Obwohl die Stimmen vom Hotel verschwunden waren und es ziemlich ruhig war, habe ich die Nacht ziemlich schlecht geschlafen. Immer wieder hab ich mich dabei erwischt, Ausschau nach weiteren Bären zu halten 🙈. André hat das Ganze nicht wirklich gejuckt. Da wir mit offenem Dachfenster geschlafen haben, wurde es morgens dann sogar richtig frisch. Herrlich!
Als wir uns gegen 8:30 Uhr aus dem Bett gepellt haben, standen schon weitere Fahrzeuge in unserer Nähe. Vermutlich Wanderer und Arbeiter. Vielleicht hab ich doch nicht so schlecht geschlafen? Irgendwie war es auch morgens im Hellen noch merkwürdig, so nah bei möglichen Bären zu sein 😂.

Nach dem Frühstück machten wir uns dann wieder auf die kurvenreiche Rückfahrt. Heute allerdings mit dem Nachteil, dass uns zig Autos entgegen gekommen sind. Klar, es ist Samstag, die Einheimischen haben frei und wollen der Hitze entgehen 🙈. Hier oben hätte es noch die Ialomicioara Höhle gegeben, deren Besichtigung im Nachhinein wahrscheinlich sogar sehr sehenswert gewesen wäre…Müssen wir wohl doch noch mal wiederkommen :-D.

Unser nächstes Ziel war nun Bukarest. Das Navi versprach uns 2,5 Stunden Fahrtzeit. Natürlich war es unten aus dem Gebirge raus auch gleich wieder deutlich wärmer.
Je näher wir an Bukarest ran kamen, desto wärmer wurde es. Als wir bei 36 Grad angekommen sind, befragte ich mal die Wetter App. Ups, der restliche Teil des Landes ist inzwischen außerhalb der Hitzewelle und nur der kleine Teil, in den wir nun genau reinfahren, bleibt es. 🙈 Dumm gelaufen.
Immerhin durften wir mal wieder ein Weilchen das Fahren auf einer guten und freien Autobahn genießen. Luxus. Nachdem etliche Rastplätze schlichtweg abgesperrt waren, gab es kurz vor Bukarest tatsächlich einen, der offen war. Hier konnten wir mal wieder den ganzen Müll entsorgen und wollten auch Urin leeren. Recht fix kam jemand auf uns zu. Scheinbar eine Art Aufpasser. Er fragte uns, ob wir Englisch sprechen und zeigte uns dann eine Klärgrube zum Entsorgen. Hier wäre also selbst das Chemieklo problemlos leer geworden. Perfekt. Leider haben wir dadurch verdaddelt, dass es hier auch Frischwasser gegeben hätte 🙈.

Pünktlich um 13:30 zur besten Mittagshitze parkten wir Juckel nun direkt vor dem großen Präsidentenpalast. Immerhin waren die letzten Kilometer durch die Stadt nicht ganz so schlimm wie befürchtet. In einem kleinen Park sahen wir sogar eine Wasserquelle, schafften es aber nicht, dort zu parken 🙈.

Egal, jetzt sind wir erstmal am Palast. Per App kauften wir ein Parkticket für 2 Stunden und begaben uns zu Fuß in die Innenstadt. Hier waren wir überrascht, denn es ging Kneipe an Kneipe an Kneipe bzw. Restaurant an Restaurant. Einkaufsläden Fehlanzeige. Wir suchten unseren Weg immer dem besten Schatten nach und schaffen es sogar, einen halbwegs brauchbaren Rundweg zu bauen.

