Irgendwann schafften wir es doch ein wenig einzuschlafen und wurden nachts von kräftigerem Wind geweckt. Das Dachfenster klapperte hinten dann total nervig, sodass wir es trotz der Wärme schließen mussten.
Als es dann hell wurde, startete der Krach an einer nahen Baustelle und auf den nahen Bahngleisen fuhren ständig Züge laut hupend vorbei. Um 8:30 Uhr (nach alter Zeit also um 7:30 Uhr), war es dann schon wieder so heiß im Auto, dass wir freiwillig aufgestanden sind.
Pitschnass geschwitzt wünschten wir uns gerade einfach nur eine richtig schöne Abkühlung. Beim Blick in die Wetter-App dann der Schock… die extreme Hitze wird mindestens die nächste Woche anhalten, vielleicht sogar noch länger 😭.

Unsere eigentliche Planung sah für heute eh einen Pausentag vor. Perfekt! Inzwischen wünschten wir uns einfach nur einen Pool zum Abkühlen und filterten bei Park4night. Dieser Filter reduziert die Anzahl an Campingplätzen schon deutlich. 20 Kilometer vor Sibiu, also eigentlich schon mitten in Rumänien, wurden wir dann fündig. Eigentlich passt das Ziel nicht so Recht in unsere Routenplanung, aber das war gerade völlig egal. Statt über die Autobahn, führte uns Google Maps über kurvige Landstraßen und durch zig kleine Orte. Immerhin bekamen wir so schon mal einen ersten Eindruck von Rumänien, der überraschend positiv ausfiel… Wir sahen in jedem Ort top renovierte Kirchen und auch die Häuser am Straßenrand wirkten keinesfalls so kaputt bzw. einfach gebaut, wie wir es erwartet hätten. Überall nutzten Störche die Strommasten für ihre Nester und meist saßen 3-5 Störche im Nest. Allerdings waren sie nicht so weiß, wie wir es gewohnt sind und wirkten daher irgendwie dreckig.

Als wir dann in einem größeren Ort einen Geldautomaten entdeckten, hielten wir an. Mit Bargeld können wir unterwegs vielleicht mal an einem Gemüsestand einkaufen. Allerdings trafen wir an den vielen ziemlich verdreckten Parkplätzen nicht auf klassische Gemüsestände, sondern nur auf Massen von Wassermelonen. Diese hatten dann auch gleich solche Ausmaße, dass wir sie niemals hätten in den kleinen Kühlschrank stecken können… Müssen wir wohl später doch mal einen „richtigen“ Supermarkt aufsuchen.
Gegen Mittag erreichten wir dann endlich den ausgewählten Campingplatz. Durch die Bewertungen bei Park4night waren wir schon ein wenig vorgewarnt, dass dieser Platz im Sommer gerne für christliche Jugendcamps genutzt wird. Wahrscheinlich war das auch der Grund, weshalb hier keinerlei Campingfahrzeuge standen. Wir ließen uns davon aber nicht abschrecken, sondern bahnten uns den Weg durch die vielen Kinder und Jugendlichen zu einer Tür, auf der „Rezeption“ stand.
Wir mussten auch nicht lange warten, bis eine sehr freundliche Frau, die gutes Englisch sprach, zu uns kam. Sie erklärte uns, dass aktuell ein Jugendcamp stattfinden würde. Wenn uns das nicht stört, dürfen wir gerne für 100 Lei bleiben und uns den Platz selbst aussuchen. Da es sogar halbwegs schattige Plätze gab, konnten wir uns das tatsächlich vorstellen. Wir fragten noch einmal, ob wir auch wirklich den Pool benutzen können, denn uns fiel direkt auf, dass dort trotz der Hitze keine Kinder planschten. Die nette Dame erklärte, dass die Kinder wohl gerade Programm hätten bzw. auf’s Mittagessen warten würden. Umso besser, mehr Platz für uns!
Wir parkten Juckel ordentlich im Schatten und ich zog flugs meinen Bikini an. André musste noch etwas recherchieren und wollte anschließend dazustoßen.
Die Kids wurden gerade zum Essen gerufen und ich wagte mich zum Pool. Das Wasser sah milchig aus, was mir aber egal war. Ich beschloss, einfach nicht mit dem Kopf einzutauchen, da ich vor vielen Jahren durch einen verunreinigten Pool mal eine fette Mittelohrentzündung bekommen hatte…
Bis zum Höschen war ich schon nass, als ein Mitarbeiter aus den Katakomben des Pools kam und mir sagte, dass der Pool geschlossen wäre. Hä? Die Rezeption hat gesagt er wäre auf. Nein! Und er bleibt auch den ganzen Tag geschlossen weil das Wasser so schlecht ist. Ob er morgen wieder öffnen kann ist ungewiss.
Boahr war ich sauer. So kurz vor der Erfrischung und dann das! Ich ging zurück zu André und erzählte ihm gleich von der Katastrophe! Zack gingen wir zur Rezeption, verlangten unser Geld zurück (was problemlos zurückgezahlt wurde) und fuhren wieder ab.
40 Minuten hinter Sibiu hatte André noch einen anderen Platz gefunden. Schatten wird es dort wohl nicht geben und dann auch noch an Sibiu vorbei? Allmählich hab ich das Gefühl, dass wir unsere ganze ausgearbeitete Routenplanung in die Tonne kloppen können :-(.
