Am nächsten Morgen überlegten wir noch einmal, ob es doch besser wäre, Kontakt zu einer Tierschutzorganisation aufzunehmen. Andererseits sind die Hunde beide definitiv schon älter und haben sich hier an das Leben gewöhnt. Sie jetzt umzusiedeln scheint für uns der falsche Weg zu sein und so fahren wir mit tränenden Augen nach dem Frühstück ab…
Unser neues Ziel hieß nun Schäßburg bzw. auf rumänisch Sighișoara. Auch diese Stadt ist mal wieder relativ touristisch, was man schon an den vielen Reisebussen auf dem Parkplatz sehen kann. Möglicherweise wurde hier nämlich Graf Dracula bzw. Vlad III. geboren.
Immerhin erwischten wir noch einen Platz am Rand, wo wir sicher sein konnten, später wieder gut rauszukommen. Wie immer mussten wir auch diesen Parkplatz bezahlen. Allerdings gab es dieses Mal keinen Parkplatzwächter sodass wir uns erst eine App auf unser Smartphone laden mussten. Damit ließ sich der Parkplatz dann problemlos bezahlen. Wir entschieden uns für 2 Stunden. So richtig groß sieht die Altstadt auf der Karte nicht aus und bei der Hitze halten wir es erfahrungsgemäß eh nicht lange aus…

Vom Parkplatz runter ging es einmal über die Straße und schon waren wir da. Viele kleine alte, aber liebevoll buntbemalte Häuser umsäumen die Straße. Viele davon sind kleine, urige Restaurants oder Hotels. Da wir aber zur höhergelegten Stadt wollten, mussten wir uns erst einmal einen Weg dort hoch suchen.

Oben angekommen war es dann auch gleich wesentlich voller. Auch hier waren alle Häuser in fröhlichen Farben bemalt und mit farbenprächtigem Blumenschmuck sah es insgesamt sehr einladend aus. In den vielen Cafés saßen schon überall kleine Gruppen gesellig beisammen. Kein Wunder, immerhin sind wir hier auch direkt am Stundturm, dem Wahrzeichen von Schäßburg.

Nachdem auch wir eifrig Fotos gemacht haben, ging es weiter zur Kirche. Dort trafen wir mal wieder auf eine Stadtführung, weshalb es schwierig war, überhaupt in die Kirche hineinzukommen. Als sich dann auch noch ein Teilnehmer vor der Kirche auf die Nase legte, war es gänzlich vorbei, sodass wir lieber schnell das Weite suchten. Immer weiter bergauf ging es nun zu einer ansehnlichen Holztreppe. Die sogenannte Schülertreppe verbindet die Altstadtgassen mit dem Schulberg. Dort oben steht neben einer Kirche auch das Josef-Haltrich-Lyzeum, ein Gymnasium der deutschen Minderheit.

Irgendwie sah die Treppe nicht ganz so lang aus, wie sie dann bei der Bewältigung dann leider doch war. Über 100, doch recht steile Stufen, galt es zu überwinden. Au backe. Oben brauchten wir dann erst einmal ein Päuschen. Im Wind war es hier dann richtig angenehm, sodass wir die Pause ein wenig ausdehnten.