Irgendwann hatten wir dann genug gesehen und machten uns auf den Rückweg. Es ist einfach viel zu heiß!! Der arme Juckel stand die ganze Zeit in der prallen Sonne und war dementsprechend unangenehm heiß. Hoffentlich kriegen wir die Hitze heute wieder raus 🙈. Wir wollten noch eine Wasserquelle ansteuern. Mitten in der Stadt… Natürlich ging der Plan nicht auf, denn abgesperrte Straßen verhinderten ein Durchkommen. Zufällig sind wir mitten an den riesen Markthallen gelandet. Die Obst- und Gemüsemengen waren der Knaller… Wir entschieden uns für Abbruch und wollten einfach aus der Stadt raus Richtung Berca und uns außerhalb, wenn Juckel wieder etwas kühler ist, einen Schlafplatz suchen.

Zufällig kamen wir wieder nahe an dem Park vom Vormittag vorbei und so machten wir noch einen Schlenker zur Wasserquelle. Auch hier zogen die Einheimischen wieder ganze Kanister voll. Das können wir auch. Juckel wurde etwas illegal abgestellt aber da der Wasserlauf super gut war, hatten wir 3 Kanister im Nullkommanix abgefüllt. Yeah. Eine Sorge weniger. Abwasser wurde wieder bei einer Waschbox gelassen.
Nur mit dem Schlafplatz war es so eine Sache. Hier in der Region sind bei Park4night sehr wenige Plätze verzeichnet und einige davon mit sehr sehr schlechten Bewertungen. Wir hatten einen halbwegs guten gefunden, der allerdings noch 2 Stunden entfernt war. Auch wenn es nicht über die Autobahn ging, so war es wenigstens eine gerade Straße mit jeweils 1,5 Spuren sodass man gut überholen konnte oder eben überholt wurde. Zwischenzeitlich wurden wir sogar vor der lasernden Polizei gewarnt. Dabei fiel uns auf, dass wir bisher relativ wenig Polizeipräsens erlebt haben.
Am Straßenrand gab es immer wieder Obststände, die vor allem ihre monströsen Wassermelonen verkauften. Ansonsten gab es leider nicht viel zu sehen und so zog sich die Fahrt ganz schön.
Als wir den Schlafplatz dann fast erreicht hatten, Ernüchterung. Erstmal 1,5 km Schotterpiste und dann auch noch an tiefen Ästen vorbei. Der arme Juckel. Rechts und links des Schotterwegs lagen Unmengen an Müll. Hier fühlen wir uns nicht wohl. Schatten gab es auch nicht und bei 35 Grad war in der Sonne stehen keine Option.
In der Stadt gab es noch eine Alternative. Nicht wirklich schön aber vielleicht ein wenig schattig. Pustekuchen. Auch hier war alles abgesperrt und der angrenzende Park randvoll. Scheinbar haben wir mal wieder ein Volksfest getroffen. Wir haben aber auch ein Talent für sowas :-D.
Notgedrungen fuhren wir also noch fast eine Stunde weiter zum Parkplatz der Schlammvulkane in Berca. Auch hier waren die letzten 10 Kilometer wieder sehr schaukelig, teils Löcher in die Straße gefräst und ziemlich schmal. Immerhin pendelte sich das Thermometer auf 31 Grad ein. Schon Mal die richtige Richtung…
Oben angekommen stand nur noch ein Pkw und ein umgebauter Lkw als Offroad Fahrzeug. Mir ist ja noch immer schleierhaft warum man so etwas braucht, wenn man dann doch auf Camping- und Parkplätzen nächtigt… Die Besitzer, auch Deutsche, kamen gleich mal zum Hallo sagen und nachdem alles wichtige zur Route und Erfahrung ausgetauscht wurde, konnten wir endlich grillen. Auch wenn es auf dem Parkplatz ist, juckt es hier eh Niemanden.
Für morgen nehmen wir uns nun noch mehr vor einen Pausetag einzulegen. Natürlich erst, wenn wir bei den Schlammvulkanen waren. Drückt mal die Daumen, dass es wirklich klappt.
Den Abend haben wir draußen mit Lesen ausklingen lassen. Zumindest wehte irgendwann ein wenig Wind, der es angenehmer machte. Als dann aber mehr und mehr Mücken kamen, flüchteten wir doch ins noch immer viel zu warme Auto.