Nachdem wir uns an die Windgeräusche gewöhnt hatten, schliefen wir endlich mal richtig entspannt. Kein Wunder, bei nur noch 15 Grad Außentemperatur war es nun auch in Juckel wieder gut auszuhalten. Außerdem fuhren wirklich nur sehr vereinzelt Autos.
Erst ab 9 Uhr wurde es auf der Straße wieder voller. Nachdem wir noch ganz gemütlich gefrühstückt hatten, holten wir noch zwei Kanister Wasser aus dem Fluss und füllten den Tank damit wieder ein gutes Stück. So können wir zumindest heute gefahrlos Duschen und Spülen. Was bin ich froh, dass wir kein Wasser mehr für die Toilette benötigen!

Als sich die Sonne dann über die Berge gequält hatte, knallte sie wieder gut auf uns herab. Auch wenn es deutlich kühler, als im Tal war, so merkte man die Kraft sehr deutlich.
Wir verließen unseren Schlafplatz und fuhren erneut Richtung Süden. Kurz hinter dem Pass war ein wenig Chaos auf der Straße. Scheinbar wird hier ein Filmdreh vorbereitet. Wer weiß, ob die Straße später nicht sogar zeitweise gesperrt wird. Uns soll es aber egal sein, denn wir können die Stelle schließlich noch passieren.

Der Vorteil, erneut Richtung Süden zu fahren, sind erneute Chancen auf Bären. Und tatsächlich geht der Plan auf! Wir sehen noch fünf mal Bären. Einmal einen männlichen Bären und vier Mamabären mit ihren Kindern. Eine von ihnen hatte sogar gleich 3 Junge dabei. Vor den Mamabären muss man sich ja besonders in acht nehmen, da sie ihre Junge vor sämtlichen Gefahren schützen wollen. Daher machten wir wieder ganz brav mit Abstand Fotos aus dem Seitenfenster. Einen Motorradfahrer störte die Gefahr offenbar nicht. Er hielt direkt hinter uns und stieg sogar noch von seinem Motorrad, um Fotos zu machen. Au man!

Als wir dann wieder unten im Tal angekommen waren, wurde es direkt wieder richtig heiß und das Thermometer sprang gleich auf 36 Grad hoch. Ein klarer Grund, gleich wieder ins Gebirge zu flüchten und so wählten wir die Transalpina als nächstes Ziel.
Die 180 Kilometer Strecke zogen sich ziemlich in die Länge. Zum einen bleibt die Straße dauerhaft kurvig und führt zum anderen von einem Dorf ins Nächste. Dazu sind die Straßen ziemlich kaputt, sodass wir mit maximal 50 Km/h voran kommen.
In einem größeren Ort machten wir dann noch einmal Halt bei Kaufland. Wir kauften Getränke nach und bekamen dieses Mal auch Gurken. Zur Sicherheit packten wir direkt 3 Stück ein. :-D. Außerdem konnten wir neue fettarme Milch kaufen. Anders als in den letzten Urlauben konnten wir dieses Mal sicher sein, die richtige Milch und nicht z.B. Trinkjoghurt auszusuchen.
Zurück am Auto war die Kühle vorbei da es auf dem Parkplatz mal wieder keinen Schatten gab. Umso größer wurde der Wunsch, heute auf der Transalpina in kühleren Hochlagen nächtigen zu können. Immerhin ist deren Scheitelpunkt mit über 2100 Metern noch ein wenig höher als die Transfăgărășan.
Nach etwas mehr als einer Stunde wollten wir noch mal eine Pause einlegen aber es gab weder Parkplätze geschweige denn Schatten. Nervig! Irgendwann fuhren wir eher zufällig an einer Wasserquelle vorbei. Leider bemerkten wir es erst zu spät und konnten nicht mehr halten, weil die winzige Parkbucht bereits von einem Einheimischen belegt wurde. Dieser war gerade fleißig dabei, etliche Flaschen zu füllen. Das würde eh länger dauern. Immerhin wurden wir wieder an unsere etwas reduzierten Wasservorräte erinnert und wählten eine auf dem Weg liegende Quelle als Zwischenziel aus.
Als wir dort dann aber ankamen, entpuppte sich diese als Brunnen, den wir ungern einfach so nutzen wollten. Dafür gab es hier wenigstens ein wenig Schatten und so nutzten wir die Gelegenheit trotzdem für eine Pause mit einem kühlenden Eis. Dieses war leider schon wieder irgendwie sehr weich. Irgendwas scheint mit dem Gefrierfach nicht zu stimmen. Der Kühlschrank ist eisig, alles total kalt und an der Rückwand vereist und das Gefrierfach oben enthällt fast flüssiges Eis. Menno… Zum Glück hat es trotzdem geschmeckt ;-).