Nachdem wir dann oben am Schulberg alles besichtigt hatten, ging es den selben Weg wieder hinunter. Leider haben wir keine Eisdiele entdeckt. Dafür konnten wir aber die Suppen in Brotschüsseln auf einigen Tischen bewundern. Wie man bei diesem Wetter allerdings Hunger auf heiße Suppe haben kann, werde ich wohl nie verstehen…
Als wir dann wieder unten waren, entdeckten wir einen kleinen Zettel mit einer Uhrzeit an Juckel. Scheinbar trauen die ihrem App-System noch nicht so ganz. Da wir aber die 2 Stunden ziemlich genau eingehalten hatten, mussten wir nichts befürchten.
Wir stiegen mal wieder in den völlig aufgeheißten Juckel und steuerten das Kaufland an. Nach 2 Tagen mit wenig Kost war uns auch heute noch eher nach Schonkost, die es bei Kaufland ja zur Genüge gibt.
Da auch hier Schatten Mangelware war, entschieden wir, weiter zufahren und unterwegs auf einem schattigen Plätzchen zu halten… Wir waren schon fast in Praid als es am Straßenrand endlich ein schattiges Plätzchen zum Halten gab. Mit Genuss und einem endlich wieder vorhandenen Hungergefühl konnten wir die Schonkost dann essen. Daraufhin ging es uns dann auch merklich besser. Wurde auch Zeit!
Frisch gestärkt erreichten wir nun Praid. Auch dieser Ort ist dank eines ehemaligen Salzbergwerks ziemlich touristisch veranlagt. Von den Deutschen mit ihrem Overlander hatten wir erfahren, dass die zu Freizeitparks ausgebauten Bergwerke mehr oder weniger gleich sind und so schenkten wir uns den Besuch und freuen uns auf die Salina Turda in ein paar Tagen…

An den Marktständen entlang der Straße ist zu erkennen, dass wir in einer landwirtschaftlich anders genutzten Region angekommen sind. Statt Melonen gibt es hier Zwiebeln und Knoblauch in Hülle und Fülle. Als wir dann auch noch an einem Supermarkt vorbei kamen, auf deren Parkplatz eine Pferdekutsche ordentlich eingeparkt war, staunten wir nicht schlecht. Kein Wunder, dass es an größeren Straßen immer wieder Hinweisschilder gibt, dass Pferdekutschen und Eselkarren verboten sind. Die kleinen Anzeichen dafür, dass wir doch in einer völlig anderen Welt leben…
Als wir eher zufällig an einer Wasserquelle vorbei kamen, tankten wir noch einmal mehrere Kanister nach. Hoffentlich schlägt uns das Wasser nicht wieder auf den Magen. Hier hatten wir dann leider überhaupt keinen Handyempfang, sodass wir erst einmal wieder ins „Internetland“ kommen mussten. Ohne ist es nämlich schwer, einen Schlafplatz zu finden. Knapp vor Nikolausmarkt haben wir auf einer kleinen Anhöhe einen asphaltierten Platz entdeckt. Bis wir oben angekommen sind, haben wir drei „Achtung Bären“ Schilder entdeckt. Die hängen hier wahrscheinlich nicht ohne Grund. Ups :-D. Leider wurde der Weg zwischenzeitlich ziemlich schmal und durch tiefhängende Äste haben wir uns einen schönen Kratzer ins Seitenfenster geholt. Hoffentlich kann man ihn zu Hause wieder rauspolieren… Dafür war der Platz aber ziemlich gut und vor allem leer. Zu früh gefreut, denn noch nicht ganz geparkt kamen ein paar Jugendliche, die Fahrübungen absolvierten. Außerdem suchte ein Bulli einen Schlafplatz und nach 2 fehlgeschlagenen Versuchen, ein Zelt aufzubauen, zogen sie wieder ab. Dafür kamen dann weitere Jugendliche, die sich aber ruhig und unauffällig am anderen Ende des Parkplatzes aufhielten.
Trotz der späten Mittagspause zeigte sich ein erneutes Hüngerchen. Wir riskierten aber nichts und blieben bei einem Doseneintopf, für den wir kein Wasser aus dem Tank nutzen mussten.

Ein Gewitter zog knapp an uns vorbei und brachte die gewünschte Abkühlung mit einem dicken Regenschauer. Pünktlich zur Dämmerung war dieser aber wieder vorbei und so legten wir uns erneut auf die Lauer. Ein Landrover gesellte sich zu uns, der ziemlich sicher ebenfalls nach Bären Ausschau hielt.
Sehen konnten wir aber leider keine Bären, die getönten Scheiben machen es bei Dunkelheit nicht einfacher…
Mit einem anderen Auto auf dem Platz legten wir uns dann schlafen. Vermutlich haben die hier auch übernachtet denn erst am morgen hörten wir Autogeräusche. Ansonsten war es super ruhig.