken und waren felsenfest davon überzeugt, dass, sobald die Sonne gleich hinter dem Sandberg verschwindet, der Platz zügig leer werden müsste.
Irgendwie war aber genau das Gegenteil der Fall und es kamen immer mehr Autos. Hä?
Irgendwann haben wir gecheckt, dass es am EM-Finale liegt, welches man hier gucken kann. Au weia…
Bei absoluter Hitze haben wir einfach nur versucht, Juckel etwas abzukühlen. Da an Schlaf sowieso noch nicht zu denken war, haben wir im Dunkeln sogar noch alles gespült und den Grill gereinigt… Gegen halb zehn kam dann ein leichter Wind auf. Natürlich so, dass er von vorne kam und dadurch nicht wirklich durch die Dachfenster ins Innere gelangen konnte. Kurzerhand parkten wir also um…
Wirklich besser wurde es dadurch trotzdem nicht, denn die Fußballparty war einfach viel zu laut. Als das Spiel dann nach Verlängerung endlich beendet war, dachten wir, dass die Gäste nun endlich nach Hause fahren würden… Von wegen… Nun wurde Partymusik lauter gedreht und ein Autoscooter eröffnet.
Inzwischen war es bereits Mitternacht und das Thermometer zeigte noch immer 27 Grad an. Immerhin fuhren allmählich doch ein paar Autos ab. Einige Besucher ließen sich auch Abholen. Besonders schön waren die Motorradfahrer, die auf dem Parkplatz noch einmal besonders laut aufdrehten.
Gegen 1 Uhr waren dann endlich die Autos, die direkt um uns herum standen weg und es wurde deutlich ruhiger. Da auch die letzten beiden Nächte nicht ganz so erholsam waren und das viele Fahren bei der Hitze noch anstrengender ist, kamen wir allmählich an unsere Grenzen. Wir legten uns ins Bett, aber bei der Wärme, dem Licht der Laternen und dem Krach war an Schlaf weiterhin nicht wirklich zu denken.
Später gesellte sich sogar noch Hundegebäll dazu… So hatte ich mir die Ankunft in Rumänien definitiv nicht vorgestellt :-(.