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir die 148 Kilometer lange Transalpina. Hier ist es deutlich ruhiger als auf der Transfagarasan. Es gibt von Anfang an kaum Bäume aber da sich die Straße von einer Haarnadel zur nächsten schlängelt, wird es zügig kühler. Vor uns türmt sich eine schwarze Wand auf. Ob die Entscheidung wirklich gut ist? Egal, einfach weiter. Wir erreichen noch einmal eine Wasserquelle aber dort dauert es ewig, bis der Kanister gefüllt ist und daher belassen wir es bei einem.

Die Landschaft wird schlagartig schöner und schöner und trotz diesiger Sicht und dunklen Wolken erfreuen wir uns total an den Ausblicken. Wir durchqueren noch den Skiort Rânca, in dem im Sommer lediglich eifrig gebaut wird. Sommertourismus gibt es hier scheinbar kaum. Auch die Straßenstände sind mehr zu als auf. Merkwürdig…
Kurz darauf erreichen wir den Udele Pass. Selbst hier gibt es lediglich 2 Restaurants. Mh, na gut. Immerhin stehen hier dadurch kaum andere und überall sind freie Haltmöglichkeiten. Zum Übernachten ist es aber noch nicht das Ideale, weshalb wir noch ein Stückchen weiter fahren.

Es dauert nicht lange und wir kommen erneut zu einer Quelle. Dort ist die Hölle los. Scheinbar sammelt jemand für ein ganzes Dorf Wasser in zig 5 Liter Kanistern. Auch Wohnmobile und andere Autos warten artig und werden freundlicherweise immer wieder dazwischen gelassen. Sehr löblich. Auch wir füllen den Kanister noch 2 Mal. Beim Einfüllen merken wir schon, dass das Wasser tierisch kalt ist. Baden möchte ich darin nicht 😂.
Anschließend fahren wir noch eine Ebene höher. Es sind nur noch 16 Grad. Brr. Kurz darauf finden wir eine große Wiese die sich ideal als Schlafplatz anbietet. Hier stehen zwar schon 3 andere aber es gibt so viel Platz dass wir uns noch mit reichlich Abstand dazustellen. Allerdings etwas näher zur Straße und dadurch mit etwas weniger Aussicht. Trotzdem schön, die Wolken unter einem zu sehen.
Natürlich muss es erstmal wieder anfangen zu regnen und donnern. Mehr als ein paar Tropfen werden es aber nicht und nach einer gemütlichen Pause schmeißen wir den Grill an. Heute gibt es Gyros aus der Pfanne vom Grill. So bleibt die Sauerei draußen.

Zwischendurch kommen immer mal ein paar zum Fotografieren, die dann aber fix weiterfahren. Auch der Schäfer, der mit einer Schafherde in der Nähe ist, kommt immer mal wieder. Mit Rumänen spricht er und bekommt immer mal was in die Hand gedrückt. Uns lässt er komplett in Ruhe.
Beim Grill müssen wir noch Mal nachfeuern. Die kalten Temperaturen mit etwas Wind machen es nicht ganz so leicht. Irgendwann ist das Gyros aber fertig und dazu gibt es den schnellen Tütenreis und Gurkensalat. Mhh.
Anschließend beginnt wieder das Spülen… So eine Spülmaschine zu Hause ist echt praktisch… Immerhin haben wir einen tollen Ausblick bei der nervigen Aufgabe. Dunkle Wolken nähern sich und das Farbenspiel mit Regen und Sonnenstrahlen ist grandios. Mal schauen, ob wir noch einmal nass werden oder ob es bei wenigen Tropfen bleibt. Immerhin stehen wir auf einer Wiese von der wir morgen gerne auch wieder runter kommen würden…
Obwohl die Regenwolken genau auf uns zugezogen sind, blieb der Regen aus. Dafür gesellten sich noch ein paar Autos mit Dachzelten und Minicamper dazu. Der Aufbau war ein wenig lauter. Offenbar rechnen sie mit mehr Wind und sichern das Zelt daher mit Heringen am Boden. Wir bleiben ganz entspannt, denn gestern war es auch sehr sehr windig und passiert ist Nichts.
Dank der kühlen Temperaturen verkrümeln sich alle zeitig in ihre Fahrzeuge und wir genießen einen herrlich ruhigen Abend. Juhuu :-).