Die Nacht direkt am Waldrand war sehr ruhig, wenn man von einem dicken Regenschauer einmal absieht. Obwohl wir hier ganz klar wieder weit weg von Bärengebieten sind, ist es am Wald noch immer merkwürdig und ich erwische mich immer wieder dabei, mich neugierig umzusehen :-D. Mal schauen, wann das wieder aufhört.
Als der Wecker klingelte fuhr auch gleich ein großes Waldarbeiter-Fahrzeug an uns vorbei. Neugierig öffneten wir die Verdunkelungen und konnten anschließend nichts mehr sehen. Wir waren in einer richtig dicken Nebelwand gefangen. Ups! Die absolute Bestätigung, dass es goldrichtig war, gestern Abend noch zur Burgruine zu wandern, denn wer weiß, wie lange sich der Nebel heute hält…
Wir frühstückten gemütlich und entschieden uns, trotzdem den nächsten Earthcache anzusteuern. Laut Regenradar könnten wir ihn noch trocken absolvieren… schauen wir mal!
Leider hatten wir diesen Geocache irgendwie verpeilt und so ging es heute erst einmal wieder 45 Minuten über kurvige Landstraßen in die „falsche“ Richtung zurück zur tschechischen Grenze.

Wir erreichten eine gute Parkmöglichkeit an der Landstraße und schlüpften wieder in die Wanderstiefel. Dieses Mal ging es recht ebenerdig auf etwa 1,5 Kilometern durch den Wald zum Golitzstein.
Ohne GPS wäre es gar nicht so einfach gewesen, diesen zu finden. Nur ein ganz kleines Schild verweist am Wegesrand auf den Trampelpfad. Dieser war zum Glück nicht ganz zugewachsen, sodass wir uns gut einen Weg bahnen konnten.

Erst die Umrundung des großen Steins selbst war deutlich unwegsamer. Aber wenn man extra hier her wandert, dann lässt man sich davon nicht unterkriegen und so wurden auch hier alle Fragen beantwortet und das Foto geschossen.
Der Rückweg zog sich dann etwas, aber immerhin hatte das Regenradar recht und wir blieben trocken. Ob wir beim nächsten und vermutlich letzten Earthcache auch noch so viel Glück haben?
Wir riskierten es einfach und fuhren die ca. 100 Kilometer Landstraße weiter nach Süden. So brauchten wir natürlich deutlich länger als eine Stunde und als wir ankamen, hatten wir erst einmal Hunger und aßen noch eine Kleinigkeit.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zur steinernen Wand, wo wir dann leider richtig nass geworden sind und uns einfach nur beeilt haben, um möglichst schnell wieder zu Juckel zurück zu kommen…
Dort mussten wir uns erst einmal komplett umziehen und die Entscheidung, den virtuellen Cache nicht mehr anzusteuern, war gefallen. Stattdessen programmierten wir „Zu Hause“ ins Navi. Ob wir noch bis dorthin fahren oder eine weitere Übernachtung einschieben, entscheiden wir spontan… Der klare Vorteil am Wohnmobil!
Als wir uns endlich bis zur Autobahn gequält hatten, zeigte sich wieder einmal, dass die Deutschen im Regen nicht fahren können… Ohne ersichtlichen Grund bremste der PKW direkt vor uns massiv ab und blieb plötzlich auf der rechten Spur stehen. Ein Hoch auf Andrés schnelle Reaktion und die freie Nachbarspur. Ansonsten wäre das ins Auge gegangen!
Danach wurde der Regen noch schlimmer und irgendwie hatte ich heute ein blödes Gefühl beim Fahren… kurz darauf passierten wir eine Unfallstelle… Ein LKW hat sich über die Leitplanke in den Straßengraben katapultiert und liegt dort nun auf der Seite… Wollen wir heute wirklich fahren? Die Anzeichen sind irgendwie nicht die besten… Aber André hatte kein Erbarmen mit mir und so ging es immer weiter auf recht gefüllten Straßen…
In einer Baustelle hatte dann gleich das nächste Auto eine Panne und blockierte eine weitere Spur. So kommen wir niemals zu Hause an… Kurz darauf machten wir eine Pause und schon in der nächsten Baustelle trafen wir mysteriöser Weise auf genau das gleiche Pannenauto, was wieder Probleme hatte. Warum macht man das? Es gibt Parkplätze, da kann man abfahren und den ADAC rufen. Man muss sich und andere nicht durch ein defektes Fahrzeug gefährden! Bloß weg von den Deppen!
Wir erreichten Kassel und schafften es sogar, die richtige Ausfahrt zu nehmen. Hier war die Umleitung schon gut gefüllt, aber im Vergleich zur Hinfahrt, kamen wir gut durch. Endlich ließen wir auch den vielen Regen hinter uns und hatten wieder herrlichen Sonnenschein. Ein Blick auf’s Regenradar bestätigte, dass die frühzeitige Heimreise goldrichtig war, denn im tschechischen Raum war es heute durch viele Unwetter gewiss eher unschön zu fahren…
Die Temperaturen in Juckel wurden gleich wieder muckeliger und wir erfreuten uns an unserer Klimaanlage… Scheinbar haben die Deutschen aber auch Probleme, bei gutem Wetter zu fahren und so erwischten wir allen ernstes noch eine schöne Vollsperrung bei Breuna. Der Unfall ist wohl gerade erst passiert, sodass es sich noch einige Zeit hinziehen kann. Juhuu! Zum Glück haben wir alles dabei und so konnten wir es ein klein wenig gelassen sehen… Hinter uns wartete eine Motorradclique darauf, dass es weiter geht. Denen ging es deutlich schlechter und sie fragten, ob sie sich in Juckels Schatten stellen dürfen! Na klar! Warum müssen Motorradfahrer die vorsichtig! durch den Stau fahren eigentlich mit einer saftigen Geldstrafe rechnen? Bei über 30 Grad möchte ich nicht in voller Sicherheitsklufft stundenlang in der Sonne stehen… Autofahrer haben immerhin eine Klimaanlage und können es sich auf dem Sitz gemütlich machen…
Plötzlich ging es ein Stück weiter und wir waren guter Dinge, aber die Freude hielt nur kurz… Im Internet war inzwischen die Info zu finden, dass ein Rettungshubschrauber landen muss. Vielleicht wird es danach ja wieder freigegeben… Es dauerte noch ein ganzes Weilchen und Google Maps schlug vor, die Abfahrt zu nehmen. Für uns sah die Bahn nun aber wieder frei aus und wir riskierten es, durchzufahren. Dieses Mal behielten wir damit Recht und ersparten uns eine völlig überfüllte Umleitung und konnten stattdessen völlig frei fahren.
Nach all dem Chaos waren wir froh, dass sich die Autobahn inzwischen leerte und die Fahrt wieder deutlich entspannter wurde… So fuhren wir etwas überraschend tatsächlich noch bis Dortmund durch.
Das freie Wochenende konnten wir noch in Ruhe nutzen, um Juckel auszuräumen und alles zu waschen. Außerdem gönnten wir Juckel sowohl eine ausgiebige Innen- wie Außenreinigung… Er hat sich bei den hohen Temperaturen schließlich tapfer geschlagen!
Zu Hause war es dann aber erst einmal wieder ungewohnt. Die natürlichen Geräusche fehlten einfach. Stattdessen nahmen wir den typischen, nach 3 Wochen aber sehr ungewohnten Stadtlärm wahr… Ach Mensch, Urlaubsende ist immer blöd! Zum Glück dauert es bis zum nächsten Urlaub nicht allzulange!