Auf dem Weg machten wir noch einen Zwischenstopp bei Kaufland. So richtig sind wir nämlich bisher nicht an Supermärkten vorbei gekommen und in so kleine Kioskläden haben wir uns bisher nicht hineingetraut.
Als wir hinter der Gemüseabteilung die Regale durchstöberten, fühlten wir uns gleich wie zu Hause :-D. Die ganzen K-classic Produkte hatten die originale deutsche Verpackung samt deutscher Bezeichnung. Perfekt, so sparen wir uns nicht nur das nervige übersetzen, sondern wissen auch genau, welche Produkte wir da gerade kaufen.
Neben dem Kauf von frischem Gemüse nutzten wir die Gelegenheit dann auch gleich, um den Eisvorrat wieder aufzufüllen. Leider ist unser Eisfach zu klein und so musste jeder von uns direkt zwei Eis essen 😂.
Nur der arme Juckel musste die ganze Zeit in der Sonne warten. Ich hätte ihm heute so sehr einen richtigen Pausetag gewünscht!!!
Als wir dann endlich am zweiten Pool-Campingplatz angekommen sind, war es schon Nachmittag und in den nahen Bergen grummelte und blitzte es bereits. Ohoh!
Wir entdeckten den Pool, der wirklich geöffnet und wesentlich größer war, und fragten an der Bar nach dem Campingplatz. Die Frau an der Bar konnte scheinbar kein Englisch und brachte uns zu einer Hotelküche. Kurze Zeit später kam der Koch hinaus und überlegte, ob er 150 oder 200 Lei für die Übernachtung nehmen soll. Er zeigte uns fix die Wiese, die absolut keinen Schatten bot und auch ansonsten völlig verwaist war. Naja, für den Pool würde ich es vielleicht noch hinnehmen. Als er dann aber meinte, dass wir für den Pool pro Person noch mal 40 Lei extra zahlen müssten, hatte ich keine Lust mehr. Da zahl ich ja in jedem deutschen Freibad weniger! Es stellte sich heraus, dass der Pool auch gar nicht zum Campingplatz gehörte, sondern eher das Freibad der Region ist und einige Locals zum Schwimmen vorbei kamen. Mit dem Blick auf das näherkommende Gewitter lehnten wir dankend ab.
Wir fuhren völlig frustriert die Straße wieder ein wenig zurück, bis wir endlich ein freies Plätzchen am Straßenrand entdeckten, wo es ein wenig Schatten gab. Dort machten wir alle Türen auf und suchten nach einer Alternative… Von dem Gedanken Schattenplatz und Pool hatte ich mich mit der Abfahrt bereits verabschiedet!
Da wir Sibiu auf jeden Fall noch besichtigen wollten, schaute ich nach Plätzen in die Richtung. Ca. 4 Kilometer vom Stadtzentrum, nahe des Zoos entdeckte ich dann tatsächlich einen Platz im Stadtpark. Die Bewertungen von Park4night waren ziemlich aktuell und versprachen ganz viel Schatten. Ein Hoffnungsschimmer.
Um dorthin zurück zu kommen, mussten wir allerdings erneut 40 Minuten zurückfahren. Natürlich ohne Autobahn, voll ätzend! Die Laune war ziemlich im Keller!
Dort angekommen entsprach zumindest alles den Angaben und einige Locals picknickten neben ihren PKWs. Wir suchten ein freies Plätzen direkt am Waldrand. Hier könnte es jedoch mit kühlendem Wind in der Nacht schwer werden… Mal schauen…
Die Stühle standen noch nicht ganz Draußen und wir bereiteten gerade einen kleinen Snack vor, als es anfing zu regnen. Davon war auf dem Regenradar nix zu erkennen. Der Regen wurde stärker und notgedrungen ging es in den viel zu warmen Juckel. Immerhin brachte der Regen allmählich ein wenig Abkühlung.
Nach dem Essen (Paprika-Salat und Baguette) stellte ich mich dann im Bikini in den Regen. Das tat unglaublich gut und die meisten Locals waren eh weg und konnten mich nicht mehr beobachten. Selbst André kam dann in Badehose dazu. So ließ es sich besser aushalten. Leider reichte der Regen nicht für eine Dusche, die ich bitter nötig gehabt hätte…
Irgendwann hörte der Regen dann auf, die Sonne kam wieder und es wurde drückend. Glücklicherweise nicht allzu lange denn die Sonne verschwand schnell wieder hinter Wolken. Wir setzen uns dann in Badesachen in die nass gewordenen Stühle. Eine angenehme Abkühlung…
Laut Einheimischen soll es im benachbarten Wald Bären geben. Wirklich glauben wollten wir es nicht, bis ein Jogger mit Bärenglöckchen an uns vorbei in den Wald lief. Seitdem kann ich es mir doch vorstellen. Und als bekennende Schissbuchse reagierte ich bei jedem Knacken aus dem Wald mit etwas Panik.
Inzwischen ist es 20 Uhr und ein spanisches Wohnmobil und ein rumänischer umgebauter Transporter, beide ebenfalls ohne Klima, stehen in unserer Nähe. Die Spanier leider ganz schön nah… Auch einige Locals sind mit ihren Pkw zurück gekommen. Immerhin waren alle ziemlich leise und so war es endlich mal ein gemütlicher Abend, den wir relativ früh beendeten… Wir müssen ja noch einiges an Schlaf nachholen…